en, am Festtage selbst feierliches Da der Geburtstag des Kaisers 9Ykrttnpninphnt prthftlL (3".8 maa
hatten sein! heißt:
seinem Kopfe der Republik fest.
Paris, 16. März. Die Stadt Paris tritt beim Eintreiben der rückständig gen Steuern äußerst streng auf. Komisch macht es sich, daß sie von den Laven- desitzern auch die Abonnementsgelder für das Kehren der Straßen während des Kriegeö und der Commune verlangt, obgleich während dieser Zeit die Straßen niemals gereinigt wurden und es während des Krieges nur wenige, während der Commune aber gar keine Straßenkehrer mehr in Paris gab. An die Besitzer der Bauplätze am äußersten Ende des Boulevards Male-Herbes stellt die Stabt jetzt auch eine etwas eigenthümliche Forderung. Sie verlangt nämlich, daß dieselben ihre mit der Stadtverwaltung abgeschlossenen Verträge ausführen und auf den ihnen von ihr verkauften Bauplätzen Häuser errichten. Falls sie es nicht thun, werden ihre Bauplätze an den Meistbietenden verkauft, wobei sie natürlich große Einbuße erleiden werden, da der Werth des Grundes und Bodens in diesem
> von Paris sehr heruntergegangen ist.
Paris, 16. März. Die Raubanfälle am Hellen Tage in den Straßen von Paris mehren sich. Heute fand ein solcher im Herzen von Paris, nämlich in der rm Börsenviertel gelegenen Rue des JeuneurS, wo nur Großhändler wohnen, statt. Es war IO1/2 Uhr Morgens, als in dieser Straße vier Kerle über einen Ausläufer der Bank von Frankreich herfielen, ihn zu Boden warfen und lhm fein Portefeuille, worin sich die Gelder befanden, die er bereits eincassirt hatte, weg. rissen und dann die Flucht ergriffen. Zwei der Räuber wurden glücklicherweise erwischt, den beiden anveren — sie hatten aber gerade das Portefeuille — gelang
bin es, vor dem sie Achtung hat." '
Paris, 18. März. Heute, am Jahrestage des Ausbruches der Insurrection vom 18. März, haben die Behörden große Vorsichtsmaßregeln ergriffen. Alle Wachtposten sind verstärkt worden und die ganze Garnison ist consignirt. Jede Person, die sich an irgend einer Demonstration betheiligt oder den Tag auf irgend eme Weise zu feiern sucht, wird sofort verhaftet. Zahlreiche geheime Agenten sind nach London und Genf abgeganqen, um das Gebühren der Communisten am heutigen Tage zu überwachen und Bericht darüber zu erstatten. Ruhestörungen in Paris sind indessen kaum zu erwarten. — In Lyon, wo die Angriffe auf ver. eiuzelte Soldaten fortwährend sehr häufig stattfinden, haben die Militärs Befehl erhalten, nur noch in Gruppen von sieben bis acht Mann auszugehen.
Versailles, 20. März. In den bestunterrichteten parlamentarischen Kreisen war gestern der Eindruck vorherrschend, daß die Annahme des Postvertrags zwischen Deutschland und Frankreich nicht zweifelhaft sei.
Italien.
Hochamt mit Te Deum in allen Pfarrkirchen. ' -
auf einen Freitag fällt, so wird Dispens vom Abstinenzgebot ertherlt. Es mag bet dieser Gelegenheit daran erinnert werden, daß der erzbischöfliche Stuhl von Kreibura an eine persona grata zu vergeben ist.
Aus Baden, 16. März. Der Bischof v. Ketteler erläßt heute im „Pf. B." eine Ansprache an die Wähler des 14 badischen ReichSwahlbeztrks (Tauber- dischofSheim), in welcher er denselben anzeigt, daß er sein Mandat zum Reichstag niedergelegt hat. In Betreff der Motive dieses Schrittes verweist der Bischof auf seine Schrift: „Die Centrumsfraction im deutschen Reichstag", deren Schluß in Der Ansprache mttge,heilt wird. Zugleich bittet er die Wähler, »ihr Vertrauen bei der Neuwahl nur einem Manne zuzuwenden, der sich mit aller Entschiedenheit
Frankreich.
