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Gießener Anzeiger

Anzeige- und Amtsötatt für den Kreis Kießen

Samstag kn 23. November

1:M3.

OK

an

Brodpreife vom 23 bis 29. November 1872,

nach eigener Erklärung der Bäcker:

2 Kilo gemischtes Brod 20 fr. 1 Kilo gemischtes Brod 10 fr. 2 Kilo Noggenbrod: erste Sorte 17 fr., zweite Sorte 15 fr.

Preis vierteljährig 1 fl. 12 k. mit BringerLohn. Durch die Post otogen vierteljährig 1 fl. 29 kr.

Erscheint täglich, mit Äuv» nähme Sonntags.

Expedition: Eanzletberg.

Lit. B. Nr. 1.

Nr. 276

Wahl der Mitglieder des Gemeinderaths zu Gießen.

E i n l a ö u n g

zu einer außerorden lichen Ersatzwahl.

Nachdem von Großherzoglichem Ministerium des Innern aus Antrag des Gemeinderaths der Stadt Gießen genehmigt worden ist, daß zum Ersatz der verstorbenen Gemeinderathsmitglieder Herrn Friedrich Berg, Karl Löber und Georg Ebel, sowie des auf Nachsuchen vom Amt eines Gemeinde­rathsmitgliedes entbundenen Herrn Louis Petri eine außerordentliche Ersatzwahl abgehalten werde, so wird Termin zur Vornahme dieser Wahl für diejenigen Wählerabtheilunpen, von welchen die Genannten gewählt waren, wie nachfolgend anberaumt

1) Für die Wähler der III. Abtheilung, zu welcher diejenigen Stimmberechtigten gehören, deren monatlicher Steuerbetrug nicht über 4 fl 13^ fr. betragt, auf

Freitag den 29. und Samstag den SO. l. Mts., jedesmal Vormittags von 8 bis 12 und Nachmittags von 2 bis S^UHr.

(In dieser Abtheilung ist der in 1864 gewählte Herr Friedrich Berg zu ersetzen, demnach ein Mitglied zu wählen.)

2) Für die Wähler zur II. Abtheilung, zu welcher diejenigen Stimmberechtigten gehören, deren monatlicher Steuerbetrag mindestens 4 fl. 13J/2 fr. und höchstens 9 fl. 38 y4 fr. beträgt, auf

Montag den 2. December l. I., Vormittags von 8 bis 12 Uhr und Nachmittags von 2 bis 3 Uhr.

(In dieser Abtheilung sind zu ersetzen: die Herrn Karl Loher, gewählt 1864, Georg Ebel, gewählt 1870 für das in 1867 gewählt gewesene verstorbene Mitglied Philipp Möhl und Louis Petri, gewählt 1867 und sind somit drei Mitglieder zu wählen. Der zuletzt Genannte kann wieder gewählt werden.)

Mit dem Anfügen, daß die Wahl auf dem Nathhaufe dahier stattfinden wird, werden sämmtliche Stimmberechtigte nach Art. 26 des Gesetzes vom 8. Januar 1852 zur Theilnahme an demselben hierdurch eingeladen.

Gießen, den 21. November 1872. Der negiernngs-GommMr:

Gros, Kreisassessor.

s

Deutschland

Die verschiedenen parlamentarischen Vereine hielten heute alle

Landschaftsmaler Munthe, sämmtltch in Düsseldorf.

und befestigen wird." Nach dieser Note hat also Thiers heute seine Drohung, übzutreten, wieder zurückgezogen; was das Vertrauensvotum enthält, M'.ß sich in den nächsten Stunb.n Herausstellen.Bien Public" bedauert, daß man gestern der Tagesordnung Jamös nicht den Vorzug gegeben, da der Justizminister Du- saure, ter sie befürwortete, gleichviel, wie die Krisis sich lost, aus dem Mini­sterium austreten wird. Die Aufregung in Paris und Versailles ist natürlich groß. Das Aussehen von Paris hat sich natürlich nicht geändert, nur im Quar­tier Latin herrscht mehr Leben als sonst. Daß die Garnison consignirt ist, be-

Darmstadt, 21. November. Wie wir hören, wird das Bezirfsstrasgericht Ortenberg demnächst aufgehoben und der Bezirk desselben mit dem des BczirkS- firafgerichteS Gießen vereinigt werden. Das Min'sterium soll auch eine Aufhebung der Bezüksstrafgenchtt mit kleineren Bezirken beabsichtigen, um möglichst Ersparungen eintreten zu lassen. (8** 3-)

