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unmittelbar für daS praktische Bebürfuiß dargestellt, unter besonderer Berücksichtigung de« Neu- Abdrucks des Erercier-ReglementS für Infanterie vom 3. August 1870. Zahlreiche Zeichnungen auf 11 Tafeln in Steindruck erläutern den Tert.

Warnung. Vor den im Verlag von Hönneckt in Nürnberg erschienenen sog. unzer- reißlicken Bilderbüchern werden Eltern und Erzieher gewarnt, da die Leinwandbezuge derselben nach Bericht deS braunschweigischen Ober - Sanitäts-Collegiums mit Bleiweißfarbe bezogen find. Auch dürfte Vorsicht im Gebrauch von Papierwäsche. namentlich in der warmen Jahreszeit, an- zuempfehlen jein. Dr. Jacobsen berichtet in seinenIndustrie-Blattern", daß i :m mit Bleiweiß gefärbte Proben zur Analyse Vorgelegen haben. DaS Papier darf beim Betupfen mit etwas Schwefelammonium [in jeder Apotheke vorräthig] oder Schwefelkalium [wie zu Schwefelbädern benutzt roitbj, letzteres auf das feuchte Papier gelegt, sich nicht schwärzen. Auch in der Nähe von fauleu Eiern lauft das gefeuchtete Papier an, falls es Bleifarbe enthält.

Hintermänner im Spiele seien, welche der Sache ein ernsteres Gepräge zu ver- leihen vermöchten. Es hat sich nun herausgrstellt, daß die in derLiberte" ver­öffentlichten Einzelheiten aus der RechnungSadlegung von den Bureaux der fran­zösischen höhere« Finanzverwaltung stammen, so oaß, was anfangs für die Privat­undankbarkeit eines großen Organs der öffentlichen Meinung gelten durfte, nun einen ganz anderen Charakter annimmt, der den FransquillonS der Schweiz Stoff zum Nachdenken in Fülle darbieret.

Paris, 14. Mai. Bazaine hat sich heute in früher Morgenstunde in dem ihm angemtesenen Hause der Avenue de Picardie zu Versailles als Gefangener gestellt. In seiner Begleitung befanden sich seine beiden Adjutanten, die Oberst- lieutenants Magnan und Billette, welchen gestattet worden ist, auch weiter mit dem Marschall zu verkehren.

Paris, 15. Mat. Die Ratificationen des deutsch-französischen Postvertrages wurden heute zwischen dem Grafen Arnim und dem Minister des Auswärtigen, Herrn v. Remusat, au-getauscht. Der Vertrag tritt von heute an in Kraft.

Spanien.

Ein Berichterstatter derTimes" erzählt seine Erlebnisse auf einer Reise durch das aufständische Baskenland. In Zumarraga, wo eine Abtheilung Sol- daten den Zug bestieg, kamen in sein Coupe sieben Offiziere, welche sich über den Ursprung der Carlistenbewegunz unterhielten und darin übereinkamen, die Schuld den Priestern an erster und den Frauen an zweiter Stelle zuzuschreiben. Die Geistlichkeit hatte den Kreuzzug für Don Carlos in jedem Flecken und Dorfe gepredigt und den Beichtstuhl zur Förderung ihrer Ideen uat zur Einschüchterung der Gegner benutzt. Die Weiber hatten sie durch ihre leidenschaftliche Schilde­rung des Schimpfes, welcher auf die Kirche und ihre Diener gehäuft worden sei, zur Wuth entflammt; ihnen die Behandlung des Papstes von Seiten Victor Emanuel's, des gottlosen Vaters des gottlosen Don Amadeo in Madrid, im grell- (len Lichte dargestellt und sie überzeugt, daß die Regierung in Madrid zu ohn­mächtig sei, um einem im Namen Gotte« und deS Landes unternommenen Angriffe widerstehen zu können. Der Berichterstatter stimmt dieser Darstellung bei und be- kräftigt sie mit der Angabe, daß in Navarra allein wenigstens 180 Geistliche im Felde ständen. Und allerdings liest man in den Nachrichten der amtlichen Zei­tung fast jchen Tag, daß irgend ein Priester an der Spitze eines neuen Carlisten­häufleins gesehen oder in die Flucht geschlagen worden ist. Jene Offiziere tadelten sehr die Haltung der Bischöfe, welche keine Hirtenbriefe, womit sie unter anderen Umständen freigebig genug sind, gegen den Aufstand erlassen hatten.

England.

