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Frankreich

Am 26. Mai.

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Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 26. Mai bis 1. Juni 1872 besorgt Pfarrer Dr. Seel.

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der e v a n q e U f d) e n Gemeinde z u Gießen. G o t t e S d i e n st.

Genuß zu haben. Die Pfingsten sind verregnet, holen wir demnach morgen nach, waS wir die Feiertage versäumt haben.

Gießen. Die Direktion der Main-Weser-Bahn hat auch dieses Jahr wie früher die Aus­gabe von Rundreise-BilletS veranlaßt und können dieselben für 13 Touren mit 1030- tägigcr Gültigkeit benutzt werden. Ausführliche Tourenverzeichniffe sind bei den Expeditionen der Main.Weser-Bahn zu 1 fr. Per Stück zu haben.

i Morgens: Confirmation der Mädchen, Pfarrer Landmann. (Feier des heiligen Abendmahls.)

) Nachmittags: Mitprediger Freiensehner.

(Collecte für die Stadtarmen.)

Schlosse Begler-Beg statt. <

ländischen, sowie die türkischen Kriegsschiffe zu Ehren Ihrer Majestät nicht als einer deutschen Königin, sondern einer russischen Prinzessin geflaggt haben.

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Konstantinopel, 10. Mai. Die handeltreibende israelitische Bevölkerung der au der südwestlichen Seite des goldenen Horns gelegenen Vorstadt Kaßköi wurde in der Nacht vom 7. zum 8. d. M- von einer starken Bande Armenier, die ihrem Hasse gegen die Juden bei Gelegenheit der durch die Smyrnaer Excefsi hervor gerufenen Unruhen am besten freien Lauf lassen zu können geglaubt, überfallen und dabei mehrere Häuser geplündert, ehe die Männer, größtenteils spanische und portugiesische Juden, durch ihre ausnahmsweise Kühnheit und Kampflust bekannt, dem Pöbel gehörigen Widerstand zu leisten vermochten. Es gelang jedoch erst nach Ankunft einer circa 200 Mann starken Abtheilung türkischer Cavallerie, die Angreifer zurückzutreiben. Auch in Chassim-Pascha und anderen nahe gelegenen Orten fürchtet die jüdische Einwohnerschaft ähnliche Auftritte. Königin Olga von Württemberg, welche ihre Wohnung an Bord des russischen Dampfschiffe» aufgeschlagfN hat, begab sich von der Ankerstelle desselben in der Nähe des Leander- thurms am Bosporus, mit einer StaatSkaik des Sultans am 7. d. M. an Land und wachte Sr. Majestät dem Beherrscher der Gläubigen tun üblichen Besuch im Schlosse Dolmabaztsche. Nachmittags erwiederte der Sultan den Besuch der Kö­nigin im russischen Gesandtschaftspalast in Pera. Am 8. fand eine Spazierfahrt mit der Kaik der deutschen Gesandtschaft, am 9., am Himmelfahrtstage, eine- Partie durch den Bosporus am Bord des russischen Dampfers und Dejeuner im

Sonntag den 26. Mai. Ernst Wallenfels in der Wallthorstraße, Heinrich Kuhn am Kreuz und Daniel Rühl am Rathhaus.

Loeal-Notizen.

