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och grimmige Anfeindung würden diesem Werk erspart werden, aber sie würden es doch nicht

Nancy, 14. März 1872. Am 22. d. Mts. wird die deutsche Armee den

Ich halte eS für -nützlich, Ihnen die verschie-

Soldaten und der Bevölkerung, besonders des AbenVS, zu vermeiden.

Der Maire von Charlcville hat in dieser Hinsicht folgende Bekanntmachung erlassen:

Die Gemeindebehörde von Charlcville ist überzeugt, daß die Bevölkerung dieser Stadt bei dieser Gelegenheit durch die Ruhe und Würde ihrer Haltung einen neuen Beweis ihrer ordnungsliebenden und patriotischen Gesinnungen geben wird. Um jede Ursache zu Ruhestörung und Unordnungen zu vermeiden, werden am genannten Tage, 22. März, die Kaffee- und übrigen WirthShäuser um 9 Uhr Abends geschlossen.

In den übrigen Städten, wo deutsche Truppen liegen, sollen für morgen ähnliche Maßregeln getroffen werden.

Darüber machte ich mir nicht die geringste Täuschung. Dagegen werden wir aber dscb, wo nicht auf die thatiqe Hilfe, doch auf die Sympathie derjenigen zählen dürfen, welchen die Grüße und die Einheit Deutschland- am Herzrn liegt, und welche daher auch der Ansicht sind, daß mit der politischen Einheit Deutschlands eist das halbe Werk gethan sei, und daß die kirchliche Einigung aller Stämme at- Ergänzung, als Vollendung und Krönung dcS Baue- noch hinzukominen müsse. 2n Deutschland iss die Mischung der beiden Religionen im steten Fortschreiten begriffen. Die künstlichen Anstalten zur Aufkechthaltung der Absonderung zwischen Katholiken und Protestanten werden immer mehr alS störend und durch die Bewegung und die Bedürfnisse der Gegenwart überholte Hemmnisse erkannt und allmählich beseitigt.

Nach dem Kölner Streite von 1839 und in den nächsten Jahren hatte es in Deutschland den Anschein, als ob die Ehen zwischen Katholiken und Protestanten seltener werden würden. Das war aber nur kurze Zeit der Fall. Seitdem und besonders in den letzten Jahren, wie ich aus den statistischen Nachweisen ersehe, haben sich die sogenannten genrischten Ehen bedeutend ver­mehrt, und werden wohl auch vorderhand sich vermehren. Jn diesen zahlreicher werdenden Ehen und den religiös gemischten Familien liegt aber schon eine Vdrbereitung zur Verschmelzung der Kirchen, und eine Mahnung, den Muth nicht sinken zu lassen. Unaufhaltsam schreitet die Mi­schung und die wechselseitige Durchdringung der Bevölkerung beider Bekenntnisse vorwärts. Es gibt nirgends mehr in Deutschland Städte, in denen nicht Katholiken und Protestanten zusammen­wohnen, und es wird allmählich mit den Dörfern ebendahin kommen. Nun ist aber jene Dul­dung und gegenseitige Anerkennung, welche schon durch die Form des feineren geselligeren Ver­kehrs bedingt ist, doch nur Sache der höher gebildeten Stände. Jn den unteren Volksklassen und bei dem Landvolke muß die confessionelle Mischung nothwendig zu einem rohew und ungläu­bigen Jndifferentismus führen, oder sie müssen das Verlangen, das Bedürfniß anzeigen, daß den endlosen confessionellen Störungen, Reibungen und Bitterkeiten, die sicher nicht dann ausbleiben werden, durch eine Kirchenvereinigung ein Ende gemacht werde. Ueberall im Auslande habe ich die Ansicht ziemlich verbreitet gefunden, daß es gerade der Beruf der deutschen Nation sei, sich in diesen Weltfragen voranzustellen, und der Bewegung für eine Kirchenvereinigung Gestalt und Maß und Richtung zu geben. Wir Deutschen , sind das Herz von Europa, reicher an Theologen als alle anderen Länder, und die für diese Aufgabe unentbehrliche Sprachenkenntniß findet sich unter uns in höherem Grade, als irgend sonst wo. Was kann nun aber und was soll geschehen? Eine Unterhandlung von Kirche zu Kirche, etwa durch Bevollmächtigte von beiden Seiten, ver­spricht nicht den geringsten Erfolg. Der bloße Vorschlag oder Versuch wäre jetzt nach dem 18. Juli 1870 offenbar eine Thorheit. Aber Männer, welche, ungebunden durch Instructionen, bloß dem inneren Trieb und der eigenen Erleuchtung folgend, zuerst in Deutschland zu einer gemein­samen Wirksamkeit sich verbänden, Männer, welche beiden Ständen, dem weltlichen wie dem geist­lichen, angehören, diese möchten die wahren Werkzeuge werden, sic würden mit der magnetischen Kraft ihres reinen und Gott gefälligen Strebens bald auch andere in steigender Progression zu sich heränziehen, und sofort auch mit den zahlreichen gleichgesinnten Ausländern, deren in Eng­land nach meiner Erfahrung so viele Tausende sind, in Einvernehmung treten. Die Grundlage wäre einfach die:die heilige Schrift mit den alten ökumenischen drei Glaubensbekenntnissen, ausgelegt nach d^r Lehre der noch ungetrennten Kirche der ersten Jahrhunderte." f~ - nx- tine Internationale der edelsten und wohlthätigsten Art bilden, und was als <in kleiner Schnee-

