'< d
Preis vierteljährig 1 fL 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fL 27 fr.
Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags.
Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kielen.
>Id0lst^z
M72.
Freitag den 17. Mai
Nr. 115
Markt
Die „Prov.-Corr."
Begriffe steht, Den Professoren
rcndum entgegenzunehwen.
Nach einer der „Dromb. Ztg." aus Czarnikau zugehenden Nachricht ist die im dortigen Kreise beabsichtigte Gründung eines IesuitenklostrrS durch die Wachsamkeit der Kreisbehörds vereitelt worden. Schon war ein Gut zu diesem Zwecke angekauft, auch ein Jesuit au- Oesterreich als zukünftiger Direktor erschienen, als den frommen Vätern ein Strich durch die Rechnung gemacht wurde.
Deutschland.
Gießen. Mit dem 1. Juni tritt für die Main-Wkserbahn ein neuer Fahr- plan in Kraft. Die Anzahl der Züge bleibt die gleiche wie bisher; die Abfahrtszeiten differiren nur bei mehreren Zügen um einige Minuten. Ein osficieller Fahr- plan liegt der heutigen Nummer dieses Blattes bei.
Darmstadt, 14. Mai. Der bereits erwähnte Beschluß der Delegirtenvcr- sammlung für Ausarbeitung einer Städtcordnung über das Wahlrecht bei Ge- meindcwahlen lautet wörtlich: „Die Wahl des Gemeinderaths geschieht durch direkte Wahl. Aktiv wahlfähig sollen diejenigen Bürger der Stadt sein, welche seit länger als einem Jahre das Bürgerrecht besitzen, oder vor Erwerbung dieses Bürgerrechts ihr Domicil länger als zwei Jahre in der Stadtgemeinde gehabt haben. Zur passiven Wahlfähigkeit ist außerdem das 25. Lebensjahr erforderlich." Der Entwurf macht also die Wahlfähigkeit von dem der heutigen Gesetzgebung gegenüber völlig bedeutungslos gewordenen Ortsbürgerrecht abhängig. Bekanntlich sind gerade Angehörige der wissenschaftlich gebildeten Stände in einer Gemeinde, Beamte, Aerzte, Lehrer und Andere, nur in seltenen Fällen im Besitz des Ortsbürgerrechts; ihnen würde daher aller Einfluß auf Vie Gemeinde-Angelegen- heilen entzogen fein und dieser ausschließlich der sog. erbgeseffenen Bürgerschaft Vorbehalten bleiben. Der ganze Entwurf, wie er von der Versammlung ausgearbeitet wurde, zielt daher auf eine unbillige Classenherrschaft hin, welche die uothwendige Folge seiner Annahme sein muß. Dies beweisen die Bestimmungen, durch welche der Entwurf die Erlangung des Ortsbürgerrechts erschweren will. Nach der von der Versammlung angenommenen Proposition der Herren Dr. Jung, Weher und Görz soll die Erlangung des Ortsbürgerrechts, an welches also die Wahlfähigkeit geknüpft ist, abhängig gemacht werden von einem gewissen Em- kommen von mindestens 350, bezw. 800 fl., je nach der verhältnißmäßigen Größe der Stadt. Die Delegirten der Statt Darmstadt, die Herren A. Ohly und I. P. Diehl, erkannten bei der letzten Versammlung, daß ein Ankämpfen gegen diese von der Majorität hartnäckig festgehaltenen Gruntsätze erfolglos sei und haben sich daher unter Protest gegen die illiberalen Bestimmungen des Entwurfes von den weiteren Berathungen zurückgezogen. (Fr. I.)
Mainz. Aus dem Großh. Hessen sind nicht weniger als 127 Adressen für die Jesuiten nach Berlin obgegangen.
Mainz, 15. Mai. Die größeren militärischen Uebungen werden Ende Jul! hier mit den gewöhnlichen großen Schießübungen der 11. Artilleriebrigade b(- ßinntn, wohl zum letzten Male auf dem hiesigen Schießplatz, da vom nächsten Jahre ab der neu angelegte bei Hanau alß UebungSterrain dienen soll, weil der hitsige für die Tragweite der gezogenen Kaliber nicht mehr ausreicht. Nach Beendigung dieser Uebungen wird bei Hanau ein größerer combinitter Truppenkörper zusawmengezogtn werden, wozu auch die hessische Division einige Abteilungen stcllen wird. Ein Theil der hiesigen Garnison soll dem Vernehmen nach Mitte August eben dahin abmorschiren. Dieses Corps wird auf dem hiesigen Platz ma- növriren, in der Unterstellung, daß er vom Feinde genommen und sie ihn demselben wieder zu entreißen bestimmt sei. Mit diesen Manövern im Auße: terram werden in und vor der Festung größere, namentlich artilleristische Vertheidigungs- Manöver verbunden sein, bei denen die Festungsartillerie zum ersten Male mit Schießgewehren bewaffnet sein wird. Im Wachtdienst führt die Mannschaft diese
Frankreich.
