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lj§ für die Elerikaleu, die »u srü- triumphtrt haben »nd st» wenigsten« eine Zeit lang resignirter vernehmen lassen werben.

Berlin, 24. Sept. Ein Entlassungsgesuch des Grafen Arnim als Bct- schafter io Paris liegt durchaus nicht vor; Graf Arnim kehrt nächste Woche nach Pari- zurück.

Wiesbaden, 23. September. Auf die gestellte Anfrage wegen Ausführung des Jefuitengefetzes hat die königliche Regierung dahier fämmtlichen Herren Land- räthen weiter eröffnet, daß zu den nach Maßgabe der früher mitgetheilten Ver. fügung den Angehörigen des Ordens der Gesellschaft Jesu zu untersagenden Handlungen nach Ansicht des Gesetzgebers auch das Meffelesen gerechnet werden müsse, und daß sich dieses Verbot auf das Meffelesen sowohl in der Kirche ihres bisherigen Aufenthaltsortes, als auch in jeder anderen Kirche des Reichsgebietes zu erstrecken habe. Eben so erscheine es zur Erreichung des beabsichtigten Zweckes geboten, die einzelnen Angehörigen des gedachten Ordens bet Gelegenheit der ihnen bezüglich der Auflösung ihrer Niederlassungen zu machenden Eröffnungen gleichzeitig darüber zu vernehmen, wo sie nach erfolgter Auflösung ihren Aus. enthalt nehmen wollen. Was schließlich die Frage anlange, ob die Congregatwn der armen Dienstmägde Jesu Christi des Klosters zu Dernbach zu den dem Jesuitenorden verwandten Congregationen gehöre, so würden die zur Beurtheilung dieser Frage erforderlichen Ermittelungen durch diejenige Behörde angeftellt, tn deren Bezirk das Mutterhaus derselben gelegen sei, und bedürfe es daher bezüg­lich der in den anderen Kreisen vorhandenen Zweigniederlassungen weiteren Er- Hebungen nicht, es seien vielmehr nur die vorhandenen Zweigniederlassungen und die Zahl der in jeder derselben thätigen Mitglieder anzugeben. (Rh. K.)

Straßburg, 21. September. DerA. Z." schreibt man: Der endgültige Termin für die Option läuft in einigen Tagen, d. h. am Ende d. M., ab. Es za begreiflich, daß gerade noch tn ver letzten Stunde dieUnentschiedenen" zu einem festen Entschlüsse kommen müssen. Tausende haben auf Deutungen des Friedensvertrages gewartet, um einen Ausweg zu finden, welcher ihnen auf der einen Seite gestattet hätte, sich politisch an Frankreich anzuschlteßen, auf der anderen Seite aber ihren Wohnsitz und die sogenannten Domicilrechte bei uns betzubehalten. Die französische Regierung hat diese irrthümliche Auffassung durch Schweigen, später durch zweideutige Commentare unterstützt, bis sie endlich gezwungen war mit einigen wohlklingenden Phrasen den Leuten die Augen zu öffnen, und ihnen klar zu verstehen zu geben, daß die deutsche Regierung bei ihrer ur» sprüngltchen Deutung verharrt. Letztere ging vom Anfänge ganz correct voran und ließ keine Zweideutigkeit aufkommen. Es war also den Betreffenden die nöthige Zeit gegönnt Anstalt zu treffen, entweder zu bleiben oder wegzuzrehen. Die nächste Folge wird die sein, daß Tausende von Optionen von vornherein als ungültig betrachtet werden. Gar viele sind mit dieser Auslegung zufrieden, denn sie ziehen jedenfalls in Folge häuslicher und materieller Verhältnisse das Bleiben vor, sich mit den Gedanken tröstend, oder vorschützend, auch später, wenn es ihnen tn den Kram nicht paßt, auswandern zu können. Die Landesgesetze legen in dieser Beziehung keine Schwierigkeit tn den Weg. Es ist jedenfalls gut, daß die Optionskrists ihrem Ende nahet, und dadurch normale Zustände angebahnt werden können. , , , u _

