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werden, der die Gesellschaft und der Einzelne entgegengehen würben, wenn der Krieg Aller gegen Alle geführt würde.
Stiftung als noch immer zu Recht bestehend, und somit bleibt Herrn Bloque Schmerz nicht erspart, durch seine hochherzige Stiftung auch zur Förderung deutschen Sprache beitragen zu muffen; er möge sich aber damit trösten, daß ursprüngliche Zweck seiner Schenkung — Förderung des Unterrichts — unter
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Wiesbaden, 22. Juli. Heute haben die sämwtlichen hiesigen Droschkenkutscher das Fahren eingestellt, weil sie sich dem in Kraft getretenen neuen Polizei- reglement für bas öffentliche Fuhrwesen in Wiesbaden, nebst Tarif nicht unterwerfen wollcn.
Aus Thüringen, 20. Juli. Das heute publikirte gothaifche Volksfchulgefktz ist ein würdiges Product einer aufgeklärten Staatsregierung; es stellt als Zweck der Volksschule die Erziehung zum sittlichen Handeln und die harmonische Entwicklung der geistigen Kräfte hin, es verpönt die Ansüllung des Gedächtnisses mit unverständlichem oder unverstandenem Lernstoff. Der Religionsunterricht wird auf Grund der biblischen Geschichte ertheilt, doch können die Eltern denselben ihren Kindern auch anderweitig ertheilen lassen. Die Schuldirectoren und Inspektoren muffen practisch geübte Schulmänner sein; der Schulvorstand wird von den Gemeindebehörden gewählt, der Ortsgeistliche ist Mitglied desselben. Die Gemeinden Haven für Besetzung der Schulstellen das Wahlrecht der Lehrer, wenn nicht ein Patronat besteht.
Aus Elsaß-Lothringen, 20. Juli. Ein in Paris ansässiger Rentier — Bloque nennt sich der Herr, der aber ein geborener Elsässer ist und dessen Vater sich Bloch schrieb — widmete vor etwa acht Jahren seiner elsässischen Heimaths- gemeinde eine ansehnliche Gelvstistung, aus deren Zinsen die fleißigsten Schüler aller drei Bekenntnisse jährlich prämiirt wurden. Herr Bloque, dem es der Schenkungs-Urkunde zufolge f. Z. nur um „Förderung des Unterrichts" zu thun war, scheint auf einmal der Ansicht geworden zu sein, als ob der gesammte Unterricht einzig und allein in der Cultivirung der französischen Sprache bestehe, Denn er wollte feine Stiftung unter dem Vorgeben, dieselbe nur zur Förderung der französischen Sprache gemacht zu haben, vor einiger Zeit wieder aufheben. Die betreffende KreiSdirection erklärte aber nach Ansicht der SchenkungS-Urkunde
deutschen Regierung besser erreicht wird als unter der französischen. Aehnliche Beispiele blinden Haffes wären noch mehrere anzusühren. So ließ im Oberrhein ein reicher und sonst sehr humaner Fabrikant das Schulhaus, das er seiner armen Gemeinde erbaut hatte, sofort räumen, als die deutschen Behörden das Schul-
Reise. (Fr. I.)
Berlin, 20. Juli. Die „AugSb. Allg. Ztg." erhält von ihrem hiesigen Correspondenten die nachfolgenden Mittheilungen: An den Gesetzvorlagen, welche dazu bestimmt sind, das Verhältniß zwischen dem Staate und der katholischen Kirche von Grund aus^umzugestalten, und welche die „Provinzialcorrespondenz" für die nächste Session des Land- und Reichstages mit Sicherheit in Aussicht stellt, wird gegenwärtig mit vielem Eifer gearbeitet. Die Richtung dieser Vorlagen läßt die Forderungen errathen, welche in der regierungsfreundlichen Presse ihren Ausdruck finden. Danach haben, unter Anderen, Bischofscandidaten und Capitels- vicarc Reverse zu unterzeichnen, welche sie zu einem bestimmt formulirten Verfahren verpflichten. Gleiche Erklärungen sind den als Staatsbeamten fungirenden Professoren der Theologie abzuverlangen. Jede Weigerung zieht die Ausschließung vom Bischofsstuhl und die Entfernung vom Staatsamte nach sich. Außerdem soll den Bischöfen die freie Verfügung über die Seminarien entzogen und deshalb die Anstellung der Seminarlehrer von der staatlichen Genehmigung abhängig gemacht werden. Zur Erprobung ihrer wissenschaftlichen Tüchtigkeit unterwirft der Staat sie gleich den Privatdocenten bei ihrer Habilitation einer Prüfung, während die Regierungsbehörden die Aufsicht über die Seminarien üben. Auch zu den Prü- fungen der angehenden Geistlichen hat die Regierung einen Commissär zu entsenden.
