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lieber überließ, als man seine Abneigung gegen die Priesterherrschaft im Allgemeinen und gegen die Politik seines unfehlbaren Bruders im Besonder« wohl kannte. Die Mastai leiten ihren Ursprung von einem Kammmacher her, der im 16. Jahrhundert aus dem Venetianischen in die Marken kam, dort ein hübsches Vermögen erwarb und auf seine Nachkommen vererbte, deren einem es gelang, sich mit einer Dame aus der weit verbreiteten Familie der Ferretti zu verbinden.
Schweden.
Stockholm, 22. September. König Oscar II. hat einen Erlaß an den Staatsrath gerichtet, in welchem es heißt: „Das Wohl der beiden Völker sei mein Wahlsprach; er sei ein Ausdruck meiner warmen Liebe zu den beiden, von meine« großen Vorfahren vereinigten Völkern, deren Glück mir stets als das höchste irdische Ziel meiner Mühen vorschweben wird." — Nächsten Dienstag trifft die Leiche des verstorbenen Königs aus Malmö hier ein und wird vom König Oscar außerhalb der Stabt empfangen werden. Die Bestattung soll binnen drei Wochen stattfinden. Die Königin-Mutter wird morgen hier erwartet. — Die Nachricht von dem Tode König Karl'S hat überall in Schweden und Norwegen tiefe Trauer hervorgerufen. Die Zeitungen aller Farben rühmen die verdienstvolle und glückliche Regierung des verstorbenen Königs.
England.
London, 23. September. Die Times enthalt eine Depesche aus Paris, wonach der deutsche Kaiser den Willen kundgegebcn habe, die Okkupationsarmee nach der Zahlung der vierten Milliarde bedeutend zu vermindern. Man führt -diese Absicht auf die unter den drei Kaisern ausgetauschten Friedensversicherungen zurück. sWarum nicht auf den Frankfurter FricdenSvertrag?^ Der deutsche Botschafter Graf Arnim wird in Paris zurückerwartet.
Amerika.
Local-Notizen.
Beschlüsse
aus der Sitzung des Gemeinderaths vorn 13. September 1872.
Anwesend waren: Der Großh. Bürgermeister Vogt und die Gemeinderathsmitglieder Bücking, Gail, Haustein, Heß, Löber, Pietsch, Ricker, Rosenberg, Silbereisen, Wallenfels und Wenzel.
1) Die hiesigen Reservisten und Landwehrmänner haben auch dieses Jahr am 18. August die Schlacht bei Gravelotte gefeiert und zur Deckung der Gesammtkosten dieser Feier für Musik rc. fehlen dem dafür gebildeten Comite 27 st. Auf Nachsuchen desselben wurde beschlossen, einen Bel- trag in diesem Betrag aus der Stadtkaffe zu bewilligen.
2) In der heutigen Sitzung wurde im Beisein deS ersten Stadtgeistlichen, des Herrn Dekan Landmann, die Prüfung der Löber'schen Stiftsrechnung für die Zeit vom 12. Juli 1871 bis dahin 1872 vorgenommen und beschlossen, bei allen Schuldnern der Stiftung die Kapitalien einzuziehen, welche dafür zwei Jahre mit den Zinsen im Rückstand bleiben. Nach dieser Rechnung beträgt das Kapitalvermögen 26,900 fl. und an Legaten wurden 1106 fl ausbezahlt.
3) Eine Eingabe der Herren Professor Dr. Thaer und Dr. med. Briel in Betreff der mißständigen Rinne an ihren Häusern in den Neuenbäuen wurde dem Stadtbaumeister zur gutächt- ltchen Aeußerung übergeben.
4) Der wegen Lieferung eines WafferzubringerS für die Stadt mit Joseph Beduwa abgeschloffene Vertrag erhielt die Zustimmung deS Gemeinderaths.
5) Wegen Ergänzung des Feuerwehrmaterials wurde eine deSfallfige Eingabe des Hauptmanns der freiwilligen Feuerwehr dem Bauausschuß zur Antragstellung übergeben.
6) Der mit Konrad Atzbach abgeschloffene Vertrag wegen Herrichtung eineS Brunnens auf dem Friedhof erhielt die Zustimmung deS Gemeinderaths.
