Person zu sich rufen. „Du hast", sagte er zu thm, „meine Gemahlin angegeifert; das war verflucht niederträchtig von Dir. Was Du von mir gesagt, rührt mich nicht, aber hüte Dich, Boses von meiner „Lova" (Kosewort) zu sprechen." Damit gab er ihm eine derbe Maulschelle und entließ ihn- Als er einmal auf Reifen das Frühstück in einem großen Dorfe einnehmen sollte, beeilten sich die Honoratioren des Ortes, an den Hosintcndanten zu schreiben, um zu fragen, ob Se. Majestät etwas Besonderes wünsche. Der Intendant zeigte dem König ,ben Brief, und der König antwortete selbst schriftlich: „Häringe und Kartoffeln. Karl."
Local-Notizen.
Gießen, 23. October. Wir wissen, daß erst kürzlich aus hiesigem Bahnhofe ein Rehb ock gestohlen, abgezogen und das Fleisch in Stroh auf dem Miste versteckt worden ist, damit eS bei dem Diebe nicht gefunden werde. In der vorverwichenen Nacht wurde nun auch von dem Perron des hiesigen Bahnhofs eine Rehgaise in höchst frecher Weise und wer weiß, ob nicht auch in diebischer Absicht wegqenommeu und vor da- StationShauS hiesigen Bahnhofs in bedeutender Höhe an ein Maurergerüst aufgehängt. Warum mußte diese Rehgaise öffentlich auSgehängt werden, was hatte das Thier verschuldet? (Sollte vielleicht die Gaise dem Bock Gesellschaft leisten oder wie? Die Herren GScomateurS werden gebeten, dem Setzer Nachricht über diesen Umstand zu geben.) Ist das Thier vielleicht dahin gethan worden, um eS aus den Augen der Diebe zu schaffen? Die Bahndirection sollte doch bessere Aufsicht auf das Eigenthum des Publikums führen lassen und Nachtwächter bestellen, denen nicht fremdes Gut in ihrer unmittel baren Nähe hinweggerafft werden kann.
— Vorgestern sind drei Arbeiter der G a t l'fchen TabackSfabrik von der Polizei eingesteckt worden, weil sie allmählig viel Taback entwendet hatten. Nachdem im letzten Sommer eine so große Menge Fabrik-Arbeiter in Untersuchung gezogen worden find, ist eS zu verwundern, daß die letzt Verhafteten sich nicht hatten abschrecken lasse«.
Gießen, 23. October. Wie uns Herr W. Luöz mittheilte, wird derselbe in diesen Tagen Shakspeare'S König Lear und Der Widerspänstigen Zähmung hierfelbst zum Vortrag bringen. In Berlin und namentlich in Köln, wo Herr Luöz Vorträge hielt, referirten die Zeitungen nur auf bas Günstigste über Herrn Lu^z, und wurde der Ausdruck und Ton deS Vortrags namentlich sehr hervorgehoben; es sei ein wahrer Genuß, einen solchen Vortrag zu hören, und wurde Herr Luöz als Meister in seinem Fache gerühmt. Wir verfehlen darum auch nicht, unser Publikum auf diese Vorträge aufmerksam zu machen; wir sind überzeugt, eS wird ihnen beim Besuche derselben ein genußreicher Abend beoorftehen.
Börsenberichte.