In der neuesten Nummer der „Schles. VolkSztg." erklärt ihr Redakteur Dr. B. v. Florencourt: daß „er ein siebenmal in der Wolle gefärbter Jesuit sei und mit Gottes Hilfe bleiben werde." Die anscheinende Spaltung innerhalb der katholischen Tagespreise dürfte damit beseitigt sein.
Die Ansicht, daß vom deutschen Reichskanzler gar keine Schritte bei den übrigen Mächten gethan seien, um ein gemeinsames Vorgehen bezüglich des bevorstehenden Conclave herbeizusühren, findet eine immer weitere Verbreitung. Natürlich fehlt es nicht an gehässigen Stimmen, welche behaupten, daß diese Verbreitung aus höhere Ordre geschieht und lediglich dazu dienen soll, das Fiasco zu verbergen, welches Fürst Bismarck mit seinem Vorschlag bei den Mächten gemacht hat. Sollte man nicht durch diese mißgünstigen Bemerkungen an betreffender Stelle veranlaßt werden, endlich über diese Angelegenheit, die von so hohem politischen Jntereffe ist, Aufklärung zu geben?
Jedenfalls hat jede Macht für sich, je nach ihren Beziehungen zu Rom, Anordnungen getroffen, daß sie nicht von den Beschlüffen des Conclave überrascht wird. Wie verschiedenen Provinzialblättern von hier mitgetheilt wird, sollen die in dieser Beziehung seitens der deutschen Reichsregierung gefaßten Entschlüsse so energischer Natur sein, wie man es kaum erwarten konnte. Sollte nämlich eine Papstwahl zu Stande kommen, welche das Product einer Pression ist, die von der herrschenden Jesuitenpartei im Vattcan ausgeübt wird, so kann die deutsche ReichSregterung den Nachfolger Pius IX. nicht anerkennen. Die Freunde jene Procebur bei der Wahl des Pontifex noch eine staatsrechtliche Verbindlichkeit habe. Außerdem Händlers sich nicht um kanonische oder juristische Haarspaltereien, auch nicht um die Frage, welcher Souverän in Europa ein Veto habe oder nicht, sondern lediglich darum, ob Rom seinen Vertrag mit uns zerrissen. Wird dies bejahend beantwortet — und dem geschieht so — dann existirt nach der Papstwah! kein Papst für uns.
