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halb mit den Polizeibehörden und der Regierung unzufrieden, weil fle fester und entschlossener auftreteu. Auf jeden Fall wird die Sache in der wenden ParlamentSsesßon zur Sprache kommen.

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Newyork, 22. Novbr. Auf Antrag des Verwaltungsraths der Erte-Bahn- Gesellschaft wurde der ehemalige Director derselben, Gould, verhaftet, aber gegen Caution von einer Million Dollars wieder freigelossen. Die Jnspection der Ge­schäftsbücher ergab, daß über 10 Millionen alle Nachweise fehlen.

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hier kurz wiederholen, daß May mit seine» Genossen Hermann Nagel im vorigen August nach England kam (wie er in einem Briefe sagte, hätten sie Deutschland verlassen, um der Militärpflicht zu entgehen.) Die Beiden knüpften hier in London ein Verhältnis mit zwei lockeren Dirnen an, in denn Gesellschaft sie ihre nicht unbedeutenden Geldmittel in wrnigen Wochen erschöpft hatten. Die Verzweiflung treibt sie zum Selbstmord, den sie gemrinsam verabredet zu haben scheinen. Nagel schießt auf May; dieser stürzt zu Boden, und Nagel richtet nun Ci; Pistole gegen sich selbst. Als die beiden Begleiterinnen, die Schüsse hörend, tn's Zimmer stürzen, finden sie Nagel todt, May schwer verwundet. So scheint der Hergang gewesen zu sein, obwohl May's eigene Aussagen sich widersprechen. Nach englischem Gesetze verfällt, wenn zwei Menschen Selbstmord unter sich ver­abreden, der etwa Ueberlebende der Anklage des Mordes. Dieses Gesetz, mit der Todesstrafe oder mindestens langjähriger Zuchthausstrafe im Hintergründe, er­scheint leicht begreiflich zu strcng, und es wundert daher Niemanden, daß die Geschworenen den Beweis für die Verabredung nicht erbracht hielten; sie ließen dem Angeklagten die Wohlthat des Zweifels zukommen. Bei einem milderen Gesetze hätte May seine Strafe gefunden; so aber mußte nach dem verneinenden Wahrspruche der Jury die Freilassung erfolgen. Allerdings wird der junge Mann für das leichtsinnige Leben, das er hier geführt, durch die grausige Er­innerung an den Tod feines Genossen, an die eigene schwere Verwundung, Krank­heit und Gesängnißhafr, endlich an die Anklage des Mordes schwer genug be­straft sein.

London, 25. Novbr. Das gestern im Hydepark stattgehabte Meeting, bei welchem 300 Personen anwesend waren, nahm eine Resolution an, welche sich für die Freilassung der Polizeckonstabler ausspricht und das Verfahren der Be-

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Frankreich.

Paris, 20. Novbr. Die Aufregung, welche in Paris herrscht, steigt. Man spricht nur von den Ereignissen von Versailles. Die Buden der Journal­verkäufer sind förmlich umlagert, obgleich der Regen sich in Strömen ergießt. Die Stimmung des großen Publikums schlägt um und sängt an, für Thiers keine günstige mehr zu sein. Von Versailles aus bemüht man sich zwar, den

Belgien.

Brüssel, 24. Novbr. Man telegraphirt demEtoile belge" au- Ver­sailles: Die Lage ist unverändert. Die zweite Eommtsstonsfitzung verschärfte die Uneinigkeit mit Thiers. Die Rechte ist wüthend über die Municipial - Adressen an Thiers.

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Justizminister Dufaure als denjenigen darzustellen, der Thiers verleitet habe, die Tagesordnung von Jaurös, die jedenfalls angenommen worden wäre, zu miß­billigen. In der Handelswelt haben die Versailler Ereignisse große Bestürzung hcrvorgerufen. Eine Masse Aufträge, welche den hiesigen englischen Agenten ge­geben waren, um noch die alten Zollsätze zu benutzen, wurden abbestellt. Der Termin, bis zu welchem die Declarationen, um nicht nach den neuen Zollsätzen bezahlen zu müssen, gewacht werden können, läuft morgen ab. Die Leute zogen eS aber vor, später »ehr Eingangszoll zu bezahlen, als sich Angesichts der Krisis auf weitere Geschäfte einzulaffen. Die Geschäftswelt ist natürlich nicht zufrieden, und die Stimmung, welche die Versailler Vorfälle erzeugten, wird von den bona- partistischen Agenten, welche seit gestern mit erneuter.Thatigkeit auftreten, mit Erfolg ausgebeutet. Heute Morgen fand wieder Ministerrath in Versailles Statt. Es sollen die endgültigen Beschlüsse gefaßt werden. Die gestern für die Abreg- Commisflon in den Abtheilungen stattgefundenen Ernennungen werden als nicht ungünstig betrachtkt. Ueber die neuen Anträge sind verschiedene Versionen ver­breitet. Nach den Einen will die Regierung nach wie vor von der Versammlung ein Vertrauensvotum verlängert unv die Bildung einer Commission in Vorschlag bringen, welche die konstitutionellen Vorschläge prüfen soll, nach den Anderen soll sie aber den AuSgang der Diskussion über den Kerdrel'schen Antrag abwarten wollen. Man will Verlängerung der Gewalten des Präsidenten auf vier Jahre beantragen, zugleich aber noch bestimmen, daß der Präsident sich bei den gewöhn­lichen Kammerdebatten nicht bethetltgen darf, jedoch bet den Angelegenheiten, in denen er nicht mit der Kammer gleicher Ansicht ist, ein SuSpensiv-Veto erhält und dann in der Versammlung das Wort ergreifen kann, um dasselbe zu erklären.

