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Gießener Anzeiger

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Donnerstag den 24. October

©er Ursprung -es Dogmas von -er Unfehlbarkeit*).ilr, auf, daß dem römischen Bischof ein Ehrenvorrang (primatus honoris)

Man hat bisher in der Kirchengeschichte nicht angeben fönn.n, wie und m j tiif ttar^bi£6 baln daß in .

W-m zuerst die Idee des Papst,Huws gefaßt und in die Kirche gebracht fei b* TT6* .r» ÄUd,e "Meinr' °bw°U er selbst nicht

Professor Lutterbeck in Gießen, schon large bekannt durch leine aründliebcn r^ ," ^chte, dem römischen Bischöfe zu gehorchen Die römischen Bischöfe selbst Forschungen über das christliche Alterthum? hat das V.rdftnst au/ ein» *ter Sn£"®EnM m ,U"9 ,aum.9ielii 0tnoo,n,tn zu haben, aber sie hätten ältesten Schriften der ersten christlichen Zett, schon von 135 n. Ehr den b" barm ihnen beigelegte Bestimmung des

3dee nachg. wiesen zu haben.' Die Sache ^halt sich falgen" Ln follen "nt fcei <»« Eingang und Unterstützung hätte

Man kannte und befaß feil dem dritten .i sa.u.......i .. ...M" allem Dem stimmt die klar vorliegende Geschichte rulammen. ball die '

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Deutschland.

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(trete vierteljährig 1 fl. 12 kr. «tt Brtngerlohn. Durch die Post btzogen vierteljährig 1 fL 29 fr.

älteßen Schriften der ersten christlichen Zett, schon von 135 n. Chr Ursprung dieser Idee nachg. wiesen zu haben. - - dermaßen:

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*) Die Clementinen und ihr Verhältniß jum Unfehlbarkeits-Dogma von Dr. A. Bernh. L u t t e r b e ck.

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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kichen.

Nr. 23«.

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Erscheint täglich, mit Lu--, nähme Sonntags.

Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1.

... M°n kann e und besaß seit dem dritten Jahrhundert zwei Schriften, angel- i* «onLSIl®'n8 Rom (90-100), und hat ihnen bisher in E" Kerchengeschichte die Bedeutung beigelegt: es habe ein Judinchrist der judai- strenden sog. ebionttischen Partei, im zweiten oder dritten Jahrhunderte, seine Lehre darin niedergelegt und zur Geltung bringen wollen. Professor Lutterbeck hat nun nachgewiesen, daß in der eigenllich.en Hauptschrlst zwei Bearbeitungen enthalten sind, und daß die erste schon von 135 n. Chr. »ersaßt Ist.

Die Anhänger der judenchristlichen Partei in Jerusalem wollten zwar

J'T/6 *Eurtt ^nen schwer, den bisherigen Glauben an die Gött- lichkeit des mosaischen Gesetze-, noch mehr den Vorzug von Jerusalem als Sitz des Hvheprirsterthuws, und noch mehr diese« ftlbst al« sichtbare Berlörperung der Theokratre, aufzugeben. Sie suchten also die jüdische Priesterherrschaft (Hierarchie) und namentlich das Hohrpriesterthum ml, dem Christenthum zu vereinigen. Dies Bestreben fand se,ne Nahrung und seinen Au-druck darin, daß zuerst ein Verwandter b,t d-r-ch'e (nach unserer Ansicht Jacobus Minor, oder der Sohn des Alphaeus, also ein Apostel selbst), lange Jahre an der Spitze dieser Gemeinde stand, und dieses Streben erscheint weiter in dem sicheren von Cuseblus berichteten Vorgänge, daß man na» dem Tode dieses Apostels wieder einen Verwandten Christi, den Simeon, in diese Stellung brachte, und so, nachdem Christus an die Stelle des jüdischen Hohepriesters getreten wäre, wie einst mit «ton, ta« Hohepriester,hum in feiner gamihe sorlzufttzen such,?. N.ch dem Tode des Simeon nun und bet dem Ueberhandnehmen der christlichen Gemeinden aus dem Heidcnthum und dem immer schrofferen Gegensätze zwischen Paulinern und Petrinern.faßte ein Priester dieser Richtung den Gedanken, durch einen römischen A chol selbst aussprechen zu lassen, daß alle Bischöfe der Chr-stcnheit unter dem Bischöfe von Jerusalem (dem Hohepriester) stehen müßten, und legte nun zugleich dteskm römischen Bischöfe die besondere ebionitische Auffassung des ChristenthumS (die hnraichlfche, juda.sirende) als Lehre de- Petrus (der ja als das Haupt der zudaisirenden Richtung galt) in den Mund. Dazu mußte er natürlich den Petrus Mit dtelem römischen Bischöfe zusammenkommen lassen; aber es ist durchaus bezeichnend, daß er den Petrus nicht nach Rom kommen, sondern umgekehrt den Clemens Reifen machen und so mit Petrus zusammenkommen laßt, ein Beweis, M man mcW davon wußte, daß Petrus Bischof in Rom war, wie ja auch die ältesten Nachrichten bei Eusebius nichts davon wissen.

