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Oesterreich.

Proceß wegen

von Casper im Januar 1871 der Regierung der National-

ihm bei­

hält Ca-

Pesth, 18. Novbr. Unterhaus. Anläßlich der Beantwortung der Inter- ^ellation wegen der Ernennung Batagliarini's zum Richter ksitisirt Cs^rnatony das ganze Vorgehen der Negierung mit besonderen Ausfallen gegen den Minister- Präsidenten Lonyay, wacher unter großl-m Beifalle der Majorität in schärfster Weise Csernatony antwortet. Auf eine Gegenbemerkung Cscrnatony'S entsteht ein Tumult, worauf der Präsident die Sitzung schließt.

Pesth, 19. Novbr. Einer Meldung derReform" zufolge traten die Mi­nister noch gestern Abend zu einer Conferenz mit Deak zusammen über den durch Csernatony tm Unterhaus? l^rvorgerufenen Zwischenfall. Der Minister-Präsident Graf Lonyay soll erhält haben, er werde zurücktretcn, wenn die Deakpartei nicht volle Satisfaktion gebe. Diestr Erklärung soll das ganze Ministerium getreten sein.

Belgien.

Brüssel, 20. Novbr. Wie man derInd6p." aus Versailles schreibt, Vie Rechte ein Triumvirat Moc-Mahon-Changarnter-l'Admirault mit einem binet Broglie-PaSquier zum Ersatz für ThierS bereit.

Frankreich.

München, 19. Novbr. Durch Ministerin! - Entschließung wurde die Be­schwerde, welche der 3 suit Graf Fugger gegen seine Ausweisung aus Regens­burg erhoben hatte, als unbegründet verworfen.

Königsberg in Pr., 18. Novbr. Der am 11. d. Mts. von Kopenhagen ausgelaufene DampferAtktzlodane", dessen Untergang befürchtet wurde, ist in Pillau und von dort aus hier eingetroffen. Aus Kranz wird gemeldet, daß bei dem jüngsten Sturme sieben Fischerboote mit ihrer Bemannung untergegan- gen sind.

Die schönen Küsten der Ostsee hat der wldeste Orkan heimgesucht und da» Glück und den Wohlstand von Tausenden und aber Tausenden davongespült. Noch liegen allüberall die Trümmer der verwüsteten Hauser und mehr als ein Schiff treibt mast- und steuerlos und wartet des Zufalls, daß ein mitleidiger Dampfer es erblicke und in Sicherheit bringe. Wie groß das allgemeine Elend ist, wir haben heute noch keinen halbwegs richtigen Begriff davon, wir stehen nur trauernd vor den thetlweisen Bildern, die jeder neue Tag uns bringt. Wer wird, wer kann den Verunglückten helfen? Der Staat? Seine Aufgabe ist hier nicht gegeben, und an die Privatwohlthätigkeit ergehen Jahr aus Jahr ein so zahlreiche Aufforderungen, daß die mildtha'tigste Hand schließlich müde wird. Und dennoch darf diesem neuesten Unglück nicht gleichgiltig zugesehcn werden. Ein bischen guter Wille von Seiten der Regierung und das Werk der Aussöh- nung zwischen Preußen und den Resten der grollenden Parteien in den H^zog- thüm.rn würde ganz riesig gefördert werden. Aber schnell müßte geschehen, wrnn etwas geschehen soll.

Versammlung unter Gambetta gelieferten Schuhe verbandelt. Ein Theil der Nordarmee hatte Schuhe erbalten, deren Sohlen aus Pappdeckel bestanden, tit in der Nasse sofort auflösten und deshalb alsgefährliche Fußbekleidung" berüchtigt wurden. Der Lieferant Casper, ein Händler in London, wurde ver­haftet und eine Untersuchung eingeleitet, welche ergab, daß, wenn die gelieferte Waare schlecht sei, sie doch in Qualität nicht weit hinter der von der französischen Intendantur gelieferten zurückstand; ferner, daß Casper nur Zwischenhändler war oer sich an englische Lieferanten gewendet und in gutem Glauben gehandelt habe Casper wurde nach zehn Tagen in Freiheit gesetzt. Nach dem Frieden trat die' Commission zur Prüfung der abgeschlossenen Verträge in Thäiigkeit, und nach langer Untersuchung erschien Casper am 13. in Lille vor dem Zuchtpolizeiaerichie Es ergab sich, daß Casper sich an vier englische Häuser gewandt hatte (Crick und Meel, Elly und Gibson, Clarke, S. Borrow), welche die Waare so gut und schlccht lieferten, wie sie bezahlt wurde. Casper zahlte durchschnittlich 5 Fr 90 C wahrend in England ein solider Schuh für die Armee 15 Fr. kostet, und in Frankreich der gewöhnliche Soldatenschuh nur mit 8 Fr. bezahlt wird. Casv»

hatte als Compagvon, der die Hälfte des Profite« erhielt, den Alexis Boitelle der wahrend des Kriege« die Filiale des Credit Agricole in Lille leitete und die Pflicht hatte, die von den Fabrikanten gelieferten Artikel zu prüfen, bevor sie der Intendantur vorgelegt wurden. Das Urtheil ist noch nicht gesprochen.