Die verschiedenen parlamentarischen Vereine hielten gestern und heute wieder Ver­sammlung. Der größte Thril der Mitglieder der Rechten ist noch fortwährend

in höchster Wuth. Die Linke und die äußerste Linke sprachen sich natürlich für

den Präsidenten mit großer Entschlossenheit aus. Das Hauptorgan der letzteren, die Röpublique Franyalse, will Herrn Thiers nicht zurücktreten lassen, da er durch die Constitution Rwrt gebunden sei unv seine Aufgabe, die Befreiung des Territoriums und die Gründung der Republik beenden müsse.

Paris, 21. Novbr. Das WitzblattEklipse" wurde heute mit Beschlag belegt. ES enthielt eine Carrieatur, welche ThierS als Hanswurst mit einer Krücke darstellt.

Paris, 22. Novbr. Gestern begann vor dem zweiten Kriegsgericht von Paris der Proceß der zehn Franktireurs der Aube und Marne, welche angeklagt sind, willkürliche Verhaftungen vorgenommen unv sechs Personen unter der An­klage, daß sie Deutsche wären, erschossen zu haben.

Die letzten Nachrichten des Journal Ofßciel aus Algerien lauten, wie immer, befriedigend; da sie aber nur melden, was man der großen Nation mit- zutheilen beliebt, so haben sie wenig Werth. In der Schönfärberei ist die kon­servative Republik ganz kaiserlich konservativ.

England.

London, 21. Novbr. Das Schicksal der Polizisten, welche vor einigen Tagen den Gehorsam verweigerten, ist jetzt entschieden worden. In dem betret- senden Befehl des Chefs der hauptstädtischen Polizei werden 39 Mann der in Kensington stehenden Abteilung unv 71 Mann der Abteilung, welche ihr Haupt­quartier in Bow Street hat, entlassen. Weitere 69 Mann, welche milder beur- iheilt wurden, sind entweder eine Classe zurückgesitzt oder diejenigen darunter, die in der letzten Classe stehen, mit dem Verluste des Soldes für eine Woche bestraft worden. Einige 50 von den entlassenen Mannschaften begaben sich nach Verneh- mung des Spruches in ein nahe gelegenes Wirthshaus, wo sie ein Meeting im- provistrten unv gegen die verhängten Strafen vrotestirten. Uebrigens dürften die aufsässigen Mannschaften schwerlich von Seiten veS Publikum- in dieser Ange- l genheit Sympathie oder Unterstützung ärnten. Im Gegentheil ist die öffentliche Meinung und die Presse, so weit letztere sich bi her geäußert, hauptsächlich deß-

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London, 22. Novbr. Unter der Anklage des vorsätzlichen Mordes gestern ver junge Deutsche Paul Julius May vor dem Schwurgericht des trat Criminal Court. Man wird sich der näheren Umstände erinnern, wenn wir

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nachstehende Verfügung zugehen lassen:Nach Artikel 9 des Gesetzes vom 8. November 1872 find wäblbar zu Wahlmännern die stimmberechtigten Ur- Wähler, welche an direkten Steuern mindestens den einem Normalsteuerkapital von 40 fl. entsprechenden Betrag für eigenthümliches oder nutznießlicheS Ver- mögen jährlich entrichten."

ES ist keinem Zweifel unterworfen, daß hiernach zum Wahlmann derjenige stimmberechtigte Urwähler wählbar ist, welcher den einem gefammten direkten Steuerkapital, mag diese- nun Einkommensteuerkapital, Grundsteuerkapital oder Gewerbsteuerkapital fein, von 40 fl. entsprechenden Betrag für eigenthümliches oder nutznießlicheS Vermögen jährlich entrichtet. Sie wollen an Sie gelan­gende Anfragen demgemäß bescheiden."

Wir veröffentlichen diese Verfügung, da fie von allgemeinem Interesse sein dürfte.

Laubach, 22. Novbr., 6V2 Uhr Nachmittags. Soeben verschied dahier Se. Erl. der Graf Otto zu Solms-Laubach nach langen schmerzlichen Leiden.