Nun ersand dieser judaisirenbe Chrtst einen förmlichen Roman von Reisen des angeblichen Clemens und feiner Bekehrung und Belehrung durch Petrus, immer von dem Gedanken aus, daß dem Petrus, als dem angesehendsten Vertreter der tudaisirenden Auffassung des ChristenthumS, dieselbe in de« Mund gelegt wird, und weiter auch der römische Bischof, der als Bischof der Welthauptstadt selbst schon in hohem Ansehen stand, diese Lehre vortragt, ja, daß der römische Bischof selbst d.e Unterordnung aller Bischöfe unter den von Jerusalem lehrt daß Ganze unterstützt durch die politischen Verhältnisse und die Idee der Zeit, daß Kirche eine Monarchie sei und fein müsse, wie die weltliche Macht in dem äkatser begriffen war. Das Ganze hangt offenbar mit dem Ausstande der Juden gegen die römische Herrschaft von 115-135 zusammen, ist zur Behauptung des jüdischen Staates und Volkes bestimmt und stellt eine Art Comprvmiß des jutaisirenden ChristenthumS mit dem alten Judenthum vor. Da aber der Bischofssitz zugleich mit dem jüdischen Aufstande 135 sein Ende fand, so muß diese erste Schrift vor 135 geschrieben fein.

Bon selbst versteht sich aber, daß die Idee, der erste Bischof, ja das Haupt aller Bischöfe zu werden, bei dem römischen Bischöfe ein sehr williges Gehör sowie Unterstützung von Seite der römischen Priesterschaft fand. Der Ehrgeiz des romischkn Bischofs, einmal geweckt durch den Machtvergleich im Passah. Streite seit 180, fand natürlich in dem ganzen römischen Klerus seinen Widerhall. So faßte ein römischer Priester den Gedanken, jene Schrift auf den römischen Bischof -u biziehen und ihre Idee, d. h. das christliche Hohepriesterthum, auf den römischen Bischof zu übertragen, und dazu mußte nun auch Petrus selbst nach Rom gekommen und dort Bischof gewesen fein, Alles natürlich gegen die Wahrheit wie gegen die klaren Zeugnisse der Geschichte. Daher modelte ein zweiter, aber , ""'scher Falscher die erste Schrift in diesem Interesse um, etwa zwischen 200230, unD seitdem tritt von Rom aus Die Anmaßung, wenn auch zuerst sehr schüchtern

las sind geschichtliche Thatsachen und es wird nun die Aufgabe der haUtn .*fleunÄ "eufa^cJ4en l-'--, vttsc geschichtlichen Thatfachcn u witer- °u« der Wett werden sie fvfche aber nicht fchaffen. Man werke wobt -S schatt, T- "mn blinbeÄ ^blp>'chen, svndern um die ernsteste wisse»,

mar tt dtt allerdings tief in die kirchliche Bewegung der Gegenwart

eengreift. Die unbewachten Gewissen ter ungebildete» Katholiken fennen die r T'm Lochung der Gefchichte «bfinten, und auch tte Augen

ariflcfratif» gesinnter Gebildeter können sie verblenden durch die Vorspiegelung e« lasse ft» mit dem blinden Glauben und dem blinden Gehorsam, den dtt ^/lutt-n fordern, besser regieren; aber mit den denkenden Katholiken und der rm«e 111 beulf*e" Wissenschaft haben sie sich verrechnet. Jnsbefondere empfehlen wir die Schrift Lutterbeck'« dem Bifchof Itetteler und den Mainzer Jefutten überhaupt, aber auch ebenso dringend den hochadeligen Herren, welche sich, wee Hr. v. Wamboli tc., an die Spitze der neukatholischen Partei gestellt habe»

