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Berlin, 20. April. Die verbündeten Berliner Bau. UND Ziwmermeister zeigen an, daß sie, nachdem die Zimmergesellen, trctz der bezüglichen Forderung der Meister, die partiellen Strikes nicht haben einstrllen »rollen, von heute, den 20. Avril, ab, färnrntlicke Ziwmergestllen entlaff.n und ihre Arbeiten einstellen.

Metz, 12. April. DemSchw. M." wird geschrieben: Auf jedem der noch im Bau begriffenen Forts Quelen und St. Julien arbeiten j tzt 1300 Ar­beiter; sobald dieselben vollendet, werden noch zwei erbaut, so Datz Metz einer der festesten Plätze wird. Nicht uninteressant dürfte es sein, die Preise zu erfahren, welche für diese Arbeiten bezahlt werden. Ein Grunvarbeiter erhält per Stunde 7-8 SouS (hier geht Alles noch nach französischer Rechnung), ein Maurer 10 Sous: zwölf Stunden werden des Tags gearbeitet, so datz sich ersterer aus täglich 45, letzterer auf 6 Franken stellt.

Oesterreich.

Wien, 20. April. Der Herausgeber derNeuen freien Presse", Dr. Max Friedländer, ist heute Nacht am Herzschlag gestorben.

Prag, 19. April. Bei den gestern stattgchubten Landtagswahlen in den Landgemeinden sind die von den deutschen und tschechischen Wahlcomites für die betreffenden überwiegend deutschen oder tschechischen Wahlbezirke aufgestellten CanDi- daten sämwtlich gewählt worben.

St. Pölten, 14. April. Der Bischof Feßler von St. Pölten hat in Folge der gegen den Mißbrauch der Kanzcl zu politischen Agitationen gerichteten Re- solution des österreichischen AbgeorcnetcnhauseS eine Surrende an den ihm unter- stehenden Diöcesanclerus erlassen, umin Anbetracht dieser ausdrücklichen Auf- soiderung des Abgeordnetenhauses an das Gesammtministerium, die Geistlichen auf der Kanzel durch die politischen und Justizbehörden genau überwachen zu lassen, und die Strafgesetze bei jedem vorkommenden Mißbrauch der Kanzel ernst- gemessen zu handhaben, die Geistlichen zu warnen und zu ermahnen, daß sie von nun an mit um so größerer Vorsicht und Klugheit ihr heiliges Amt der Ver­kündigung des Wortes Gottes auf der Kanzel ausüben." (Presse.)

Frankreich.

Paris, 17. April. DerAvenir militaire" schreibt: Der Untersuchungs- rath für die Kapitulationen, in welchem der Marschall Baraguay d'Hillier'S den Vorsitz führt, hat in der letzten Woche seinen Bericht über die Affaire von Metz noch einmal paragraphenweise durchberathen und hierauf vorgestern seine Schluß- anträge definitiv sestgestellt. Der Bericht soll nun zwei Mal copirt unv die eine der beiden Abschriften morgen, den 18. April, dem K'iegSminister übergeben wer­den. Die Nationalversammlung wird gleich nach ihrem Zusammentritt von diesem Aktenstücke Mittheilung erhalten, bis dahin wird über den Inhalt desselben noch das strengste Geheimnitz bewahrt. Der Untersuchungsrath hat jetzt noch neun Kapitulationen zu untersuchen, darunter die von Paris und die Uebergabe des Forts von Vincennes an die Commune.

Paris, 20. April. Le Franyais bleibt dabet, daß Preußen sich zu einem Feldzuge gegen Rußland rüste. Er tischt noch einmal die Fabel auf, daß in Leipzig alle russischen Wörterbücher und Grammatiken für die preußische Armee aufgetauft werden, und was die Russen noch mehr beunruhigt, ist nach diesem französischen Blatte der Umstand, dc,ß preußische Ingenieure eine Vorkehrung ent- deckt haben, um die preußischen E sendahnwagen für die russischen Bahnen, die eine größere Spurweite haben, brauchbar zu machen. Nun kann es also jeden Augenblick loSgehen. Es ist in dieser Tollheit wenigstens Methode. Rußland soll um jeden Preis mit Deutschland verhetzt werden, ehe Frankreich seine Mil- Harten bezahlt hat. Frankreich wird dann, großwüthig wie immer, als Retter der slawischen Welt auftreten. Der FranyaiS ist übrigens so rücksichtsvoll für die Besitzer von <Staatfcpapieren, damit diese nicht auf einmal um zehn Procent fallen, beruhigend hinzuzusügen:Vielleicht ist in Berlin noch nichts fest be­stimmt."

Italien.

