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Da das päpstliche Unfehlbarkeits-Dogma im Königreich Polen so wie über­haupt in Rußland nicht osftciell publ cirt worden ist, so ist es den katholischen Gastlichen Seitens der Regierung auch streng verboten, dieses Dogma auf der Kanzel oder beim Religionsunterricht zu erwähien oder den Glauben an dasselbe 4u verlangen. In Warschau ist es wiederholt vorgekommen, daß glaubenseifrige Geistliche dieses Verbot unbeachtet ließen und für das neue Dogma Propaganda zu machen suchten. Die Folge war, daß sie ihres Amtes entsetzt wurden. 3a Volhynien sind mehrere katholische Geistliche zur Untersuchung gezogen worden, weil sie beschuldigt sind, mit dem Papst einen unmittelbaren Correspondenzverkehr unterhalten zu haben, was in Rußland gesetzlich verboten ist. (Osts.-Z.)

Italien.

Rom, 20. Febr. 3m Vatican ist nach langen Debatten beschlossen worden, zu keiner weiteren Disputation mit den Evangelischen die Hand zu bieten. Man will sich an der ersten Niederlage genügen lassen und die moralischen Nachtheile derselben geduldig auf sich nehmen, selbst aus die Gefahr hin, sich in den Augen der Katholiken als besiegt ansehen zu lassen. Die 3esuiten Haden es dem Papste eingeredet, daß bereits die Annahme der ersten Herausforderung der Evangelischen ein großer Zrrthum war , und damit zu erkennen Qjpeben, daß auch bei ihnen der Glaube an die päpstliche Unfehlbarkeit nicht über allen Zweifel erhaben ist.

(Triest. Z.)

Rom, 25. Febr. Der König hat dem Prinzen Friedrich Karl von Preußen das Großkreuz des Militär - Ordens von Savoyen verliehen. DerLiberia" zufolge wurde der Deputirte und 3ournalist Borghi von der englischen und ameri­kanischen Regierung ersucht, die Alabama - Frage zu studircn und ein Gutachten darüber abzugeben.

England.

London, 22. Febr. Die amtliche Zeitung enthält eine königliche Bekannt­machung , welche den kommenden Dienstag aus Anlaß der DankeSfeier als einen allgemeinen Feiertag für die Hauptstadt ansetzt.

London, 24. Febr. Auf Anordnung des englischen General-CousulatS in Bangkok wurde dort über zwei Matrosen des britischen Schiffes Burlington, welche von ihrem (den deutschen Namen Sachße führenden) Capitän erschossen worden,

Amerika.

Ntwyork, 23. Februar. Der Vicepräsivcnt des Repräsentantenhauses, Herr Schuyler Eolfax, hielt gestern in Brooklyn eine Pede, in welcher er sagte, der Washingtoner Vertrag sei eine stärkere FriedenSstütze, als alle Friedensgesellschaften. Er bezweifelt, daß England unter irgend welchen Umständen von dem Vertrage zurücktreten wurde, und erklärt, weder Amerika noch England würden angesichts der Civilisation eS wagen, einen solchen Vertrag zu vernichten. Der Washing­toner Specialcorrespondent desNewyork Herald" schreibt, die amerikanischen Mit­glieder der hohen Commission geständen zu, daß die Vereinigten Staaten sich durch Aufstellung der indirecten Forderungen, wovon sie nun nicht gut mehr zurück- treten könnten, eine unbequeme Stellung grschaffen hätten. DemDaily Tele­graph" wirb aus Nrwyork vom 23. d. t.legraphirt, die Antwort des Staats- secretärS Fish auf Granville's Note fei in freundschaftlichem Tone gehalten, be­haupte jedoch, daß das Protokoll und der Vertrag die inmrecten Forderungen schützen, daher die Unionsregierung.nicht davon zurücktreten könne.

1. October 1855.

Anhalt-Dessauer Landesbanknoten ä Thlr. 1 und 5 vom 2. Januar 1847.

