findet morgen ein Diner statt, zu welchem ThierS, Goulard, Barthelemy
Arnim
Schweiz.
Deutschland.
treffen, daß der Tag der projectirten Arbeitseinstellung auch der Tag des Er-
mitzusprecheu haben wird.
nim wohl geschloffen werden bürsen
Rrst durch finanzielle Bürgschaften mit Sicherheit der Zahlung zu erlangen t vte
Am Abend vorher soll bei Herrn v.
sein kann, aus dem
rath abgehalten werden; man erwartete, schwebenden Frage besaßt werden würde.
„Beim Grafen
in'« verderben stürzen würde.
Der Ausgang des Kampfe« ist nicht zweifelhaft, wenn Deutschland in ihm dieselbe Entschlossenheit bewährt, wie in dem Kampfe mit dem äußeren Feind. Und diese Entschlossenheit wird und muß e« bewähren. Denn von dem Au«, aange de« Kampfe« ist die Macht de« Reiches abhängig. Da« erkennt Volk und Regierung, und in dieser Erkenntniß liegt die Bürgschaft de« Steges.
Die „Correspondanee de Geneve" sagt in einem längeren Artikel, in welchem sie der deutschen Reichsregierung ein langes Sündenregister von Eingriffen in dir Rechte der Kirche vorhält: „Der Papst, welcher die Regierungen durch Sanftmuth lauf den rechten Weg zurückzuführen hoffte, hat nur zu viele Coucefsionen gemacht. Jetzt sieht er, daß die Zeit der Barmherzigkeit vorüber ist und daß über kurz Leer lang eine Periode eintreten muß, wo die Gerechtigkeit ihren vollen und unerbittlichen Vollzug haben muß. Wenn die Staaten aufhören, die Kirche offen anzuerkennen, so wird die Kirche bald genöthigt sein, den Staaten ihre Anerken- nung zu versagen. Die Welt wird dann einem Schauspiele graulicher Verwüstung beiwohnen und die Regierungen dürften sich täuschen, wenn sie glauben, baß die Massen hinter ihnen stehen werben." Wir wissen e« ja längst, daß vom Vatikan alle die Fäden auslaufen, mit welchen die schwarze Internationale die Masse zum Kampfe gegen den modernen Staat zu lenken versucht. Indessen ist da« Gestand- niß der jesuitischen Corresponbenz dadurch kostbar, daß e« a» Deutlichkeit Nicht« iu wünschen übrig läßt. Vor allen Dingen ist e« dieser kosmopolitischen Jesuiten- Verschwörung auf Deutschland abgesehen, „denn — sagt daS^Jesuttenblatt — Preußen dränge gerade auf die Zeit zu, wo da« Maß der Geduld überlaufen muß, und e« ist wohl möglich, daß diese Geduld gerade in dem Augenblicke aus. hört, wo die Monarchie ein große« Interesse daran hatte, die Frist noch etwa« verlängert zu sehen." Vermuthlich ist der Augenblick geweint, wo wir »och einmal 1 0 4 - - '■ *- • Ein ähnliche« Capitel
Die Zahl der in denselben befindlichen Truppen soll 50,000 Mann nicht über- schreiten. E« ist im Vertrage sodann hinzugefügt: „Es wird Sr. Majestät dem Kaiser anhetmgestellt, an die Stelle der Territorialgarantie, welche in der thell- weisen Besetzung des französischen Gebiete« besteht, eine finanzielle Garantie treten iu lassen, wenn dieselbe durch die französische Regierung unter Bedingungen offerirt wird, welche von Sr. Majestät dem Kaiser und König al« für die Inte- Iteffen Deutschlands ausreichend anerkannt werden". Die französische Regierung hat vor Kurzem zunächst vertraulich den Wunsch zu erkennen gegeben, behuf« Erreichung einer früheren Räumung ter französischen Gebietstherle über die deshalb anzubietendkn finanziellen Garantien und zwar unter theilweifer Beschleunigung per noch ausstehenden Zahlungen in Verhandlung zu treten. Seitens der deutschen Regierungen ist ein bereitwilliges Entgegenkommen zu solchen Verhandlungen Lu erkennen gegeben worden, namentlich auch als ein Ausdruck de« Vertrauen« Lu der Politik der gegenwärtigen französischen Regierung. Auf Grund der in pen letzten Tagen in Paris stattgefundenen vorläufigen Bifprechungen durften die bestimmten Vorschläge Frankreich« in Kürze zu erwarten sein. Die Verhandlungen werden in Pari« geführt werden.