Pari-, 16. März. Die Postoerwaltung wird nächstens Briefcouverts mit Francostempeln ausgeben. Es ist das ein Versuch, welchen Herr Rampont, der Postdirector, machen will. Da Herr Rampont Republikaner ist, so suchen gewisse Mitglieder der Rechten ihn zu chicaniren, indem sie in seine Befugnisse eingreifen. So ist in der Finanzcommtssion der Vorschlag gemacht worden, den Kopf der Republik auf den Markenstempeln abzuschaffen und denselben durch große Zahlen, die den Werth der Marke bezeichnen, zu ersetzen. Aber Herr Rompont hält an
es, zu entkommen.
Paris, 17. März. Gegenwärtig herrscht im Kriegsministerium eine ungewöhnliche Tätigkeit. Zahlreiche Befehle Betreffs der Uebungen der Truppen und ihres Unterhaltes gehen tagtäglich an die commandirenden Generale ab. Es heißt auch, daß man die CadreS ver Mobilgarde wieder herstelle, in welche man alle Offiziere, die sich auf halbem Sold oder nicht in Activttät befanden, auf- nehme. In den Waffenfabriken und Arsenalen herrscht ebenfalls die größte Rührigkeit , wobei man es hauptsächlich auf Anfertigung von Kanonen abgesehen hat. Kurz, Alles wird betrieben, als wenn der Ausbruch eines Krieges nahe bevor» stehe. Trotz alledem läßt sich aber kaum annehmen, daß der Präsident der Re» publik sich ernstlich mit kriegerischen Hintergedanken herumträgt. Die Herstellung einer starken Armee ist aber eine seiner „Ideen", Vie viel gutes Geld kosten. Daß er in militärischen Dingen wirklich viel von sich hält, geht aus den Worten hervor, die er neulich zu einem General sagte: „Die Armee in Aegypten liebte Kleber, aber sie achtete Napoleon, die heutige Armee liebt Mac Mahon, aber ich
der Centrumsfraction wieder anschließe."
München, 19. März. Nicht geringes Aufsehen, namentlich in den klerikalen Kreisen, erregen die Angriffe, welche der ultramontane Theil der unterfränklschen Geistlichkeit gegen den neuen Bischof von Würzburg in Scene setzt und deren Wiederhall das hier erscheinende „Bayerische Vaterland" bildet. Dr. Blißmann scheint wirklich, den von ihm gehegten Erwartungen entsprechend, sich einer sehr großen Mäßigung zu befleißigen und dadurch der Curie vielleicht einen viel besseren Dienst zu erweisen, als diese selber anerkennt. Er wird deshalb als blindes Re- aierungswerkzeug verschrieen und in einem ver betreffenden Artikel beißt es geradezu: „Es gibt ganze Pfar^dörfer, in denen kein Mensch an Vie Unfehlbarkeit glaubt, weil der Pfarrclerus für Vie Ausbreitung ver Lehre nicht wirken darf." Vom nationalen unv altkatholifchen Standpunkte aus ist diese kluge Zurückhaltung des Würzburger Bischofs vielleicht zu bedauern, aber daß man von ultramontaner Seite diese Zurückhaltung als eine Art von Kirchenverrath benuncirt, beweist nur, mit welcher blinden Wuth die Vertrauensmänner ver Curie hier zu Lande rnS
Rom, 17. März. Heute wurde Vie Büste Mazzini'S in feierlichem Aufzuge auf das Capitol getragen. Es betheiligten sich an der Feier u. A. viele Arbeiter-Gesellschaften und Corporationen. Mehrere Reden wurden gehalten, und ging die ganze Feierlichkeit ohne jede Störung vor sich.
