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tretung, sowie der BczirkSschulrath existircn für diesen Herrn jedoch nicht, daher

Paris, 20. August.

Italien

Nom.

erhielten sie auch keine Einladung zum Fcstamte, weiches heute um Stadtpfarrkirche celebrirt wurde. Gleichwohl erschienen auch die nicht eingeladenen Behörden zur festgesetzten Stunde in der Kirche, 10 Uhr wirklich ein sogenanntes Hochamt vom Herrn Dechanten Es wurde ober nicht etwa das sogenannte Kaiseramt abgehalten,

zu lassen, ein Breve wegen Erthcilung des päpstlichen Segens an reuige durch die Pfarrer und deren Stellvertreter. In Feldbach wurde das und Tedeum nicht für den Kaiser, sondern für den bedrängten Papst ab- Aus Voitsberg wird derGrazer Tagespost" geschrieben: Zur GeburtS-

absingen Sünder Hochamt gehalten, tagsfeier

10 Uhr in der letztgenannten, in welcher um gelesen wurde, denn unser ge­

schäftskundiger Herr Dechant, welcher das Andächtige mit dem Nützlichen zu ver­binden weiß, las ein für die Maurer mit sechs Gulden und einigen Kreuzern be­zahltesIahrtags-Amt". Er foppte nur die Behörden, welche in der Kirche zum Kaiseramt erschienen waren.

Franz Joseph und schickte den Grafen Lehudorff nach Ischl, um bei der Kaiserin sich entschuldige« zu lassen.

Graz, 21. Aug. In Leoben fand eine clerikale Demonstration bei der Feier des GeburtsfeßcS des Kaisers statt. Der Pfarrer verlas, anstatt die Dolkshpmue

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Frankreich.

DieKölnische Zeitung" muß beimUniverS"

nicht zum besten angeschrieben sein. Er macht ihr in seiner heutigen Nummer folgendes wenig collegtalische Compliment: Man hat auf der Post dieKölnische Zeitung", dieses verdammte Blatt des Herrn v. Bismarck, mit Beschlag belegt, und zwar wegen eines gemeinen Artikels über den Präsidenten der Republik.

Seit gestern verhandelt das in Paris tagende 18. Kriegsgericht gegen die Thäter und Mitschuldigen der ihrer Zeit viel besprochenen Kanonendrebstähle von Vincennes. Die Untersuchung hat als unzweifelhaft ergeben, daß diesen Ent­führungen keinerlei politisches Motiv, sondern nur gemeine Habgier zu Grunde lag. Sechs Kanonen befanden sich in einem rings von einer Mauer und von mehr als anderthalb Meter hohen Pallisaden umgebenen, verschlossenen Schuppen; jenseits der Palisaden liegt ein Pulvermagazin, dessen Posten zugleich den Schuppen zu bewachen halte. Drei kräftigen Individuen gelang es, von diesem Posten unbemerkt zweimal, nämlich in der Nacht vom 17. zum 18. März und in der Nacht vom 25. zum 26. desselben Monats, die Palisaden zu erklimmen, Vie Thur des Schuppens zu erbrechen und jedesmal drei Kanonen zu entführen; sic ließen dieselben an Stricken in den Festungsgraben herab, zogen sie dann jenseits wieder empor und schleiften sie nun in den nahen Wald, wo die Hehler mit Fuhrwerken der Beute warteten. Der Hauptfuhrer war der Artillerist Bouland, dem das erste Mal die Artilleristen Albard und Dogois, das andere Mal die Artilleristen Baud und Bou6 als Gehulfen dienten, bei der Zertrümmerung und dem Berkaus der Stücke waren acht Schmiede, Stellmacher, Alteisenhanblcr u. s. w. von Vincennes, St. Mands, Paris thätig. Diese Individuen erschienen nun sämmilich mit AuLnahmc des Artilleristen Baud, der während der Untersuchung gestorben ist, auf der Anklagebank; die meisten sind geständig und suchen nur den Haupttheil der Schuld von sich abzuwälzen; der Proceh bietet durchaus kein Interesse mehr.

unseres Kaisers wurden vom hiesigen Dechant Johann Freiding das Bezirksgericht und das Steueramt eingeladen. Die Gemeinde- und Bezirksver-

mbittcn.

