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(Post.)

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Das Iesuitengesetz ist, derOstsee-Ztg." zufolge, sogleich mit dem Tage seiner Publicirung in der Provinz Posen in Wirksamkeit gesetzt worben. In dem Städtchen Gniewkowo fand gerade eine Iesuttenmission statt, die, obwohl sie erst nach zwei Tagen beendigt werden sollte, an demselben Tage, an welchem das Gesetz imRetchsanzeiger" erschien, polizeilich inhibirt wurde. Wie man hort, haben sämmtliche Iesuitenväter in Schrimm, mit Ausnahme von zweien, welche hoffen, in der Seelsorge Verwendung zu finden, sich entschlossen, die Provinz Posen zu verlassen und theils nach Galizien, theils nach Böhmen zu übersiedeln. Der Pater Superior des Schrtmmer Mutterhauses ist ein Graf Mycielski, der vorher Iura studtrt und einige Jahre in Posen als Referendar gearbeitet hat. Er besitzt als Sprößling einer alten polnischen Magnatenfamilie großen Einfluß unter dem polnischen Adel, den er für die Zwecke seines Ordens vortrefflich aus- zubeuten verstand.

München. ImDeutschen Merkur" schreibt Professor Friedrich in München über die sogenannte Bulle praesente cadavere:

DieSpen. Ztg." regte durch ihre Mittheilung über eine Bulle praesente cadavere einen Zeitungsstreit an, welcher noch immer fortdauert. DerGerm." namentlich engagirte sich stark und ließ sich wieder einmal dazu fortreißen, den Ton des Anstandes zu verletzen. Sie versicherte, daß sie in Rom angefragt und

Preßburg, 14. Juli. Man t-I-graphirt derDeutschen Zeitung": Für ^-wattige Asuiten wollten Agenten hier zwei große Wohnhäuser und Kirchen in der Nachbarschaft kaufen; die BerkaufSunterhandiungen wurden jedoch abgebrochen, nachdem der «Lharacter der Käufer bekannt geworden war.

schreiber d-S R-ich-kanzlcr- sind seine Ulanen, seine Eklaireur«, sie geben ihm über Alle« Aufschluß und bereiten ihm die Wege. Di,se fliegenden Schwadronen sühren statt der Lanze die Feder, aber diese Waffe ist nicht weniger gefährlich al« die Lanze, denn ihr Patron läßt sie dieselbe in ein Gift tauchen, welche« ansteckt und tödtet. Alle Welt weiß, daß Bismarck die Chefs seiner ungläubigen Schaaren alle Tagc in seinem Cabinet versammelt. Dort zeigt er ihnen den Weg, den sie zu verfolgen haben; er haucht ihnen feine Bedanken ein, wenn er sich auch weis- ltch hütet, sie ihnen ganz mitzuthcilen; er gib, ihnen seinen Willen zu erkennen; alle Horen ihn zitternd an, verbeugen sich sklavisch und ziehen sich, nachdem sie ihre Munition empfangen, schweigend zurück, um die Befehle des Meisters auszu- fuhren. Die deutsche Presse komm, dem Staate ,Heuer zu stehen: Jahraus Jahr ein werden ausgegeben 2% Millionen in Deutschland und in Europa, um die Ideen de« künftigen Oberpriesters der deutschen Nationalkirche zu verkündigen Der helltgc Baier hat es versucht, den deutschen Minister von dem unseligen Wege, den er mit seiner Katholik-noe,folgung eingeschlagen hat, wieder abzubrin- gen, indem er ihm begreiflich zu wachen suchte, daß er durch sein Vorgehen die katholischen Unter,Hanen Deutschland« dem Reich- abwendig machte und die treuen und gehorsamen Unter,Hanen seine« Kaiser« in Rebellen und Verschwörer »er- wandelte. Aber der diutsche Minister hat e« unter seiner Würde gehalten, Piu« IX. iuantworten. Noch mehr, er hat seine Verfolgungen gegen die Kirche fortgesetzt. Mußte nun der Statthalter Gotte« auf Erden ihn nicht im Namen d-ff-n, der über alle menfchftchen Handlungen richtet, verwarnen und den Traum Nebucadnezar'« ihm in- Bedächtniß rufen? Wenn doch di, deutsche Press- einmal aufhor-n wollt- die Rollen zu vertauschen und au« dem Verfolgten den Verfolger zu machen! Trotz der Lug- und B°«h-it der deutschen Zeltung-schr-iber wird di- offen,liche Meinung sich nicht irre führen lassen, und die Geschichte wird -inst alle Urheber de« Unglück« verdammen, welche« die Kirche zerreißt. Der hochmüthige Kanzler de« deutschen Reich« möge aber da« Eine bedenken:Wenn der deutsche Pr°t-stanti«mu« im Bund- mit der Philosophie au- dem deutschen Volke M-nschln ohne Religion und Glauben gemacht haben wird, wie Bismarck und Genossen sind, dann wird das deutsche Reich zu existlren aufhören."