7) Verschiedene Rechnungen, von welchen jede über 5 fl. betrug, wurden zur Auszahlung auf die Stadtkaffe übernommen.
8) Der Zustand deS Dachwerks auf der Turnhalle machte das Abstützen desselben nöthig, und da diese Vorrichtung bei dem Turnen hinderte, so bat Turnlehrer Rübsamen um Entfernung einiger Stützen im unteren Raume der Halle. Nachdem dieserhald der Stadtbaumeister gehört, erklärt sich der Gemeinderath mit dessen Vorschlag einverstanden, daß von den angebrachten Stützen im unteren Theile vier entfernt und auf die Gallerte versetzt werden sollen.
9) Die Vorstellung der Firma Franz Peppler und Compagnie um Herstellung eines Fußweges mit Rinne nach ihrer Besitzung wurde dem Bauausschuß zur Antragstellung überwiesen.
Aus Colorado bringen die neuesten amerikanischen Posten Mittheilung von einer blutigen Episode aus den Grenzkämpfen mit den Indianern. Am 20. August wurde eine Proviantcolonne von 30 Maulthiergespannen, bestimmt für das Fort Lyon und unter dem Commando eines gewissen Stephan Bryan, von 200 Ara- pehoeS-Jndianem im Dry-Creek-Thale, zwischen Carson City und dem Fort, über- fallen. Die Wagen wurden geplündert und verbrannt, die Maulthiere fortgetrie- len und 15 Leute von der Mannschaft der Colonne todt oder verwundet auf dem Schauplatze der That gelassen. Bryan wurde von den Rothhäuten bei lebendigem Leibe geschunden. Der Rest der Mannschaft in der Zahl von 15 Köpfen wird vermißt. Wie es heißt, stand die Colonne unter dem Geleite eines Lieutenants M'Farlanb mit einer Abtheilung von etwa 200 Mann Cavallerie, die übrigens z»r Zeit des Ueberfalles ungefähr 9 Meilen hinter dem Wagenzug zurückgeblie- fcen war.
Verwischtes.
Aus Oberheffen. Die junge 16jährige Diebin, welche vor einigen Wochen, wie a«ch in diesem Blatte gemeldet, im Schulhause zu Ettingshausen bei Lich nahezu 300 fl. b,ar gestohlen hatte, soll, nachdem sie in Parts wieder einen Diebstahl von 1800 Franken begangen, in Straßburg verhaftet worden sein.
Börsenberi chte.
Frankfurt a. M., 24. September. Der gute Eindruck, welchen an der gestrigen Nachbörse das bis jetzt noch nicht bestätigte Gerücht von der Kündigung der norddeutschen Bundesanleihe per 1. Januar 1873 hervorrief, zählte heute schon wieder zu den überwundenen Standpunkten, insofern das Geschäft im Allgemeinen keinen weiteren Aufschwung, sondern eher Einschränkungen erfuhr. Doch hielten sich die Preise fest. Jenes Kündigungsgerücht konnte auch auf keine bleibende Wirkung Anspruch machen, denn die 50 Millionen, um welche es sich handelt, sind zu einem großen Theile von der Regierung bereits unter der Hand zurückgekauft worden, zu einem anderen großen Theile befinden sich die Obligationen in den Händen öffentlicher Kaffen. Der Börse sesbst wird daher nur ein relativ kleiner Theil direct zu statten kommen- Das Geschäft in Speculationseffecten war heute, wie gesagt, nicht besonders lebhaft, doch hielten sich namentlich Creditactien sehr fest, circa 3'/r fl- höher als gestern- Auch Staatsbahn und Lombarden verkehrten bei anscheinend steigender Tendenz. Was Banken betrifft, so war auch hierin im Allgemeinen weniger Lebhaftigkeit. Im Einzelnen jedoch war zunächst große Kauflust für deutsche Vereinsbank zu verspüren, die denn auch ca. 2% höher gingen. Ebenso lagen schöne Kaufordres für Effectenbank vor. Frankfurter Wechslerbank etwas matter, dagegen die übrigen hiesigen Banken fest, Antwerpener beachtet. Von den schweren Actien erholten sich öfterr- National- und Darmstädter Bank wieder etwas. In Bahnpapieren stillen Verkehr bei festen Kursen. Prioritäten in kleinern Beträgen in Umsatz. Von Pfandbriefen russische etwas besser, rheinische beliebt- Amerikaner 1882er Vz° o besser. Peninsular 4% höher. Oregon fest. Loose ohne Geschäft- Oesterr. Silberrente etwas besser- Süddeutsche Fonds pratiell angeboten.