London, 14. Mai. Im deutschen Botschaftshotel war gestern große Ge­sellschaft zu Ehren der deutschen Kaiserin. Außer dem Ehrengäste des Abends hatten der König der Belgier, der Herzog von Edinburg, Prinz Arthur und Prinz Christian von Schleswig-Holstein und so ziemlich alles, was zurGesellschaft" gezählt wird, die Einladung des deutschen Botschafters und der Gräfin Bernstorfs angenommen. Der Hof ist heute Morgen von Windsor nach Balmoral in Hochschottland abgereist.

Türkei.

Konstantinopel, 12. Mai. Die Urheber drr Iudenhetzen in Smyrna find in Kettln hierher gebracht worden. Die Regierung will das strengste Beispiel statuiren. Der Sultan sagte: In meinem Reiche gibt es nicht mehr Christen, Mohamedaner und Juden mit verschiedenen Rechten, sondern Staatsbürger mit gleichen Rechten.

Amerika.

Newyork, 15. Mai. Washingtoner Correspondenzen derTimes" und World" melden, daß eine Coalition der Demokraten und gegen Grant Partei­nehmenden Republikaner gegen den Zusatzartikcl wahrscheinlich sei, aber die all- gemeine Ansicht herrsche, der Artikel werde seitens des Senats ratificirt werden.

Die Aussichten der Alabama-Angelegenheit haben sich wieder günstig ge- stellt. DerTimer" wird aus Philadelphia gemeldet: Wie verlautet, haben beide Regierungen sich informell über einen Zusatzvertrag geeinigt. Derselbe bedarf vor Raiificirung durch die Vereinigten Staaten einer Majorität von zwei Dritteln des Staates. Wenn die Ratification stattfindet, werden die indirekten Ansprüche zurück­gezogen. General Grant hat dem Senate den Depeschenwechsel betreffs der Ala- bama Angelegenheit vorgelegt.

Washington, 15. Mai. Aus der Botschaft des Präsidenten Grant an den Senat geht hervor, daß der britische Vorschlag in der Aiabamafrage ursprünglich von Granville auSgegangen, früher aber von dem amerikanisch n Gesandten, Ge- neral Schenck, angeregt war. Der Ausschuß des Senats für auswärtige An­gelegenheiten, ist der Ratification des Zusatz,rtikels günstig gestimmt.

Vermischtes.

Gießen, 16. Mai. [Auch ein Mittagsmahl.) Einem hiesigen Bauquier ist heute ein kleines Malheur passirt. Ec schickte nämlich einen seiner jungen Leute zu einem bekannten Fabrikanten mit einem Wechsel über 50 fl. Der gute Mann wurde kaum deö Wechsels ansichtig, als er denselben auch nahm und sofort in den Mund steckte und theilweise verzehrte. Wir wünschen, daß, wenn der Bauquier von dem W e ch sel fresser fei« Geld bekommen wird, er «NS gefälligst Notiz geben möge. Der einem gewissen Manne früher ertheilte Nath, einen M aulkorb anzulegen, hätte sich auch hier bewähren können.

Darmstadt, 15. Mai. In den Raumen des Museum- ist gegenwärtig ein neuer CycluS der italienischen Eartonö von Nottmann ausgestellt, worauf wir da- Publikum aufmeitiam machen. Diese EartonS des berühmten Landschaftsmalers [etwa 30] gehören zu den werthvollsten Schätzen unsere- Museums.

Frankfurt, 16. Mai. Sine Dame, welche mit ihrem Gnkelchen durch die Arndtstraße ging, wurde Plötzlich, nachdem sie kaum den dort befindlichen Stallbau paffirt hatte, von einem Pfau attaqiirt. Der Vogel stürzte sich plötzlich auf da- etwa dreijährige Mädchen,' hackte mit dem Schnabel auf die Schläfegegend ein und brachte ihm eine klaffende Wunde bei, indem er dec Kleinen mit den Krallen gleichzeitig einige Risse am Auge und an der Wange beibrachte. Das Ganze war das Weik eines Augenblickes. Als eS der Dame gelungen war, den Vogel zu ver­treiben, verfolgte dieser die eiligst Entfliehenden noch eine gute Strecke. Am Tage vorher hatte derselbe Pfau einen zehnjährigen Knabe« angegriffen und verwundet. DaS Kind, dessen Verletzung zugenäht werden mußte, befindet sich in ärztlicher Behandlung.