Nom, 15. April. Die Erinnerungöflier zweier Ereignisse aus dem Leben Sr. Heiligkeit ließ 400 fremde Katholiken im Vatikan zur Überreichung eines Glückwunsches am Freitag sich zusammcnfinden. Der Papst empfing sie als 23er- tretcr einer internationalen Huldigung. Graf Spiegel v. Desenberg las in Aller Namen eine französische Adresse: nicht genug zu bewundern sei die göitliche Fügung, weiche den Papst inmitten der Entheiligung dcs Ehrwürdigsten unv treuloser Ver­folgungen als wackeren Streiter ungeschwacht ausrecht erhalte. Der Papst dankte und besprach dann die religiösen Interessen. Mit Portugal beginnend und über die Läntercharte von ganz Europa hingehend, waltete er des Amtes nnes strengen CenforS. Mit den Völkern im Allgemeinen zusrietcn, klagte er die Regierungen an. Die pyrenäische Halbinsel, vor Allem Frankreich wurden belobt, auch Irland, Belgien, Polen, während Bayerns Alikatholiken scherzend jung zu werden gerathen wird. Em Schmerzenöruf fuhr über Italien hin, aber auch Deutschland wird halb verworfen.Ich bitte Gott, das von einer antikatholischen Richtung und dem Geiste der Ehrsucht ergriffene Deutschland möge Halt machen, stäntig werden und zu der Weise zurückkehren, in der wir bewunderten, zumal seinen Elerus und einen Theil des Volkes. Allerorten, in allen Reichen muß man dem Re­genten gehorchen, aber auch ehrerbietig und wahr sprechen; wenn Lügen proclamirt werden, soll man den Muth haben, sic zu widerlegen, und zwar ohne Unterlaß und unbekümmert um die Gefahr, womit uns eine schreckliche Gegnerschaft be­droht. Wir bitten daher Gott, dem deutschen EpiScopat Kraft zu verleihen, die Rechte Gottes, der Kirche und der Gesellschaft zu wahren. Wir beten für die Bekehrung der Thoren, die sich Altkatholiken nennen, weil sie in die Kirche gewisse tausendmal widerlegte alte Irrthümcr einführen.... Wrr beten für das Kaiser- thum Oesterreich, daS unserer Fürbitte so sehr bedarf. Segen über Italien, armes Iealien! Ich segne eS; cs ist schon lange her, da wurde von ihm gesagt: es muß immer dienen, gleichviel ob siegreich oder besiegt. Nun wohl, ist es jetzt frei, wo die Nation für fähig proclamirt wird, über die Weltereignisse mit zu berathen? Ist der Druck keine Kette? Der Bluttribut (tribulo di sangue), der gefordert wird, ist ter keine Kette? Keine Kette die Forderung der Jugend zur Militärpflicht, welche sich dem Altardienst widmet? Wir sahen mit unseren Augen manchen Jüngling zur Soldat^Sca berufen, der anstatt daS Meßgewand anzulegen, das Gewehr in die Hand nehmcn, anstatt das Eingulum den Degen sich umgürten mußte: ein Härte, eine Tyrannis zu deutlichem Beweise, daß Italien auch jetzt nicht Siegerin, nicht besiegt, vielmehr der Spielball fremder Leiden­schaft ist."

England.

