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Preis vierteljährig 1 fl- 12 h. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig I fl. 27 kr.
Gießener Anzeiger.
Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags.
Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1.
Wert
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5.000,000 Fnz.
5.905,876 ,
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.
Nr. Zs. MiMoch den 17. Januar 1873.
Bestellungen auf den Gießener Anzeiger Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen. $ '
Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abbolen lassen, erhalten denselben pro I. Quartal zu 1 fl.
1.867,568 „ zurückoergütet.
r alle Forderungen ter, weiche die be-
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Nr. 1 des Reichs-Gesetzblattes, ausgegeben zu Berlin am 5. Januar 1872, enthält:
(Nr. 769.) Allerhöchster Erlaß, betr. die Einrichtung einer Telegraphen-Directiou zu Carlsruhe und definitive Einsetzung der provisorisch eingerichteten Telegraphen-Direction in Straßburg. Vom 21. Decembcr 1871.
(Nr. 770.) Bekanntmachung, betr. die Ausstellung von Legitimationsscheinen zum Gewerbebetrieb im Umherziehen. Vom 31. December 1871.
(Nr. 771.) Bekanntmachung, betr. die Ausgabe verzinslicher Schatzauweisungen von 6,000,000 Th al er. Vom 2. Januar 1872.
(Nr. 772.) Ernennung von Konsuln, bez. Vicekonsuln des Deutschen Reichs zu Landskroua, Genf, Zürich, Umea und Skellestea in Schweden, sowie zu Cincinati.
Nr. 2 des Reichs>Gesetzblattes, ausgegeben zu Berlin am 8. Januar 1872, enthalt:
(Nr. 773.) Allerhöchster Erlaß, betr. die oberste Marinebehörde. Vom 1. Januar 1872.
(Nr. 774.) Die Ernennuug vo.u Konsuln des Deutschen Reichs für Tarna und Arica, sowie zu Jquique, Callao und Arequipa.
Gießen, den 12. Januar 1872. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
v. Röder.
Gießen, am 15. Januar 1872.
Betreffend: Bitte des landwirthschaftlichen Bezirksvereins Mannheim um Erlaubniß zum Absatz von Loosen im Grotzherzogthum Hessen.
Vas Gr» ßyrrz» gliche Krrisami Gieße»
an die Groijher^vglichrn Bürgermeistereien.
Wir setzen Sie zu Ihrem Bemessen davon in Kenntniß, daß zufolge Verfügung Großherzoglichen Ministerium des Innern vom 6. l. M. ad N. M. d. I. 55 dem Gesuche der Direction des landwirthschaftlichen Bezirks-Vereins Mannheim um Erlaubniß zum Absätze von Loosen im Großherzogthum Hessen, für die Verloosungen, welche mit der im April und Mai d. I. in Mannheim stattfindenden Pferde- und Rindvieh rc. -Märkten verbunden werden / stattgegeben worden ist. v. R ö d e r.
B e k a n li t in a ch u n g.
Der am 6. August 1846 zu Obernbiel im Kreise Wetzlar, Regierungsbezirk Coblenz, geborene Rekrut Heinrich Langlois, welcher von der Königlichen Departements-Ersatz-Commission im Jahre 1871 für das 2. Nassauische Infanterie-Regiment Nr. 88 ausgehobeu, in Folge dessen mit dem Rekruten- Urlaubspaß vorläufig in die Heimath beurlaubt war und später seinen Geburtsort ohue Abmeldung verlassen hat, wird hiermit öffentlich aufgefordert, unverzüglich in die Heimath zurückzukehren, und sich innerhalb 4 Wochen — spätestens bis zum 5. Februar 1872 — bei dem unterzeichneten Bezirks-Commando zu melden, widrigenfalls gegen ihn wegen Desertion Anklage erhoben werden wird.
Wetzlar, den 5. Januar 1872. Königliches Landwehr-Bezirks-Cornmando.
BB
Deutschland.