Paris, 13. Mai. Es ist angesichts des Prozesses nicht uninteressant, einen Blick auf die militärische Laufbahn des Marschalls Bazaine zu werfen: „Angeworben, 28. Marz 1831. Corporal, 8. Juli desselben Jahres. Fourier, 13. Januar 1832. Feldwebel, 4. November desselben Jahres. Unterlieutenant, 2. November 1833. Lieutenant, 22. Juli 1834. Ritter der Ehrenlegion, 22. September 1835. Capitän, 15. Decembcr 1837. Bataillonschef, 10. März 1844. Offizier der Ehrenlegion, 9. November 1845. Oberstlieutenant, 11. April 1848. Oberst pes 55. Linien-Jnfanterie-Regiments, 4. Juni 1850. Brigadegeneral,
erst nach Pfingsten zur Erledigung gelangen können, und die Session des Reichstags wird sich hiernach voraussichtlich bis gegen Mitte Juni ausdehnen.
Die Taufe der jüngst geborenen Tochter unser- kronprinzlichen Paars wird in der ersten Woche des Juni stattfinden. Auf Anlaß derselben wird, wie die „Prov.-Corr." bestätigt, in Folge einer Einladung unserS Kronprinzen auch Seine königliche Hoheit der Kronprinz (Humbert) von Italien mit der Kronprinzessin Margaretha zum Besuche an unserem kaiserlichen Hofe eintreffen.
Berlin, 15. Mai. Der Reichskanzler Fürst Bismarck wird sich am Donnerstag nach Varzin begeben, dort das Pfingstfest verbringen und nach dem Feste nochmals hierher zurückkchren, um den Verhandlungen des Reichstages soweit al- erforderlich noch beizuwohnen. Die definitive Abreise de- Fürsten zu einem längeren Fernbleiben von der Residenz wird, wie wir hören, nach den jetzt getroffenen Dispositionen erst zu Anfang des Monat Juni erfolgen. Der Reichskanzler wird dann, wie wir hören, zunächst auf mehrere Wochen seinen Aufenthalt in Varzin nehmen, sich später in ein Ostseebad — wie es heißt in der Nahe von Danzig — begeben und nach Beendigung der Badekur wieder zunächst nach Varzin zurück- kehren." Von hier aus sind auch wiederholt Jagdausflüge nach dem Sachsen- walb in Lauenburg in Aussicht genommen, da dem Fürsten überhaupt ärztlicher- seits zur Stärkung seiner angegriffenen Gesundheit ein längerer Aufenthalt in schattigen Laubwoldungen angerathen sein soll.
Berlin, 15. Mai. Die Fürstin Bismarck und ihre Tochter begleiten den Fürsten morgen nach Varzin. Dieselben reifen nach den dort getroffenen Einrichtungen nach Bad Soden.
Berlin, 16. Mai. Reichstag. In der fortgesetzten Debatte über die Jesuitenfrage spricht Kiefer für das Verbotsgesetz. -Gravenhorst für Antrag auf Trennung des Staats und der Kirche. Unterstützt von den Conservativen, den beiden Reichsparteien und den National-Liberalen, brachten Marquardsen und Genossen einen Antrag ein, den das ganze Haus, ausgenommen das Centrum, an- ncyLen will, dahin: ein verfassungsmäßiges Reichsgesetz zu erlassen über tue rechtliche Stellung der religiösen Orden, die Zulassungöbedingungen derselben nebst einem Strafgesetze gegen die staatsgefährliche Thätigkeit der Jesuiten.
Stuttgart, 16. Mai. Die Ernennung des Oberbürgermeisters Sick zum Minister des Innern steht nunmehr fest. Derselbe wird sich heute Abend von dm bürgerlichen Collcgien verabschieden und morgen beeidigt werden.
Straßburg, 11. Mai. Auf die Klage elsässer Aerzte und Apotheker über die Seitens unmittelbar an der Grenze wohnender schweizerischer Aerzte unbefugt ausgeübte Praxis auf deutschem Gebiete ist Herrn Oberst Hammer, dem schweizerischen Gesandten in Berlin, eine Eröffnung zu Händen des Bundesraths zuge- gangen, „daß die deutsche Regierung bereit fei, den nahe an der Grenze wohnenden schweizerischen Aerzten, welche um die Erlaubniß zur Betreibung ärztlicher Praxis jenseits der elsaß-lothringer Grenze nachsuchen, solche unter Vorbehalt der bestehenden Mebicinal-Verordnung zu ertheilen, wofern schweizerischerseits Gegen- recht für elsässer Aerzte gehalten werde." — Wie die „Str. Ztg." meldet, wächst die Schülerzahl des kaiserlichen LyceumS täglich und hätte dieselbe bereits das vierte Hundert erreicht. Auch das protestantische Gymnasium soll so zahlreich be-
bahn.)