Frankfurt n. M., 22. October. Unsere Börse sucht so viel al« möglich den neuerdings wieder von auswärts kommenden Bestrebungen, die kaum erwachte bessere Stimmung zu inhtbiren, entgegenjutrcten. Zndeß gelingt ihr dies naturgemäß nur theilweise, da sie eben doch mehr oder weniger den vorkommenden Thatsachen Rechnung tragen muß, und da man in Berlin trotz des momentan flüssigen Geldstandes für den Ultimo doch eine Vertheuerung des Geldes befürchtet und sich deshalb reservirt verhält, in Wien aber prononcirte Geldknappheit herrscht, in Folge deren die Nationalbank neuerdings starke Posten Devisen verkauft, um den an sie herantretenden An, sprächen genügen zu können, da man gestern auch, wie bereits erwähnt, eine abermalige DiSconto- erhöhung in London befürchtet, so stellte sich auch hier heute eine etwas gedrücktere Stimmung «in, in Folge deren der SpeculationSmarkt ziemlich unbelebt blieb und die Course weichende Richtung einschlugen. Auf da« Bankgebiet war dies zwar weniger von Einfluß, da hier relativ reges Leben herrschte und die Course mit wenig Ausnahmen fest blieben, theilweise sogar höher gingen, wie v B. bei Deutscher Effectenbank und Oesterreichisch-deutscher. Von Bahnactien litten heute Elisabeth unter zusammentreffenden größeren VcrkaufSaufträgen. Buschterader dagegen, sowie
BörseMAChrichten.
22. Octber 1872.
Preuss. 41/30/0 Obiig. 103 Frankf. 8Va°/0 Obi. 86*/3
Nass. 41/3 o/o Obi. 993/4
Kurhess. 4% „ 94
Gr. Hess. 5% Obi. —
» „ 4% „ 98’/8
» » 3V,0/0 , 95
Bayer. 50/0 „ 100’-/8
* 41/z 0/0 1jährige —
» 4% 1jährige 93‘/a Würtemb. 41/3 o/o ObL 99’/8 Baden 4Va°/o Obi. 0. E. L. 99i/4 Oesterr. Silberrente 65
„ Papierrente 60 t/4 Spanier, neuest. 3% 29 Amerik. Bond« 1881r 98%
t> « 1882r 963/8
» „ 1885r 971/8
_ «______» 1887r 97___
Aetien.
Frankf. Bank 146%
Frankf. Vereins-Kasse 162
Darmst. Bankaot. 513
Wien Bankaotien 1043
Oest. Oreditact. 3581/, Galkien 248V,
5O/o tetr. F. St. E. B. 356 Lombard. Bahn 2191/2 Ludwigah.-Bexbach 201 Max bahn 145 Bayer. Ostbahn 134 Rhein-Nahebahn-Aot. 54% Hass. Ludwigsb.-Äct. 179% Oberhessen „ 80%
PriorHftten.
3O/o oster. Stsb.-Prior. 57% 3% öst. 9. Lombard 5O7/e 3% Livomeser 38% 5O/o Tosoaner 61 50/0 Elisabeth.-Prior. 85 do. n. Emiss. 84%_______
ÄnleheiulooBe.
Darmstädter fl.50Loose —
n »25 „ 553/4 Kurh. 40 Thlr. Loose 72 Nassau 25 fl, 473/4 Braunschweiger 223/4 30/g Oldenburg, h 4OThlr. 38«/4 40/g bayr. Präm.-Anl. 112% 40/0 badische Loose 110% Badische fl. 35 Loose 71 Oestr. fl. 250 ▼. 1854 92% 1858r Prioritäteicose 206 1860? Loose 94% 1864r „ 161
Weehael.
Amsterdan
k.
S. 98%
Augsburg
k.
8.
100
Berlin
k.
8.
104%
Bremen
k.
8.
175%
Brüssel
k.
8.
02%
Hamburg
k.
8.
87%
Leipzig
k.
8.
105
London
L
8.
11878
Lyon
k.
8.
—
Paris
k.
8.
92%
Wien
k.
8.
108%
ditto
m.
8.
107%
ditto
1.
8.
107%
Disconto
5%
GeldsorteUi fl. kr.
Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 42—44
„ doppelte 9 43—45 Holl. fl. 108t 9 53—55 Ducaten . . 5 34—36 20 Frankenst. 9 21—22 Engi. Sover. 11 49—51 Buss. Imper. 9 43—45 Dollar in Gold 2 25%—26%
Douau.Drau, Galizier und Nordwest halten sich beliebt. Bayerische Ostbahn war gut gefragt und etwas höher. Die Zeichnungen auf die Berlin-Dresdener Aktien und Prioritäten erreichte« bereits heute eine eminente Summe und stellte sich jetzt schon der CourS auf 92. Man ist all, gemein von der Rentabilität dieser neuen Bahn überzeugt. Auf dem Prtoritätenmarkt käme« Lemberg-Czernowitzer in Handel. Staatsbahn und lombardische Prioritäten beliebt, ebenso Donau- Drau. ReichScontinentalactien etwas billiger. Oesterreichische Renten und StaatSloose fest. 1854er gesucht. Schwedische Loose beliebt. Von Amerikanern waren heute keine Course zu erfahren, da sich das Geschäft nur in den engsten Grenzen bewegte.
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Häufig tft man in der Lage irgend ein Offert, Gesuch oder sonstige Willensmeinung in den Zeitungen zu veröffentlichen, befürchtet jedoch aus naheliegenden Gründen eine Verletzung der Discretion. Die bekannte Annoncen - Expedition von Rudolf Mosse, Centralbüreau Frankfurt a. M., hat sich den ehrenwerthen Ruf erworben, alle ihr zur Besorgung an die Zeitungen zugehenden anonymen Inserate mit strengster Geheimhaltung der Namen der Auftraggeber in jedes gewünschte Blatt einzurücken und die hierauf eingehenden Offertbriefe uneröffnet und ohne Provisions- berechnung den anonymen Inserenten ungesäumt -zu übermitteln.
Welches Vertrauen genannte Annoncen-Expedition im Publikum genießt, beweisen hinlänglich die Jnseratenspalten aller Zeitungen, welche täglich eine Menge von Anzeigen enthalten, worin obige Firma zur Entgegennahme von Offertbriefen au- torisirt ist.
M ß ß g § M e i m e r M U z e i g e r.
Versteigerungen.
Feilgebotenes.
Holzverftetgerung im Gießener Stadtwalde.
Montag den 28. October d. I., von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, Districten Bruderwinter, Strangswiese, Unterwald, Ameisenkopf, Bannwald und Steinerts- wald nachverzeichnetes Holz öffentlich versteigert werden, als:
I. Brennholz:
58,3 R -Meter Nadel-Prügelholz,
9,3 „ Aspen-
32,2 „ Nadel-Stockholz,
1,9 „ Aspen- „
5120 Wellen Nadel-Reisholz,
30 „ Aspen- „
11. Bau-, Werk- und Nutzholz:
Herde und Besen in den verschiedensten Sorten, namentlich die sich so sehr bewährenden, in jeder Beziehung ausgezeichneten
Regulir - Füll - Oefen (4869) empfiehlt I. G. D. Bapst. Harlcum Blumknzwicbeln, für Zimmer und freies Land, in großer Auswahl billigst bei
Jacob Herrmann, Samenhandlung, (49ÖS)_________Friedberg.___________
763) Photographie-Rah- men und Goldleisten bei
W i l h. Balser.
15 Nadel-Stämme bis zu 19,2 Meter Länge und 25 Centimeter Durchmesser, mit 5,08 Cub.-Meter.
1723 Nadel-Stangen mit 40,37 Cub.-Meter.
Die Zusammenkunft ist auf der Strangs- wiese.
Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Februar 1873 ge- ta$)ic Großüerzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen.
Gießen, am 22. October 1872.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. (4916) Vogt.