Straßburg, 22. Sept. DieStraßburger Zeitung" von heute meldet, daß v nikrtut akllern, aus seiner Untersuchungshaft entlassen und bereits

abgereist ist. Derselbe hatte tm Herbst v. I. unter der Ueberfc^ftAls«--" im PariserSoir" eine fortlaufende Reihe von Feuilleton-Artikeln veröffentlicht, tn welchen er in gehässiger Weise die hiesigen Zustände unter deutscher Verwaltung, insbesondere tn seiner Heimath Zabern, wo er sich damals aufhielt, schilderte, und ausführte, daß es, um die verlorenen Provinzen wieder zu erlangen, vor Allem darauf ankomme, tn den Bewohnern selbst den Wunsch zur Rückkehr unter französische Herrschaft lebendig zu erhalten. In Folge dieser Artikel, in welchen man namentlich eine das hochverrätherische Unternehmen der LoSreißung deutscher Provinzen vom Reich vorbereitende Handlung sand, wurde damals gegen den Ver­fasser ein Haftbefehl erlassen, dessen Vollstreckung tn diesen Tagen der Besuch des Herrn About in seiner Heimath ermöglichte. Das Verfahren gelangte tndeß nach geschloffener Voruntersuchung nicht zur öffentlichen Verhandlung vor dem ständigen Kriegsgerichte hier, zu dessen Competenz die Sache gehörte. Aus rechtlichen Grün­den und mit Beziehung auf § 4 des Strafgesetzbuches (für die hochverrätherische Thätigkeit ließen sich genügende Beweise nicht beibringen) hat vielmehr die Raths- kammer des Kriegsgerichts die Untersuchung eingestellt, wie dies Art. 4 der Ver­ordnung vom 19. December 1870, betreffend die Organisation der Kriegsgerichte und das Verfahren vor denselben, zuläßt.

Schweiz.

Bern, 24. Sept. Die russische Regierung hat an die Züricher Regierung das definitive Ersuchen um Auslieferung Netschajeffs gestellt. Die Justizdirection hat noch keinen Entschluß gefaßt.

Basel, 24. Sept. DieBasler Nachrichten" bringen folgendes Privat- telegramm aus Lugano vom heutigen Tage: Der Friedenskongreß ist heute eröffnet worden. Zum Präsidenten wurde Bataglini gewählt. Dem amerikanischen Volke sprach der Congreß seinen Dank für die Goegg zu Theil gewordene herzliche Auf­nahme während dessen Propagandareise aus. Morgen werden wichtige von Gari­baldi, Louis Blanc und Quinet etngetrvffene Briefe verlesen werden.

Frankreich.

Paris, 21. Sept. Der Minister des Innern hat ein neues Circular be­treff! der Feier des 22. September an die Präfecten gerichtet; einige Präfecten haben sich nämlich zu eifrig gezeigt, auch die Privatbankette verboten, darunter das von Chamberp, auf welchem Gambetta den Vorsitz führen soll. Das neue Circular befiehlt den Präfecten, sich streng an das Gesetz zu halten und nur t>te, öffentlichen Versammlungen nicht zu gestatten. Gambetta ist heute in Chambery eingetroffen. In den letzten Tagen war er in Saint-Etienne. In Paris werden morgen keine Privatbankette stattfinden; der Gouverneur von Paris, Commandeur des Belagerungszustandes in der Hauptstadt, hat dieselben verboten. Thiers hat nichts gegen dieselben, aber will mit dem Gouverneur in keinen Confltct gerathen und hebt deshalb das Verbot nicht auf. Das Gerücht, daß Bischof Dupan- loup, der seit einiger Zett krank ist, seine Entlassung als Deputirter eingereicht habe, soll nicht begründet sein. Die heute hier etngetrvffene Nachricht von der Freilassung About's hat allgemein überrascht. Man erwartete nicht, daß die Sache so schnell zu Ende sein werde. Die Blätter sagen nur wenig darüber; der offictöseNational" gtbt zu verstehen, daß man die Freilassung den Recla-

mattonen der französischen Regierung zu verdanken habe. Dem ist aber nicht so; die Freilassung About's ist im ordentlichen Verlaufe der gerichtlichen Untersuchung erfolgt Der Pater Dufour, der bekanntlich in Brest mit Frau von Valmon reigesprochen wurde, da die Gerichte erklärten, daß ein fahrender Eifevbahnwaggou kein öffentlicher Ort sei, wirb von seinem Orten nach den englischen Besitzungen in Ostindien gesandt, um dort tn den jesuitischen Unterrichtsanstalten verwandt zu werden.