tramontanen zu allen Mitteln greifen, um ihrer Feindschaft gegen baö deutsche. Reich zum Siege zu verhelfen, ist bekannt. Die Drohungen nach dieser Richtung hin werden immer häufiger und unverhüllter. So liest man u. A. in der neuesten Nummer der „Genfer Eorresp.", dem Hauptorgan des Ultramontani-mus: „Der Papst, indem er die Regierungen durch feine Sanftmuth versöhnen wollte, hat ihnen nur zu viel schon zugestanben. Jetzt sieht er, daß die Stunde der Barmherzigkeit vorüber ist und daß er über kurz ober lang eine Periode ganzer und unerbittlicher Gerechtigkeit inauguriren muß. Wenn die Staaten aufhören, die Kirche anzuerkennen, so wird sie ihrerseits gezwungen sein, sie selbst nicht mehr anzuerkennen. Die Welt wird dann Zeugin von grausamen Zerfleischungen sein, und die Regierungen hätten Unrecht zu glauben, daß die Massen ihnen folgen würden. Niemals hat die Kirche durch Zuwarten verloren, aber wenn sie einmal einen Entschluß faßt, so kann nichts sie abhalten, ihn in Vollzug zu setzen. Nun ober beschleunigt Preußen seltsamerweise den Augenblick, wo die Grenzen der Geduld erreicht siad, und es könnte geschehen, daß diese Geduld genau zu der Stunde aufhört, wo diese Monarchie ein große« Interesse daran hat, sie sich noch verlängert zu sehen." — Solche Drohungen können uns zwar nicht erschrecken, wohl aber mahnen sie zur Wachsamkeit.
Berlin, 19. Juni. In Bezug auf die Verhandlungen mit Frankreich erfahren wir heut, daß die Instructionen an den Grasen Arnim am 12. d. von hier abgegangen und am 13. in seine Hände gelangt sind, worauf am 14. in ber That die erste Besprechung mit Herrn Thier« flattgesunden hat, in welcher unser Botschafter diesem mittheilen konnte, baß die deutsche Regierung die Grundlagen der bisher vertraulich angekünbigten Absichten Frankreichs unter gewissen Modalitäten acceptire. Es handelt sich zur Zeit nur noch um Vorverhandlungen, deren Resultat erst die Stellung eines officiellen Anträge« von Seiten Frankreichs
Frankreich.
Paris, 16. Juni. Die Mittheilungen au- der Umgebung de« Herrn Thier« über den glücklichen Verlauf der Verhandlungen mit Deutschland über die Räumung werden augenscheinlich von derselben Seite her durch einen hiesigen Cor- respondenten der Jndcpendance Bclge ergänzt. Danach hätte die deut che eg - rung ihre Befürchtung ausgesprochen, daß dir sranzösiiche Regierung die drei Milliarden nicht vor der Verfullzeit, also vor März 1874, bezablen konnte und sie habe beßhalb diese Frist bi« 1875 verlängern zu sollen geglaubt. Kaum seien Thier« diese Vorschläge gemacht worden, al« er sich noch an demselben Tage gegen 4 Uhr in die Gemäldeausstellung und dann in« Elysee begeben habe, wo er eint Unterredung mit dem Grafen Arnim haben sollte. In dieser Unterredung habe i Antrages von cnitu öiunuti^o |®raf Arnim erklärt, er glaube, daß die Räumung von ^" Departements e ne _ D-tz di. Unieihandlungen -inen sün«i,<° gorl6«n6 «ft.,», ->i.d S»-i-.i,d-d.n »»»., 6-6 » J?