Gießen, 25. Mai. Gießen besitzt in seiner näheren und weiteren Umgebung Punkte, wo sich gleichzeitig das Auge an einer prachtvollen Aussicht erquicken und der Magen von allen An­strengungen erholen kann. Wir erinnern hier nur an Staufenberg, Schiffenberg, Gleiberg, Schöne Aussicht (vulgo Atzelbufch) u. a. m. Sind diese Orte nun auch bei warmem Wetter zu einer Tour oder Ausflug vorzuziehen, so bietet bei weniger freundlichem Wetter als auch großer Hitz« der Zinßer'fche, jetzt Wenzel's Garten ein Hauptanziehungspunkt für den Gie­ßener. Der Garten, früher ein Stück Urwald, erfuhr unter dem jetzigen Besitzer solche Verän­derungen, daß er sich getrost jeder andern Anlage in jeder Stadt an die Seite stellen kann. Das Strauchwerk ist gelichtet, prachtvolle Blumenbeete erquicken das Auge, breite Kieswege ermöglichen bei nassem Wetter den Spaziergang, eine prachtvolle Teraffe mit Panorama nach der Stadt, bieten dem Besucher Annehmlichkeiten, wie er sie sonst nirgends so vereint findet. Außerdem ist man bei dem Wirthe gewohnt, einen vorzüglichen Keller und ditto Küche zu frequeutiren. Tritt nun zu allem diesem noch ein Genuß wie ein Eoncert, da- von Kräften rrecutitt wird, die, wie das Musikcorpö dcS I. Garde-NegtmentS von Darmstadt in Deutschland berühmt ist, und in Folge dessen einen ehrenvollen Ruf nach Berlin erhalten hat: so müßte man sich am guten Geschmack versündigen, wenn man nicht hier die Gelegenheit mit beiden Händen ergriff und bei solchem Anlaß sich und den Seinigen eine Erholung verschaffte. Die Capelle deS I. Garde-Regiments vervollständigte sich durch die besten Kräfte der Musik deö 34. Regiments, die auch hier noch in bestem Andenken steht. Und wo solche Kräften wirken, kann man auch versichert sein, einen

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Stock pr.1

Rumänien.

Bukarest, 22. Mai. In Roman ist, wie ein Jassyer Journal meldet, wieder eine Schandthat gegen die Juden verübt worden, und zwar auf Befehl des Bürgermeisters und des StadtrathcS. Diese liegen den Judenkirchhof, wel­cher schon Jahrhunderte im Besitze der Judengemeinve von Roman ist, zerstören. Auf ihren Befehl ward die Umzäunung niedergerissen, die Bäume, welche den Kirchhof zierten, wurden umgehauen, die Grabsteine zertrümmert, die Gräber auf­geworfen und die Gebeine der Begrabenen den Hunden überlassen. Die Juden» gemeinte von Roman hat sich an den Staatsanwalt gewendet, um Gerechtigkeit zu erlangen." (Da sind sie just an die rechte Schmiede gegangen!)

Türkei.

Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gieren. Evangelische Gemeinde.

K o p u l i r t e.

Den 20. Mai. Johann Georg Löb, Schneider dahier; und Eberhardine Wilhelmine Marie Bender, des hiesigen Bürgers und Löhndieners, Paul Bender, eheliche Tochter. . _, . . _

Den 21. Mai. Friedrich Schneider, Bürger und Schreiner, des hiesigen Bürgers und Schreinermeisters, Johann Schneider, ehelicher Sohn; und Wilhelmine Helene Dick, des hiesigen Bürgers und Postunterbedienstclen, Ludwig Dick, eheliche Tochter.

Den 2 3. Mai. Philipp Burger, Hauplkassier an der Oüerbessischen Bahn dahier, aus Rieder-Ingelheim, des Rendanten, Philipp Burger daselbst, ehelicher Sohn; und Emilie Reuning, des Bürgers in Nidda und Rechnungsmtendanten an der Ober­hessischen Bahn dahier, August Reuning, eheliche Tochter-

Getaufte-

Den 19. Mai. Dem Obermüller in der Peppler'schen Kunstmühle dahier, Alphons Loup aus Rougemont in der Schweiz, eine Tochter, Helene Auguste, geboren den 6. Apnls^lben Dem Ortsbürger in Burkhardsfelden und Dienstmann dahier, Heinrich Launspach, ein Sohn, Heinrich Johann Peter, geboren den 2. Mai.

Denselben. Dem Arbeiter an der Cöln-Gießener Bahn dahier, Christian Hahn aus Oberirsen, Kreis Altenkirchen, eine Tochter, Henriette Friederike Margarethe Christine,b geboren^"^a^Bürger und Techniker, Otto Bergen, eine Tochter, Helene Karolis,^geboren den^m^Bürger und Locomotivführer, Gustav Bergen, ein Sohn, Gustav Martin Friedrich Ludwig, geboren den 16. April. .

Denselben. Dem Polizeidiener, Johannes Jakobi aus Queckborn, eine Tochter, Elisabeth Katharine, geboren den 25. März. . .