Wahlrecht« behindert werden, von jed-r Abänderung, sowohl der Form al« de« die Antwort -mpsangen habe, an der Existenz einer solchen Bulle sei kein wahre«

Orte« der Wahl, Abstand genommen sei. Wort. Wir müssen diese Versicherung glauben, denn unsere ultramontanen Gegmr

Wir glauben, daß diese Mittheilung der Begründung nicht entbehrt. Denn verabscheuen bekanntlich nicht« mehr al« bi- Lüg-. W-r in di-s-m Str-ite Recht

den b-sonneren Führern der Jesuitenpartei kann -« nicht entgehen, daß e« für sie haben mag, weiß ich nun freilich nicht zu sagen. Aber ich kann doch darthua

von größter Wichtigkeit ist, ihr Ziel bei d-r Papstwahl womöglich ohne Ab- daß di-Existenz einer solchen Bulle gerade nicht unmöglich, ja sogar sehr xoabt'.

w-ichung von den bisherigen Formen zu erreichen. Man wird im Falle der sch-inlich ist. Ich kam nämlich selbst durch einen ganz eigenihümlichen Zufall

Roth auch vor den äußersten Mitteln nicht zurückschreckeu; aber nach de« wenig in den Besitz zweier Originalschrciben, welch- Gr-gor XVI. erlassen, eigenhändig ermuthigenden Erfahrungen, di- man über die Wirkungen der bisherigen Maß- unterzeichnet und am Schluffe mit einigen Bemerkungen versehen hatte Es si,d

loflgkeiten in Worten und Thaten gemacht hat, ist e« doch erklärlich, daß man zwei von einander verschiedene und zu v-rschi-d-nen Zeiten -u-gef-rtigte Schreiben

im Vatikan in der wichtigsten ZukunstSfrage lieber mit den regelmäßigen al« mit welche mit Rücksicht aus die politisch gefährdete Situation de« Kirchenstaate« An-' außerordentlichen Mitteln zu operlren wünscht. Die Heißsporne sreilich wollten ordnungen über die Sicherung und die Art und Weise der Wahl eine« Nachsol- grundsätzlich die äußersten Mittel ln Anwendung bringen. Aber nach der halb ger« enthalten. Sie sind meine« Wissens nicht weiter bekannt geworden Wir ablehnend-n Antwort Thier«' waren si- rathlos, und die« gab der b-sonneren glauben nun gar nicht einmal, daß Herr Majunke und seineGermania" in Rom Partei für den Augenblick einen Vorsprung. so viel bedeuten, daß man ihnen in einer in den Augen Rom« so wichtigen Sache

