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Jnfalllbilität ihre Anerkennung verweigert hätten, wegen notorischer Häresie der größere« Excommiinicriion verfaßen seien.

Jtlftcrburg, 14. März. Der wegen Nichtanerkennung veS Dogmas der ZrstallidUrtät serncs geistlichen Amtes enthobene katholische Pfarrer Grunert er­hielt von der Militärbehörde den Befehl, als Miiitärseelsorger weiter zu fungiren.

Aus Thüringen, 13. März. In einem eigenthümlichen Verhältnisse be­findet sich bas Städtchen Ruhla, welches 5000 Einwohner hat. Die linke Seite desselben gehört zum Herzogthume Sachsen-Gotha, die rechte hingegen zum Groß- herzogthume Sachsen - Weimar und jede Halste hat ihre eigene I^stizpssege, be- sondere Beamten, Geistliche, Schullehrer ic. Es sollen nun Verhandlungen statt­finden, um ganz Ruhla unter gemeinsame Verwaltung zu bringen, wo­durch nicht allein bedeutende Kosten erspart, sondern auch den Bewohnern von Ruhla selbst mannigfache Erleichterungen zu Theil werden. Wer jetzt einen Ein- wohner des Fleckens, der links auf der Straße wohnt, verklagen will, muß dies in Gotha thun, während der rechts Wohnende nach Eisenach gehört. Die letzte Volkszählung für das Herzogthum Meiningen ergab 187,884 Einwohner, 6401 mehr als im Jahre 1867.

Stuttgart, 16. März. Die Abgeordnetenkammer beschloß in ihrer gestrigen Abendsitzung über den Antrag, betreffend die Gewährung von Diäten an die Reichstags-Abgeordneten, zur Tagesordnung überzugehen.

Oesterreich.

Wien, 15. März. Wie derPesthcr Lloyd" meldet, hätte sich die fran­zösische Regierung außer Stand erklärt, an der Wiener Weltausstellung sich osfi- ciell zu betheiligen.

Belgien.

Brüssel, 15. März. Langrgnd - Dumonceau soll am nächsten Montag in efligie auf der Grande Place executirt werden. Di - Eontumaz - Verurtheilung, die auf 10 Jahre Zuchthaus lautet, soll an einem öffentlichen Schandpfahl an- geschlagen werden.

Frankreich.

Liebe- Fräulein! Meine Mama ist krank'. Ich habe einen kleinen Bruder bekommenaber Papa meint: es wäre nicht ansteckend für Sie."

Lebendig begraben. Man schreibt dem WienerTagblatt" aus Babitz, Bezirk Stern­berg in Mähren: Vorige Woche kam ein von hier gebürtiger Ttschlergehilfe, Namens Jfidor Tivka, krank aus der Fremde hierher nach seinem HeimathSorte. Schon nach wenigen Tagen starb derselbe und ward nach 48 Stunden aus dem dortigen Friedhöfe begraben. Nachdem der Sarg ins Grab gesenkt und eingesegnet war, entfernten sich der Geistliche, sowie die Leidtragen­den, bis auf einige wentge, worauf der Todtengräbcr das Grab zuzuscharren begann. Kaum war aber die Grube zur Hälfte gefüllt, als der Begrabene gewaltig an den Deckel des Sarges zu pochen begann. Der Todtengräber hatte nun nichts Eiligeres zu thun, als den Spaten wegzu­werfen und das Weite zu suchen. Die übrigen Anwesenden abmten das Beispiel deS hasenfüßigen Todtengräber» nach, nachdem sie zuvor gehorcht ob der Begrabene wirklich gepocht habe, wovon sie sich bald überzeugt hatten, da daS Pochen ziemlich lange anhielt. Man mußte jedoch vorerst dem Geistlichen hiervon Rapport erstatten derselbe wohnt nicht in Babitz, sondern in dem 3/4 Stunden entfernten Sternberg um nicht etwa ohne dessen Zustimmung einunwürdiges Wesen" vom Tode zum Leben zurückzuiufen. Der Geistliche befahl, den Erwachten auözugraben, allein als man die Erde von dem Sarge beseitigt hatte, war der Lebendigbegrabene bereits erstickt.

Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 15 März. Wie gewöhnlich nach vollendeter Liquidation die Course der SpeculationSeff.cten wieder anziehen, so war eS auch heute. Es entwickelte sich auf specula- tivem Gebiet unverkennbar größere Lebhaftigkeit als an den meisten Tagen dieser Woche, da die gedrückten Course die Kauflust rege machten. Namentlich entwickelte sich das Geschäft in Credit« actien, die bet 359 V2 eröffneten, recht gut, so daß selbe im Laufe der Börse über 2 fl. gewannen. Sogar die etwas scheel angesehene Staatsbahn ward einer kleinen PreiSaufbefferung für würdig erachtet, und Lombarden erholten sich ebenso bis 219. Bankaktien dagegen stagnirten noch und von jüngeren Banken waren nur Lokalinstitute bei den etwas niederen Courscn beliebt. Bayerische Handelsbank und deutsche Handelsgesellschaft gingen in kleineren Posten um. Bet Bahnpapieren machten sich mehrere auswärtige Kaufaufträge für ungarische Linien bemerklich, denen zufolge ungarisch-galizische und ungar.sche Nordost anzogen. Buschterader, Elisabeth, Franz-Joseph und Nordwest fest und gern gekauft. Prioritäten lebhaft, namentlich ToScaner, die ein größeres hie, figeS HauS aufkaufen läßt. Staatspapiere, wie österreichische Rente, gut behauptet. Spanier, in kleinen Posten umlaufend, 30%%. Loose waren heute wieder etwas belebter als die letzten Tage über und machte sich besonders eine Hausse-Agitation für Madrider bemerklich. Donau- regulirungsloose fortwährend gesucht, auch kleinere Sorten, wie Meininger u. s. w. Amerikaner 82er 96. Im übrigen cousequente Stille auf diesem Gebiet.

Literarisches.

Paris, 16. März. In der gestrigen Sitzung des Budget. Ausschusses hat Thiers eure Forderung von 51 Millionen als Steuer auf Gewebe und 60 Mil­lionen auf andere Rohstoffe beantragt. Es verlautet, die Commission werde letztere genehmig >-!, die Steuer auf Gewebe aber unter allen Umständen ablehnen. Eine definitive Enlscheivung ist noch nicht bekannt. Es wird als gewiß angesehen, daß Thiers seine Forderung vor das Plenum bringen wird. Thiers hat heute Morgen Hrn. Fournier empfangen. Gerüchtweise verlautet, Oie Bcrathung über den Gesetzentwurf Lefranc werde erst nach der Budgetberalhung stattsinden.- Der Präfect Cochin ist gestorben.

Versailles, 16. März. Die Capitulations-Commission hat mit einer Ma- jorität von zwei Stimmen beschlossen, Bazaine vor ein Kriegsgericht zu stellen. Die Angelegenheit dürfte vorher der Kammer unterbreitet werden.

Versailles, 16. März. Nationalversammlung. Remusat bringt, nachdem Berathungcn über das Budget stattgefunden, einen Gesetzentwurf, betreffend den Postoertrag zwischen Frankreich und Deutschland, ein. Der Vertrag soll am 1. Mai zur Ausführung kommen und wird diese Angelegenheit daher für dringlich erklärt. Bischof Dupanloup theilt mit, er werde am nächsten Samstag den An» traA stellen, einen Taa mit r^T^.

England.

London, 15. März. Granville erhielt die Kündigung des Handelsvertrages von der französischen Regierung zugestellt. In der heutigen Sitzung des Unter­hauses erklärte Gladstone auf Anfrage Disraeli's, der Ministerrath werde morgen die Antwort der Unionsregierung in Berathung ziehen; er könne erst nach dem Ministerrath Weiteres mittheilen.

Asien.

lieber die Christen - Verfolgungen in Japan wird aus Nangafakt be­rietet: Der Prinz von Saka und ein Oberbeamter des Mikado stehen an der, Spitze, die Christen werden gekreuzigt, lebendig verbrannt, verhungert, ohne Kleider eingesperrt, nackt an Füßen und Händen gebunden auf einen gefrorenen Teich ge­legt oder ihnen brennende Kohlen in den Mund gesteckt. Die Zeitung von Ran- gasaki erfährt, baß sich die fremden Konsuln au ihre Regierung um Abhülfe ge­wandt haben.