Denselben. Dem Bürger und Arbeiter an der Coln-Gießener Bahn dahier, Ludwig Scheid, ein Sohn, Georg Philipp Friedrich, geborben den 29. April.

Den 20. Mai. Dem Schneider, Jakob Rupprecht aus Alsfeld, eine Tochter, Sophie Marie Elisabeth, geboren den 27. April-

Denselben. Dem Bahnhofsarbeiter an der Main-Weser-Bahn, Johann Heinrich Lemp aus Treis a. d. Lumda, eine Tochter, Johanna Marie, geboren den 13 ^^enselben. Dem Bürger in Groß-Erda und Arbeiter an der Main-Weser- Balm dahier, Peter Jakob, eine Tochter, Katharine Karoline, geboren den 5. Mai.

Denselben. ^Dem Bürger und Schuhmachermeister, Friedrich Schmidt, em Sobn, Philipp Georg, geboren den 5. April. _

V Denselben. Dem Bürger in Launsbach und Zimmermann dahier, Georg Friedrich Pfaff, eine Tochter, Marie Luise Katharine Elisabeth, geboren den 1- Mar.

Denselben. Dem Bürger und Küfermeister, Karl Euler, em Sohn, Ludwig s" ü" £.£;!«,. w» w --

* « «*.««>» Weidmann aus Dortmund, ein Sohn, Karl Heinrich August, 6eboren den 26. April.

Denselben Dem Großh. Hauptmann in Pension, Christian Riedel, em Sohn, Friedrich Jakob Robert, geboren den 28. März.

Beerdigte.

Den 18. Mai. Luise Reinig, des Bürgers und Messerschmieds, Adam Reinig, ebelicke Tochter, alt 9 M- 2 T-, gestorben den 17. Mai

Denselben- Johann Heinrich Wunderly, Rentner dahier aus Hanau, alt 71 Z Den 20. Mai.^OFriedrich Löber^ Bürger in Hermannstein und Arbeiter dahier, Qlt o^'D e n^s e^b e^m ^Friedn i^ Sophie Lisette Stoll, geborne Plönniges, des Bürgers und Schuhmachermeisters, Karl Stoll, Ehefrau, alt 31 I. 3 M- 5 T-, gestorben den

Paris, 22. Mai. Die französischen Blätter fahren fort, den Schweizern Angst zu machen, daßseit der Minderung Frankreichs die kleinen Staaten in Gefahr seien". Es ist nicht der Mühe werth, auf diesen Schwindel zu antworten, dock ist, was die Schweiz speciell betrifft, daran zu erinnern, daß Frankreich es war, welches nach dem italienischen Kriege die im Wiener Frieden für neutral .erklärten savoyischeu Gränzdistricte Faucigny u. s. w. ohne Sang und Klang und zum Hohn der Schweizer einverleibte.

Paris, 24. Mai. DerGaulois" veröffentlicht eine Zuschrift Napoleon S, welche dem Blatte nach erfolgter Publication des Urtheils der Enquete-Eommtjsion über die Capitulation von Sedan zugegangen ist. Die Zuschrift weist das Unheil der Commission zurück. Napoleon erklärt, er habe von seinem Recht Gebrauch gemacht, als er die Parlamcntärflagge aufpflanzen ließ, und beansprucht die Ber- antwortlichteit dafür allein. Er fügt hinzu, er habe dabei einer unabwendbaren Nothwendigkeit gehorcht, welche sein Herz zwar auf'S Tiefste verwundete, aoer sein Gewissen rubig ließ. , _ .