Paris, 24. Sept. Laut erfolgter Uebercinkunft zwischen dem General von Manteuffel und den französischen Behörden wird die Räumung der Departements Marne und Haute Marne am 15. October beginnen.

Da Ebmond About durch seine Verhaftung in Zabern er ist bekanntlich schon wieder auf freien Fuß gesetzt noch einmal die öffentliche Aufmerksamkeit erregt hat, so interessirt es, zu sehen, was dieser Mann tm heiligen Zorne ver­mag. In den letzten Tagen des August 1870 schrieb er einen Artikel, in welchem es hieß:Bis jetzt sind wir die Besiegten, Frankreich wird erobert, Parts, das wunderschöne, von der ganzen Welt so geliebte Paris! Dieser Donnerschlag hat Frankreich und Europa aufgeklärt und die Dinge haben ein anderes Ansehen bekommen. Wir kannten unsere Feinde nicht, wir waren unschuldig genug, zu glauben, daß sie uns einiger Maßen ähnlich wären. In der Trunkenheit des Erfolges haben sie die Maske abgenommen, jetzt können wir in ihrer Seele lesen. Dleser fromme König, der Gott alle feine Stege darbietet, diese Krautjunkergenerale, die da prahlen, daß sie uns mit dem Säbel civilifiren werden, diese Apostel des göttlichen Rechts, die sich die Taschen mit gestohlenen Kronen vollstopfen, diese deutschen Patrioten, die ihre Arme bis an den Ellenbogen in deutschem Blute gebadet haben, sind bloße Barbaren in Uniform, als Soldaten verkleidete Räuber, Tartuffes in Rüstung, BafilioS tn Reiterstiefeln. Lügen, Bestechen, Denunciren sind ihre LteblingSwaffen. Von der modernen Civiltfation haben sie sich nicht! angeeignet, als die in der Zerstörungskunst gemachten Verbesserungen; die niedrigen Jnstincte und ungeregelten Begierden des Wilden haben sie behalten; sie ehren den Spion, erschießen als Aufrührer den Bürger, der sein Vaterland vertheidigt. Hingebung und Heldenmuth bestrafen sie als Verbrechen und beschimpfen den Muth im Unglück. Ais Söhne der Gothen, die Europa im 4. Jahrhundert geplündert, haben sie alle Sitten der Barbaren bewahrt, mi Ausnahme des Ehr­gefühls. Wir wissen jetzt, was sie von uns wollen: Alles, was wir besitzen. Bis jetzt haben sie erst zwei Provinzen verwüstet; nun marfchiren sie auf Paris, um einen großen Coup auszuführen. Sie theilen sich schon im voraus die 1000 Millionen Franken in der Bank und rechnen auf die absurde Centralisation des Landes, um noch drei oder vier Mal so viel zu erpressen, wenn sie im Besitz von Paris sind. Auf dieselbe Weise zwingen griechische und italienische Banditen reiche Famlien, zublechen", wenn sie das Haupt derselben in ihre schmutzigen Pfoten haben. Was ist für ein Unterschied zwischen ihren Führern und einem Parlatore oder TakoS Arvanitaki? kein anderer als zwischen einem großen und einem kleinen Diebe. Die Mittel zum Ziel sind dieselben: Nachtmärsche, Manöver im Dunkel der Wälder, immer List, Angriffe nur von vier gegen einen, Meuchel­mord, Brandstiftung, Plünderung. Frankreich weiß das jetzt alles. Wir kennen die Race von Schuften, mit den wir zu thun haben, und da sie uns unseren Geldbeutel und unser Leben abfordern, so werden wir uns jetzt ernstlich ange­legen sein lassen, zuerst die preußische Armee und hinterdrein Preußen zu ver- ui^un. König Wilbelm's Cumpane, die hier eingedrungen sind, werden nicht wieder herauskommen. Wenn sie, wie sie prahlen, ihre ganze männliche Be­völkerung über unser Land verbreitet haben, so ist das um so besser für uns. Dann werden wir nach Berlin gehen, um dies Barbarenthum tn seinem Nest zu zertreten. Alle Wege werden uns offen stehen, ich hoffe aber, daß wir den wählen, der durch Baden, Württemberg und Bayern führt. Da haben wir drei kleine Monarchien, die uns ihr Dasein verdanken, denn wir haben sie vor etwa 100 Jahren geschaffen. Und dennoch find die Bayern Preußens Knechte geworden, und auch die Württemberger haben sich die Freude gegönnt, bei uns einzufalleu. Diese Kneipenwirthe, diese Kuppler, diese Schmuggler von Baden und Kehl, dich miserablen Schurken, die unsere Stiefeln mit ihren Schnurrbärten putzten, wenn wir unser Geld bei ihnen verschwendeten, sind gekommen, um die Beute des edlen französischen Volkes auf ihre Karren zu laden. Sie sind die Raben des Feindes. Wir werden dem schmutzigen Bettelpack aber Alles mit Zinsen vergelten. Wir hatten nichts Böses gegen die deutsche Race im Sinne. Wer trägt die Schuld, wenn wir ihr Feind geworden sind? Wenn Frankreich die Civilisation nicht anders retten kann, als durch die Zertretung des gesammten teutonischen Ungeziefers, so muß am 1. Januar 1871 Europa von allen diesen Hohenzollern, diesen Krautjunkern, diesen behelmten Jesuiten befreit fein. Wir müssen auf unserer Ostgrenze ein auf hundert Jahre zerrissenes, geknebeltes Deutschland habend Aus diesem Zornanfall mag man schließen, was für einen Artikel der Herr About jetzt loslassen wird, nachdem die deutschen Barbaren ihn persönlich angefaßt haben.

