Gesetzen de- Staates die gebührende Achtung und pünktliche Befolgung zu sichern. Der Erlaß zählt sodann eine erkleckliche Anzahl von Paragraphen des Strafgesetzbuches auf, Nach welche« die fraglichen Ausschreitungen bisher nicht geahndet wur- den, und fordert die Läuderchcfs auf, die unter ihnen stehenden administrativen und polizeilichen Organe zu erhöhter Thätigkeit in dieser Richtung anzusporuen.
Frankreich.
Paris, 15. Mai. Bei Dentu ist unter dem Titel: „Sedan, la bataille et la capilulalion“, eine Broschüre erschienen, welche eine Proklamation Napoleon'- III. enthält, die bis jetzt noch nirgends figurirt hat. Dieselbe trägt das Datum vom 31. August und wurde nach der Schlacht von Beaumont und vor der Schlacht von Sedan von dem Ex-Kaiser an die Armee gerichtet. Dieses Do- cumertt lautet:
Soldaten! Da der Anfang des Krieges kein glücklicher war, so wollte ich, indem ich von jeder persönlichen Rücksicht absah, das Commando den Marschällen übergebe» , welche mir auf besondere Weise von der öffentlichen Meinung be- zeichuet worden waren. Bis jetzt hat der Erfolg eure Anstrengungen nicht gefrönt; iNdeß erfahre ich, daß die Armee des Marschalls Bazaine sich unter den Mauern von Metz erholt hat; der des Marschalls Mac Mahon wurde gestern nur ein sehr leichter Verlust zugefügt; e? liegt also kein Grund vor, sich zu ent- wuthigen. Wir haben bis jetzt den Feind verhindert, in die Hauptstadt einzu- dringen, und ganz Frankreich erhebt sich, um die Eindringlinge zurückzuDerfen. Unter diesen Umständen und da die Kaiserin mich in Paris würdig vertritt, habe ich die Rolle des Soldaten der des Souverains vorgezogen. Nichts wird mir zu ttzeuer sein, um das Vaterland zu retten. Es schließt, Gott sei Dank, noch Männer von Herz in sich, und wenn es Feiglinge gibt, so werden ihnen das Kriegsgesetz und die öffentliche Verachtung Gerechtigkeit widerfahren lassen. Soldaten, seid würdig eures alten Rufes; Gott wird unser Land nicht verlassen, wenn Jeder seine Pflicht thut!
Gegeben im Hauptquartier zu Sedan, am 31. August 1870.
Napoleon.
einstweilen verzichtet. Er will — heißt es — die Dinge aus sich selbst heraus reisen lassen, und nur mit den jeder Regierung zu Gebot stehenden Einflüssen nachhelfen, Einflüssen, denen vor allen Dingen die hier in erster Reihe in Betracht zu ziehenden Ulema's schon jetzt sich keineswegs in dem Maße unzugänglich ge- zeigt haben, als man Anfangs gerechnet. Für die nächste Zeit aber soll die Frage von der Tagesordnung gestrichen werden.
Erwiderung.
Der Wechsel ist n.cht gefressen worden; aus Scher; nahm der Betreffende denselben nur in den Mund; sofort wurde er regulirt. Das Original mit Marke befindet sich noch da. Dieses auf die feine Benachrichtigung des 8. R. F. W.
Börsenberichte.
Frankfurt a. M., 21. Mai. Die Feiertagsruhe ist auch unfern BoursierS zu Statten gekommen, d. h. speciell der Haussepartei, welche beute mit frischen Kräften einen kleinen Vorstoß unternahm und denselben auch mit Gluck durchführt«. Die Börse eröffnete namentlich auf speculativem Gebiet mit wesentlich höheren Kursen, besonders bei Lomb.rrden, die bis 209:< 4 gehandelt wurden. Später trat zwar eine kleine Neackion ein, die aber nicht lange andauerte, sondern wieder den Anfangskursen weichen mußte. L-ämmtliche internationale Speculationswerthe waren sehr lebhaft im Verk.hr und war Kauftust überwiegend. Creditactien gingen bis 248, Staatsbahn bis 375. Auch Wiener Nationalbank ein Paar Gulden höher. In andern Bank- werthen concentrirt« sich heute dar Hauptgeschäft einzig uno allein auf den Verkehr in Deutschen Verrinsbankactien, die bei ca. 40/0 höherem Kurse sehr gesucht waren, und zwar in Folge deS durch ihre Betheiligung abgeschlossenen Ankaufs des weltbekannten Bankgeschäfts der Firma L. A. Hahn dahier für eine neugebildete Aktiengesellschaft, ein Factum, das von der Börse, wie gesagt, mit einer bedeutenden Preiserhöhung begrüßt wurde, und das geeignet ist, den dabei Jn- trressirten reichlichen Gewinn in sichere Aussicht zu stellen. Oesterreich. Bahnen erfreuten sich reger Frage und zwar vorzugsweise die älteren Gattungen. Sie wurden fast sämmtlich bei erhöhten Preisen aus dem Markt genommen. Die neue Albrechtsbahn wurde mit 184ya bezahlt, doch ist der Verkebr hierin noch schwach. Toscanische Prioritäten begehrt, ebenso sonderbarer- wcise Rudolph-Prioritäten, die von obscurec Hand zu treiben versucht werden. Von Loosen waren die Österreich. Sorten nicht unbeliebt, während die andern stagnirten. Staatspapiere wenig am Markt und das Wenige gleich weggenommen. Oesterreich. Renten weniger lebhaft, aber fest. Auch amerikanische StaatenbondS wurden heute ziemlich umgesetzt, auf eine für die endliche Losung der Alabamafrage günstige Depesche aus Washington hin.