Versailles, 22. Mai. Nationalversammlung. Debatte über die Kauf, und Lieferungsverträge. Der Herzog v. Audiffret - PaSquier sagt: Der Bericht der Commission sprach von dem Kaiserreich und nicht vom 4. September, folglich hat Herr Rouher den wahren Gegenstand der Interpellation nicht berührt. Die wirk- liche Frage, um die es sich handelt, ist Die: Waren Sie kriegsbereit? Audiffret beweist durch unwiderlegliche Zeugenaussagen, dass nichts bereit war, weoer Mu- nitionen noch Verproviantirung. Sie können daher die Verantwortlichkeit des so leichtfertig unternommenen Krieges nicht zurückweisen! Frankreich darf wie Augustus zu Varus sagen: Gebt uns unsere Legionen, unsere Provinzen, unsere Ehre, unsere Fahne wieder! Die Verantwortlichkeit für die Lieferungen fällt der Regie- runa des 4. September nicht zu. Das Decret der Straflosigkeit zum Beispiel, welches das Haus Cohen-Lion schützte, rührt aus früherer Zeit her. Audiffret zeigt die betrügerische Weise, mir welcher unter dem Kaiserreich Zuschläge gemacht und Fonds entwendet wurden. Er fügt hinzu: Bevor Sie von e.nem Appell an das Volk sprechen, warten Sie, datz die Kammer Ihre Fehler wieder gut mache. Schließlich drückt er den Wunsch aus, das Land möge sich nie wieder in so ver- bängnißvolle Hände begeben. Seine Rede wird oft von Beifallsbezeugungen unter- brocken. Rouher erwidert ihm, indem er seine These von gestern aufs Neue auf- nimmt und in verschiedene Einzelheiten eingeht. Seine Antwort wird öfters von Protesten unterbrochen. Rouher vertheidigt Die Worte, welche er gesprochen hat, als er den Sieg prophezeihte, und schließt, indem er ausrust, daß er niemals ermangeln werde, nach Pflicht und Ucberzeugung zu handeln. Das Ende der Rede Rollher's wird mit ironischem Gelächter ausgenommen. Gambetta beschwört die Versammlung, nicht in eine Falle zu gerathen, indem sie sich theile. Der vierte September ist heute nicht in Frage. Man muß unterscheiden zwischen dem nothwendigen Resultat der Ueberlieferung des Kaiserreichs und dem eigenen Weik der Regierung des 4. September. Gambetta erwartet mit Vertrauen Die Unter- suchuna über den letzteren Punkt. Derselbe tfimmt die Auslassungen Rouher's über die Verantwortlichkeit wieder auf und stellt folgende Alternative:Entweder Ihr hattet Waffen, und warum alöDann Damals diese übereilten und drückenden Käufe? oder Ihr hattet damals feine Waffen, Dann wäret Ihr Verräther, indem Ihr das Land ausliefertet." Man weiß, auf wem die Verantwortlichkeit lastet. Es ist der Gipfel der Demüthigung für das Land, Ihre Apologie anzuhören. Gambetta schließt: Die unerbittliche Gerechtigkeit der Geschichte wird das Regime brandmarken, welchem Frankreich den 2. September, Mexico und Sedan verdankte/ (Dreifache Beifallssalve.) Belcastel greift das Kaiserreich und die Regierung des 4. September an. Die Berathung wird geschloffen. Die Versammlung nimmt mit Einmüthigkeit von 692 Stimmen eine Tagesordnung Mornay's an , welche besagt: Die Versammlung, im Vertrauen in die Commission der Kauf- und Lieferungsverträge, welche alle Verantwortlichkeiten vor und nach dem 4. September zu bezeichnen und zu treffen wissen wird, geht zur Tagesordnung über.

Versailles, 23. Mai. Dem Vernehmen nach wird die Regierung Den Ge- suchen der Generale Wimpffen und Uhr.ch, vor ein Kriegsgericht gestellt zu werden,

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U '^Den 21. Mai. Marie Katharine Pfeiffer, geborne Spies, des Bürgers in Allendorf a- d. Lumda und Schneiders dahier, Heinrich Pfeiffer, Ehefrau, alt 39 I-, ö f °r e nCfe xb e Henriette Oppermann, geborne Düringer, des Bürgers und Friseurs, Cbristian Philipp Jakob Oppermann, Ehefrau, alt 71 I- 9 M. 5 T , gestorben ben 18. Mai- - , ,. n . Denselben- Marie Auguste Louise Elisabeth Orbig, des Bürgers und Spengler-

Es erscheint auffällig, daß die hier stationirten aus- = Wilhelm Orbig, eheliche Tochter, alt 27 T-, gestorben den 19. Mai.

* »r-t-.-ff. ... fei cst-- "l-* Denselben Johannes Heuser, Bürger in Launsbach und Arbeiter dahier,

I alt 70 I., gestorben den 19. Mai.