Bautzener flausitzer landständische) Banknoten ä Thlr. 5 von 1850.

Bayerische Hypotheken- und Wechselbanknoten ä fl. 10 von 1859, 1850.

Braunschweigische Bank- und Darlehensbankscheine ä Thlr. 1, 5 unv 20 von 1842.

Braunschweigische Banknoten ä Tblr. 10 Gold vom I. Juni 1856.

BreSlaner Nävtische Banknoten ä Thlr. 1, 5, 25 und 50 vom 10. Jun, 1848.

Dänische 5-Reichsbankthalerzetlel älterer Emission von 1835, unv auf emer Seite blau bedruckt.

Gothaische Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 30. September 1848.

Holsteinische Kassenanweisungen von 1854.

Kurhessische Leih- und Commerzbanknoten.

Leipziger Banknoten, alle vor dem 2. November 1851 erschienenen.

Oesterreichische Banknoten, auf Cor.ventwnSmünze lautend und die in Österreich. Wahr, a fl. 10 vom 1. Januar 1858, ä fl. 100 vom 1. März 1858.

Polnische Bankscheine grüne ä 1 Rubel, weiße und rothe ä 3 Silherrubel.

Posener Provinzialbanknoten vom 1. December 1857.

Potsdamer Stadtscheine ä Tblr. 1 vom 8. September 1819.

Reuß ältere Linie Kassenanweisungen ä Thlr. 1 vom 15. Mai 1858.

Reuß jüngere Linie Kassenanweisungen ä Thlr. 1 vom 2.4. März 1849.

Rostocker Banknoten vom 1. Juli 1850.

Sachsen-Weimar-Kassenanweisungen ä Thlr. 1 und 5 von 1847.

Schleswig-Holsteinische Kassenscheine ä Thlr. 1 [2i/2 M.j vom 31. Juli 1848.

Schwarzburg-Rudolstädter Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 von 1848.

Schwarzburg-Sondershausener Kassenscheine ä Thlr. 1, 5 und 10 vom 11. März

20. December 1856 und vom 25. October 1859.

Außer Cours gesetztes Papiergeld.

Anbalt-Bernburger Kassenscheine ä Thlr. 1, 5 und 25 von 1850, 1852, 1856 und 1859.

Anhalt.Küthen'sche Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 1. Juni 1848.

Anhalt-Köthen-Bernburger Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 2. März 1848.

Anhalt-Köthen Bernburger Glsenbahnscheine s Thlr. 1, 5 und 25.

Anhalt-Dessauer Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 1. August 1*49 und a Thlr.

Holland.

Antwerpen, 25. Febr. Der Graf von Chambord empfing 250 Abgeordnete ber Stadt Lille. Auch aus anderen Städten werden Deputationen erwartet. Der Tag verfloß ruhig. Die vor dem HotelSt. Antoine" versammelte Menge ver­hielt sich stillschweigend.

Frankreich.

Paris, 23. Februar. DieGazette de France" veröffentlicht eine Note des Verfassers des Programms der Rechten des ZnhaltS, daß Vie Absicht gewesen sei, die monarchischen Parteien zu einigen, damit dieselben im Falle einer Krisis zum Handeln bereit sein könnten. Das schließe aber durchaus nicht aus, daß die gegenwärtige Regierung unterstützt werde. Das Programm soll aber nicht ver-- öffentlicht werden, um jeder Agitation vorzubeugen. DieUnion" erklärt, sie glaube an kein Einverständniß, so lange als der Graf von Paris dem Grafen von Chambord noch keinen Besuch abgestattet habe. DerTempS" sagt, Die Regierung sei entschlossen, auS der Annahme des Lefranc'schen Entwurfes eine Existenzfrage zu machen.

Belgien.