4879) Donnerstag den 24. October, Nachmittags 2 Uhr,
sollen in dem Schmehl'schen Hause auf dem Brand:
3 Steinkohlen - Oefen, 1 Aepfelmühle, 3 große Steigleitern, 1 Handwägelchen, 1 Mehlkasten, 1 große Wafchbütte, 2 Krautständer, verschiedene Fässer, 1 Kleiderschrank, 2 Küchenschränke, eine Parthie Flaschen, eine Parthie Blechtöpfe und sonstiges Küchengeräthe, verschiedene Wirthstische und Stühle, einige Bettladen, einige Fenster, einOelständer für Kaufleute, eine Parthie Kartoffelsäcke, eine Wanduhr und eine Taschenuhr, eine Parthie Tabak und eine Parthie Zwirn rc.,
gegen baare Zahlung versteigert werden, i
NB. Das Einrahmen von Bildern wird schnell und billigst besorgt._______________________________
Schutz gegen die Cholera! Universal - Magen - Liqueur 4344) von
Franz von Metternich in Mainz, erfahrungsgemäß bestätigt durch eine Menge glaubwürdiger Zeugnisse von anerkannt renommirten Aerzten, wie von höchst achtbaren anderen Personen. Das einfachste, sicherste und angenehmste Mittel gegen Magenleiden aller Art.
Zu haben in ganzen, halben und Viertel- Flaschen bei Ed. Lind, Hof-Conditor, in Gießen; PH. D- Kümmich in Friedberg-
4730) Ein Paar gut erhaltene Chaisen- Geschirre sind preiswürdig zu verkaufen. _____________________Fr. Text0r, Hardt.
4917) Ein guter Rattenpinscher ist zu verkaufen bei Georg Ferber,
Neustadt-
Kartoffeln,
sehr gute Sorte, das Malter 2 fl. 30 kr., auf solche nimmt Aufträge entgegen
I. Rothenberger, (4923) Lindenplatz._________
1876) Thürschouer in Crystall und Porzellan bei Wilh- Balser.
Specerei-, Material-
und
Farbwssren - Handlung
Condensirte Milch.
von
Emil Fischbach
in
Reisstärke
Giessen
(Seltersweg)
Toilette-, Bade-, Fenster- und Pferdeschwämme.
empfiehlt sich einem geehrten Publikum bestens.
Blockchocolade
pr. Pfund 28 kr.
Große und kleine Rosinen, ausgef. große Mandeln, Cttronat, Orangeat, ganzen und gestoßenen Zimmet, gestoßene
Raffinade, Citronen, AniSfaamen, Ammonium und Pottasche.
Thee, Vanille, Chocolade, Sardellen und Gothaer Cervelatwurst.
Bienenhonig Zuckersyrup.
Parmesan- und Emmenthaler Käse.
Jtal. Brünellen, getrocknete Kirschen, Aepfelfpalten, ganze Aepfel, Mirabellen, Catharina - Pflaumen und türk. Zwctschen.
i Lager in ächt italienischen und deutschen Teigwaaren, als: iMaccaroni, DermicelliS, Suppenteige, Eiergemüse- und Eiersuppennudeln.
Reinschmeckendes
Schweineschmalz, pr. Pfund 28 kr.
[ Batavia-Ärrac, Jamalea-Rum, Cognac, Arme- und Kuni- Stfjj Pnnseh-Essenz, Malaga, Madeira, Sherry, Maraschino £ Zara, Genever, Gilkaer Getreidehünunel und »an*, gi <>oldnasser, Schwarzwälder Kirachwasser, Silbowltz A. und sämmtliche ächte holländ. Liqueure von Wynand Pocking.
Würfelzucker.
I Champignon«, Trüffeln. Sardine» j a l’huile, ruse. 'Sardinen, Caviar 8und Mixed-Pickles.
j Tafelmandeln,
5 Tafelrofinen, | Jtal. Haselnüsse.
4873) Die
ern
Hauben
Ohrringen
Blumen, Kedern, Bändern, Armband Ketten, Brochen,
Fächern, Kragen u. Aermeln Schleiern, Netzen, Ledergürteln, G u m m i s ch n h e n.
sowie in allen Arten Hutformen, Hutstoffen, Sammeten, Tüll, Blonden, Spitzen u. dgl. m. bestens zu empfehlen.
VFillielinine TFiaEir. Kirchenplatz.
4462) Zur gegenwärtigen Saison erlaube mir mein reichhaltiges Lager der neuesten Muster in: Baschliks, ^Capnzen, I Shawls, Moir^e schürzen Handschuhen, Hüten,