London, 17. April. Das Kriegsschiff Rosario, welches im Stillen Meere gekreuzt und die Insel Nukawu beschossen hat, wo Bischof Patteson ermordet worden war, ist nach Australien zurückgekehrt, findet aber dort selbst bei den eng- tischen Kolonisten keinen freundlichen Empfang, noch weniger Lorbeeren für seine Heldenthaten. Wie man unter den dortigen deutschen Ansiedlern über diesen KriegSzug gegen bas nackte Wildenvölkchen denkt, zeigt ein Entrüstungsschrei der Australischen Deutschen Zeitung in Tanunda, worin es heißt:Der Rosar o hat eine Stadt derselben aus sicherer Ferne mit Bomben eingeäschert und total zer­stört, dann seine Boote während des Hochwassers gelandet und 30 Wilde ge- tödtet und deren CanoeS zerstört. Wie viele Weiber und Kinder bei dem Zer­schießen der Stadt umgekommen sind, feid lebendig verbrannt oder von den umher- fliegenden Bombensplittern zerrissen, wird uns mitleidig nicht erzäylt. Und weß- halb diese Schlächterei im Großen, dieser Menschcnmcrd in Masse? Um daS Dumme, wilde Naturvolk die Macht Englands, die Beherrscherin der Meere fühlen zu lassen! Daß Der B schof Patteson an der Küste, wer weiß von wem, erschlagen worden, gibt Niemandem das Recht, in solcher vanvalischen Weise eine ganze Insel, einen ganzen Stamm wilder Menschen zu züchtigen. Wer hat die fried­lichen Süvsee-Insulaner dahin gebracht, daß sie ihre Küsten gegen Fremde ver- lheidigen müssen, während sie früher gegen Fremde freundlich und gastfrei waren? Zürnt Ihr ihnen, daß sie sich ihre Werber, ihre Mädchen, ihre Kinder nicht wollen rauben und in Die Sklaverei schleppen lassen? Hallt nicht ein Schrei des Entsetzens über den dort verübten Menschenraub durch alle Colonieen bis ins englische Parlament? Gilt nicht Dem Engländer sein HauS für sein Castell, daS er gegen jeden Eindringling vertheibigt? Seid gerecht und erlaubt dieses Recht auch Anderen. Was wissen jene Wilden von einem Bischöfe, und was weiß Der Cornmandeur vomRosario", wie unD warum Der Bischof dort zu Tode kam? Was habt Ihr mit diesem Rachezuge, dissen vergossenes Blut über die ganze Erde schreit, erreicht? Ihr habt damit Die Wilden zu Tigern gemacht, und wehe den Weißen, welche ein Unglück an die dortigen Küsten treiben sollte! Als die zu langmütigen Deutschen im gerechtesten aller Kriege Paris zu bombardiren begannen, Da hörten wir gerade aus England sehr harte und ungerechte Urtheile über Das Barbarenvolk Der Deutschen; was werDen diese mit Schamröthe im Gesichte sagen, wenn sie von dieser Hcldenthat eines englischen Kriegsschiffes gegen nackte Wilde hören! Sie nahmen sich so mitfühlend der schwachen Franzosen gegen Den Sieger an; wie wird es jetzt sein, wo englische Bomben gegen nackte Wilde geschleudert wurden? Der echte Engländer schämt sich mit uns dieser elenden Thal!" Der größere Theil der englischen Presse in Den Colonieen ist ebenfalls erbittert über den Commandeur desRosario" und fordert, daß er vor ein Kriegs­gericht gestellt werde. Daß die Sache im Parlament zur Sprache gebracht wird, steht schon außer Zweifel.

Local» Notizen.

Gießen, 22. April. Erfreulich ist es, daß sich auch im Innern der Stadt die Bauluft immer mehr hebt und die alten Baracken anfangen, schönen neuen Gebäuden Platz zu machen. Möchten hierdurch auch die Winkel nach und nach beseitigt werden und damit eine Gigenthüm- lichkeit Gießens verschwinden, auf die wir wenig stolz sein dürfen, nämlich dir Aussicht auf die lustigen, duftige» Vogelhäuser, die doch in Folge alter Berechtigungen und Gewohnheiten auf anderem Wrac schwer w'gzusckaffeii sein werden.

Landwirthsch aftliches.

Allgemein beachtenSwerthe Versuche über daS Gypsen des Klee S. Von dem außerordentlichen Vortheile deS FrühgypsenS im Vergleiche zum Spätgypsen überzeugt, hat die höhere landwirthschaftliche Lehranstalt in WormS eine Reihe von Versuchen anstellen lassen, die eS verdienen, nicht nur dem großen Grundbesitzer, sondern auch dem kleinbegüterten flee* Pflanzenden Bauer bekannt zu werden. 3" 18 verschiedenen Lagen mit von einander abweichenden Bodenarten der Provinz Rheinhessen und der bayerischen Pfalz wurden zum Zwecke der Versuche ausgewählte Kleefelder in zwei gleiche Theile getbeilt. Die Theile 1 wurden am 7. Januar, die Tbeile 2 am 19. August gegypst. Schon bei Beginn des Frühjahrs zeigten die sammilichen frühgegypsten Felder im Vergleich zu den spatgegypsten eme recht kläftige Entwickelung und der erste Klerschnitt ergab im Durchschnitte berechnet auf Vt Hcctar von ersterem 9 Eentner Klecheu mehr als von letzterem. Der Gebrauch, den Klee erst im Frühjahre, wenn er bereits im wachsen begriffen ist, zu gypsen, rührt noch aus der Zeit her, in welcher die Frühjahre größere Mengen von feuchten Niederschlagen brachen, als eS indem letzten Jahrzehnt der Fall war und in welcher man den Nutzen des auf den Klee gestreuten GypseS nur in der Ammoniak aufsaugenden Kraft erkannte. Jetzt, wo mau weiß, daß der GyPS auch einen lösenden Einfluß auf die Mineralstoffe des Bodens, insbesondere auf seinen Kaligehalt übt, findet man eS mit Recht naturgemäßer, dell GyPS in einer Zeit auszustreuen in der für seine Löölichwerdung noch Feuchtigkeit zu erwarten ist. Wer daS Frübgypsin noch nicht versucht hat, der probire eS. Jedermann wird sich von seiner Vortheilhaftigkeit überzeugen.

