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Paris, 16. Decbr. Ukber die Ukberschwemmurrgen, namentlich im Flußge- zuknüpfen.

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In der Schweiz nimmt die Frage des Altkatholicismus mehr und wehr einen politischen Charakter an. Die zu Bafel coastituirte Gesellschaft freisinniger Katholiken findet in anderen Cantonen lebhafte Nachfolge. In den Programmen wird betont, daß, so lange die Hälfte der schweizer Bürger von einer auswär­tigen Macht abhängig sei, von einer vollen Freiheit des Vaterlandes nicht die Rede fein könne. Um hierfür Abhülfe zu schaffen, trete vor Allem die Nothwen- digkeit einer Beseitigung der Nuntiaten in der Schweiz und in ganz Deutschland in den Vordergrund.

Das Wriscbe 2 ien Vers:

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Berlin, 16. Decbr. DieSpen. Ztg.", das Gerücht besprechend, daß Fürst Bismarck aus dem preußischen Staatsdienst ausschetden und dlos der höchste Beamte des deutschen Reiches bleiben wolle, sagt: Eine solche Veränderung ist, wie wir vernehmen, keineswegs im Werk. Der Reichskanzler soll allerdings die Riederlegung des Vorsitzes im preußischen Ministerium beabsichtigen, niemals aber geäußert haben, daß er nicht mehr preußischer Minister sein wolle. Rach unseren Ermittelungen verbleibt der Fürst preußischer Minister des Auswärtigen und gibt seinen Platz im preußischen Ministerium nicht auf. Der Zusammenhang des preußischen Ministeriums mit den Behörden des deutschen Reiches bleibt durch des Reichskanzlers Person aufrecht erhalten.

Berlin, 16. December. Die Special-Commission des Abgeordnetenhauses für Berathang des Provinzialfonds-Gesetzes hat die Ausscheidung besonderer KreiSfonds beschlossen, welche de« Kreisen vorweg zur Durchführung der Kreis- orduung zuflietzen sollen. Die Regierungs.Commissäre haben diesem Beschlüsse im Prtucip zugestimmt und die Entscheidung der Regierung darüber, ob der Beschluß innerhalb der jetzigen Vorlage oder durch ein besonderes Gesetz einzuführen sei, sowie die Beschaffung de» betreffende« Materials für die erste Sitzung nach

Spanien.

In Spanien ist ohne Angabe des Druckortes die erste Rümmer eines Jour­nals erschienen und viel vertheilt worden, welches den Titel:Bulletin der föde­rativen Revolution" führt. Dasselbe brachte eine im Namen des spanischen Vol­kes redigirte Proclamation mit folgenden Instructionen für jeden Bürger: Auf ein gegebenes Zeichen alle Glocken läuten, um die Republikaner zu benachrich­tigen , daß der Moment der Erhebung gekommen sei; die Urnen und Maßstäbe, sowie überhaupt alle Instrumente der Recrutirung verbrennen; die revolutionären ComiteS organisiren; sofort an jedem Orte einen Dienst von Kundschaftern ein» richten, welche den republikanischen Schaaren über alle Bewegungen der Regie­rungs-Truppen zu berichten haben; Ernennung eines Bewaffnung- - ComiteS, weiches sich mit der Beibringung der nöthigen Waffen und Munitionen, sowie der Geldmittel zu befassen hat; Anfertigung einer Liste der notablen Personen, welche die Mittel haben, zum Triumphe der revolutionären Sache beizutragen. Schließlich verlangt die Proclamation Zerstörung der Telegraphen-Linien, Eisen­bahnen und Brücken.

Belgien.

Brüssel, 14. Decbr. Angesichts des thallosen Verhalten» der RegicrunS gegenüber den Angriffen, die in der Kammer gegen die Officiere gerichtet wurden, haben die Generale Chazol und Goethals vom König ihre Versetzung in den Ruhestand verlangt. Prinz Napoleon ist in vergangener Nacht hier angekom­men und heute nach Chislehurst weitergereist.

Holland.

Luxemburg, 13. Decbr. Der Nuntius Bianchi im Haag wird den Vicar Adam hier als Bischof installiren, was, da die Regierung vorher nicht cousul- tirt wurde, zu einem Cor-flict führen kann.

Frankreich.

England.

Loudon, 14. Decbr. Einem Pariser Telegramm derTimes" zufolge, wäre tue Zahlung der dritte« Milliarde der französtschen Kriegs-Entschädigung bis zum 11. December complet erfolgt. Die vierte Milliarde würde bis Mai oder Juni 1873 gezahlt und Frankreich dann in der Lage sein, weitere Unter­handlungen in Betreff finanzieller Bürgschaften für die fünfte Milliarde an­

biete der Loire, find sehr betrübende Berichte eingegangen. Die Eisenbahnver­bindung mit Nantes ist unterbrochen. Die Lanque de France macht bekannt, daß sie nicht im Stande sei, die in überschwemmten Orten zahlbaren Wechsel zur Verfallzeit zu präsentiren und fordert die Interessenten auf, dieselben am Verfall­tage einzulösen.