Frankreich.

Paris, 20. März. Einige Vertraute des Ex-Kaisers verbreiten die Nach­richt sie zeigen Briefe von ihm, daß derselbe vor 1874, d. h. bis zur vollständigen Befreiung des Territoriums, den Thron nicht zu besteigen gedenkt. Man schließt daraus, daß ein bonapartistifcher Handstreich nahe bevorstehend ist. Nach der Liberte haben die Monarchen von Dänemark, Spanien, Italien, Por­tugal, Oesterreich, Rußland und Schweden bei Gelegenheit des Geburtstages des Ex-Kindes von Frankreich Glückwünsche an den Kaiser gerichtet. Der Deutsche Kaiser wird in der Liste der Liberte nicht aufgeführt. Der gestern Morgen auf der Ebene von Versailles erschossene Preault de Dedel hat folgendes Schreiben an Thiers gerichtet:

Mein Onkel, der Lieutenant Drouineau, wurde unter Ihrem Ministerium getödtet; ich werde im Augenblicke ermordet, wo Sie Präsident ber Republik sind; aber ich sterbe unschuldig und die Nachwelt wird mick rächen.

Preault Baron v. Vedel.

Auf Thiers soll dieses Schreiben einen tiefen Eindruck gemacht Haden. Seine

Deutschland.

Berlin, 21. März. In Anwendung des neuen Schulaufsichts-Gesetzes ist der erste Geistliche seiner Stellung als Schul - Inspektor enthoben worden. Es ist dies der Pfarramtsverweser Vicar Krußka zu Filehne im Regierungsbezirk Bromberg. ,p

Berlin, 23. März. DerReichsanzeiger" veröffentlicht den vom Kaiser sanctionirten StyatShauShaltSetat pro 1872, ferner einen Erlaß des Kaisers an

Briefkasten.

3. H. 3. in Lang-Göns. Anonyme Zusendungen werden unter keinen Umständen angenommen.

Hautboist H. Bitte besuchen Sie UNS baldigst, sonst mehr'.

den Reichskanzler, worin der Kaiser für die anläßlich seines Geburtstages ihm zugegangenen Glückwünsche dankt. Der Erlaß schließt:Nicht ohne tiefe Be­wegung, doch auch mit freudigem Stolze habe ich diese Beweise treuer Anhäng­lichkeit und nationaler Sympathie entgegengenommen. Mögen Alle, welche mir durch ihre patriotischen Zurufe so liebevolle Aufmerksamkeit erwiesen habm, meines herzlichsten Dankes versichert sein."