Für die Negierungen übrigen« liegt in dieser Wendung durchaus nichts sogleich reinen Wein einschenken wirb. Wenn aber dieGermania" in Rom auf Beruhigendes. Das Ziel ist dasselbe g-blieben: die Wahl ein-« jesuitisch, d. h. ihre Anfrage sie sagt uns nicht einmal bei wem wirklich obige Antwort sranzösisch gesinnten Papste«. Ob die Regierungen im Stande sein werden, die« erhalten haben, wenn wirklich auch Antonelli von der Bulle nichts wissen sollte namenlose Unglück von d-r Kirch- abzuwcnden, ist unter allen Umständen zweifel. so ist damit keineswegs ausgeschlossen, daß andere Carbinäle darum wissen und hast; gewiß aber ist, daß e» sich nicht abwenden läßt, wenn nicht bald unter den die Bulle in Händen haben. Bei solchen Dingen pfleg, der Papst eben nur einen großen Regierungen Frankreich, auf welche« in dieser Frage nicht zu rechnen oder wenige Cardinäle zu feinen Vertrauten zu machen. So war e« mit dm ist, au«g-n°mm-n eine vollständige Einigung über die zu ergreifenden Maß- Schreiben Gregor'« XVI. der Fall, und nur auf diese Meise konnten sie au» d-r regeln erzielt wird. Nachlaffenschaft -ine« Cardinal« in meinen Besitz kommen. Betrachte ich die

------------------ gegenwärtige Situation de« Papstthum« und ziehe ich di- Person Piu« IX. und Deutschland. Blt ebtn al,0tre8|E Thätigket« der Cabinet- in Bezug auf ein künftiges Conclare

«SU et n m . ... t, , , in E,Wägung, so ist es mir ziemlich gewiß, daß Piu« für -ine künftige Papß.

Berlin, 16. Juli. Die Bewunderung für den genialen Scharfblick unsere« wähl bereit« in außerordentlicher W-ise Vorsorge getroffen habe. E« entspricht großen Strategen, de« Grafen Moltke, wird durch Veröffentlichung de« General- die« ganz der römischen Anschauung d-r Dinge, und ich finde darin gar nicht« stabswerkes noch gesteigeit. Man ist erstaunt über die Voraussicht, welche zwei Absonderliches. Friedrich.

Jahre vor Ausbruch des Krieges einen Plan schuf, der eintretenden Falls ohne Miincki^n 17 o

Weiteres zur Ausführung kam, und eine den deutschen Interessen abholde Gc° cjne innere Unterreduna mit dem Kr^smtniüer ftrhrn h Mrnnfh

schon 1868 den Krieg selbst geplant habe. Indeß wird ja neben dem $(rmcc durch den Kronprinzen nicht in diesem sondern erft im nächsten Qnbri preußischen auch der französische Krieggplan von 1868 mitgetheilt. Der Unterschied stattfinden P * * 1 ' 1 "st tm Jahn

in der Situation beider Staaten aber lag darin, daß der preußische Kriegsplan , n ,,

auf den eventuell in Aussicht genommenen Fall bei dessen wirklichem Eintritt . (^lsaß-^othnngen. DreStraßburger Zeitung^ schreibt bei Bespre«

paßte und unsere Armeeorganisation dessen sofortige Ausführung gestattete, während ^""9 ^er Arbeiten der l.iquldatlonscommission: Von allgemeinerem Interesse dürfte Marschall Riel sich allerdings fürarchipret" hielt, aber sehr bald erfahren D,eJur 9ra.nfrc,,d) ^"lletcht überraschende Thatsache sein, daß die Zahl der Necla« mußte, daß der französische Plan nichts taugte, als er zur Ausführung gebracht ma. oncn c$e?,a fSoldaten, die als Elsaß Lothringer dem Friedens« werden sollte und die Organisation eben nicht fertig war. Derselbe Fall, ^"Uage gemäß die Rückerstattung ihrer ElnstandSgelder, ihrer mässe individuelle wie er 1870 eintrat, wird aber immer eintreten, wenn Deutschland zum Kriege V.to *"^""9^/ sich aufnicht weniger als 2122,000 beläuft, also da» genöthigt werden sollte, da die Arbeiten des großen Generalstabes, nachKriegs- m Conttngent noch um 7000 übersteigt. Dem

theatern" eingetheilt, sich auf alle möglichen Fälle und Schauplätze eines Krieges ^""bhmen nach ist die«Ltraßburger Zeitung", früher amtliches Organ, vo, beziehen und für einen solchen durch Entwerfung von Plänen u. s. w. Für- ^rcD! ,f$l0cn Besitzer, Herrn Wolff, an eine Gesellschaft verkauft worden, welche sorge treffen. aue t,cm weiteren Betriebe des Geschäftes ein Actienunternehmen zu veranstalt«