Versailles, 14. Decbr. In der Dreißiger-Commission berichtete Barthe über einen neuen Verfassung«.Antrag, welcher bezweckt: Verlängerung der Doll- macht ThierS', Ernennung einer Vice-Präsidentschaft unter Gr6vy, theilweise Er­neuerung der Nationalversammlung bis zum 15. Februar. Die Commission er­nannte zwei Unter-Commissionen zur Prüfung zweier Anträge von DecazeS und Barthe. Die Nationalversammlung setzte die Berathrrng des Budgets ohne be­tonteren Zwischenfall fort.

Versailles, 14. Decbr. Nationalversammlung. Die Zahl der Neugierigen, die sich in Versailles eingefunden, ist ungeheuer groß. Die Zuschauer. Tribünen find schon 2 Stunden vor der Eröffnung der Sitzung überfüllt. Die gesammte Rechte beschloß gestern, folgende Tagesordnung vorzuschlagen:Die National­versammlung, in Erwägung, daß es nothwendig ist, daß sie ihr Werk der Wie­derherstellung, der Befreiung und der Reorganisation fortsetzt, mit welchem ihr Mandat sie beauftragt, weift die Petitionen zurück und geht zur Tagesordnung über." Casimir Perier (linfc» Centrum) hatte erklärt, daß das linke Centrum für dieselbe stimmen könne; in der heutigen Sitzung dieses Verein» aber verwarf man diese Tagesordnung und beschloß für die einfache Tagesordnung zu stimmen. Falls biefelbe nicht durchgehe, könne Jeder stimmen, wie er wolle. In Folge

Neujahr zugesagt.

Berlin, 16. Decembsr. Der Kaiser empfing gestern Nachmittag 4 Uhr den Reichskanzler Fürsten Bismarck zu längerer Conferenz.

Karlsruhe, 16. Decbr. Der Kronprinz und die Kronprinzessin des deut' schen Reiches sind nach Wiesbaden abgereist.

München, 14. Decbr. Weit uad breit im bayerischen Lande, wenigsten» so weit als die nationale Gesinnung sich Bahn gebrochen hat, sehen wir das Liebeswerk für die deutsche« Brüder an der Ostseeküste in Angriff genommen. Leider muß dabei bekannt werden, daß die ultramontane Presse sich höhnend und verhetzend auch diese Gelegenheit nicht vorübergehen läßt, den Haß gegen Preußen und Norddeutschland zu schüren. Man lügt mit schamloser Frechheit, daß nic- wals süddeutscher Noch durch Hülfe ans Norddeutschland gewehrt worden, An- gesicht» der Thatsache, daß z. B. beim Ausbruche de» Krieges die preußischen Städte unaufgefordert der Rheinpfalz mit Hunderttausenden zu Hülse gekommen find, so reichlich, daß soeben noch eine bedeutende Restsumme den Nothleitendcn an der Ostsee zugewiefen werden konnte. Wenn man die ComiteS in den ver- schieden«« Städten anfieht, so kann man getrost behaupten, daß eS die deutsch- gesinnten Vertrauensmänner der Bevölkerung sind, welche die Arbeit unternommen haben. Der UltramontaniSrnu» ruht ersichtlich von den Anstrengungen aus, welche ihm die Beförderung der frommen, gut katholischen Spitzederet verursacht hat. Selbst da» Ordinariat München sieht sich jetzt genöthigt, anzuerkennen, daß der ultramontane Clerus t« diesem Punkte nicht allgemein ein reine» Gewissen und saubere Hände hat, und verlangt von denen, welche sowohl im Geben (d. h. gegen W^cherzinsen Darl ihen) und Nehmen (ohne Zins u. s. w) bei der Dachauer Bank sich fehibar erwiesen, Reue, Leid und Besserung. Für den Staat ergibt sich aus solchen Erfahrungen auf» Neue die unabweisbare Psiicht, dafür zu sorgen, daß die katholischen Geistlichen eine bessere Erziehung und Bildung erhalten, als die bisherige, welche fie zahlreich zu Opfern oder Benutzern des Dachauer Bankbetruges werden lieh.

Schweiz.

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Darmstadt, 16. December. Metz ist doppelt gewählt worden. In Wald' Michelbach wurde Bürgermeister Heydenreich (fortschrittlich) gewählt.

Darmstadt, 16. Decbr. Kreisrath Küchler (conservativ-liberal) wurde Kreis Neustadt und Landbezirk Darmstadt, Assessor Heinzerling (konservativ) in

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Mainz, 16. Decbr. In Ingelheim ist Gebhard (Fortschritt) mit 18 Afaen Dael von Koeth (ultramontan) mit 12 Stimmen gewählt.