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Tyrol u. s. w. Der Orden weiß sich nicht allein in ave Verhältnisse zu schicken, sein für fleißige und träge Arbeiter. Es ist die rothe Republik die Staatsform, er weiß sie auch zu benutzen. Nicht uninteressant ist, daß einige rheinische Bahnen die kein Vaterland kennt, aus der die Religion, die Trägerin der Sitte, der Ehr- auf Grund einer alten Napoleonischen Verordnung (v. 1804), welche damals barfeit und Zucht, verschwinden würde, wie sie unter ihrer Herrschaft in Paris den der Kranken- und Unterrichispflcge gewidmeten Orden freie Passage ihrer verschwunden ist. Arbeiter und Arbeitgeber mögen daher sich der Gefahr bewußt Mitglieder durch die Transportanstalten des Reiches gewährte, dieses Privileg auf
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Berlin, 21. Juli. Di- königl. R-gicruug in Schleswig hat es für noth. wendig -racht-t, durch ihr neueste« Amtsblatt eine Warnung vor den Soeial- demokraten ju erlassen unb babei bit letzten Zwecke ber socialen Demokratie (lar- iulegen. Die Partei scheu, sich banach nicht, bie blutigen Bcrbrechen, welche die «ommune von Paris in den Maitagen von 1871 verübt hat: Raub, Plünde- rung, Erpressung, Böll-rei, Brandstiftung, zu verherrlichen. Diese Zwecke gehen darauf hinaus, Alle«, was uns ehrwürdig, heilig, lieb ist: bas Vaterland den Thron, ben Altar, Sitte unb Gesetz umzustiirzen, an bie Stelle bes häuslichen Herbe« bie Bi-rbank zu setzen, Besitz unb Eigen,hum aufzulösen unb bie Arbeit die Erhalterm und Ernährerin ber Volker, zum Spielballe ehrgeiziger Partei.' . suhrer zu erniedrigen. 8« ist die rothe Republik, bereu Einführung die Locial. demokratle erstrebt, — die rothe Republik, deren ausgesprochener Zweck es ist, die SIitdiipfpt'nnA h,d * v.« ... . ... '-v. . 1 ' v v
Der „Allg. Ztg." schreibt man, betreffend die Gesandtschaft des deutschen Reiches bei der Curie, Folgendes: Nach italienischen Mittheilungen sollte der Geschäftstläger des deutschen Reiches bei der Curie, Lieutenant Stumm, in Folge des Ausfalls des Papstes in seiner Anrede an den Circolo Romano vom 24. Juni gegen die Reichsregierung, beauftragt werden, seine Reklamationen bei dem Car- dmal-StaatSsecretär Antonelli zu erheben; namentlich in Betreff der Behauptung Pius' IX.: er habe den Fürsten Bismarck fragen taffen, wie es doch möglich sei daß die Katholiken in Deutschland, die bis jetzt als so gehorsam und treu gelobt worden, plötzlich zu Verschwörern hätten werden können? Daß die Behauptung nicht zutreffend ist, hat die „N. A. Z." in der bestimmtesten Weise versichert, und eS ist dieselbe von anderer Seite darauf zurückgeführt worden, baß der Papst bei Gelegenheit des Empfanges des Geschäftsträgers Reflexionen dieser Art angestellt habe, deren Wiedergabe sich in den Berichten deffelben vorfindet; die Bemerkungen des Papstes feien indeffen auch in der Form nicht solche gewesen, baß eine Ver- anlaffung zur Beantwortung einer Frage Vorgelegen hätte. Wenn es richt a ist daß Lieutenant Stumm bei Antonelli in dieser Richtung reclamtrt hat, so gewinnt die Meldung, daß unter den Cardinälen, welche, wie vor einigen Tagen erwähnt die Rede des Papstes desavouirt haben, der Staatssekretär Sr. Heiligkeit, Car^ dinal Antonelli, in erster Linie steht, einen um so pikanteren Charakter. Cardinal Antonellt soll geantwortet haben: man dürfe bei einem 80jährigen Manne nicht jedes Wort auf die Wagschale legen. Mit der Diplomatie Antonellas scheint es demnach der Unfehlbarkeit des Papstes gegenüber zu Ende zu sein.
Wie die „Bresl. Morgenztg." mittheilt, hat die Cholera bereits bie galizische Grenze überschritten. 8
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wesen in die Hand nahmen. Die betreffende Schule mußte bann auf einem Tanzboden abgehalten werden, und damit war jedenfalls dem Rachegefühl des Mannes hinlänglich Genüge geschehen. Dem Patriotismus macht dies aber meiner Ansicht nach wenig Ehre; denn es sind doch nur die eigenen Landsleute, die durch Die Folgen dieser Racheakte in Nachtheil gerathen.
Oesterreich.