Paris, 18. November. Gambctta's Organ, dieRepublique Francaise" schreibt kopfschüttelnd:Die Kölnische Zeitung theilte in ihrer Nummer vom 14 D. den Wortlaut der TbicrS'fchen Botschaft mit, die am 13. vor der National Versammlung in Versailles verlesen worden. Da die Kölnische Zeitung in der Nacht gedruckt wird, so entsteht die Frage, wie sie den Text jenes Schriftstücks früh genug haben konnte, um ihn am 14. ihren Lesern vorzulegen. Freilich im äußersten Falle hatte sie ihn telegraphisch beziehen können. Aber wenn sie diele« außergewöhnliche Opfer gebracht hätte, wie sollte man dann glauben, daß fit unterlassen hätte, es vor ihren Lesern zur richtigen Geltung zu bringen." Die Republique Francaise will andevten, daß Hrr ThierS dem deutschen Blatte eine» unstatthaften Gefallen gethan hätte. Sie wag sich beruhigen; das ist nicht der Fall, eben so wenig, wie es wahr ist, daß die Köln. Ztg. in der Nacht gedruckt wird, und eben so wenig, tote die Meinung begründet ist, daß es der Kölnischen Zeitung einaußergewöhnliches Opfer" sein würde, telegraphisch bezogene Naeb« richten als einfache Mittheilungen, ohne Kennzeichnung der VezugSart, zu gebe» Das geschieht alle Tage. Französische Blätter, die sich, was ihre telegraphischen Bedürfnisse angcht, kümmerlich von ihremService de lAgence Havas ernähren und fcei denen der Empfang eines eigenen Telegramms ein Ereigniß ersten Ranges auSwacht, mögen sich allerdings nicht Vorsteven, wie Jemand es vernachlässigen kann, ein soaußergewöhnliches" Dorkommniß ohne tn'umphirendes Kraben und Flugclfchlagcn zu celebrirev. Was sonst noch einen Unterschied in der Organs, jation der Presse in beiden Ländern ausmacht, ist in einem Sprüchwort enthalten welches in der französischen Presse gerade so fehlt, wie in der französischen Sprache:' Geschwindigkeit ist kerne Hexerei. v **

England.

m Achtzig Polizeibeawt.-, welch- am Sonnabend sich

mÄJ n".' k6nn »"richt-", sind fofort -».lassen worden. De,

Polizefticht-r hat James Blei, einen der Redner bei dem Hprepark. Meeting ! u einer Geldstrafe verurthe.lt, und da derselbe die Berufung anmelteie, das Verhör der anderen Redner bis nach Beendigung des Blei'fchen Prozesses in der Appellationsinstanz ausgesetzt.11

»u umgehen, und eine Entwicklung, die solche Mittelglieder nicht ungeduldig über- springt, hat ihre Vortheile.

Trier. 16. November. Untcrm 12. d. MtS. hat die königliche Regierung Hierselbst die von ihr ressortirenden Landrathsämter beauftragt, folgenden Erlaß zur Kenntniß der Betheiligten und etwaige Zuwiderhandlungen bet ihr zur An­zeige zu bringen:Dtr in Mainz gebildete Vrrein der deutschen Katholiken verfolgt nach Inhalt des von seinem Vorstände unterm 8. Juli d. I. veröffentlichten Aufruf- und nach unseren sonstigen Wahrnehmungen so feindliche und agitatorische Tendenzen gegen die Staatsregierung und gegen die von des Kaisers Majestät sanctionirten neueren Gesetze, daß wir uns verpflichtet sehen, alle öffentlichen Beamten unseres Ressorts, namentlich aber auch die Schulinspectoren und Lehrer ernstlich vor dem Beitritte zu dichm Vereine und vor jeder Unterstützung desselben zu warnen, da solches mit ihrer Stellung und ihren Pflichten unvereinbar erscheint. Beamte, welche diese unsere Warnung unbeachtet lassen sollten, würden sich die hieraus von uns herzuleitenden Disciplinar-Maßregeln selbst zuzuschreiben haben."

München. Der lange vorausges'gte Zusammenbruch der Dachauer Bank des Fräuleins Spitzeder hat die uitramontanen Blätter, welche bisher die Sache des Fräuleins" vertreten haben, namentlich dasVaterland" rein aus dem Häuschen gebracht. Genanntes Blatt erzählte am Freitag seinen Lesern die bekannte Geschichte, wie die Juden einen König bekamen; in diesem Artikel ist u. A. zu lesen:

König Achab wollte seinen Park vergrößern und eine in der Nähe gelegene Dachauer Dank will sagen Weingarten Naboth's damit vereinigen. Naboth aber gab ihm nicht nach. Der König wurde krank vor Aerger. Iezabel aber tröstete ihn.Du bist mächtig genug," sagte sie,und wirst den Weinberg haben." Dann schrieb das Ungeheuer an die Richter Israels, sie möchten Naboth mittelst falscher Zeugen verurteilen und steinigen lassen. Und die Richter waren gefällig und thaten, was sie wollte, und Alles ist wie von selbst gegangen. Naboth wurde gesteinigt und sein Weinberg eingezogen. Um Blumen für den Juvenkönig zu tragen, ist er mit dem Herzblut seines Herrn begossen worden. Der Jude hatte seinen Zweck erreicht. Aber der durch solche Mittel erlangte Weinberg trug dem Juden keine Rosen, sondern ihm und seinem ganzen Haufe nur Dornen. Eoen als der Judenkönig den Weinberg in Besitz nehmen wollte, trat ihm Elias^ in den Weg und meldete ihm den Rathschlnß des Allerhöchsten: ihn von Stunde an mit Unglück Heimzusuchen und sammt seinem ganzen Haufe von der Erde zu vertilgen. Dies ist die Praxis jenergeheimnißoollen Macht", von welcher der erste Napoleon nicht eher als auf St. Helena eine richtige Vorstellung gewann. Zuvor laßt sie den Stolzen und Uebermüthigen idren Willen, dann aber, sobald das Maß voll ist, zahlt sie Capital und Z nftn auf einmal zurück.

Das letztere wird Adele Spitzcder nun wohl nicht thun, obgleich auch sie eine gehcimnißüolle Macht" war.

Bcrsaillcs, 18. Rovbr. Reckionalverfammlung. Changarnier vroi-iiiii . gegen das wachsende Umsichgreifen de« Radiealismn«, bekämpft lebhaft die Rede Gambeita'S zu Grenoble, welche darauf hinziele, die Versammlung in Mihach. lua9 und das Land in Berwiirung zu bringen, er beschwört die gegenwäriiai »provisorische Regierung«, sich von dem Aufwiegler loszufagen, solcher besige die i £b Ruin Frankreich« herbeizuführen. (Lebhafter Beifall zur RechtenJ ^1"'-x beä ,^nner,n k'W b,e iet Regierung vorgeworfene Unentschlossenheii und Schwache zurück, die Regierung erfülle nur ihre Pflicht. Der Minister pr». testiri gegen den Dutdruckprovisorische Regierung" und bestreitet aus'« Lehhas. teste, daß die Regierung gemeinschaftliche Sache mache mit dem Radftali«mu, intern er an di- von der Regierung getroffenen M-ß-egein und die Erklärung Thier« in der Permanenz-Commission erinnert. Herzog Broglie beantragt, daß die Regierung sich von Neuem in förmlicher Weise von Gambetta lvsfage. Thi-,« betont, daß, wenn wirkliche Gefahr vorhanden sei, die Negierung immer den Kampf gegen den Soemliemu« und die Demagogen aufnehmen könne, da Front, reich gegenwärtig von einer tapferen Armee beschützt «erde; er b-str-ite die Bi- fugniß semer Ankläger, ihn auf die Anklagebank zu setzen, er entziehe sich ab« nie dem Unheilsspruck de« Lande« und sei immer bereit, al- Deputirter ober Oberhaupt der Regierung vor dem Tribunal de« Landes zu erscheinen. Wolle man eine starke Regierung, so müsse man ihr eine würdige Stellung verschaffe«, nicht sie in schuldvollen Verdacht bringen. Uebrigen« sei die Rede von Grenobie nur ein Vorwand , man soll- nur die Vertrauensfrage stellen. Thier- schließt! Verlieren wir keine Zeck, bedenken Sie, wie Sie stimmen wollen. Sie gabel tat Recht, eine entscheidende Willenserklärung von Ihnen zu fordern. Sie be­klagen sich, daß die Regierung nur eine provisorische sei, schaff-.» Sie e ne brfini- ti»e, Der Augenblick ist günstig, Frankreich wird sie annehmen. (Lebhafter Bei- fall zur Linken.) Bei der Abstimmung wird die einfache Tage-ordnung, «elchi Thier« zuruckwe,st, mit 495 gegen 132 Stimmen, eine von Benolst-Am bean '"«"Tagesordnung, welche die Negierung gleichsall« ablehnt, mit 372 gegen und eine von Mrtt.tal vorgefchlageue Tagesordnung welche die Regierung aceeptirt, mit 267 gegen 117 Stimmen angenommen

Paris, 17. November.Aveulr National» schreibt:Man beschäftigt sich angelegen,lich im Krieg- - Ministerium mck der Wiederberstrvung unseres Kriegs- material- So wurden kürzlich zwei Jnspeetoren nach Bourges gesandt, um di- Errichtung der dortigen Gießerei zu vervollständigen, daß dieselbe im Stand-

Die Polizei hatte neulich einen gewaltigen nnnan' S;T welch.' VnJ-W«irib«Ä0ter dem Namfn ARane! Ir ibr'n r« " V . l01-1 Unfl6c" fur 8,u" di- da« Wellen handw-rk-mäß-g . äätä * äj ws

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