______________ (8r. I.)

ter $ ("1.) Sitzung ter 2. Kammer

t r Stande hat so gende Tagc-ortnung: 1) tee Vorlage Großh. Ministerium« de« ennern, len Gesetzentwurf, tie Gehalte der Volksfchullehrer bett 21 tie »Ä ®r66; Mln.st.riuw« der Finanzen, di. Uebernahme der Äehttosten welche durch die nvthwentige Taxerhöhung bei der Parzellenvermeffuna in den noep zuruekstehenden Gemarkungen verursacht werden, auf die Staatskasse bett.

t iDiotllj, 21. Ort. Der Bischof hat nach ter Absprache ter Bischöfe en an"h'! fl\b,e ®IÄubf8en seiner Diöcese erlassen, in welchem er >um b.u ju ®e9lnn her Fastenzeit Gebete unt Andachten

jum heiligsten Herzen Jesu für die Anliegen ter Kirche unt teren namenlos schmerzliche und krankente Lage im deutsche» Reiche »normet, welche« ein Partei

P*.61.8 h8'" T (fi* ?n b,r Minderheit befindende») katholischen^Mit- Mini,! Wa1"16 in be katholischen Ländern die protestantische»

Minderheit.» höchst glimpflich behandelt würden (??). Abgesehen davon daß die An» ^7^°'i°»en nicht da« frühere Anfehen wihr gemeßen, ist ter politisch. i m(ln diesen kirchlichen Demonstrationen gibt, wenig geeignet den n*£liiUClnntUr» P ee,rl$l/*tn' welchen die Haltung ter teutschen Bischös/fo 'ziem- lid) überall, Rom wie immer ausgenommen, macht. Da« Bestreben den hnff nungslofen politischen Kamps ter Hierarchie auf dem Wege religiöser Formen nun füh?e» £(FnJ.) ®emÜI'ler iU b""ll°nien, kann nur zu neuen Enttäuschungen

Serlitt, 21. Oct. Prinz Albrecht, testen Leichenbegängniß vorgestern mit ll*en.^'^"Se ^ttgefunoen hat, war in Berlin^ nid;! unbeliebt. Im Volksmunde wird der Prinz al« em Opfer ter Lret-Kaiser-Zufammentunft bezeichnet, nicht al« ein Opfer tte« Zapfenstreich«, sondern der großen Parate

.. Mit allem Dem stimmt tie klar vorliegente Geschichte zusammen, daß tie römischen Bischöfe zueist ihre Ansprüche nur tarauf grunteten, taß sie die Bischöfe der Hauptstadt wann, und cs ist ebenso geschichtlich als »aiLrlich, daß fle erst TT 0 6 ÄkePmlrl20btl b,e Houpfladt genoiten war, unt nun ebenso °1 bJg ten Konstantinopel unt tamit ta« Spiel te« Ehrgeizes jttif»tn ten beiten Haupt - Bischöfen begann nun ter Grünt der Haupistatt für tin lomifoin Ehrgeiz nicht mehr zureichte - e« ist, sagen wir, gefebiAili», t»ß ton ta an tie eomifchen Bischöfe tie Idee der cathedra Petri, uud zwar nun- V

®rlnD und in Folge jener Fälschung, in den Vordergrund stellten, bis ,te dieselbe unter ter Gunst ter politischen Verhältnisse, besonder« durch Pipin und K»il, wen gflen« so wett realistrie», daß sie einen Ehrenpriwat zugleich mit ten anteren Metropoliten einnahmen. Din» weiter hat selbst Bonifaeius nicht« i gewollt, demzufolge Alle« »ach ten Canones entschieden werden soll, noch weniger l J " UtlLÄa<r' ulkcgefammt von ter späteren Papst Idee keine Ahnung ! hatten, geschweige von der Unfehlbarkeit, so daß die Rechte der Übrigen Metropoliten ' naä) aüt diesem völlig ungekränkt bleiben feilten. E« ist da« freilich febr be-

Erzbischöfe unt Bischöfe, aber es ist rein geschichtlich. ^V45 t[,a"f^en und deutschen Bischöfe dem Bischof von Rom,

>er die ansruhrertschen Ludwig« de« Frommen unterstützte, daß er als Bifchof »Ür6mm '6nCn 8r nittl< J ^-hl-n habe, unt taß sie »n® excommuniciren

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