Der Joyannisroggen besitzt, nach einer Mittheilung derRheinischen Wochenschrift", außer anderen in dieser Zeitung deS Oefteren hervorgehobenen guten Eigenschaften, auch eine auf­fallende Widerstandskraft gegen ungünstige Witterungseinflüsse. Der harte Winter deS JahreS 1871 hatte, wie eS in der genannten Zeitschrift heißt, so enormen Schaden bei den Saaten ange­richtet, daß der größte Theil des WintergetreideS auSgepflügt und statt desselben mit Sommer­getreide bestellt werden mußte. Der JobanniSroggen dagegen hatte den Unbilden des Winters vollständig getrotzt und zeichnete sich durch üppigen Stand aus. Schon von Weitem konnte man die bezüglichen Saaten unterscheiden; fein einziges mit Johannisroggen bestelltes Feld hatte erheb­lich von der Kälte gelitten. Die Bestockung desselben wurde eine sehr reiche, verschiedene Stauden hatten an 50 Halme entwickelt. Der Ertrag der Ernte war ein sehr zufriedenstellender.

Neber Kartoffelsorten als Saatgut berichtet Grüttner: Vielfach finden wir noch immer eine nickt zweckmäßige Auswahl in den Kartoffelsorten nach den verschiedenen Bodenverhältnissen, obwohl es als auögeprobt gelten kann, daß man auf thonhaltlgem Boden die sichersten Erträge in der weißfleischigen Zwiebelkartoffel, ferner auf mildem Lehmboden wie lehmi­gem Sandboden in guter Eultnr die bellrothc Sorte, als Rio Frio, Fürstenwalder und Dabersche, zu bauen hat; auf Sandboden die dunkelrothe, hier Borkendorfer genannt. Die verschieden-n weißen Sorten sind meist nicht Dauerwaaren. In Flühkartoffeln sind die BiSquit- wie Farinosen und buntmarmoiirten Sorten empfehlenSwerth. Die Frühkartoffel, in jüngster Zeit im Oderbruch gerühmt, hat sich auf dankbaren Höhenbodeu, vermöge geringen StälkeaehalteS, nicht bewährt. In den neueren Bestellungsmethoden ist vielfach von der Gühlich'schen Methode so viel nachge- ahmt daß man flach und nickt enge daS Saatgut Pflanzt, um recht tief die letzte Behäufelung zu geben. Betreffend die Aufbewahrung, ist bei gesund geernteter Maare, zur Ersparung an Stroh bei ausgedehntem Anbau, bei trockener Einmiethunc. die Bedeckung direct mit Erde und darnach mit halber Portion Stroh, wieder 1 Fuß mit Erde bedeckt, wohl noch größerer Ver­breitung werth. , t

liebet die Ursachen der Kolik der Pferde wird berichtet, raß sie merstentherlS in verdorbenem Futter oder ungenügender Zubereitung desselben ihren Grund haben. Bezüglich der ersteren wird mitqetheilt, daß in Nordheim eine Anzahl Pferde vom Genuß verdorbenen HeueS gefallen find, wobei sich herausstellte, daß in dem Heu Milben vorhanden waren. In der Regel aber seien eS nicht Milben, sondern Schimmelpilze, welcke daS Fntler verderben, und an deren Entstehung sei .ntweder die undickte Sralldecke ober daS Ziegeldach sckuld. Man solle daher daS Heu nickt unmittelbar über den Pserdeställen, sondern d.sser in den Scheunen in besonders ver­schlagenen Räumen, wo eS gegen Staub geschützt ist, ansbewahren. Eine andere Ursache der jKostk soll in dem Füttern deS zu kurzen Häcksels liegen, der oft ungekaut mit ganzen Körner» ! verschluckt wird, sich im Maaen festsetzt und Verstopfung herbeiführt. ES ist daher zweckmäßiger, Inur längeren Häcksel zu füttern, der nicht ungekaut verschluckt werden kann.

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B Atzenthum

1958) Zn «iF dir Stia&e »t I abgebrochen mrdi j Da der Thäler b:s 1 Fall zur Kmntniß Entdeckung dieser b m Judicien, die lang macht.

Zugleich M Seseh vom 3. Feb^ nmittelung des T and dah der Sto | wahrt, welcher so lhaters ermöglich Gießen, am

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M) Da die Ee Mrbenen Wil Gladendach die (! kichswvWal dl haben, io werden an irntzlichen Naci mit ausgesordert, I N'chtberücksichtigui ! "ung desselben b anzugeben.

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