Palermo, 17. März. Prinz Friedrich Karl von Preußen ist hier eingetroffen und wurde vom General Medici empfangen; die hier ansässigen Deutschen, so wie zahlreiche Bürger der Stadt waren zur Begrüßung des Prinzen er- schienen.
England.
London, 16. März. In Chiselhurst wird heute der sechszehnte Geburtstag des exkaiserlichen Prinzen begangen. — Die Internationale gedenkt den 18. März, „die Geburt der Commune", durch eine großartige Kundgebung in der St. Georges.Hall zu begehen. Die Reden sollen in französischer Sprache gehalten und von Dolmetschern ins Englische übersetzt werden. Unter den Rednern befindet sich auch Karl Marx. Ob die Versammlung eine öffentliche sein soll, ist noch nicht bekannt.
London, 18. März. Das indische Amt hat den Beschluß gefaßt, der Gräfin Mayo ein Iahrgehalt von 1000 Pf. St. und ihren jüngeren Kindern die Summe von 20,000 Pf. St. aus dem Schatze des indischen Reiches anzuweisen, zum Ge- däcktmtz der hervorragenden Dienste, welche der verstorbene Earl von Mayo al- Vicekönig und Generalgouverneur von Indien geleistet hat. Aus Kalkutta kommt heute die Nachricht, daß Schir Ali, der Mörder Lord Mayo's, am vorigen Dienstag auf der Andamanen-Insel den Tod durch H-nkershand gefunden hat. Seiner Aus- sage gemäß wollte er nicht nur den V-cekönig, sondern auch den General Stewart ermorden, und als die Kanonen Mayo's Ankunft verkündeten, wetzte er im Röhricht sein M'sser. Ein anderes Geständn-.ß legte er nicht ab, als daß er dem mörderischen Drange nicht habe widerstehen können. In dem Verhör entdeckte man keine Spur, die aus eine Verschwörung hingcdeutet hätte.
Rußland.
Die Juden in den rufstsch-polnischen Provinzen machen alle Anstrengungen, um ihre Glaubensgenossen ungeachtet des bedeutend erhöhten Loskauf-gelve- tn
Düsseldorf 20. März. Heute Morgen 2 Uhr brach Feuer im hiesigen Academtegebäuve aus. Letzteres, sowie da- daranftoßende StänvehauS wurden zerstört. Viele Kunstschätze sind vernichtet, die öffentliche Bildersammlung und die Ständeöibliothek jedoch gerettet. (Eine spätere Meldung versichert, daß das Feuer vollständig bewältigt und nur ein Theil des Academie - Gebäudes zer-
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Köniasbera, 18. März. Aus Braunsberg wirb der „Hattung'fchen Ztg." zur Kennzeichnung der Mittel, mit denen Vie Eltern von Schuler des dortigen Gpmnaäums genöthigt werven, dieselben vem Religionsunterricht des Dr. Wollmann zu entziehen, geschrieben- Neulich erkrankte hier d.e Wittwe T, -ine a te arme Frau, plötzlich am Blutsturze und kam dem Tode nahe. Auf d,e Bitte, der- selben Vie Sterbesacramente reichen zu lassen, erklärte Erzpriester &, Vas könne nur unter ver Bedingung geschehen, daß Vie Frau in Zukunft ihren Sohn, welcher Vas Gymnasium besucht, von dem Unterricht des Dr. Wollmann fern halte. Die zu Tode Geängstigte hat sich gefügt. , ,
Gumbinnen, 20. März. Der „Preußisch-Litth. Zeitung" zufolge hatte der Armee-F-ldpropst ». NamczanowSki im Widerspruch mit den staatsbehordlichen Anordnungen dem Pfarrer Grunert in Insterburg die weitere Ausübung der katholischen Seelsorge in der preußischen Armee verboten.