f'hr irhbaften SBcrfebr »wischen Herrn Thiers und dem Grasen v. Ar- letzten entstehen können. In dieser Unterredung sei der Gang der Räumung zur „d, in äj,r(aine4 Mini,-,. S»-°ch- Di, s,--i°ilich< Mgi-,-»g M, £‘
6.6 Kritik, mll t.n 6in,fl6iit.n 6et und d,, od-„n Marn, du,ch Zahlung einer ganj.n Rillia,«, und W"6 1,6 •'
Aus dem Kreise Nidda, 17. Juni. Dem Vernehmen nach soll ani ben beiden letzten Sonntagen ber Pastor zu Eichelsdorf von der Kanzel am Schlusses be« Gottesdienste« ein Schriftstück verlesen haben, worin er ausdrücklich erklärt habe er nehme keine Handlung vor, wodurch da« Zustandekommen der neuen Kirchenversüisung erreicht werde (d. h. wohl, er halte die Kirchenvorstandswahl nicht), und wenn es ihn Aart und Brod koste. Einem umlaufenden Gerüchte zu- folge ist nun Pfarrer Eckhardt von Schotten vom Oberkonsistorium mit der Ab- Haltung ber KirchenvoistandSwahl im Kirchspiel Etchelsvorf betraut und soll diese schon in den nächsten Tagen stattfinden. (M.-Z.)
Berlin, 18. Juni. Im Zusammenhänge mit der katholischen Bewegung und dem schroffen Auftreten der EentrumSfraction im Reichstage macht der Berg- werksstrike in Essen ein große« politisches Aufsehen. E« liegen nämlich schon jetzt die bestimmtesten Anhaltspunkte für die Ansicht vor, daß dieser Strike, der m den -------
materiellen Verhältnissen ber Bergwerkardeiter weniger Grund findet, al« es bis mit der erstgeborenen Tochter ber Kirche zu thun »aven. x.
hcr bei irgend einem derartigen Strike der Fall war, vorzugsweise das Resultat behandelt die „Voce della Verita". Sie fragt, gewisse Reg erungert sich noch ultramontaner Agitationen ist, und e« ist mindestens ein merkwürdige« Zusammen- weiter ein Recht be« Veto anmaßen können, da „Gott de» Sonstituttonen, treffen, daß ber Tag ber profectirten Arbeitseinstellung auch der Tag des Er- cen Gesetzbüchern, den Schulen, der Ehe, ber Tam'lie ausges^ossen sei, Pr ss, scheinen« des Erzbischof« von Köln auf feiner Firmelungsreise ist. Daß die Ul- Genossenschaften, Künste, Theater sich der unverschamtestenFreiheit "freuten der
1 - ------ - - - - ■ beilifle Stuhl des Erbe« beraubt sei, da« ihm seine Unadhangigkett verbürgte, und
diese, Raub anerkannt und gebilligt sei- Richt die Kirche wolle die Trennung und sie sei bereit, zuerst die Hand der Versöhnung hinzureichen. Auch falle dir Verantwortung nicht ganz auf die Fürsten: ihre Minister und die entweder de« MutheS oder der Capacität oder der Principien entbehrenden Parlamente trugen der. größeren Thril ber Schuld. Ader, Gott fei Dank, die Mehrheit bei allen katholischen Nationen ist noch gut, und es wird kommen der Tag, wodiefelde das Joch der verwerflichen Serien und der waghalsigen Minoritäten abfchutteln. Mögen die Regierungen das begreifen und sich keinem blinden Trotze anheimgeben in einem Kampfe, der nicht ber Kirche, wohl aber ihnen die Vernichtung bringen wird." So wird mit Einem Male Alles verrathcn: Kriegserklärung, Operation«- basis, Streitkräfte und — Erfolg, über den indessen die Zukunft noch ein Wort
ver öu8 v« ----- —- ■ .... G-nf, 20. Juni. Die Zulässigkeit der indirekten Ansprüche wird durch die
deren Herrschaft, wenn sie nicht bald gebrochen wirb, die katholische Kirche f£lbH Wbletbe’nben Mitglieder de« Schiedsgerichts in Abwesenheit der englische« , .. ’unb amerikanischen Bevollmächtigten entschieden. Die Vermittlung nimmt ihre«
, - k Tfiätiafeit an die Seite!Rothschild eine Versammlung v. Banquier« stattgefunden haben, in welcher Über
