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1816
Oskar und Herzog Delarne begleiten den Zug. Die Adjutanten des verstorbenen Königs tragen den Sarg. Die Betheiligung des Publikums, welches eine große Theilnahme zeigt, ist enorm.
posten nach Paris zurückgereist. Dieselbe Zeitung bezeichnet „aus erster Quelle" die Nachricht von Arniw's DemisstonSgesuch als grundlos.
Hamburg, 23. Septbr. Ein Telegramm der Börsenhalle aus Lemberg vom 23. d. meldet, daß der türkische Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Djewil Pascha, heute am Herzschlag gestorben sei, während er auf der Rückreise von Odessa die galizische Eisenbahnstation PaSne passtrte.
Karlsruhe, 23. Septbr. Architekten- und Jngenieurtag. Am Vorabend waren gegen 700 Theilnehmer angekommen. Man rechnet jedoch, daß sich an 1200 bis 1400 Fachgenoffen einfinden werden. Heute fand die Begrüßung der Versammlung in der Turnhalle durch den Präsidenten des ComiteS, Professor Baumeister, Staatsminister Jolly und Oberbürgermeister Lauter statt. Hierauf hielten die Sektionen Sitzungen ab. Am Nachmittag fand ein Ausflug zur Besichtigung der Rheinbrücke zu Maxau statt.
Oesterreich.
Wien, 22. Septbr. Die „Oesterr. Correfp." meldet: Die österreichischungarische Gesandtschaft am persischen Hofe geht im November nach Teheran ab.
Schweiz.
Aus der Schweiz, 22. Septbr. Die Regierung von Genf hat am 20. in der Bisthums-Angclegenheit folgende sehr wichtige Beschlüsse gefaßt:
1) Herr Pastor Mermillod wird von nun an nicht mehr als Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde Genf anerkannt. In Folge dessen wird ihm die Besoldung für diese Pfarrei bis nach Erstellung eines geregelten Zustandes derselben entzogen. Die bischöfliche Oberbehörde wird von dieser Verfügung in Kenntniß gesetzt und ersucht, soweit es ihres Amtes ist, dafür zu sorgen, daß die Pfarrwürde unterdessen besorgt werde.
2) Dem Herrn Mermillod ist untersagt, sei es von sich aus oder im Auftrage, irgendwelche Geschäfte des bischöflichen Ordinariats zu besorgen; ferner wird ihm untersagt, irgendwelche Handlungen in Bezug auf die Verwaltung der katholischen Gemeinden des Canton Genf in der Eigenschaft als Generalvikar des Bischofs, noch unter irgend einem anderen Titel vorzunehmen. Dieser Beschluß ' wird zur Nachachtung sämmtlichen katholischen Pfarrern des CantonS mitgetheilt. Ebenso soll davon dem BundeSrathe Mittheilung gemacht werden.
Zu dem ersten Beschluß führte den Staatsrath die Betrachtung, daß der 1 Herr Mermillod sich hinter dem Rücken des StaatSrathes in eine ganz neue; Stellung qls Bischof von Hebron und Generalvtkar des Bischofs von Lausanne, hatte bringen lassen; auch ohne Vorwiffen des wirklichen Bischofs vom heiligen; Stuhl den Titel und die Rechte eines Bischofs von Genf angenommen habe, und < auf die Anzeige dH StaatSrathes, er werde ihn als solchen nicht anerkennen, ihm ' erwidert habe, er habe seine Gewalt vom heiligen Stuhl und werbe sie ausüben «rotz des Verbotes des StaatSrathes; daß endlich dieses Benehmen eines Ange- ' stellten, der vom Staate besoldet sei und deck er bei der Anstellung Gehorsam t sind Treue geschworen habe, nicht geduldet werden könne. Der zweite Beschluß ; wird damit mottvirt, daß der StaatSrath schon seit 1867 gegen die Eigenschaft 1 des Herrn Mermillod als Generalvikar protestirt, und am 7. Oktober 1867 förmlich gegenüber dem Bischof Marilley erklärt habe, daß er ihn nie als solchen anerkennen werde, wozu er unter den vorliegenden Umständen vollkommen berechtigt gewesen sei. Was das Einverständniß mit dem BundeSrathe betrifft, so ist daran nicht zu zweifeln. Die StaatSräthe Cambeffedö's und Ormond hatten am 19. d. tine Conferenz mit dem Bundespräsidenten in Bern; dieser soll sie versichert haben, die Regierung von Genf sei in dieser Sache vollkommen selbstständig und kompetent, iS sei dieses eine kantonale Angelegenheit; überdies habe der Bundesrath gar keine officielle Anzeige, baß ein BiSthum geschaffen worben sei. Wie es scheint, lag dem Bischof Marilley die Sache auch nicht recht und er sah die Zerstückelung seines BiSthumS sehr ungern, mußte sich jedoch höherem Willen fügen, Mermillod dagegen pratendirte dem Staatsrath gegenüber in einem Schreiben vom 30. vor. Mts., er habe seit sechs Jahren das Amt des Bischofs in Genf versehen, sei jetzt vom heiligen Stuhl förmlich mit dem Bisthum betraut, und werde nun das Amt trotz der Protestationen der Civilbehörden fortsetzen. Also leitete er, der gegenüber der Regierung nichts anderes, als der Pfarrer von Genf, ein StaatSange- ssellter war, aus der vom StaatSrath immerfort protestirten Eigenschaft als Stellvertreter des Bischofs für einzelne Fälle das Generalvikariat und mit diesem endlich das Recht zum Bisthum her, dessen Übertragung durch den Papst ihm nicht fehlen konnte, da er sich während des letzten Concils so eifrig um Würden bemühte, daß sein College, der Bischof Greith in St. Gallen sagte, Mermillod habe das Scharlachsieber. Die Besoldung der Pfarrei Genf beträgt 10,000 Fr.