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Oesterreich.

Gastein, 25. Aug. Kaiser Wilhelm hat wegen eines Fußleidens den Besuch beim Kaiser von Oesterreich in Ischl aufgegeben und reist am 28. d. nach Sali, bürg und am 29. d. nach Berlin. Er entschuldigte sich telegraphisch beim Kaiser

Paris, 24. Aug. In Sachen des Kanonendiebstabls von Vincennes wurden vu» verurtheilt, darunter Bouland zu zehn

Jahren Zwangsarbeit, und vier frergesprochen.

Paris, 24. Aug. DieRepublique Francaise" bringt zum Andenken an den heutigen 24. August einen Rückblick, worin es heißt: Der 24. August 1872! Heute ist der dreihundertjährige Gebachtnißtag der Bartholomäusnacht; drei­hundert Jahre sind cs heute, als ein seit geraumer Zeit beschlossenes und bedachtes Verbrechen tn Paris und bald danach in ganz Franlreich im Namen der Religion und Politik befohlen undausgeführt wurde. Die Katholiken hatten dem schwachen und verwirrten Gewissen des Königs Karl IX. den Befehl entrissen, alle Prote­stanten des Königreichs Frankreich niederzumtzeln. Durch diese Schreckensthat hoffte man mit der Ketzerei aufzuräumin, die, wie man sagte, zugleich Thron und Altar bedrohe... Um nach Verlauf von drei Jahrhunderten die Sche ßlichkeit der Bartholomäusnacht zu beu thtilcn, braucht man heute nur nachzusehen, wie gegenwärtig die beiden Gegner stehen, die sich damals mit so ungleichen Waffen bekämpften. Wie steht es mit dem Papstthum, das unter dcm Pontificate Pius V., ven ein Historiker unserer Tage vom Verbrechen der Bartholomäusnacht noch hat reinwaschcn zu können geglaubt, diese Metzelei mit einer Billigung deckte, die man vergebens zu bestreiten versuchen wird? Das Papstthum ist vor weltlicher Macht gestürzt, vernichtet. Und wie steht es mit dem Protestantismus? Der unschein­bare und schwache Markgraf von Brandenburg hat die Stelle des Ka.sers von Deutschland selbst als von den alten katholischen Fürsten des heiligen römischen Reichs geachteter Souzerain eingenommen. Die Bartholomäusnacht, dieser in unserem Lande ausgeführte blutige Staatsstreich, der jedoch der natürlichcn Groß- muth des französischen Volkes so von Grund aus widersprach, ist das schlagendste Beispiel von der Ohnmacht der Gewalt gegen die Ideen... Em wüthender Ultra­montaner, dem das Verbrechen der Bartholomäusnacht, obwohl es nichts genützt, weder Reue noch Schmerzen ^inflößen wird, sprach in diesen Tagen noch davon, man muffe dre Canaille zum Schweigen bringen. Der arme Mensch, der heute noch von Canaillen redet, wie man vor dreihundert Jahren noch von Hugenotten prach, enti-ullt nur die Ohnmacht, mit der seine Partei für immer zum Heil der Frethelt und der leiblichen Sicherheit der Menschheit geschlagen ist! Denn da- ruoer taufet man sich nicht, wenn heute die Ultramontanen in ihrem Dienste eure Macht fanden, wie Katharina von Medici, die Guise und deren Rathgeber te ihren Vorfahren verliehen, so müßte man morgen auf seiner Hut sein. Alles hat feit dreihundert Jahren eine andere Gestalt in der Welt angenommen, mit Ausnahme des klerikalen Haffes; ja, man möchte sagen, daß alle Niederlagen der Kirche fett drei Jahrhunderten denselben neu belebt, giftiger und furchtbarer ge­macht haben. Zum Glücke ist eine neue Bartholomäusnacht zum Vorthetle der Kirche nicht mehr möglich.

KN

Kute Anze

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Wie dieGermania" wittheilt, werden die preußischen Bischöse sich im nächsten Monat wieder in Fulda versammeln.