(E i n g e s a n d t.)

Gießen, 18. März. Wir haben vvrgestrrn der ersten zahlreich besuchten Vorstellung des Herrn Massa im Clubsaale beigewohnt und uns überzeugt, daß die früheren Berichte über seine Leistungen in keiner Weise übertrieben waren. Herr Massa vereinigt nicht nur Eleganz, gute Unterhaltung und staunenSwerthe Geschwindigkeit mit einer wohlthuenden Ruhe und Sicherheit, sondern überrascht auch durch ein aller Charlatanerie fernstehendes Auftreten und durch die Neuheit beinahe aller seiner Productionen. Unter diesen find mehrere von ganz fabelhafter Wirkung selbst auf den gewissenhaften Beobachter, der fich alle Mühe nimmt, daS vor ihm entstandene Wunder zu enträthseln.

Wir empfehlen Herrn Maffa'S letzte Vorstellung der allgemeinsten Theilnahme, die fie in jeder Beziehung verdient.

Es bedarf gewiß keiner geringen Sachkenntniß und Umsicht, eine lediglich der Toilette und weiblichen Handarbeiten gewidmete Zeitschrift in einigen Jahren zum unentbehrlichen Rathgeber und Liebling der Familie zu machen, wie es die Moden­welt schon längst geworden. Mit einem Leserkreise von weit über Hunderttausend Abonnentinnen hat sie im October v. I. ihren siebenten Jahrgang begonnen und von Tag zu Tage steigend, hat die Auflage schon jetzt auf 120,000 erhöht werden müssen, eine bisher von derartigen Blättern nie erreichte Zahl. Wie geschickt, wie aufmerksam und liebenswürdig weiß aber auch die Redaction allen Wünschen ihrer Leserinnen ent­gegen und zuvor zu kommen! Das prächtige, künstlerisch schöne Ball- und Masken­bild in Nr. 9 vom 1. Febr. schien alle Toilettenbedürfnisse der Saison erschöpfend be­handelt zu haben, gleichwohl bringt Nr. 10 eine neue Auswahl der reizendsten Anzüge, welche der Uebergangsperiode im Salon wie auf der Promenade gewidmet sind. Nr. 11 vom 1. März wendet sich der Wäsche zu und entwickelt eine wahrhaft überraschende Fülle schöner Vorlagen für Form und Ausstattung dieses so wichtigen Zweiges der Garderobe. Daneben finden beide Nummern Raum, auch der Einsegnungen zu ge­denken und Kleider, Jacken und Mäntelchen für diesen Zweck, Taschentücher, Gebetbuch und Lesezeichen zu bringen, kurz für Alles Sorge zu tragen. Die Vorzüglichkeit der Schnittmuster der Modenwelt ist ebenso anerkannt, als ihr feiner Geschmack in der Auswahl der Toiletten und der stets practisch verwendbaren Handarbeiten, denen jede Nummer in reichem Maße Berücksichtigung angedeihen läßt.

Abonnements fium quoif« von 45 fr. rh. pro Quartal, resp. 1 fl. 30 fr. rh. mu oierrcljayruch neun großen colorirtcn Modenkupfern, werden jederzeit bei allen Buchhandlungen und Postämtern angenommen.

Börscnnaclirichten.

16. März 1872.

Actien.

5% östr. F. St. E. B. 413

Lombard. Bahn 222

Ludwigsh.-Bexbaoh 205%

Maxbahn 151

Bayer. Ostbahn 154

Rhein-Nahebahn-Act. 50

Hess. Ludwigsb.-Act. 191%

Oberhessen 87%

Weeliaei.

Amsterdam k. S. 98% Augsburg k. S. 99% Berlin k. 8. 104%

Bremen k. 8. 96%

Brüssel k. 8. 93%

Hamburg k. 8. 87% Leipzig k. 8. 105%

London k. 8. 118% Lyon k. 8.