, n „ 19‘ 2uli. Die „Deutsche Zeitung" schreibt: „Erzherzog Wilhelm
soll bem Czanren em Hanbschr-iben b-s Kaiser« Franz Joseph überbracht haben tCr ^"Herzog sich wahrhaft -nthnsiustisch über bie Aufnahme ausgesprochen, bie er am russischen Hofe g-fundcn. Kaiser Alexander soll ferner bem Erzherzoge angebeutet haben, baß ein Mitglieb ber kaiserlichen Familie bem- "E -intr-ff-n unb bi- Antwort auf ba« erwähnte Schrein übe", reichen werbe. Diese ofsiciose Mtttheilung soll gleichzeitig eine Demenlirung irgenb sicher Spannung zwischen Oesterr-ich-Ungarn unb Rußland fein." 8 8
Italien.
.. ?9: ?uIp. Die königliche Regierung zu Perugia hat eine Capuciner.
k rche n Cittä delle Pieve schließen lassen, ba bie Frechheit, mit welcher bart per 2Iufru&r gegen, Obrigkeit unb Gesetz geprebigt würbe, alle Schranken überstieg — D'e“Da Jaßt: Vatiean würben Instructionen an verschiedene Prälaten
be« Reiche« geschickt, de« Inhalte«, eine Statistik ber Seelen aufzustellen, auf we che bie klerikale Partei zahlen kann: eine wahre katholische Volkszählung welche b-w-,st, mit welcher Umsicht unb Energie man hier zu Werke geht - Von Ferrara wirb unter« 19. telegraphirt, baß ber eine Dammbruch Tag« zu- vor geschlossen >st, unb ber zweite Tag« darauf auch zugeflickt sein würde. $ , . 0r°lN, 20. Juli. Au« Rom meldet man, ber französische Geschäftsträger (fabe ßütbinal Antonelli um eine Erklärung des vom Papste in ber Rede an Rme früheren Ministerial-Beamten enthaltenen Ausfälle« gegen bie französische Regierung, („bie sogenannte Regierung") ersucht. Antonelli habe in sichtl chlr Ve, egenheit gesagt, ber Papst habe keine böse Absicht gehabt, wisse sich aber nich recht mehr zu erinnern, wie er sich au-gedrückt. Auch muffe man bei einem so erregbaren alten Manne nicht lebe« Wort auf bie Golbwage legen. Enblich habe 7>,S.7.27"" ='•" " - W-J* S
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ffa 2ult. Der „Gazz-tta b'Jtalia" wird von Rom geschrieben:
®6 Gartnnnl, bem e« gelang, ben Papst zu bestimmen, die Clerikalcn zu
den Wahlurnen zu rufen. Derselbe benutzte, die unwiderstehliche Neigung Plus' IX zum Neuen unb Ungewohnten, um seiner Meinung ben Sieg über biejenige An- toneDi« zu »erschaffen. Dieser Cardinal ist bekannt wegen seiner Beziehungen zu den Jesuiten. Doch hat er ben Papst- gebeten, seinen Namen geheim zu halten weil ber Schritt, zu bem -r Pin« bestimmte, für bie Rathgeber selbst üble Folgen haben könne. Ob ber Papst ba« G-Heimniß aber auch wirklich zu bewahren /er- l116 anDcrc $raÖf- lst noch immer möglich, daß die klerikale Partei wirklich sich von den Wahlen zurückzieht. Und da in dem Erlasse Lanza's mit ^".^oupe N'chts zu entdecken ist, was einer Beeinträchtigung der Wahlfreiheit gleich sieht, fo sollen die Straßentumulte benutzt werden, um den Rückzug zu ent- schuld^grn. Die Cler.kalen wurden dann, wie Msgr. Nardi bereits angedeutet hat,
yiom, 22. Juls. Die in mehreren Städten bereits vorgenommenen zu Gunsten der Liberalen ausgefallen. — Das Brüsseler tote au« guter Quelle verlautet, mit ber italienischen Regierung 1116,111««,™ um bie Anschauungen der letzteren b-züglich