Dänemark.
Kopenhagen, 14. Mai. Ein isländischer Schooner meldet, daß in Husavik (Nordküste von Island) am 16., 17. und 18. April Erdbeben verspürt wurden. Zwanzig Häuser wurden zerstört, Verlust an Menschenleben ist nicht zu beklagen.
Spanien.
Madrid, 20. Mai. Nach hier eingetroffenen amtlichen Berichten aus den Provinzen haben auch in der biscaysche« Bande die Desertionen begonnen. Zahl-, reiche Insurgenten haben sich bereit erklärt, die Waffen nieberzulegen; 4000 sollen! sich unterworfen haben. Auch in den anderen Provinzen nehmen dle Unterwerfungen' zu und verschwinden die Banden. — Der Carlistenchef Uribari ist gestorben.
Rumänien.
Bukarest. Sämmtliche Ismailer Iudenhetzer wurden vom Broiler Schwurgerichte freigesprochen.
Ducharest, 19. Mai. Die Franco-Hungarian Bank hat das rumänische Tabak-monopol gegen eine jährliche Pachtsumme von 8 Millionen Francs übernommen.
Türkei.
Konstantinopel, 15. Mai. Wiener Nachrichten zufolge hat der Sultan den discreten, aber doch sehr eindringlichen Vorstellungen der befreundeten Mächte Rechnung getragen und den Plan der Veränderung der Thronfolge allerdings nicht bestimmt und für alle Zeiten aufgegeben, aber doch auf seine Ausführung
BörsenBachrickteü.
21. Mai 1872.
Preuss. 4^/2 0/0 Oblig. 1001/4
Frankf. 31/2% Obi. 877/8 Nase. 41/20/0 Obi. 991/2 Kurhess. 4% „ 9 4 Vs Gr. Hees. 5<V0 Obi. —
, „ 4O/o „ 981/z
, , 31/2% , 92i/2
Bayer. 5% * 1003/8
„ 41/2 % 1jährige 100‘/8
„ 40/0 1jährige —
Würtemb. 41/2% Obi. 993/4
Baden 41/2% Obi. 0. E. L. 993/4
Oesterr. Silberrente 6 4 ’/4
„ Papierrente 573/4
Spanier, neuest. 3% 293/4
Amerik. Bonds 1881r 991/2
„ „ 1882r 96 V8
„ „ 1885r 973/8
„ „ 1887r 975/8
A eilen.
Frankf. Bank 142
Frankf. Vereins-Kasse 135V2
Dannet. Bankaot. 465
Wien Bankactien 871
Oest. Creditact. 346
Galizien 266 V2
ActÄen.
50/0 östr. F. St. E. ß. 3771/2 Lombard. Bahn 2IOV2 Ludwigsh.-Bexhaoh 20 41/4 Maxbahn 1 471/4
Bayer. Ostbahn 1451/2 Rhein-Nahebahn-Act. 48 V2 Hess. Ludwigsb.-Act. 1781/2
Oberhessen 7 83
Prioritäten*
3°/0 öster.Stsb.-Prior. 591/4
3°/c öst. s. Lombard 51
3% Livorneser 393/8
5% Toscaner 62
5% Elisabeth.-Prior. 831/2 do. II. Emiss. 82 V2
ÄnleheiiHloose.