BSrsennachrichteii.
24. September 1872.
Preus». 41/8 % Oblig. — Frankf. 8Vr°/o Obi. 87i/4 Nass. 4i/ao/o ObL 993/4 Kurhess. 4% n 937/s Gr. Hess. 5% Obi. — » , 4% « 987/8
0 0 3V8% 0 93
Bayer. 5% „ 100 Vs
n 41/a°/o 1jährige 100 Vs 0 40/o 1jährige 933/8
Würtemb. 41/» % Obi. 99?/4 Baden 41/2°/o Obi. c. E. L. 993/< Oesterr. Silberrente 643/4
„ Papierrente 60 Spanier, neuest. 30/0 29 Vs Arnerik. Bonds 1881r 983/<
„ „ 1882r 96
„ „ 1885r 96 Va
0 0 1887r 96%
Aelle».
Frank/. Bank 145
Frankf. Vereins-Kasse 155V<
Datmet. Bankact. 505
Wien Bankaotien 938
Oest. Oreditact. 356
Galizien 253
Aetlen.
50/0 östr. F. St. E. B. 352 Vr Lombard. Bahn 224Vr Ludwigeh.-Bexbach 202 Max bahn 146
Bayer. Ostbahn 1343/4 Rhein-Nahebahn-Act. — Hess. Ludwigeb.-Aot. — Oberhessen „ 7 97/ö
Prioritäten.
3O/o öster. Stsb.-Prior. 58 30/o öst. s. Lombard 51 Vs 3O/o Livorneser 38 5O/o Toscaner 61 50/0 Elisabeth.-Prior. — do. II. Emiss. 8<V4________
Anlelieneiooae.
Darmstädter fl.50Loose 208
n „25 „ 55 Kurh. 40 Thlr. Loose 713/4 Nassau 25 fL — Braunschweiger 22 30/g Oldenburg, ä 40Thlr. 38 Vr 4% bayr. Präm.-Anl. 112% 4O/o badische Loose 1103/s Badische fl. 35 Loose 69 Oestr. fl. 250 ▼. 1854 87Vr 1858r Prioritätslooee 209 Vr 1860r Loose 94’/8 1864r „ —
Wechsel.
Amsterdam
k.
8.
98
Augsburg
k.
8.
100
Berlin
k.
8.
1047/&
Bremen
k.
8.
"51/8
Brüssel
k.
8. 927/.
Hamburg
k.
8.
873/8
Leipzig
k.
8.
105
London
k.
8.
118
Lyon
k.
8.
—
Paris
k.
8.
933/6
Wien
k.
8.
107
ditto
m.
8.
1065/8
ditto
1. 8.
106 Vs
Disconto
5 0/o
Geldsorten.
fl.
kr.
Pr.Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 40-42
„ doppelte 9 40—42 Holl. fl. 10St. 9 53-55 Ducaten . . 5 34—36 20 Frankens!. 9 21V,—22 V, Engi. Sorer. 11 47—49 Buss. Imper. 9 42—44 Dollar in Gold 2 25 26
Der Traum eines Tobten. Ein Engländer hatte kürzlich in einem Hotel zu Mainz Wohnung genommen und blieb seines einfachen Anzuges halber vollkommen vom Wirthe unbeachtet, nach dessen Betragen sich auch natürlich die Kellner richteten. Der Fremde erkrankte, wurde auch in dieser Lage nicht besser behandelt und starb- Der Wirth hatte nun nichts Eiligeres zu thun, als die Papiere seines Gastes zu durchsuchen und staunte nicht wenig, als er aus denselben ersah, daß er die Leiche eines der reichsten Nabobs Englands vor sich hatte. Selbstverständlich telegraphtrte er den Verwandten desselben und richtete ein prächtiges Leichenbegängniß her, welches aber zwecklos wurde, da — der Fremde vom Scheintode wieder erwachte. Die Freude, dir Liebenswürdigkeit des Wirthes war unbeschreiblich. „Haben Sie denn", fragte er im Laufe der Unterhaltung, zu welcher er jetzt den ganzen Tag Zeit hatte, wahrend Ihres Scheintodes auch geträumt?" „Gewiß!" erwiederte der Engländer, „das werde ich bei Tisch erzählen." Und er erzählte: „Ich träumte, daß ich zum Himmel ging und St. Petrus vor der Himmelsthür sitzend fand, eine kurze Pfeife rauchend und einen mächtigen Krug Bier vor sich. „Darf ich mir die Frage erlauben," sagte er zu mir, „woher Sie kommen?" „Sehr gern", erwiederte rch, „ich komme direct aus Mainz'" „Mainz?" fragte er verwundert, „wo liegt denn das?" „Das wissen Sie nicht, heiliger Petrus? Haben Sie Wagner's Atlas hier?" „Gewiß!" meinte er die 35 Auflage, und holte ihn aus seiner Portierstube. Ich zeigte ihm Mainz. „Richtig, meinte er, „da liegt es!" Aber Sie, mein Herr, sind der Erste, der aus Mainz hter- herkommt, die anderen muß alle der Teufel geholt haben! (Main-Ztg.)