Für Einjährig-Freiwillige dürfte eine Schritt über daS preußische Bataillons - Erercieren von Tellenbach, Major und Bataillans-Co mnandant im westphälischen Füsilier-Regiment Nr. 37, vo» Interesse sein, die bei Decker in Berlin erschienen ist. Der Verfasser bezeichnet sein Werk

Handelsberichte.

Außer Cours gesetztes Papiergeld.

Anhalt-Bernburger Kassenscheine s Thlr. 1, 5 und 25 von 1850, 1852, 1856 und 1859.

Anhalt Kötben'sche Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 1. Juni 1848.

Anhalt-Köthen-Bernburger Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 2. März 1848.

Anhalt-Köthen Bernburger Eisenbahnscheine ä Thlr. 1, 5 und 25.

Anhalt-Dessauer Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 1. August 1849 und ä Thlr. 10 vom 1. October 1855.

Anhalt-Dessauer LandeSbanknoten ä Thlr. 1 und 5 vom 2. Januar 1847.

Bautzener [lausitzer landständische] Banknoten ä Thlr. 5 von 1850.

Bayerische Hypotheken- und Wechselbanknoten ä fl. 10 von 1859, 1850.

Braunschweigische Bank- und Darlehensbankscheine ä Thlr. 1, 5 und 20 von 1812.

Braunschweigische Banknoten ä Thlr. 10 Gold vom 1. Juni 1856.

Breslauer städtische Banknoten ä Thlr. 1, 5, 25 und 50 vom 10. Juni 1848.

Dänische 5-Reichöbankthalerzettel älterer Emission von 1835, und auf einer Seite blau bedruckt.

Gothaische Kaffe »scheine ä Thlr. 1 und 5 vom 30. September 1848.

Holsteinische Kassenanweisungen von 1854.

Kurhessische Leih- und Eommerzbanknolen.

Leipziger Banknoten, alle vor dem 2. November 1851 erschienenen.

Oesterreichische Banknoten, auf EonventionSmunze lautend und die in österreich. Währ, ä fl. 10 vom 1. Januar 1858, ä fl. 100 vom 1. März 1858.

Polnische Bankscheine grüne ä 1 Rubel, weiße und rothe ä 3 Silberrubel.

Posener Provinzialdanknoten vom 1. December 1857.

Potsdamer Stadtscheine ä Thlr. 1 vom 8. September 1849.

Neuß ältere Linie Kassenanweisungen ä Thlr. 1 vom 15. Mai 1858.

Neuß jüngere Linie Kassenanweisungen ä Thlr. 1 vom 2). März 1849.

Rostocker Banknoten vom 1. Juli 1850.

Sachsen-Weimar-Kassenanweisungen ä Thlr. 1 und 5 von 1847.

Schleswig-Holsteinische Kassenscheine a Thlr. 1 [2% M] vom 31. Juli 1848.

Schwarzburg-Rudolstädter Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 von 1848.

Schwarzburg-SonderShausener Kassenscheine ä Thlr. 1, 5 und 10 vom 11. März 1854, vom 20. December 1856 und vom 25 October 1859.

Württembergische 2-, 10- und 35-Guldenscheine von 1849 und 1850.

Vorläufig noch eingelöst werden an den betreffenden Hauptkaffen:

Bautzener landständische Banknote« ä Thlr. 5 ohne Datum, ä Thlr. 10 von 1861.

Chemnitzer Stadtscheine ä Thlr. 1 von 1848 und ohne Datum.

Großherzoglich Hessische Grundrentenscheine ä fl. 1, 5, 10, 35 und 70.

Kurhessische Kassenscheine ä Thlr. 1, 5 und 20.

Magdeburger Privatbanknoten ä Thlr. 10r 20. 50 und 100 vom 30. Juni 1856.

Nassauer LandeSbanknoten und LandeScredlikassenscheiice.

Oesterreichische Banknoten in österreichischer Währung ü fl. 1 vom 1. Januar 1858 und s fl. 5 vom 1. Mai 1859.

Preußische Banknoten s Thlr. 25 und 50 von 1846.

Preußische Kassenanweisungen ä Thlr. 1 und 5 vom 2. Januar 1835 und Preußische DarlehevS- kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 15. April 1848.

Sächsische [königl.] Kassenbillets von 1840, 1843, 1846, 1848 und 1855.

Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 16. Mai. Auf nach und nach eintreffende bessere Wiener Notiruagen, sowie durch DeckungSkäufe der Epeculanten besserte sich im gestrigen Abendve kehr die Stimmung wieder und war auch heute ziemlich fest, wenngleich daS Geschäft auf speculativem Gebiet ziem­lich still blieb. Lombarden besonders blieben vernachlässigt, ebenso Nationalbank. Für Staats­bahn herrschte gute Tendenz, die auch durch die bedeutende Mindereinnahme von 145,00.) fl. nicht beeinträchtigt wurde. Auch Creditactien erfreuten sich reger Kauflust. Hinsichtlich der sogenannten Nebenpapiere wandte sich die Börse heute mit Vorliebe wieder einmal den österreichischen Bahnen zu, die durchgängig Käufer fanden und ihre Course aufbesserten, wie namentlich Elisabeth, Doriau- Drau, Buschterader, Alföld und sogar Rudolph, die eS am wenigsten verdienen und deren CourS im Verhältniß zur Rentabilität der Bahn offenbar zu hoch ist. Auch für alte bayerische Ostbahn waren heute Käufer vorhanden. Banken im allgemeine« weniger lebhaft, einz-lne dagegen, wie Oesterreichisch-deutsche, Frankfurter Wechs^rbank. Württembergische Notenbank, beliebt. StaatS- papiere sind fortwährend ein gesuchter Artikel, vorzüglich süddeutsche. Oesterreichische Renten fest und ziemlich lebhaft, 1860er Loose eine Kleinigkeit billiger, Raab-Grazer dagegen gefragt. Amerckanifche 1881er StaatenbondS wurden heute mehrfach füc Privatrechnung gekauft.

Börtcunachriciiteä.

16 Mai 1872.

Preußs. 4%% Oblig. 100 Frankf. 3i/2o/o Obi. 87% Nass. 4i/z0 o Obi. 993/4 Kurhess. 4% 94/6 Gr. Hess. 5% Obi.

40/0 981/2

» n 31/2% r 921/r

Bayer. 5% 100%

n <V2% 1jährige 99% 4% 1jährige

Wärternb. 4-%% Obi. 99% Baden 4%% Obi. c. E. L. 99%

Oeeterr. Silberrente 64%

Papierrente 57% Spanier, neuest. 3% 29% Amerik. Bonde 1881r 99%

1882r 95%

, » 1885r 97%

» , 1887r -

Actien.

Frankf. Bank 142%

Frankf. Vereins-Kasse 134

Darmst. Bankaot. 465

Wien Bankactien 867

Oeet. Creditact. 342% Galizien 266%

Aelle».

5% öetr. F. St. E. B. 376 Lombard. Bahn 206 Ludwigeh.-Bexbach 201 Maxbahn 1 48

Bayer. Ostbahn 145% Khein-Nahebahn-Act. 48% Hess. Ludwig.?b.-Act 179% Oberbessen v 82%

Prioritäten.

3°/0 oster. Stsb.-Prior. 59% i 3°/0 öst. s. Lombard 50% 3% Livorneser 39% 5O/o Tosoaner 61%

50/0 Elisabeth.-Prior 83

do. II. Emiss. 82__________

AnlehenisiooBe.

Kurh. 40 Thlr. Loose 72% Nassau 25 fl. 44% Braunschweiger 21

ZO/o Oldenburg, ä 40Thlr. 4% bayr. Präm.-Anl. 113% Ansbacher 7 fl.

4% badische Loose 111% Badische fl. 35 Loose 69% Oestr. fl. 250 v. 1854 81% 1858r Prioritätslooae 1860r Loose 92% 1864r

Stadt Florenz

M eeteyel.

Amsterdan

1 k.

8.

98%

Augsburg

k.

8.

99%

Berlin

k.

8- 104%

Bremen

k.

8.

96%

Brüssel

k.

8. 93%

Hamburg

k.

8.

87%

Leipzig

k.

8.

105

London

k.

8.

119%

Lyon

k.

8.

Paris

k.

8.

93V4

Wien

k.

8.

104%

ditto

m.

8.

104

ditto

1. 8.

10!

Dis conto

4%

Geld* orten.

fl. kr.

Pr. Friedrdor 9 57 % 58% Pistolen . . 9 4042

doppelte 9 4042 Holl. fl. 108t. 9 5355 Ducaten . . 5 3335 20 Frankens!. 9 21% -22 % Engi. Sover. 11 5254 Ruse. Imper. 9 4042 Dollar in Gold 2 26-27

Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhcssische Eisenbahn, sowie fämmtliche zollamtliche» Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am Markt.

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