Oesterreich.

M.-Ostrau, 19. März. Jn Folge eines Lohnabzuges haben gestern die Arbeiter ber Kohlengrube nächst M.Ostrau die Lasse auSgeplündert, die Schriften vernichtet und die Kanzlei bemolirt. Die Gendarmerie mußte von den Schuß­waffen Gebrauch machen. Von Troppau ist Nachts Militär eingerückt und wurde die Ruhe wiever hergestellt. Mehrere Verwundungen sinv vorgekommeu. 130 Ar­beiter wurden verhaftet.

Blätter erklären es jedoch für falsch, daß der Lieutenant Drouineau unter seinem !rnerÜ<S(lJee- Ministerium ermordet wurde. Es sei Barbes gewesen, der denselben 1839 töbtete.

zu zerstören vermögen. ... deutschen Kaisers hat der Ober-Commandant der deutschen OccupationS-Armee in

Ein preußischer Staatsbeamter, welcher lange in den kirchlichen Angelegenheiten seines. $ranfre|$ folgendes Schreiben an den Grafen Ve Saint-Vallier, Bevollmächtigten

Landes, und zwar für beide Confessionen, gearbeitet hat, Ellers, hat am Ende seiner amtlichen ' 0 nprii4.M.

Laufbahn im Jahre 1857 Folgendes geschrieben:Es wird deßungeachtet gewiß die Zeit kommen, beim deutschen Hauptquartier, gench et.

wo man in dem Kölner Dom ein gemeinschaftliches Tedeum singt, ehe noch die demselben em- Nancy, 14. Marz 1872. Am 22. d. MtS. wird die deutsche Armee den gefügten neuen Steine verfallen." In diesem Glauben, in dieser Hoffnung will auch ich leben Geburtstag dkS Kaisers feiern. Ich halte eS für nützlich , Ihnen die Verschie- und sterben, und keine bessere, lohnendere Frucht meiner Vortrage könnte ick mir wünschen, ol$jDcnen Punkte mitzutheilen, aus welchen das Programm dieses militärischen FesteS dic: daß meine Zuhörer und Zuhörerinnen bte gleiche Hoffnung m ihr Leben aufnehmen, m ihr , , ~ « Garnisonen wird eine Revue abaebalten und ein Gottesdienst

Verhältniß zu Andersgläubigen übertragen, und da wo es gilt, Zeugnis; zu geben, nicht kalt und besteht. Zn allen Garnisonen wirb eine «neoue avgeyalten uno etn ^orlesvlenst

nicht stumm bleiben möchten. Wir Deutschen haben ernste und freudige erhebende Tage erlebt, gefeiert werden. Ueberall, wo sich Artillerie befindet, werden 101 Kanonenschüsse Tage des Sieges und der endlich erreichten nationalen Eintracht, unv ich vertraue, daß unfer. abgefeuert; die Feuerwerke unv Illuminationen sind nicht gestattet; die Truppen $oit stark und sittlich genug Meißen Wird, um sich auf der Höhe dieser Stellung zu behaupten,! g möglich ist, Bankette haben; raffelbk findet Betreffs der Ofstjiere