Schweden.
Stockholm, 24. Septbr., Nachm. 3 Uhr 45 Min. Soeben wird die hier ringetroffene Leiche des verstorbenen Königs nach dem Schlosse gebracht. König
Börsenberichte.
Frankfurt a. M., 25. Skptember. Wir haben auch heute wieder von neuer ziemlich ge- schäftslvser Börse zu berichten, besonders in Bezug auf internationale Spielpapiere. Der auch hier etwas anziehende Geldstand, sowie die andauernden Verlegenheiten des Berliner Platzes mögen zunächst die Schuld hiervon tragen, und andererseits wurden die gestrigen besseren Courfe gleich wieder zu Realisationen benutzt. Zudem ist offenbar die Contremine ziemlich stark. Schlechtere Berliner Notirungen trugen vollends zum stillen Eharacter des heutigen Geschäftes bei. Credit- actien waren wieder circa 3, Staatsbahn 2i/z fl. billiger. Nur Lombarden hielten fich relativ fest. Für Banken im Allgemeinen herrschte gute Stimmung, indeß kam dieselbe doch nur im Ankauf einzelner Gattungen zum Ausdruck, wie z. B. bei Deutscher Vereinsbank, die heute in Folge zahlreicher Reclamen in süddeutschen Blättern bis 149 bezahlt wurde, diesen hohen CourS aber doch nicht ganz behaupten konnte. Frankfurter Wechslerbank, Amsterdamer und Antwerpener etwas besser. Deutsche Effectenbank sehr fest mit steigender Tendenz. Frankfurter Baubank gleichfalls besser und gern gekauft, ebenso Deutsche Handelsgesellschaft. Von schweren Actien erholten sich Darmstädter um circa 2 fl. Oesterceichische Nationalbank preishaltend. Meininger fest. In Bahnactien wie gestern so auch heute wenig Geschäft. Franz-Joseph hie und da gefragt, ebenso Ungarisch-galizische, Buschterader und Donau-Drau beachtet, Nordwcst eher schlechter. Prioritäten, Loose und Staatspapiere stagnirend und eher nach unten gravttirend. Amerikaner 1885er fest. Prioritäten leblos.
Vermischtes.
Darmstadt, 24. September. In den 12 größten Gemeinden unseres Landes hat sich feit die Einwohnerzahl in nachfolgender, zum Theil ganz erstaunlicher Weise vermehrt:
in 1871 mehr
Im Ganzen 168808 79879 88929 111,3
Beffungen mit einer Vermehrung um 306,1 Proc. behauptet hiernach den ersten Rang, den es indessen der in den letzten Jahren erhaltenen verhältnißmäßig starken Garnison zu verdanken hat. Auch bei Darmstadt und Gießen haben die GarnisonSverhältniffe zur Erhöhung der Einwohnerzahl beigetragen, während WormS durch dieselben benachtheiligt wurde Die Stadt Mainz, bet deren Bevölkerung in 1871 nur die hessische, in 1815 aber gar keine Garnison ausgenommen ist, würde jedenfalls einen ganz anderen Procentsatz der Vermehrung aufzuwetsen haben, wenn ihre Eigenschaft als Festung sie nicht an weiterer Entwicklung und räumlicher Ausdehnung gehemmt hätte.
ÖSrsennachrlchten.
25. September 1872.
Preuss. 41/» % Obllg. 1023/< Frankf. 3Va % ObL 87i/4 Nass. 41/a% Obi. 993/4 Kurhess. 4% „ 937/s Gr. Hess, 5% ObL — » , 4% » 987/8
„ n 31/»0/o n 93
Bayer. 5% „ 100 Vs
„ 41/8% 1jährige 100% „ 40/0 1jährige 93%
Würtemb. 4%% Obi. 99% Baden 4%% Obi. o. E. L. 991/, Oesterr. Silberrente 645/a „ Papierrente 59?/8
Spanier, neuest. 3% 29*/2 Amerik. Bonds 1881r 983/4
„ . 1882r 953/4
, n 1885r 963/4
, „ 1887r 963/4
Actien.