Berlin, 22. Novbr. Zu Anfang ter heutigen Sitzung wurde vor dem geistigen Auge unserer Landboten ein Bild des unsäglichen Elends entrollt, das der jüngste Nordostßurm über unsere vorpommerische und schleswig - holsteinische Küsten- und Jnselbevölkerung gebracht hat. In Eckernförde sind ganze Straßen spurlos von der Erde verschwunden; auf einer vorpommerischen Insel leben 4000 Menschen unter Häusern, die nur ein Dach, aber keine Wände mehr haben. Tausende von Fischern, die sich eben von den Folgen des letzten Krieges erholt haben, stnv ihrer Boote, der Netze, des ganzen Fischzeuges, somit der Mittel beraub, ihre Familien zu ernähren. Die Worte des Abg. WallichS werden nicht in den Wind gesprochen sein; die Bewohner der schleswig-holsteinischen Küsten sollen fühlen, vaß fie dem großen, starken Preußen angehören. Der Minister deö Innern hat erklärt, daß Umfassendes zur Linderung der Noth geschehen soll; das Abgeordnetenhaus seinerseits harrt nur des Wortes, um dcr Negierung, falls diese mit den vorhandenen Mitteln nicht ausreichen sollte, alles, was verlangt wird, zu bewilligen.

Berlin, 23. Novbr. Die neueste Nummer derSchl. Schulztg." enthält in dem Artikel:Der Lehrermangel als eine Gefahr für vaa deutsche Volke- leben" die Notiz: daß in Preußen 595 selbstständige und 474 Hilfslehrerstellen unbesetzt sind, und daß 1792 Stellen mit Personen besetzt sind, die keine Lehr- berechtigang haben. Im Oppelner Regierungsbezirk fehlen allein 700 Lehrer, um jede Schulklasse auf 100 Schüler zu bringen.

Berlin, 23. Novbr. Dem Vernehmen nach soll in Betreff der Anlage der neuen Festungswerke um Köln so viel feststehen, daß dieselben in die Peri» phcrie eines Kreises zu liegen kommen, dessen Mittelpunkt der Dom bildet, und dessen Radius eine Meile beträgt. Auf dieser Perchheris sollen sieben Forts an­gelegt werden; außerdem soll ein Fort zu Insel und eine Rheinsperre zu Sürth errichtet werden. Die Forts 7 und 8 würden in Artillerie-Casernen umgewan- delt und die Forts 2 und 10 geschleift werden. Auch soll die Anlage eines Boulevards vom zoologischen Garten bis nach Lindenthal und Sürth bcabsich- tigt sein.

Berlin, 24. November. Der Kaiser empfing am Freitag, so meldet die D. N.-C.", den CultuSminister in einer Audienz und ließ sich, wie es heißt, von demselben Vortrag über den Gesetzentwurf über die Civilehe halten, der im Ent­wurf nunmehr in den Beraihungen der Commiffarien des Cultus- und des Justiz­wesen vollendet sein soll. Der Entwurf wird demnächst in einer Ministerconferenz einer Berathung unterworfen werden, doch dürfte es, wie man glaubt, nicht un­möglich sein, daß bei der Wichtigkeit der Vorlage auch der Kaiser an dieser Be- rathung theilnehmen wird.

Wie dieVoss. Ztg." erfährt, soll auf den preußischen.Staatsbahnen die Beförderung derjenigen Gegenstände der Landwirthschaft, Industrie und Kunst, welche für die im Jahre 1873 in Wien in Aussicht genommene Weltausstellung nach Wien gesandt werden, gleichviel, ob dieselben aus dem Jnlande oder dem Auslande herrühren, sowohl auf dem Hin- als auf dem Rückwege zur halben tarifmäßigen Fracht stattfinven. Diese Vergünstigung findet jedoch nur auf solche Sendungen Anwendung, welche beim Hintransport an eine der im Deutschen Reiche zu errichtenden Empfangsstellen, oder an die Ausstellungscommisstonen der betreffenden Staaten in Wien adressirt und beim Rücktransport an eine der gedachten Empfangsfiellen oder an den Aussteller resp. den Versender nach der ursprünglichen Absenvestation gerichtet und mit einer Ein» bezw. Rücksendunge- declaration versehen sind.

Karlsruhe, 25. Novbr. Die Genesung des deutschen Kronprinzen schreitet allmählich und gleichmäßig fort, doch wird derselbe bei der ohnehin vorgerückten Jahreszeit auf ärztlichen Wunsch die Weiterreise nach der Schweiz aufgeben, weßyalb die Frau Kronprinzessin morgen hier eintreffen wird.

Stuttgart, 25. Novbr. Abgeordnetenkammer. Wächter beklagt die außer­ordentliche Verzögerung der Telegramme auf der Linie Stuttgart-Frankfurt a. M.° Berlin, bemerkt, daß die verabredete zweite Leitung nur von Württemberg auS- gesührt sei und fragt an, ob das Ministerium nicht bei den mitbeteiligten Ver­waltungen, namentlich der badischen, die beschleunigte Beseitigung des Nothstandes herbeisühren könnte. Das Königspaar hat für die Ostseebeschädigten die Summe von 1000 Gulden angewiesen.

Schweiz.

Bern, 23. Novbr. Der päpstliche Nuntius hat in längerer Audienz bei dem Bundespräsidenten bezüglich der Beschlüsse der Basler Diöcesan - Conferenz Protest erhoben.