Versendung untschen Säiiki:
raltung.
um, Neustadt.
les PMm zur; ition auf tot- ning reeller und | MkmsMig | Sorze tragen, r Hofmann.
sucht sein, wie es noch nie gewesen. Wir glauben nichts Unwahres zu behaupten, wenn wir sagen, daß das Streben nach Bildung durch die neuen Verhältnisse und besonders durch das Einjährig-Freiwilligenwesen angefeuert wurde. Heute Abend findet im „Rothen Hause" zu Ehren des Herrn v. Roggenbach, der im feine bisher so sehr erfolgreiche Thätigkeit abzuschließen, ein von der Universität veranstaltetes Festmahl statt.
Waffe schon längst.
Berlin, 14. Mai. In der heutigen Reichstagsdebatte hat Fürst Bismarck ■ durch die Ankündigung, daß das Reich auf eine diplomatische Vertretung beim ; heiligen Stuhle, aus Rücksicht auf die deutschen Katholiken, noch nicht entsagt habe, einigermaßen überrascht. Bald nach Hohenlohe'- Ablehnung hatten sich auch osficiöse Stimmen anders vernehmen lasten. Allerdings konnte es sich daber stets nur um das vorläufige thatsächliche Verhältniß handeln, und auch der Reichskanzler gab zu verstehen, daß ein anderer passender Gesandter nicht so ganz leicht sich werde finden lassen. Einen günstigen Eindruck machte die Bestätigung in des Fürsten Rede, daß die Gewissensfreiheit der deutschen Staatsangehörigen durch em Reichsgesetz gewahrt werden solle. Man wird sich über die Bedeutung dieses Versprechens weder in Ermeland noch an anderen Orten täuschen können.
Berlin, 15. Mai. Die aus Paris eingetroffene Mittheilung, daß die fron- zösische Regierung mit der Absicht umgehe, die Zahlungsfristen für die Kriegs- contribut'onen und damit Die Fristen für die Räumung Der cccupirten Provinzen iu beschleunigen, wird in politischen und finanziellen Kreisen bestätigt. ES muß aber darauf hingewiesen werden, daß alle Diejenigen Nachrichten, welche auch von einer Kundgebung Der deutschen Reichsregierung in Bezug auf diese Angelegenheit wissen wollen, wie wir von guter Seite erfahren, durchaus unrichtig sind. B'.s jetzt ist der Deutsche Botschafter in Versailles in keiner Weise zu einer Erklärung über Die Absichten Der deutschen Regierung ermächtigt worden und er hat sich daher darauf beschränken müssen, die französischen Anerbietungen meistens ad refe-
Briissel, daß sie Das Polizergesktz zurückziehe.
Belgien.
15. Mai. Die Regierung zeigte der Repräsentantenkammer an,
§ , fn » • «ÄH vas 0 re« «fsW uBi^en
irünbeten Stack- i£ legen Seuchen ur) I afyrtn ist biejenij!
■fl. $ie Stolräi , Wo BkckM-t gen und ßtrtme ion ii&er la Stück *
das Signalement [ befahlt wild.
itectioH.
in Wen, \\
!i Lich-
>nl- ell- M- nd) .8)
Mihla-
M teT M
I* * ,später Ach' _
frgkbene Anzei^
i an Hem K.
. bas Vertrauen, ’ |
aus Hem Hof i
14. August 1854. Divisionsgeneral, 28. September 1855. Commandeur der Ehrenlegion, 16. August 1856. Oberbefehlshaber de- französischen Expeditions- corps in Mexico. Großosfizier der Ehrenlegion (Schlacht bei Melegnano). Großkreuz (Schlacht bei San Lorenzo). Marschall, 5. September 1864."
Paris, 14. Mai. Man hat vielfach die frechen Angriffe bemerkt, welche die „gtbcrte' gegen Die Schweiz geschleudert, weil sie angeblich bei Den Rechnungen über Die Verpflegung der Bourbaki'schen Armee Frankreich Kosten in Ansatz gebracht, welche in den eigenen, schweizerischen Budgets hätten berechnet werden sollen, kurz, weil sie Den Versuch gemacht, Frankreich bei dieser Gelegenheit zu übervorthcüen. Die opferfreudige Schweiz, die sich durch ihr humanes Vorgehen gegen die französischen Hcerestheile, welche sich auf ihr Gebiet gerettet, so schnöde ' Die 9>ro».(SoTi" kbnibt'biiüaii'd) tTaMd>7t76«ftf|ton. Die mit Undank belohnt sah, muhte sich mit Recht fragen, ob diese Angriffe lediglich
bedeutendsten Verlagen, einschließlich des R-ichdhau-haU-eiaiS, werden sämmtlich auf da« Privateonto eine« Sensa„°nsblaites gestellt werden mußten, oder °d