Frankf. Bank 145
Frankf. Vereins-Kasse 156
Darmst. Bankaot. 507 l/z
Wien Bankactien 910
Oest. Creditaot. 353
Galizien 2531/2_______________
1871
1816
in abfol. Zahlen.
in Proc.
Mainz
49221
25251
23970
94,9
Darmstadt
33799
15391
18408
119,6
Offenbach
22689
6210
16479
265,4
WarmS
14484
6259
8225
131,4
Gießen
12215
6107
6138
100,5
Bingen
5938
3749
2189
58,4
Beffungen
5795
1427
4368
306,1
Lampertheim
5307
2769
2538
91,7
Alzey
5240
3586
1654
46,1
Bensheim
5079
3358
1721
51,3
Heppenheim
4599
3390
1209
35,7
Pfungstadt
4412
2382
2030
85,2
ArtS®ei.
5% östr. F. St. E. B. 351 Lombard. Bahn 223 Va Ludwigsh.-Bexbaob 201 % Maxbahn 145V< Bayer. Ostbahn 134y2 Rhein-Nahebahn- Act. — Hess. Lndwigsb.-Aot. — Oberhessen „ 80
Prioritäten.
3°/0 öster. Stsb.-Prior. 58 3% öst. s. Lombard 51 3% Livomeser — 5% Tosoaner 61*/z 5% Elisabeth.-Prior. — do. II. Emiss. 84l/4________
Anlehen*loo»e.
Darmstädter fl.50Loose 208
n „25 „ 55
Kurh. 40 Thlr. Loose 713/4 Nassau 25 fl. — Braunschweiger 22 30/0 Oldenburg, ä 40Thlr. 38 V4 4O/o bayr. Präm.-Anl. 1123/4 40/0 badische Loose 110 Badische fl. 35 Loose 69 Oestr. fl. 250 v. 1854 87i/2 1858r Prioritätsloose 209 1860r Loose 94t/2 1864r „ 160
Wechsel.
Amsterdam k. 8. 977/8
Augsburg k. 8. 100
Berlin k. 8. 1047/g
Bremen k. 8. 1751/©
Brüssel k. 8. 92%
Hamburg k. 8. 87y4
Leipzig k. 8. 105
London k. 8. 118y8
Lyon k. 8. —
Paris k. 8. 923/4
Wien k. 8. 107
ditto m. 8. 1065/9
ditto I. 8. 1065/8
Disconto 5 %
Geldsorten, fl. kr.
Pr. Frledrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 40-42
r doppelte 9 40 — 42 Holl. fl. 108t. 9 53—55 Ducaten . . 5 34—36 20 Frankens!. 9 21i/a—221/, Engi. Sover. 11 47—49 Buss. Imper. 9 42—44 Dollar in Gold 2 25-26
___________J
Versteigerungen.
Freitag den 4. October d. 3-, Vormittags 10 Uhr, werden in dem Rathhaussaale 18 Ctr. ausgeschiedene Formularien, unter den im Termin gestellt werdenden Bedingungen, zum Einstampfen öffentlich meistbietend versteigert.
Gießen, 25. September 1872. Großh. Bürgermeisterei Gießen.
(4465) Vogt. ________
4458) Freitag den 27. September, Nachmittags 2 Uhr,
s oll die Kartoffel - Erndte von 2 Acker der
Frankfurter
Lager-Bier,
per Flasche 8 fr., bet
(4370) Georg Dörr, Kirchenplatz.
Moritz Kreiling Erben meistbietend versteigert werden-
Die Zusammenkunft ist am ©duffen; berger Weg. Fr- Müller.
Feilgebotenes.
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Daniel Schwall,
vormals D. Moog, Schloßgasse B- 2.
4479) Unterzeichneter empfiehlt Vorschriften: Nr- 1: Zunge Biere
schnell und sicher glanzhell zu machen, denselben den Jungbiergeschmack, sowie das Blähen beim Trinken zu benehmen, so daß sie alle Eigenschaften der Lagerbiere erhalten. Nr. 2: Feinstes Bierbouguet zur Gährung; auch vermehrt es die Haltbarkeit, ohne schädlich zu wirken. Nr. 3: Münchener Hefenansatz (Zeng genannt), in doppelter Stärke selbst zu bereiten, zum Schutz gegen wilde, falsche Gährung; die kraftvolle Biergährung wird dadurch befördert und man erzielt glanzhelle, gesunde Biere. Die drei gedruckten Vorschriften kosten 4 Thaler. Für die Güte der Vorschriften leiste Garantie und stehen mehr als 300 Zeugnissen zu Diensten, pr. Chemiker, Creuzburg, Verfasser der Theorie und Praxis der Bierbrauerei.
(5469) A. Creuzburg in Heldburg, bei Coburg.
4467) Im früheren Sack'schen Hausein der Kaplansgasse wird noch fortwährend Thran verkauft; auch sind daselbst noch 4 große Fässer (zu Rcgenfässer sich eignend) billig abzugeben.