Paris k. 8. 93%

Wien k. 8. 106%

ditto m. 8.

ditto 1. 8. 106%

Dis conto 3% %

Preuss. 4%«% Oblig. 103%

Frankf. 31/$% Obi. 89

Nass. 4%% Obi. 99%

Kurhess. 4% 94%

Gr. Hess. 5% Obi. 103 % 4% 97%

» 3%0/0 , -

Bayer. 5% 100%

fi 4%o/o 1jährige 100% 4% 1jährige 95%

Würtemb. 4%% Obi. 99%

Raden 4%% Obi. o. E. L. 99%

Oesterr. Silberrente 64%

Papierrente 59%

Spanier, neuest. 3% 30%

Amerik. Bonds 1881r 101

. 1882r 96%

n , 1885r 97%

» . 1887t 97%

Prioritäten.

3% öster. Stsb.-Prior. 60%

3% öst. s. Lombard 51%

3% Livorneser 40

5% Toscaner 61%

5% ElisabetL-Prior. 84%

do. II. Emiss. 84

tieldeorten.

fl. kr.

Pr.Friedrdor 9 57%58% Pistolen . . 9 4143

doppelte 9 4143 Holl. fl. 108t 9 5355 Ducaten . . 5 3234 20 Frankenst. 9 20%21% Engi. Sover. 11 4951 Russ. Im per. 9 4143 DollarinGold 2 25% 26%

Aniehenaloose.

Kurh. 40 Thlr. Loose 72% Nassau 25 fl. 433/4 Braunschweiger 21

3% Oldenburg, ä 40Thlr. 40% 4% bayr. Präm.-Anl. 114%

Ansbaoher 7 fl. 13%

4% badische Loose Badische fl. 35 Loose 70%

Oestr. fl. 250 v. 1854 84% 1858r Prioritätslooge 1860r Loose 93% 1864r 157

Stadt Florenz 86

Actien.

Frankf. Bank 144

Frankf. Vereins-Kasse 143%

Darmst. Bankaot. 487

Wien Bankactien 893

Oest. Creditaot. 366

Galizien 277

Vermischtes.

Nicht ansteckend. Die Lehrerin einer Berliner Mädchenschule, welche in nicht geringer Angst vor der Pocken-Epidemie sich befand, nicht ihrer eigenen Gesundheit halber, sondern weil bei einem vorkommenden Falle sämmtliche Schülerinnen wegbleiben könnten, bat die Kinder, so­bald Jemand in ihren Familien krank würde, ihr davon Mittheilrmg zu machen; wenn aber die Krankheit ansteckend sei, lieber gleich zu Hause zu bleiben. Am andern Morgen komnll ein kleines Mädchen höchst vergnügt in die Klasse gesprungen, nimmt die Finger aus dem Munde und ruft:

Frankfurt a. M. Neben einer großen Anzahl der renommirtesten in - und ausländischen Zeitungen, als deren bedeutendste, hinsichtlich der Verbreitung, wohl der Kladderadatsch genannt werden darf, ist neuerdings der seit langen Jahren in Frank­furt a. M. erscheinendeFrankfurter Beobachter" in den Annoncen-Pacht der in Frankfurt a. M. domicilirten, allgemein bekannten Firma Rudolf Mosse überge­gangen. Es darf dieses als neues Aequivalent für das der genannten Firma allgemein entgegengetragene Vertrauen bezeichnet werden.

Allgemeiner Anzeiger

Besondere Bekanntmachungen.

Edictalladung.

1367) Nachdem Großherzogliches Hofge- richt der Provinz Oberhessen über den Nach­laß des Ludwig Arnold l. von Burk­hardsfelden den förmlichen Concurs erkannt

hat, werden alle Diejenigen, welche Forde­rungen oder sonstige Ansprüche an denselben zu bilden haben, aufgefordert, solche im Termin

Dienstag den 14. Mai d. I., Vormittags 9 Uhr,

dahier anzumelden und mit etwaigen Vor­zugsrechten zu begründen, widrigenfalls

stillschweigender Ausschluß von der Masse erfolgen wird. In diesem Termin soll zu­gleich die Güte versucht und in Entstehung derselben zur Wahl eines Gläubiger-Aus- 'schusses und definitiven Masse Curators ge­schritten werden. Die durch gehörig Be­vollmächtigte nicht vertretenen Gläubiger Iwerden deßhalb insoweit als den Beschlüssen

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der Mehrheit der erscheinenden Gläubiger beitretend angesehen werden.

Gießen, den 12 März 1872.

Großherzogliches Landgericht Gießen. Bötticher, A. Bramm, Landrichter. Landger.-Assessor.

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