BEN, 14. Decbr. Der Reichskanzler Fürst Bismarck trifft mit Familie heute Abend hier ein. _ m

Berlin 14. Decbr. Seiten» des General-Commando» des ersten Armee- Corps sind die Chefs der dazu gehörigen Truppentheile ersucht worden, Samm- lunaen für die Ueberschwemmten an der Ostseeküste zu veranstalten. Die Armee Mill damit ihren Dank bezeigen für die ihr während des Krieges von der Civil- bevölkerung in so reichem Maße erwiesene Unterstützung. Die Sammlungen sind bereit» in« Werk gesetzt und, wie wir hören, becifern sich Officiere und Mann- schäfte« nach dessen Kräften, Zeugniß davon zu geben, daß die humane Idee vollen Anklang bei ihnen gefunden hat. Wir registriren das erfreuliche Factum, das in allen Kreisen der Civtlbevölkerung gebührende Anerkennung finden wird.

Berlin, 15. Derb. Wie dieGermania" in Erfahrung gebracht haben will, hätte der Diteiplinargericht-Hof in der Untersuchungssache gegen den Armee- bischof Namszanowski bei der gestrigen Verhandlung seine Inkompetenz auS-

vieses Beschlusses entschied sich die Rechte, welche die Petitionen mit großer Ma­jorität zurückweisen will, für eine Abänderung der Tagesordnung. Dor Eröff­nung der Sitzung große Erregung, zumal man bei dem großen Wirrwarr nicht absehkn konnte, wie die Abstimmung ausfallen würde. Es hieß, da» linke Cen-

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trum werde heute nicht zusammenhalten, 30 mit der Rechten, 40 mit der Linken gehen und die übrigen Mitglieder sich der Abstimmung enthalten. Ma» verdankt dieses dem Verfahren Casimir PerierS, der sich in den Kopf gesetzt hat, die Ge­legenheit zu benutzen und einen neuen Verein, das Centrum, zu gründen. Die Sitzung wird um 23/< Uhr in höchster Erregung eröffnet. Nach dem Dortrage der verschiedenen Berichte erhielt Gambetta das Wort. Derselbe verlangt die Auflösung, drückt sich aber ziemlich gemäßigt aus. E.nigr seiner Worte erregen jedoch einen heftigen Sturm. Er spricht auch von den Gerüchten, daß man Staatsstreiche ausführen wolle, was großen Widerspruch von Seiten der Rechten erregt. Er schließt mit den Worten, daß die Abstimmung, welche stattfinden werde, die Wahlen vorbereiten würde. Die Wahl würde zwischen denen gemacht werden, welche den Triumph der Republik vorbereitet, und denen, welche ihn verzögert hätten. (Beifall auf der Linken.) Nach Gambetta erhielt Audiffret- PaSquier da» Wort.

Nancy, 13. Decbr. Die vomJournal de Meurthe" in die Pariser Journale übergegangene Nachricht, daß General v. Manteuffel nächste Woche mit einer Mission der deutschen Regierung stch nach Versailles begeben werde, entbehrt jeder Begründung.

Italien.

Rom, 10. Decbr. Bei den Privataudienzen der letzten Woche ist der Papst Manchem bedenklicher und in ßch gekehrter al» sonst erschienen. Die Anhäng­lichen wollten ihn vorgestern durch ihre Theilnahme daran erinnern, daß ihre Opserfreudigkeit jeden zeitlichen Gütervcrlust ersetzen werde, den Ausgleich der an die Revolution" verlorenen Rechte des heiligen Stuhles einem höheren Willen überlassend. Kein 8. December dieses Pontifikats sah so viele und so reiche Ge­schenke über die Engel-brücke ziehen; die Vorgemächer der päpstlichen Wohnung schienen in einen Weihnachtsmarkt verwandelt. Den Preis unter allen trug ein kosmopolitisches Festangebinde: ein Etuis au- Bergkrystall mit einer Goldrolle von 70,000 Fr. und ein kostbare- GratulationS-Album mit Miniaturen, obenan König und Königin von Neapel. Graf von Chambord, österreichische Prinzen und Prinzessinnen, Fürstin von Nsen'ourg, Prinzessin Elisabeth von Hohenzollern. Die Marquisinnen Serlupi-Cre-cenzi und Nobili-Vitelleschi, die Gräfinnen Mo­roni und Salm überbrachten es als Vertreterinnen der treuen Katholiken Eng­lands, Spaniens, der Schweiz und Deutschlands. Die Huldigungs-Adreffe und eine kurze päpstliche Antwort fehlte nicht. Die Auffahrt der Aristokratie während oer kirchlichen Feier in der Sixtina, wo Pius IX. seit längerer Zeit zum ersten Mal dem Altardienste wieder assistirtr, war glänzend wie einst am ersten Ostertage; auch die Abendbeleuchtung des General-Vicariats, der Propaganda und mancher Paläste war beweekenswerth.

1 Nom, 13. Decbr. Heute fand die Eröffnung der Sitzungen des deutsche» archäologischen Institut» statt. Die Vertreter Deutschlands wohnten der ersten Sitzung bei.

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