auf dem Gebiete der Gesetzgebung und organ'sato i chen Thatgke ® . Anleihe von einer Milliarde berathen wurde. - Ein un« au«
stellen. Und wie die Re.ch-gesetzgebung selbst ust'g «,d. u°"mudl.ch » zugehende« Privattelegramm meldet:
hat, die Grundlage de« Reich« zu beseitigen, d,e Thätigkeit der Verwaltung zu Par s »«et. in welck-m J.bier«. Goul
beleben, die Keime der Einheit nach allen Seiten, ohne^überstürzende Hast aber Arnim fi 'Rothschild und ber Hamburger Se-
mit Beharrlichkeit »nd Stetigke t zu so sind «u^di- Einzelstaaten, 'ber Norddeutschen Bank, Godefroy, Einladungen erhalten
deren Thätigkeit seit Jahr.n erschlafft war, n 6 {Reime« be- haben " E« darf die« wohl al« ein Bewei« angesehen werden, daß die Confe-
reit« einen großen Theil der Gefahren uberwundln, Tbätiak it die Ueber d.e vorstehend erwähnten Verhandlungen mit Frankreich schreibt die
mit Vernichtung bedrohten. 2" Preußen h t öl tzll ! $on p^en heutige „Prov.-Corr." Folgende«: Nach dem Frankfurter Friedensvertrag vom lange geruht hat, einen neuen Aufschwung genom , ' entaeaen- 10 Mai 1871 sollen die drei Milliarden der französischen KriegSkostenentschädi-
sie beherrscht wird werden sich al- star genug erweisen, um alle ihr entgegen ^Mm^8- Ijjl n bh$ ium 2. ^ärz 1874 zahlbar bleiben,
gestellten Hindernisse au- dem Wege zu rau . .. Sdiatten nicht fehlt n Gemäßheit des Präliminar-FrievenSvertrags vom 26. Februar 1871 (welcher
Gewiß ein erfreuliche« Bild, dem aber doch der dunkl sLa en g grflnffurUr Beitrage bestätigt worden ist), soll nach der
Kein Paradies ohne Schlange! Kaum haben to t J» kämvtt Gablung von zwei Milliarden die deutsche Okkupation nur noch die Departement«
f« <6 «n« Im 3»°--» -I» b" ”'f‘ “"T. äS. au J- Warn", 9rrt,.nn”ä' H-u!"«",»,. M-mch- un6 -i- Schnn, B.I.
als jener, dessen Bekämpfung aber nicht mm r g f »we! fort umfassen, die al« Pfand für die rückständige« drei Milliarden bienen sollen,
dauer des Reiche- in Anspruch nimmt, als ber Feind, der uns vor fast zwe. fort umptzen, vui ai®. w fnfl Rn nnn Mann nickt über-
wahren aus die Wahlstatt gerufen hat. Der UltramontaniSmuS, die schwarze Internationale, die bei uns wie überall der rothen Internationale in ^e Hande arbeitet, hat dem Reich den Krieg erklärt und das Reich sieht sich genöthigt, für das aefährdete Recht de« Staate« wider den unversöhnlichsten Feind de« modernen Staatts in die Schranken zu treten. Es ist dieser Kampf, wte äußerlich so innerlich, im Grunde nur eine Fortsetzung des deutsch - franzostfchen Kriege«. In Frankreich hatten wir die Vormacht ber romanischen Race zu bekämpfen. In den Jesuiten bekämpfen wir da« Princip bei Romanismu« selbst, in seiner koncen- trirteste«, ^^iEchier Kampf, ein Kampf, der die volle Kraft ber Regierung „nd die Nation in Anspruch nimmt. Denn der JesuitiSmuS hat es verstanden, den Anschein anzunehmen, al« ob er die katholische Kirche vertrete, al« ob seine Interessen mit denen der Kirche identisch seien. Er bildet eine vortreffttu' organistrte, einheitlich geleitete Macht, die, Dank der langen Sorglosigkett ber Re- aierungen und ber öffentlichen Meinung, tiefe Wurzel im Lande geschlagen hat. Wir haben den Kampf nicht gesucht, aber den aufgedrungenen Kamp muffen mir feft und ohne Wanken, im Vertrauen auf unser gute« Recht und mit den Waffen ber Wahrheit burchführen. Wir wollen bie katholische Kirche nicht schädigen; der Sieg de« Staates wird sie vielmehr aus den Händen seiner Macht befreien.