Karlsruhe, 17. März. Erzbisthumsverweser Lothar Kubel in Freiburg ordnete eine glanzende kirchliche Feier für den Geburtstags des Kaisers ^Wilhelm an. Am Vorabend Festgeläute mit allen Glocken ' '
München, 20. März. In der heutigen Sitzung der Abgeordnetenkammer ; legte der Minister des Aeußern vier Gesetzentwürfe vor: eine Creditbewilligunz von 8 Millionen für Vermehrung des Eisenbahn - Fahrmaterials, 14 Millionen für Vervollständigung der Staatsbahnen, 3 Millionen für Anlage eines Rangir- bahnhofes in Ingolstadt und 5 Millionen als staatliche ZinSgarantie für das 4i/.proc. Eisenbahn - Anlehen der Pfälzischen Bahnen. Der Finanzminister legte einen Gesetzentwurf über die Verwendung der französischen Kriegsentschädigung vor. Der Antrag Kolb'S auf Verwendung von 3 Millionen der französischen Kriegsentschädigung zur Aufsuchung von Steinkohlen wurde abgelehnt. Ein An- trag Makowiczka'S guf Ermäßigung des Transport-Tarifs für die aus den Nach- barländern eingeführten Kohlen wurde angenommen. Ein Antrag von LouiS auf Entschädigung für Kriegsleistungen wurde einer Commission überwiesen.
Mühlhausen, 18. März. Der „Karlsruher Zeitung" schreibt man von hier: Die Umtriebe der „elsässischen Liga" nehmen immer größere Dimensionen an und fangen an, bereits Früchte zu tragen. Trotzdem die hiesigen Lokalblätter, auch auswärtige, ihr Möglichstes thun, die Leute anders und besser zu belehren und dem Unwesen dieser Patrioten der Finsterniß entgegenarbeiten, hört das Volk doch viel lieber auf deren Lügengeschwätz und belagert tagtäglich zu Hunderten die hiesige KreiSdirection, um für die französische Nationalität zu optiren. Lämmt- liche meinen, es bedürfe eben nur dieser Option, um dann als Franzosen ruhig und ungenirt hier weiter leben zu können. Wie sehr werden sich diese armen verführten Opfer in ihrer Meinung getäuscht sehen, wenn es ihnen ergeht, wie den Frankfurtern im Jahre 1866, die sich das schweizer Bürgerrecht erkauft und nun vermeinten, aller Pflichten rc. gegen Preußen los unv ledig zu Wie werden sie sich getäuscht sehen, wenn es nach dem 1. October v. I. „nun euer Ranzel geschnürt unv über die Grenze!"
Oesterreich.
Wien, 19. März. Der Reichsrath nahm den Antrag, die Regierung auf- zufordern, eine genaue Ueberwachung der Kanzel eintreten zu lassen und das Strafgesetz gegen den Kanzelmißbrauch in strikter Weise anzuwenven, ohne Debatte an.
Belgien.
Brüssel, 20. März. Verflossenen Montag wurde Langrand Dumonceau, der Graf des heiligen Reichs, der Mann, den Piuü IX. feinen „lieben Sohn" nannte, in cffigie an den Pranger gestellt. Seine Schwägerin ist diese Woche ebenfalls unter der Anklage, ihrem Schwager bei feinen Unterschlagungen behülflich gewesen zu fein , gefänglich eingezogcn worden. Sie scheint in derselben Angelegenheit compromittirt, wegen welcher auch ein Neffe des belgischen Gesandten in Berlin. Baptiste Nothomb, schon seit einigen Monaten unter Schloß und Riegel ist. Der Untersuchungsrichter Celasier dürste übrigens jetzt auch die Administratoren der Langrand'schen Crevitgesellschasten aufs Korn nehmen und dann durste noch eine ganz erkleckliche Anzahl clerikaler Korvphäen auf dem Sünderdänkelchen des Ge- schworenengerichts oder des Zuchtpolizeigerichts Platz nehmen müssen. Der An- klage-Act geaen Langrand-Dumonceau läßt gar keinen Zweifel darüber, daß noch eine ganze Reihe von Processen in Aussicht steht.