Brüssel, 25. Febr. Der König empfing am Freitag Abend den Grafen Beust auf dessen Durchreise. Die Lage in Antwerpen ist sehr ernst und die Aufregung im Steigen. Gestern Abend erwartete man bereits ein Handgemenge des Volkes mit der Polizei. Die an den Grafen Chambord gesandte Liller De­putation, welche demselben eine gestickte weiße Fahne überbringt, kommt heute in Antwerpen an. Larochesoucauld ist heute erwartet.

Brüssel, 26. Febr. DieEtoile belge" meldet auS Paris: Thiers ist ent­schlossen, bas neue PreßmaßregelungS - Gesetz a cht zu modificiren. Er wird die Cabinetsfrage in diesem Punkte stellen. Aus Antwerpen wird gemeldet: Die Demonstranten sind sämmtlicb mit Knütteln bewaffnet. Es haben ernste Unord­nungen stattgesunden.

Württembergische 2-, 10.- und 35-Guldenscheine von 1849 und 1850.

Vorläufiq noch eingelösi werden an den belreffenden Hauptkassen:

Bautzener landständische Banknoten a Thlr. 5 ohne Datum, ä Thlr. 10 von 1861

Chemnitzer Stadtscheine ä Thlr. 1 von 1848 und ohne Datum.

Großherzoglich Hessische Grundrentenscheine ä fl. 1, 5, 10, 35 und 70.

Kurhessische Kassenscheine ä Thlr. 1, 5 und 20. .

Maqdeburqer Privatbanknoten ä Thlr. 10, 20. 50 und 100 vom 30. Ium 1856.

Nassauer Landesbanknoten und LandeScreditkassenscheine.

Oesterreichische Banknoten in österreichischer Währung s fl. 1 vom 1. Januar 1858 und a fl. 5 vom 1. Mai 1859.

Preußische Banknoten ä Thlr. 25 und 50 von 1846. - . . .

Preußische Kassenanweisungen ä Thlr. 1 und 5 vom 2. Januar 183a und Preußische Darlehen-- kaffenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 15. April 1848.

Sächsische [föntgl.J KaffenbilletS von 1840, 1843, 1846, 1848 und 1855.

Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 26. Februar. Der Nebel, der bis jetzt über der Börse gelegen und dieselbe nrcht zu rechter Bewegung kommen ließ, bat sich gehoben und schon gestern Mittag machte sich im Privatverkehr größere Lebhaftigkeit bemerkbar, die zwar gegen den Schluß nachttcß, dafür aber heute in weit stärkerem Grabe wieder auftrat. Die Eourfe sammtllcher SpecuiatwnSpaplere erzielten Aufbesserungen, am meisten wieder Creditactien, die in großem Umsatz waren und bi» 367V» bezahlt wurden, um später 366<j4 zu schließen. Auch der Verkehr in Staatsbahn und Lombarden entwickelte sich gut und erzielten diese Effecten ebenfalls Avancen, ersteres ward mit 4141/0 letzteres mit 217^ bezahlt. Das Geschäft in österreichischen Bahnen war überhaupt beute wieder ein äußerst umfangreiches und animirteS, so daß fast sämmtliche Werthedleter sca- teqorie in die Höhe gingen. Die heute ftattgehabte Einführung der ungarischen Nordostbahnactten traf daher gerade einen günstigen Moment und wurde dieses Papier zum EourS von 17/löU in großen Summen vom Markt genommen. Auch ungar,sch-galiz>sche, Funskirchen-Barcher, Ga­lizier und Altötd in lebhafter Frage. Von deutschen Bahnen alte Ostbabn und Oberhessen liebt. Wie die Bahnactien, so waren auch die Prioritäten sehr viel im Verkehr, namentlich Siebenbürger, welche bei 86 viel gekauft wurden für Private, fvdann Donau-Drau und Gbensee. Banken zwar weniger hecvortretend, aber doch fest. Oesterreich deutsche und Pfälzer Bankvecel» gefragt. Provinzialdisconto etwas anziehend. Von Staatspapieren waren 4procen1ige Bayern im Umlauf, österreichische Silberrente fest. Spanier ziemlich lebhaft bei 31783/6. Amerikaner fangen wieder an, sich bemerkbarer zu machen als in der letzten Zeit, und zogen heute namentlich die älteren Prioritäten, wie Cenkral und dann Oregon im Preise an. Von Loosen österreichische 1860<r, Köln-Miadener und Raab-Grazer stark in Umsatz, doch ohne nennenswerthe ^ourS- veränderung.