Italien.

Rom, 21. September. Der Tod des Bruders Sr. Heiligkeit, des Grafen Joseph Mastai Ferretti, dürfte auf den Papst einen tiefen Eindruck gemacht haben, wie das schon bei dem im Juli 1869 erfolgten Tode seines andern Bruders Gabriel Ferretti der Fall war. Pius hat bereits das achtzigste Lebensjahr hinter sich, und eine jo nahe an ihn herantretende Mahnung wird ihn nicht gleichgültig gelassen haben. Bei jener früheren Gelegenheit gab der Papst einen öffentlichen Beweis feiner Trauer, indem er sich der schwierigen Andachtsübung auf der Scala Santa am Lateran unterzog. Die Familie Mastai Ferretti ist groß, und zwar weder durch Reichthum noch durch alten Adel ausgezeichnet, aber bestens angesehen wegen ihres persönlichen Muthes, ihre! Ehrgefühls und ihrer Neigung zu liberalen Principien. Es scheint, daß die Familie des Papstes selbst von dessen Eigenschaften als Regent keinen großen Begriff hatte und namentlich dem in der ersten Zeit seines Pontifikats gezeigten Liberalismus wenig Vertrauen schenkte. Man blieb gegenseitig in respektvoller Entfernung von einander, und nach der Rückkehr von Gaeta und dem Einbruch der von Frankreich unterstützten Reaktion verließen sogar einige Mitglieder seiner Familie Sinigaglia, um erst dahin zurück­zukehren, als dasselbe nicht mehr päpstlich war. Diese stille zähe Opposition seiner Familie scheint Pius früher leicht getragen zu haben, so lange er und seine näheren Verwandten sich noch guter Gesundheit erfreuten. Dagegen mögen die zum Theil plötzlich eingetretenen und wenig vorher angemeldeten Todesfälle einen niederdrückenden Eindruck auf ihn machen. Der verstorbene Graf lebte lange io stiller Zurückgezogenheit auf seinem Stammsitze im einsamen Sinigaglia und schlug die Zeit mittels einiger kleinen städtischen Aemtchen todt, die man ihm um so

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