Die nbthige'n Befehle -erden erthei'lt w'erden, um das Fest so die?al-

Preis von Blutströmen und kostbaren Menschenleben. Hier auf dem Gebiete der Religion unmöglich auf daS Innere der Casernea zu beschranken, um so die Berührung per dem Ringen nach dem religiösen Frieden winkt dem deutschen Volke noch eine schönere Krone, .......- ..... - -------- -

ein unblutiger Sieg, schwerer freilich zu erringen, als jener über Frankreich. Denn der Sieg müßte vor allem über uns selbst, unsere Trägheit, unseren Hochmuth und Eigennutz und unsere bequemen und schmeichelnden Vorurtheile erfochten werden. Wenn wir aber einst, wir Deutschen, in diesen Streit ziehen wollen, dann thun wir es unter der Führung eines Feldberrn, dessen Name auch dem Zaghaftesten Muth einzuflößen vermag, es ist der, von welchem alle gute Gabe kommt, der, dessen Wort noch nicht erfüllt ist und doch noch erfüllt werden muß, das Wort: (38 wird ein Hirt und eine Heerde werden."

eine Internationale oer eoci|ren unv wvynynngfren duvch, unu iuu» ui» xm »nu»

ball begonnen, könnte wohl zur mächtigen fortrollenden Lawine werden. Weder Kälte, noch Hohn, Thiers sei damals nicht Mln ster gewes n.

- ~ - 1 - L - -r 1 *s Pans, 21. Marz. Bel Gelegenheit veS bevorstehenden Geburtstags des

deutschen Kaisers hat der Ober-Commandant ber deutschen OccupationS-Armee in

A llgemeinerDLnzeige^

Besondere Bekanntmachungen.

Bberhesfische Eisenbahn-Gesellschaft.

Vierte ordentliche Generalversammlung.

1491) Die nach §. 22 der Statuten stimmberechtigten Actionäre der Oberhessischen Eisenbahn-Gesellschaft werden hiermit zu der am Samstag den 27. April 1872, Vormittags 11 Uhr,

zu Gießen abzuhaltenden

Vierten ordentlichen Generalversammlung

emgeladen.

Diejenigen Actionäre, welche dieser Versammlung beiwohnen oder sich in derselben durch Bevollmächtigte vertreten lassen wollen, werden ersucht, sich am 11., 12 oder 13. April d. I., Vormittags von 9 bis 12 Uhr,

zu Gießen auf der Betriebskanzlei,

Frankfurt a. M. bei den Herren Gebrüder Bethmann, , , , , v. Erlanger cdSöhne,

y , v Herrn M. Königöwarter,

, Berlin bei Herrn Jos. Jaques,

, Stuttgart bei der Württembergischen Vereinsbank, y, Stuttgarter Bank,

Mter Vorzeigung der in ihrem Besitze befindlichen Actien mit einem

nach der Nummernfolge geordneten, doppelt ausgefertigten und unter­schriebenen Nummernverzeichnisse versehen (wozu die Formularien an den genannten Stetten ausgegeben werden), anzumelden und be­ziehungsweise die Vollmachten für ihre etwaigen Vertreter in be­glaubigter Form gleichzeitig zu übergeben. Für Actionäre, welche ihre Actien gegen von uns auf ihre Namen ausgestellte Depositen­scheine in unser Depositorium hinterlegt haben, bedarf es keiner beson­deren Anmeldung zum Zweck der Selbsttheilnahme an der Versammlung.

Die Eintrittskarten zu der Generalversammlung, welche zugleich zur freien Fahrt auf den Oberhessischen Eisenbahnen für den ge­nannten Tag berechtigen, werden den angemeldeten Actionären oder deren Bevollmächtigten drei Tage vor der Versammlung, mithin spätestens am 24. April, zugestellt.

Gegenstände der Verhandlung sind:

1) der Jahresbericht des Verwaltungsraths vom Jahre 1871, 2) der Bericht des Rechnungs-Prüfungs-Ausschusses,

3) die Ausdehnung des Unternehmens durch neue Bahnen, namentlich durch Herstellung von Eisenbahnen von Geln­hausen nach Partenstein und von Alsfeld nach Hersfeld^

4) die Neuwahl des Rechnungs-Prüfungs-Ausschuffes. Gießen, den 25. März 1872.

Der Derwaltungsrath.