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Durch alle Zeitungen ging in diesen Tagen ein Aufruf, unterzeichnet von einer großen Anzahl Männer aus allen Theilen Deutschlands, welche die Errichtung eines National-Denkmals zur Erinnerung an die Siege über Frankreich und die Wiedergeburt des deutschen Reiches auf einem der schönsten und geeignetsten Punkte der Ufer des Rheines anzuregen und zu fördern unternommen haben. Dieser Aufruf lautet:

Weit verbreitet lebt im Deutschen Volke der Wunsch, dem Andenken an die gewaltigen Ereignisse der jüngst vergangenen großen Zeit, bleibende Wahrzeichen zu widmen. Schon steigen sie zahlreich empor in allen deutschen Gauen; Friedenseichen rauschen von Grenzrain zu Grenzrain und manches Denkmal von Stein oder Erz wird der heimathlichen That von heimathlicher Hand bereitet. Was aber das Deutsche Volk gemeinsam errungen in einmüthiger Erhebung, seine Einigung, die Wiederaufrichtung des Deutschen Reichs, das will gemeinsam gefeiert, der nationalen That soll ein Nationaldenkmal geweiht werden.

Dasselbe darf nur da seinen Platz finden, wohin fich beim Ausbruch des Krieges des Deutschen Volkes Zorn und seine Begeisterung in unwidersteh­lichem Strome ergossen; wo Deutschlands Wacht war, muß Deutschlands Ehrendenkmal sich erheben.

Wo am Ausgange des Nheingaues, weite Rebengelände überragend, der Niederwald ansteigt und seine Hügel in sanfter Neigung zum Deutschen Strome sich herabsenken, sichtbar 'vom vorüberbrausenden Dampfer aus und dem Schritte des Wanderers leicht erreichbar ; wo des Auges weite Schau über den anmuthigsten Wechsel von Wald und Flur, von gewerbreichen Städten und blühenden Dörfern hinweg zum fernen Saum der Vogesen hinüberreicht; wo die bedrohte Nahe Schutz fand beim sichern Rhein; auf dem Felsen, wo Deutschlands Fuß seststand von der Römer Zeiten her bis auf den heu­tigen Tag, da ist die Stätte für den Malstcin Deutscher Kämpfe, Deutscher Siege, Deutscher Einigkeit.

Hier zogen die Kaiser vorüber, wenn sie neu gekrönt ihren Umritt hielten durch das Deutsche Land, hier sah man die Kurfürsten nach dem König­stuhl wallen. Aber hier hat auch in neuerer Zeit weise Fürsorge dem Gewerbfleiße die Bahn gesprengt, hier verkünden in gedrängter Folge Hunderte von Bahnzügen und Fahrzeugen eine Stätte der Bildung, des Wohlstandes, des allseitigen Fortschritts, während aus Strom- und Waldesrauschen der erfrischende Hauch der Deutschen Natur- und Sagenwelt weht.

Hier soll, umgeben von Weinbergen und blühenden Wohnsitzen, hoch über den Burgen des Mittelalters das Kunstwerk ragen, das Deutschland und seine Erhebung durch Kriegs- und Friedensthat, durch Waffensieg und politische Wiedergeburt, zu verherrlichen bestimmt ist; in welcher Form, ob als plastisches Kunstgebild, ob als edles Bauwerk, das wird dem Rath und dem freien Wettkampf der Deutschen Künstlerwelt anheimgestellt sein.

Die Unterzeichneten haben sich vereinigt, um diesem Gedanken die Ausführung zu sichern. Nicht karger Mittel werden wir dazu bedürfen; aber uner- schöpstich fließt der Born, wenn er nationaler Zustimmung entströmt, wenn Aller Gemüther und Hände rührig sind, ihren Stein zum Bau heranzutragen.

In dieser Zuversicht wenden wir uns an alle Vaterlandsfreunde daheim und in der Ferne mit der Bitte um Förderung des Unternehmens, an die Deutsche Presse zumal mit dem Ersuchen um Verbreitung unseres Aufrufs und Annahme von Beiträgen.

Berlin, im November 1871. ' (Folgen die Unterschriften.)

In der Ueberzeugung, daß die Worte dieses Aufrufs in den Herzen unserer Mitbürger patriotischen Anklang finden, fordern wir alle diejenigen Bewohner Gießens und der Nachbarorte, welche diesem Unternehmen zustimmen und es zu fördern bereit sind, auf, zur Berathung der hierzu erforderlichen Schritte sich Donnerstag den 2 5. d. M., Abends 8 Uhr, im Leib'schen Saale einfinden zu wollen.

L. Bücking, Hofgerichtsrath W. Buff, Ferd. Gail, August Heß, Hofg.-Advocat Hirschhorn, F. Graf zu Solms-Laubach, Adolf Noll, Professor Oncken, A. Ricker, Provinzial-Director v. Röder, Streng, Rector, Bürgermeister Vogt, Professor Dr. Zöppritz.

Einladung.

356) Zu der Montag den 29. d. Mts., Morgens 10 Uhr, int großen Saale desFrankfurter Hofes" in Mainz stattfindenden Versammlung der Wirthe und Weinhändler des Großherzogthnms, wegen Abschaffung der Weinsteuer, Zavfgebühr und Keller-Controle, wer­den hiermit nochmals alle Wirthe und Weinhändler in Stadt und Land höflichst ersucht, sich recht zahl­reich einfinden zu wollen.

Gießen, den 24. Januar 1872.

Wirthschafts-Eröffuung.

351) Einem geehrten hiesigen und auswärtigen Publikum die ergebene Anzeige, daß ich nnterm Heutigen eine Wirthschaft Sonnenstraße Lit. B. Nr. 56 errichtet habe und bitte um geneigten Zuspruch. Achtungsvoll

F. Willstrumpf.

NB. Zugleich bemerke noch, daß ich auf Logiren eingerichtet bin.

Jttnoiice.

4262) Aus Anlaß der neuerdings so vielfach vorgekommenen Brand- Unglücke bringen wir die durch uns vertretene

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Man tausche daher MissouruPacisic-Bonds gegen Lexington

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da ein sicherer Nutzen vorauszusehen ist.

339) Die Mitglieder der Biehversicherungs-Gesellschaft werden auf Mittwoch den 24. Januar, Abends 7 Uhr, zu einer

Gensralverfammlmrg

in das Local des Herrn König eingeladen.

Da Gegenstände von Wichtigkeit zur Verhandlung kommen, wird eine zahlreiche Betheiligung gewünscht. Der Präsident: ___________________Konrad Simon.

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Stand der Gesellschaft am 31. December 1870:

Grundcapital...........fl. 5,250,000.

Prämien und Zinsen-Einnahme 1870 . . . 2,309,774.

Gesammtreserven.......... 3,563,791.

Also Garantiefonds: fl. 11,123,565.

Bezahlte Brandschäden pro 1870 . . . . fl. 1,692,530.

Versicherungen am 31. December 1870. . . 1,330,153,104.

Im October 1871.

Die Agenturen:

Barth in Gießen. C. Jockel jun* in Hungen. Carl Löffler in Gambach.

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