Aus Westfalen wird uns unterm 22. d. M. geschrieben: Die Jesuiten verhalten sich hier dem AusweisungSgefetze gegenüber renitent und lassen es überall auf Executivmaßregkln ankommen, wodurch das Einschreiten der Behörden nothig wird, was unter der streng katholischen Bevölkerung einiger Orte Miß­vergnügen erregt hat. Die Renitenz der Väter von der Gesellschaft Jesu dem ermahnten Reichsg,setze gegenüber stimmt übrigens wenig überein mit dem öffentlichen Lobe m-hrerer deutschen Bischöfe, namentlich des Bischof« Martin in Paderborn, über da« stet« gesetzlich- B-rhalten der Jesuiten. Da nach dem Au.spruchc des Präsidenten Friedberg bei Gelegenheit der Jesuitendebatte im Reichstage namentlich die Nedemtoristcn zu den verwandten Kongregationen der Jesuiten gehören, so ist e« auffallend, daß man bisher gegen dielen Orden amtlich noch nicht e,»geschritten ist, derselbe hat sich erst kürzlich bei den hier bem'e r kl ich" g e aw ch t^ ° durch Anfeindung derKölnischen Zeitung"

zu treuem Gedacdtniß derer, die das aroße Ergebniß mit ihrem Leben erkauften, iur Mab""ug den kommenden Gkschlechttrn ' m«.j- *« "yxu Donnern vt» K soll dieser Tag fortan auch in jeder ^tatt, tn jedem Gau begangen werben. An die Stelle der Octoberfeuer, oder besser noch neben diesen, werden alljährlich am 2. September die Flammen von allen deutschen Bergen herniederleuchten, die Glocken von allen beulschen Thurmen hallen." 1

Londo Bchwui R Di du»g Southampu sagt, die 8i D-eIimei 4 Million^

Londl grßrige Tag mafittgela gl können. Di Witlhshäuskr lvitder geöffm ö^chlofs^ ,-vs von tt®a sün Mchle Ijabtr V'ödel für tit wird bi« jU Irland dur§ Gerüchte um. den dreihunl ^ledermetzel^ vard für f0 alle eiub öetr lvie weni nur, zntra

Fulda, 26 Aug Die nächste Conferenz der deutschen Bischöfe findet am 17. Siptcmber dahier statt. Die Tagesordnung ist noch unbekannt.

-01)1111, 20. Aug. Wie dieD. Rcichsztg." vernimmt, begaben sich dieser Tage im höheren Auftrage Polizeibeamte in die hier bestehenden Klöster der Frauen der ewigen Anbetung, vom armen Kinde Jesu, der FranciScancrinnen und der Barmherzigen Schwestern vorn heiligen Karl Barromäus, um von ihnen Abschrift

G lowic sonstige Auskunft über den Status des

Plofeß- und Laienschwestern, sowie auch über die @ rUno=m$rW KlostereigenthuwS u. s. w. zu verlangen.

^ug. Honig Ludwig stiftete an seinem heutigen Doppelfeste (Namens- und Geburtstag) eine goldene Verdienst - Medaille für hervorragende Leistungen in Wissenschaft, Kunst und Industrie. 8

c.th 2$ ^U6, deutsche Kronprinz, welcher gestern Abend um

8 Uhr hier etntraf wurde von der Generalität, dem OfficiercorpS und den L begrüßt und zog hierauf unter dem Donner der Geschütze, .

Glockengelaute und Volksjubel in die festlich beleuchtete Stadt ein. Vor dem 1 X V Jn ^.d(6cm Kronprinz abgestiegen, fand eine Serenade statt. Von Seiten der Stadtvertretung wurde dem Kronprinzen, der sich über den herzlichen ' Empfang sehr erfreut zeigte, ein silberner Lorbeerkranz überreicht.

gegen die gezwungene Interpretation derGermania" erklärt hatte und deshalb heftig abgekanzelt worden war, sagt in ihrer Dienstags-Nummer:

Die Animosität, mit welcher unsere Ansicht von der Auslegung des JefuitengesctzeS aufgenommen worden ist, hat in uns den Gedanken rege gemacht, es habe eine Art Verabredung in einigen katholischen Kreisen stattgefunden, wie man in der Presse die Auslegung des Iesuitengefetzes behandeln solle und wolle. In dem Falle bedauern wir unendlich, daß uns die Herren im Voraus nichts davon mitgetheilt haben, weil wir ihnen dann ihren Jrrthum schon zuvor zu benehmen gesucht haben würben. Die Sache ist in Mainz praktisch geworden, wie aus dem unten folgenden Berichte sich ergiebt. P. v. Doß, Superior des Mainzer St. ChristophconventeS und Pfarrhauses, hat sich nicht begnügt, gegen das Unrecht, welches durch das Polizeiverbot der Gesellschaft Jrsu und Den Rechten des Bischofs von Mainz zugefügt worben, zu protestiren worin er vollkommen Recht hat sondern er behauptet auch, die Ausdehnung des Wortes Ordensthätigkeit" in jedeseelsorgliche Thätigkeit" sei eine im Buchstaben des Gesetzes keineswegs begründete, ja schlechterdings unzulässige und willkürliche. Darüber nun, daß diese Ausdehnung im Buchstaben des Gesetzes nicht begründet fei, kann Herr P. von Doß seine eigene Ansicht haben. Daß aber diese Aus­dehnung eineschlechterdings" unzulässige und willkürliche sei, daß sagt Herr P. von Doß gegen eigenes besseres Wissen, oder er hat, seit so vielen Jahren Jesuit, noch immer nicht einmal so viel vom Geiste seines Ordens begriffen, als Jemand, Der nur sieben Jahre unter Den hochwürbigen Patres lebte und sich dafür auf ewig zur Dankbarkeit verpflichtet fühlt. Herr P. v. Doß wird über­haupt außerhalb Deutschlands eine weit ersprießlichere Thätigkeit entfalten können, wenn er in Deutschland stets so geschickt war, wie jetzt in Mainz und früher in Bonn."

DieGermania" ist über diese unerwartete Haltung ihres Secundanten, welcher ihr die Waffe aus der Hand schlägt, statt die Hiebe der Gegner zu pariren, außer sich.

Das übersteigt Denn doch das Maß Des Zulässigen" ruft sie entrüstet aus. WirD nicht Herr Dr. von Florencourt konsequenter Weise auch Dem Herrn Bischof von Mainz Den Vorwurf in'S Gesicht schleudern müssen, derselbe habe wider besseres Wissen gehandelt, als er die gestern von uns mitgetheilten Proteste an die Darmstädter Regierung erließ?"

Es ist allerdings ein sonderbares Schauspiel, daß die mit seltener Virtuosität gehandhabte Parteivisciplin im ultramontanen Lager bei einer so wichtigen Frage in die Brüche geht. Der Fürstbischof von Breslau, welcher, wie kürzlich behauptet wurde, in seiner Diöcese keinen Jesuiten zur seelsorgerischen Thätigkeit zugelassen hat, kann vielleicht Auskunft über Die Motive geben, welche die Haltung DerSchles. VolkSztg." in Dieser Richtung bestimmt haben.

Berlin, 24. August. DieN. A. Z." spricht heute für Die möglichst all­gemeine Feier des 2. September. Sie meint:Der Act im Spiegelsaale des Versailler Schlosses war nur Die osficielle VerkünDigung dessen, was seit Der Kunde von Sedan im Herzen des Volkes endgültig feststand. Die geschichtliche Forschung bedarf solcher weihenden Stunde, solcher osficiellen Bestätigung die Nation bedurfte nach dem 2. SLPtcmbcr deren nicht mehr! So möge Denn fortan ter 2. September Dem Deutschen Volke als sein nationaler Festtag gelten,

Die Exprvpriailon de« J.suiicngeneralats Ist in der gröüie» Ruhe und Orenung vor flch gegangen, ohne doß die Jesuilen den geringsten Widerstand oder auch nur einen Protest entgegengefetzi hatten. Sie hatten nur i,ren Zngenreur Sarti an den Obersten dis Grniccorps, de>n die Expropriation übertragen war. abgesandt, um sich noch einige Lolalitäten für die zuiückbleiöeude» Jesuiten au«.