Mainz, 19. Novbr. Am Sonntag Nachmittag hat mitten in der Andacht wegend?r Anliegen der Kirche" und ihrerVerfolgung im Deutschen Reich" der Bischof die Kanzel des Domes bestiegen, um eine Erklärung in Sachen ver Jesuiten zu verlesen und ihnen einschmerzliches Lebewohl" zu sagen. Sie haben auf seine Bitte zwölf Jahre in unserer Stadt gewirkt. Einer ist nach Chili, ein anderer nach Amerika, ein dritter nach Bengalien gegangen ein vierter, der Seligenstädter Zöller, wird in eine protestantische Gemeinde internirt, der Pattr von Doß geht über die Grenze. Einige Weiber sollm geweint, Kinder und Greise aus Grund ihres Herzen« geseufzt haben. Unsere Stadt hat ave Ursache, den Störern des confesstonellen Friedens, den Hetzern gegen Andersgläubige, ein Nimmerwiedersehen!" zuzurusin. Heber ihre Wirksamkeit lassen sich ganze Bo- aen schreiben und noch ganz kürzlich haben sie verschiedene Proben derselben ab- aeleat. Einer ihrer Zöglinge z. B. suchte in einem Prtvaiinstllut tu Religwns- flunde in« Ungewisse auszudehnen und den Mädchen protestantischer Eitern die TbUe beirubringen: Beten und Glauben sei besser, wie Rechne und Wissen, sie möchten für die Bekehrung Ungläubiger beten. Derselbe geistliche Herr schloß eine Lehre vom Himmel, Fegfeuer und Höll-; m-'t der Bemerkung: Von letzterer wisse man nicht genau, ob sie nur aus furchtbarem Feuer oder einem schrecklichen Mistpluhl bestäN2i, Es waren schon früher Verhandlungen zwischen

Deutschland und Amerika eingeleitet, welche den Abschluß eines Vertrages zum Schutzs der Auswanderer bezweckten. Diese Angelegenheit ist .jetzt , nachdem die Präsiden tt nwahl ^i n^Ansp^uch ^n7mm"!n^sind Med^r ^tlomm"n. Die stätig'l sich "nicht, nur die Nachtpatrouillen sind vermehrt und Wachtposten

Präsidentenwahl !P sih die wün chenswerthen Einrichtungen der Schiffe, verstärkt worden. Die verschiedenen parlamentarischen Vereine hrelten heute alle technischen Schwi r^j^e U^ bcklagenswerther Vorfälle, wie sie mit dem Versammlungen. Wie heißt, zeigt sich die Gesammtrechte, die bis jetzt fest ^^Auswanderungslchiff ^eibnifc" stattgesunden haben, sind jetzt durch ge- zusammenhält, wenig versöhnlich. Sie will zwar Thiers mcht stürzen, über sie m-i^e Versiändiauua ^eh^em Dagegen haben die Fragen über die Competenz,verlangt nach wie vor von ihm, daß er sich von der Linken lossage und künftig hPr mi? »eaufficbUftunft in den btiterfeitigen Häfen zu betrauenden Behörden gar nicht mehr in die Nationaloersammlung komme. Geruchtsweise heißt cs, in noch »u weiteren Verhandlungen geführt, deren Abschluß wohl noch eimge Zeit^den Versammlungen der Rechten sei die Frage zur Sprache gekommen, ob nicht au^sich warte» lasse» wird iMac Mahon an die Spitze der Regierung zu stellen und die Generale lAomi.

Berlin, 21. November. ' ......... - - - ,

der Kunst dem Professor Lasch in Düsseldorf, die kleine Medaille dem H'storten- * j ...... k (XX a in /iIdw« nrtft litt A

Berlin, 22. November. DieNarionalzeitung" hört, daß die gegründete Aussicht vorhanden fei, daß ein definit,veö Münzgesetz dem Reichstage in der uächst'n Session vorgelegt werde.

Oesterreich.

Pesth, 21. Novbr. DieReform" veröffentlicht eine Erklärung der unga­rischen Emigration von 1850, worin Csernatony der Banknotensälschung, mehr­facher Diebstähle, der Denunciation und nachgewiesener Spionage beschulcigt wird

Frankreich.

Paris, 19. Novbr.Bien Public", welche« heute Abend später erschienen ist als gewöhnlich, veröffenttichr folgende Miltheilung:Heute Morgen um 10 Uhr war Ministerrath, um über die gestrige Abstimmung der Nationol-Ver­sammlung und die nun zu ergreifenden Maßnahmen zu beraten. Der Präsident der Republik will, wie er gestern sagte, eine starke und geachtete Regierung. Man begreift aber, daß es für ihn sehr schwierig sein wird oder daß er es mit seiner Würde für nicht vereinbar hält, den Enthaltungen gegenüber, welche die gestrigen Abstimmungen begleiteten, fo.tzuregieren. Man glaubt jedoch, daß die Frage nach der Form, in welcher die Regierungsvorschläge, über welche im Mini­sterrath deratben wvtden, der Kammer heut vorgelegt werden sollen, eine Dis- cussion Hervorrufen wird, aus der ein entschiedenes Votum hervorgeht, welches das vollkommene Vertrauen der Kammer bekundend, die Regierung möglich machen

Der Kaiser verlieh die große goldene Medaille rault und Changarnier ihm beizugesell^n faien. (K. Ztg.)

ber »un(l Pros.llor Lasch in Düsseldorf, die kleine Mrdallle dem Historien- Paris, 19. Novbr. Die Aufregung, die in Pari» herrscht, ist In der malet Gebbard dem Schlachtenmaler Hmnien, d-m Genremaler Hoff und dem Zunahme begv.ff.n , seit man weiß, daff die Regierung heute noch keine Schritte Maler Gebhard, rem «-y>aev«nma,er vugrthan hat. Di- Boulevardsbörse war äufferst belebt. Rente und Anleih«