Verden (in Hannover) hat vorige Woche auch seinen Butterkr awall gehabt. Veranlassung dazu gab eine Bauersfrau, welche für ein Pfund Butter 20 Gr. forderte. In Folge dieser Forderung wurde der Frau ihr Butterkorb umgeworfen und nut her «utter allerlei Muthwillen getrieben, indem die empörten Leute sich damit die Stiefel schmierten und die Frau mit ihrer eigenen Butter theilweise bestrichen rc. Emer anderen Frau, welche für vier Eier 2Vz Sgr. forderte, wurde der Eterkorb ebenfalls umgeworfen und die Eier in den Schmutz getreten. Einem Manne, welcher das Pfund Seimbonia für 5 Sgr. verkaufen wollte, wurde von seiner süßen Maare ein Thell um den Mund geschmiert und das Gesicht damit bekleiftert. Aehnliche Gewaltakte famenj noch mehr vor. __________________ ______
Versteigerungen.
4458) Freitag den 27. September, Nachmittags 2 Uhr,
soll die Kartoffel - Erndte von 2 Acker der Moritz Kreiling Erben meistbietend versteigert werden- _ _
Die Zusammenkunft ist am Schiffen- berger Weg. Müller.
Feilgebotenes.
4461) Ein Branntwein-Apparat, fast noch neu, geringster Klasse, 4 Jahre darauf gebrannt, steht wegen Mangel an Raum zu. verkaufen Wo? sagt die Expedition d. Bltts. __________
4459) Süßäpfel, gebrochene und gefallene, sowie andere gute Sorten Aepfel verkauft Georg Lampus, Löwengasse.
4462) Zur gegenwärtigen Saison erlaube mir mein reichhaltiges
Baschliks,
Ohrringen
Wilhelmine Fuhr, Kirchenplah.
Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und
W. Klee, am Markt.
Federn, Bändern, Armbändern, Ketten, Brochen,
Fächern, Kragen u. Aermeln Schleiern, Netzen, Ledergürteln, Gummischuhen,
Capuzen, ShawlH, Moireeschürzen, Handschuhen, Hüten,
Schutz gegen die Cholera! Universal - Magen - Liqueur 4344) von
Franz von Metternich in Mainz, erfahrungsgemäß bestätigt durch eine Menge glaubwürdiger Zeugnisse von anerkannt renommirten Aerzten, wie von höchst achtbaren anderen Personen. Das emfachste, sicherste und angenehmste Mittel gegen Magenleiden aller Art.
öu haben in ganzen, halben und Viertel- Flaschen bei Ed. Lind, Hof-Conditor, in Gießen; Ph- D- Kümmich m Friedberg.
Hauben, Ohrringen,
sowie in allen Arten Hutformen, Hutstoffen, Sammeten, Tüll, Blonden, Spitzen u. dgl. m. bestens zu empfehlen.
Lager der neuesten Muster in: Baschliks, Blumen
4345) Ein HauS mit Nebengebäuden
gut zist unter KstUn Oberhkssische Eisenbahn, sowie sammtltche zollamtliche« ®crb@rpenb0eb. $m8Crtaufen' Formulare, sind zu haben bei