Berlin, 14. Januar. Der Geheime Justizrath Dr. Falk, der unter den Personen, die Aussicht auf die Nachfolge des Herrn v. Mühler haben, genannt wird, wurde gestern von Sr. Majestät dem Könige in Audienz empfangen. Ucbii- gens hat über die Entscheidung des Königs hinsichtlich des Mühler'schen Ent- lassungsgesuches, dessen Einreichung heule in den parlamentarischen Kreisen für zweifellos gehalten wurde, noch nichts verlautet. Die morgende Sitzung des Abgeordnetenhauses ist vom Präsidenten erst auf 1 Uhr Mittags anberaumt, und man erwartet, daß bis dahin der Ministerpräsident eine amtliche Mittheilung über die Angelegenheit dem Hause werde machen können. Die Aussicht aus den Rücktritt v. MühlerS wird in allen liberalen Kreisen als eine Erleichterung der Sorgen und als eine erfreuliche Hoffnung ausgenommen, wer auch immer sein Nachfolger werden möge. Die „Weserzeitung", bei Erwähnung der Rücktrittsnachrichten: Ohne cs zu wollen, ist der preußische Cultusminister der Bundesgenosse aller derjenigen, welche Preußen hassen. Auf ihn weisen sie mit hämischem Triumphe hin, wenn sie die Erfolge von 1871 zu verkleinern suchen. Wir wollen gern zugeben, daß Vieles in dem System nicht so schlimm ist, wie der Partei- Haß es darstellt, aber in der Sache ändert das wenig. Selbst die Uebertreibun- gen der Gegner sind Früchte des Systems, und nur durch seinen Fall ist der Schaden zu heilen, den es täglich anrichtet.
Berlin, 15. Jan. Im Reichskanzleramt ist neuerdings die Frage überden Zeitpunkt der Einstellung der elsaß-lothringischen Rekruten in die deutsche Armee, aus Anlaß der zahlreichen Petitionen, welche in dieser Angelegenheit aus den neuen Reichslanden hier eingetroffen sind, berathen worden. Das Resultat dieser Berathungen wird uns als dahingehend bezeichnet, daß es als sicher betrachtet werden darf, daß schon im nächsten Herbst, wenn auch in beschränktem Umfange, Aushebungen aus der Bevölkerung der neuen Reichslanoe zur deutschen Armee erfolgen sollen.
Der „K. Ztg." wird von hier geschrieben: Der fernere Versuch, der mit deutschen Einwanderern in Brisbane (Queensland) gemacht worden, ist, hier eingegangenen authentischen Mittheilungcn zufolge, günstig ausgefallen, zumal im Norden der Eolonie Gold in immer größeren Mengen gefunden- wird und diese
Auffindung eine im Zunehmen begriffene, bedeutende Bevölkerung beschäftigt. Die Deutschen haben, wie der amtliche Bericht mittheilt, im Allgemeinen seit den großen Errungenschaften des Jahres 1870 sich inniger verbunden und einen Verein zu dem Zwecke gegründet, sich bei Gericht deutsche Dolmetscher, deutsche Friedensrichter und deutsch sprechende Beamte in den Post- und Landämtern der Eolonie durch die Regierung zu sichern; ebenso wird sich dieser Verein die Aufgabe stellen, alle Deutsche als Wähler für das Parlament eintragen zu lassen, um mit der freisinnigen Partei die Regierung zu veranlassen, öffentliche Bauten, Eisenbahnen, auch die für das allgemeine Wohl der Eolonie sehr wünschenswerthen Hafenwerke zu unternehmen.
Berlin, 15. Jan. Der Vorsteher des Gymnasiums von Vitry-le-Fran^ais ist von dem deutschen Kriegsgericht zu 12 Tagen Gefängniß verurtheilt worben. Derselbe hatte sich bekanntlich Beleidigungen gegen deutsche Soldaten zu Schulden kommen lassen.
Berlin, 15. Jan. Die „Kreuzztg." schreibt: Bezüglich des in unserem letzten Blatte als möglich bezeichneten Rücktritts des Cultusministers Mühler erfahren wir, daß derselbe wahrscheinlich erfolgen wird. Ein Nachfolger in diesem höchst wichtigen Amte ist noch nicht ernannt.
Kassel, 16. Jan. Das Ministerium des Innern hat die alsbaldige Ueber- nähme der Leihhäuser in Kassel, Fulda und Hanau auf Communalverbände beantragt.
Frankfurt, 15. Jan. Heute Morgen stellte sich ein Fremder in einem hiesigen Hotel auf die Fensterbrüstung, schnitt sich mit einem Rasirmcsser den Hals durch und siel aus beträchtlicher Höhe zerschmettert todt auf die Straße.
Straßburg, 14. Jan. Vor dem hiesigen Kriegsgericht wurde vor einigen Tagen ein Familienbild der trübsten Art entrollt. Die Anklage war wegen Mord erhoben. Es spielen die Trunksucht, der Branntwein und der Wein eine Rolle und handelt cs sich um eines der bedauerlichen „Trauerspiele der Bölleret". Aber nicht der Schuldige, sondern das Opfer, die Frau des Angeklagten ist es, die sich durch dieses Laster entwürdigt und die ihren Ehemann dazu getrieben hat, eine Hand, die st»ts rechtschaffen gearbcittt hatte, mit einem Mordinstrument zu bewaffnen. Georg Duvet ist 57 Jahre alt; seit 26 Jahren ist er in den Maler-