Kurh. 40 Thlr. Loose 723/4 Nassau 25 fl. 435/s Braunschweiger —
3°/q Oldenburg, ä 40Thlr. 39
4% bayr. Präm.-Ani. 113 Ansbaoher 7 fl. —
4% badische Loose 111 Badische fl. 35 Loose 70 Oestr. fl. 250 v. 1854 841/2 1858r PrioritätslooBC 197 1860r Loose 925/e 1864r „ 1561/4
Stadt Florenz —
Weeh«el.
Amsterdam
k.
S. 98'/r
Augsburg
k.
8. 993 4
Berlin
k.
S. 1047/8
Bremen
k.
8. 96i/2
Brüssel
k.
S. 935/8
Hamburg
k.
8. 87i/2
Leipzig
k.
8. 105
London
k.
S. 119i/8
Lyon
k.
8. —
Paris
k.
8. 931/2
Wien
k.
8. 1043/8
ditto
m.
8. 104
ditto
L
8. 104
Diseonto
4%
Geldsorten.
fl. kr.
Pr. Friedrdor 9 57i/2—58«/« Pistolen . . 9 40—42
„ doppelte 9 40—42 HoU. fl. lOSt. 9 53—55 Ducaten . . 5 33—35 20 Frankenst. 9 211/2—221/2 Engi. Sover. 11 52—54 Buss. Imper. 9 40—42 Dollar in Gold 2 26-27
Allgemeiner Anzeiger.
2 R.-Meter Buchen-Werk-Scheidholz.
Bersteigerungen
E d i c t a l l a d u 11 (\
Main - Weser - Bahn
köpf. Grünberg, den 18. Mai 1872.
Bahnhof Gießen
schein ausgefertigt wird.
.bis zum Submissions-Termin am 1. Juni
Oeffentliche Aufforderung.
I. Brennholz:
3,4 R.-Meter Eichen-Prügelholz,
Die Großherzoglichen Bürgermeistereien
Oeffentliche Bekanntmachung.
2500) Heinrich Dietz IV. von Rüd- dingshausen ist als Verschwender erklärt und unter Curatel gestellt. Rechtsgeschäfte können gültig nur mit dessen bestelltem
Zusammenkunft jeden Tag Morgens 9 Uhr im District Lichterwald. Am ersten l Tage wird außer etwa der Hälfte der Eichen
soll in dem Gießener Stadtmalde, Distric- ten Bruderwinter, Strangswiese und Bann-
Curator Heinrich D i e tz VI. zu Rüddings- hausen abgeschlossen werden. Etwaige noch nicht angemeldete Forderungen an den Ge-
„ Stockholz, Nadel- „ Eichen-Reisholz, Nadel-
Großherzogliche Oberförsterei Nieder-Ohmen.
Hüter.
Vormittags 9 Uhr, anberaumt, und werden sämmtliche Gläubiger des Heinrich Wolf zur Anzeige und Begründung ihrer Forderungen jeder Art, nebst etwaigen Vorzugsrechten, sowie zur weiteren Beschlußnahme über die Masse bei Meidung des stillschweigenden Ausschlusses von derselben vorgeladen.
Gießen, den 4. Mai 1872.
Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher.
Holzvecheigerung im Meflener Stadtwalde.
2507) Montag den 27. Mai 1872, von Vormittags 9 Uhr an,
ihre Ansprüche innerhalb 4 Wochen bei der lich Lieferung aller Materalien, im Wege endigt die Versteigerung im District Heegunterzeichneten Stelle vorzubringen und ge-'öffentlicher Submission verdungen werden. e*"c m40 4or7“
hörig zu begründen, widrigenfalls der ge-! Die Offerten sind portofrei und versiegelt dachte Schuldschein nach Ablauf dieser Frist mit der Aufschrift: .. ..
für erloschen erklärt, und dem Kaspari Weigel III. ein neuer deßfallsiger Schuld-^
II. Bau-, Werk- und Nutzholz: 180 Nadel-Stämme bis zu 35 (Zentimeter Durchmesser und 17 Meter Länge, mit 59,27 Cub.-Meter,
41 Eichen-Stangen mit 1,77 Cub.-Meter, 882 Nadel- „ „ 50,94
Zusammenkunft ist auf der Strangswiese. Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Oct. 1872 gestattet.
Grünberg nach Homberg, versteigert:
551 Eichen-Stämme von 14—52 Centime-
ter Durchmesser und 3 —15 Meter, xac <?umuuin|iuviui
Länge -- 444 Cubikmeter, zu Bau-! der umliegenden Orte werden ersucht, dies und Werkholz und Eisenbahnschwellen'in den dortigen Gemeinden bekannt machen geeignet, 'zu lassen. Gießen, den 18. Mai 1872.
2 Kiefern-Stämme von 34 (Zentimeter Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Durchmesser und 5 Meter Länge, > Vogt.