DerReue Social-Demokrat" schreibt in seiner letzten Sonntagsnummer: 77..^ b£m L 3uli ^"lührung der deutschen Sprache als amt«

Das JesuitenblattGermania" fordert in der schamlosesten Weise die Regierung . .^'^^sprache in dem größeren Theile Deutsch.LothringenS zur Ausführunz auf, gegen den Allgemeinen deutschen Arbeiter-Verein eine Socialistenhetze in 0C ,?lc Durchführung erstreckt sich aber nicht blos auf den Gebrauch de» Scene zu setzen. Die Denuncianten mögen sich vor den Arbeitern Berlins in Ätschen Sprache als amtliche Geschaftssprache, sondern mit deren Einführung Acht n-hm-n!" - Zwischen derGermania" und terPost" ist eine Polemik französischen amtlichen Benennungen. So haben wir jetzt

über das sogenannte Zusammengehen der rothen und schwarzen Internationale ~ d" Maires Bürgermeister, und statt der Buralistcn Ortöeinnehmer u. dgl. m

erfolgt, wobei dieGermania" allerlei Ammenmärchen hervorkramt. Wir haben ^°aar , amtlichen Bekanntmachungen durch die Ortsschelle oder Trommel erfol-

bisher geschwiegen, um jene Blätter aussprechen zu lassen. Wir werden jetzt £?nr ÖDn ab ltl ^iden Sprachen. Zur Erleichterung der Durchführung dieses

aber etwa- ausdecken, daß den Pfaffen die Haare rund um die Glatze aufsteigen ®c'e$ee werden, wo nolhig, beeidigte Uebersetzer angestellt,

sollen." Wir sind mit derN. A. Z." darauf gespannt, zu sehen, wie der Neue Social-Demokrat" sein angekündigtesFriseurkunststück" fertig bringen werde.

(Post.) Wien. DerKatholik" schreibt: Der vom HochmuthSteufel besessene Bis-

Berlin, 16. Juli. Von unterrichteter Seite wird derElb. Ztg." mitge- mard dirigirt die ganze protestantische, philosophische, gottlose Presse Deutschlands, theilt, daß im Eultusministerium die Ausarbeitung jener Gesetze begonnen habe, liebäugelt mit ihr, weil er weiß, welche Dienste sie ihm leistet und welches welche die Reorganisation der katholischen Kirche betreffen und den gesetzgebenden Un^cfI cr mit 'hrer Hilfe anstiften kann. Da sie sich kaufen läßt, braucht er sie Körperschaften vorgelegt werden sollen. Ein reichhaltiges Material gleichartiger *u Achten; er hält sie mit eiserner Faust. Die ungläubigen ZeitungS- Gesetze verschiedener Länder und Zetten sei bereits einer Prüfung unterzogen wor- C4**'*IUä"

den; man bezeichne mehr als eine Reform, welche unter den gegebenen Verhält- niffen anwendbar wäre. Was indessen auf dem Verwaltungswege gethan werden kann, versichert man, wird energisch und ohne Zögern durchgeführt; aber Octroyi- rungen sollen vermieden werden, selbst auf die Gefahr hin, daß anscheinend ein Ruhemoment eintrete, welcher von der ungeduldigen Menge falsch aufgefaßt wird. Indessen lasse sich nicht verkennen, daß zur ungeduldigen Menge auch hier lebende Reichstagsmitglieder gehören, die ein rascheres Tempo, wenn auch nicht in Varzin, so doch in Ems, eingeschlagen zu sehen wünschen. Gerade von dieser Seite meine man, daß nicht allzuviel Gewicht darauf zu legen sei, wenn sich tm Lager der Jnfalltbtlisten Symptome eines Zersetzungöprozesses zeigen. Derlei sei mehr ein Product momentaner Stimmungen der Einzelnen, welche in der ultramontanen Presse zu Tage treten. Mit Rom und dem eisernen Gefüge seiner Hierarchie haben Journalartikel wenig zu thun. Es handle sich jetzt um Thaten, nicht um Worte, und jeder Aufschub der verheißenen Maßregeln rufe gerechtes Mißtrauen hervor.