s IV fand nach und nach eine be- die gerichtliche Todtenfchau abgehalten. Die Zeugenaussagen tbaten dar, daß , ,,.bnsischVMiiit.ir.eistlick,keit in ter Armee Eingang. Zmmerhin aber ist die Mannschaft deS Schiffes in offener Meuterei war unv der Capuan zu seiner j Ä S'7

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Se Gnt!d)Ssen Äjbifd)oJ Grasen L-d°ch°w»ki einen bestimmenden Ein- vingungSla- Waffen und Geiheln auJliefeden und eine Geidbutze bezahlten, fluß geübt haben soll", sei von dem Erzbischof seiner Function als geistlicher Rath Rußland,

enthoben worden. Dabei deutete sie auf umlaufende Gerüchte, tn Bezug auf welche ihr indeß der Erzbischof Graf Ledochowski die Berichtigung zugehen laßt, daß der Prälat Kozmian von mir weder den Auftrag gehabt hat, PeterSpfennlge nach Rom abzuliefern, noch auch demselben überhaupt derartige Gelder anoertraul gewesen sind". Die Posener Ztg. bemerkt hierzu:DaS Gerücht, wonach Herr Kozmian seines Amtes als Rath des erzbischöflichen Consistormms enthoben sei wird also nicht bestritten." Schließlich schreibt das Blatt:Herr Kozmlan soll einen ckroßen Einfluß in der erzbischöflichen Curie besessen haben. Man ,agt uns, er habe als hervorragendes Mitglied der Gesellschaft 3cfu undProtonotar" ge- wisse Erlasse des Herrn Erzbischofs auf ihre Orthodoxie zu prüfen und mit seiner Unterschrift zu approbjren gehabt." ,

Mühlhausen, 19. Febr. Von allen deutschen Beamten tn unserer Stadt ist Niemand bei den Einheimischen so schnell und in so hohem Grade beliebt ge- worden, wie die Gerichtsbeamten. Sie haben sich die Gunst der Mühlhauser gleichsam im Sturm erobert, und sind namentlich die Landleute freudig überrascht von der humanen, ihnen von denGerichtsherren" wie sie sagen zu Theii werdenden Behandlung und der in jeder Angelegenheit bereitivilligst gegebenen unentgeltlichen Auskunft. Am verfloffrnen Samstag waren die Eltern derzemgen Kinder, welche seit Einführung dcs Schulzwanges öfter aus der Schule fortge- blieben waren, als es das Gesetz erlaubt, von dem hiesigen Maire vor die zur Untersuchung derartiger Vorkommnisse niedergesetzte Commi,sion citirt worden, um über den Grund der Schulversäummffe Auskunft zu geben. Mehr als 30 Eltern­paare mußten dieser Vorladung Folge leisten und fast alle wurden schuldig be­funden, jedoch für diesmal nur mit einem ernsten Verweise bestraft; tm Wieder­holungsfälle tritt jedoch Geld-, bezw. Gesängnißstrafe ein. Vergangene Nacht wurde ein hier in Diensten stehender Knecht deutscher Abkunft von einem als Schutzmann anzestellten Mühlhäuser auf der Dornacher, Chaussee erschossen; ter Tod erfolgte sofort. Den Polizeibeamten trifft jedoch keine Schuld; er wurde dem jedenfalls angetrunkenen Burschen angefallen, gewürgt und mißhandelt mußte sich seiner Haut wehren; es lag eben Nothwehr vor.

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