„Submission auf Bauarbeiten zur Ver-> größerung des Güterschuppens auf dem
2,4
40,8
HO Wellen 1770
Klein-Linden, am 10. Mai 1872. 0—" «... -
Großherzogliche Bürgermeisterei d. I., Vormittags 11 Uhr, bei der unter: Klein-Linden. zeichneten Betriebs - Inspektion zu Frank-
Weigel. :furt a M. einzureichen, woselbst auch die
Zeichnungen, Kosten-Anschläge und Seifen 2öruoerroinrer, öiianHömieje uno oann: dingungen eingesehen uno die Submisssons-^wald, nachoerzeichnetes Holz öffentlich ver-
... _ Formulare in Empfang genommen meröen jfteigert werden, als:
2499) Die auf heute zusammenberufenen können. . ’ m '
bekannten Gläubiger der Georg Zecher^ Frankfurt a den 11. Mar 1872. Eheleute und Johannes Zecher Eheleute! Königliche Betrrebs-Jnspection.
von hier haben mit der I 0 h a n n e s Z e ch er--H ? y l._______________
Wittwe dahier ein Arrangement abgeschlossen !
Es werden nunmehr alle noch unbekannten^ lillylluillj
Gläubiger der genannten Personen ausge-- in den DoNiclNialwaldUNqeN der fordert,, sogew.tz bmnen 4 Wochen,, uomi Oberförsterei Niedkr-OhmeN.
2505) Mittwoch den 29 und Donnerstag den 3V. d. Mts- werden in den Diftricten Lichterwald u. Heegkopf bei Atzenhain, dicht neben der Staatsstraße von
Besondere Bekanntmachungen.
PfStffnffflhlind gewahrt wurde. Der oben bemerkte Schuld-
V,/V c schein ist angeblich abhanden gekommen^ -...... . - - ----।—o--------------- --- —
2364) Nachdem über den Nachlaß des^s werden daher alle Diejenigen, welche 2519) Es sollen die sämmtlichen Bau-chas Werkscheidholz, am zweiten Tage^das Müllers Heinrich Wolf von Treis a- d.I^ech^iche Ansprüche an den gedachten Schuld- arbeiten zur Vergrößerung des Güterschup- Kiefern-Stammholz mit der andern Hälfte Lda. der formelle Concurs erkannt ist, roirb|fd.ein machen können, hiermit aufgefordert, pens auf dem Bahnhöfe Gießen, einschließ- der Eichen versteigert; am zweiten Tage Liquidationstermin auf -............— - ' • ‘ n’ r " 1 ” • — m ------- ,x---
Mittwoch den 17. Juli 1872,
nannten sind binnen 4 Wochen, voir heute er|ten Erscheinen in öffentlichen Blättern gerechnet, dahier anzuzeigen bei Meldungen, Forderungen nebst Vorzugsrechten der Nichtberücksichtigung. ! geltend zu machen und etwaige Einwen-
Grünberg, am 10. Mar 1872. ' düngen gegen das Arrangement, dessen Ein-
Großherzogliches Landgericht Grunberg. auf hiesiger Registratur sreisteht, vor- Erdmann, vr. Möbius, zubringen, widrigenfalls sie mit Ansprüchen Landrichter. Landgcr.-Ancstor. ,von der Masse und mit Einreden gegen 1 das Arrangement ausgeschlossen sind und txffentlicpe AUfforoerUN^. das Arrangement bestätigt wird.
2420) Unterm 13. April 1858 entlieh die Grünberg, am 6. Mai 1872.
hiesige Gemeinde bei Friedrich Runge, Großherzogliches Landgericht Grünberg, ein Capital von 200 fl., dieses Capital ist Erdmann, vr. Trapp, im Jahr 1860 durch (Zession auf Kaspar! Landrichter. Landger-Assessor.
H-lzv-r
2498) W-ld
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-«A 12 ^801 12 Suf* 18,oo ' Am erste «rrk- und Nut ükvald. Die WANkunft a 4lbcru>ald bei
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nkjtigen lasten Bä den Eichelsdo
in der Köi
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513) Montag ißo:
,erden in den ^chniüendn^ ird Scmiüstck l 17 Stück Er
Länge u messer,
30 R.-Metei 10 ,
W Wellen
26 R.-Meter 55 „
71,60 „
W Wellen U50 N.-M- 1,60 „
6 Stück N- ter Läng) Durchme
10 Stangen 3 „
31 „
M Wellen ,_3 R.-Meter i^mtlich dem s
Steigliebhab Eicheigerung i lich an den $ liu Bieber mn
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