Der Bezirkspräsivent Freiherr v. d. Heydt sagt in
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Anordnungen vom 7. Mai
Frankreich.
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Bäckergesellen auf heute eine große Versammlung anberaumt, um sich über die Abschaffung der nächtlichen Arbeit zu berathen.
Italien.
Nom, 13. Mui. Der frühere französische Gesandte beim päpstlichen Stuhle hat heute sein Abberufungsschreiben überreicht. Sein Nachfolger, Graf Bourgoing, wird morgen vom Papste Behufs Ueberreichung seines Beglaubigungsschreibens empfangen werden.
Debatte auf morgen vertagt. „ .
Essen, 10. Mai. Die Cref. Ztg. schreibt: „Dem Caplan MoSler hier, selbst, welcher bekanntlich die Adresse an den Reichstag gegen die Jesuiten mit- unterschrieben hat, ist sicherem Vernehmen nach gestern Seitens der erzvischöflichen Behörde zu Köln die Ausübung jeder priesterlichen Handlung untersagt und dres den Kirchenvorständen und der übrigen Geistlichkeit mitgethetlt worden.
Forchheim, 12. Mai. Nachdem schon vor einigen Tagen Brand- und Drohbriefe an das Bezirksamt und den Magistrat eingelaufen waren, hatten wir heute einen Bierkrawaü. Ein Haufen edler Krieger, angeblich von einigen Unter* ofsizieren geführt, waren, nachdem sie durch den Bierpreis von 6 fr. bei einigen Brauern begütigt worden, in den Gasthof „zur Schwane" gekommen, wo ihnen der Wirth erklärte, daß er das Bier nicht unter 7 kr. gebe. Hierauf zerschlugen sie Krüge, Stühle, Spiegel rc. Ein fremder Herr und ein kleines Kind sollen hierbei verwundet worden sein. Der Generalmarsch berief sofort Alles in die Kasernen. Jetzt durchstreifen Patrouillen von Chevauxlegers und Infanterie die Stadt und es ist vor der Hand Ruhe.
Straßburg, 10. Mai. Die Ausstattung der Straßburger Universität ver- anlaßt das „Siccle" zu folgenden Betrachtungen:
Die neue Universität in Straßburg wird ein jährliches Budget von 800,000 Francs haben. Gestatte man uns bei dieser Gelegenheit einen einfachen Vergleich: „Der höhere Unterricht aller Fakultäten — es sind deren 57 — wird in diesem Jahre Frankreich nur 220,741 Fr. (in Worten zweihundertzwanzig* tausend siebenhundert einundvierzig Francs) kosten." Wir erfinden Nichts. Der vorhergehende Satz ist wörtlich dem Bericht über das Ministerium des öffentlichen Unterrichts (Budget von 1872) entnommen, welchen M. Beule, Mitglied des Instituts der Nationalversammlung, erstattet hat. Das deutsche Reich wird somit allein für die Universität Straßburg das Dreifache von der Summe anwenden, welche Frankreich der von unfern nur zu zahlreichen Fakultäten geleistete höhere
Spanien.
Die amtliche Zeitung veröffentlicht eine königliche Verfügung, welche die im November vorigen Jahres wegen des Tumults an dem Grabe Castanon's zu mehr* jähriger Zuchthausstrafe verurtheilten 34 Studenten begnadigt. Leider kann feine Amnestie die acht Studenten ins Leben zurückrufen, die von dem Kriegsgerichte der Wuth ter kubanischen Freiwilligen zum Opfer gebracht worden find; kein Act kann die Geschichte der spanischen Herrschaft auf Cuba von diesem blutigen Fleckcn reinwaschen. *
lassen hat.
Colmar, 10. Mai.
8 Paris, 14. Mai. Paul de Caffagnac bringt im Pais einen langen Artikel Über den Marschall Bazaine, dessen Schluss lautet: „Man stellt den Marschall Bazaine vor Gericht und dies ist begreiflich. Es dars die« aber nur der erste Schritt zu einer Reihe von Untersuchungen sein. Nach Bazaine mutz der Mar-
®,lmmScrün, 15. Mai. Die bayerische Negierung ha. be^dem Bunde-ra.he
1871, betreffend Einführung der deutschen Sprache als Untcrrich -spräche n den Gemeinden des deutschen Sprachgebiete« in den Kleinkinder,chulen und in den Privat-Töchterschulen theilweise nur in sehr beschranktem Maße zur Durchsuhiung aelangt sind. Die Herren Kreisschulinspectoren, deren Aussicht beide Arten von Anstalten unterstellt sind, werden der Einführung der deutschen Sprache in den. ielben — rücksichtlich der Kleinkinderschuleu unter Benehmen mit dem Aussicht-- «mite, wo ein solches vorhanden - ihre besondere Aufmerksamkeit zuwenden. Kür die Privat-Töchterschulen sind speciellc Lehrpläne auszustellen.
Türkei.
Smyrna, 4. Mai. Das alte Märchen vom Christenblut am jüdischen Paffahsest hat in Den letzten Tagen wiederum unserem griechischen Janhagel, dem ungewaschenen wie dem feinbehandschuhten, zum Vorwande gedient, eine Juden* Hetze im bekannten rumänischen Styl in Scene zu setzen. Vor etwa 14 Tagen war ein dreijähriger griechischer Knabe, welcher vor dem Hause seiner Cltern spielte, abhanden gekommen. Der Knabe, sich allein überlassen, fiel in einen Canal, ertrank, und dessen Eltern hielten ihn nach fruchtlosem Suchen für ver* schwunden. Da nun der Zufall wollte, daß das griechische Osterfest mit dem jüdischen Passahfest Heuer zum Theil zusammcnfiel, so fand der Fanatismus einen Vorwand, das Gerücht in Umlauf zu setzen: jener verloren gegangene Knabe fei von den Juden geraubt worden. Cs kam zu Thätlichkeiten ernster Art. Obschon der besagte Knabe bereits vor acht Tagen ertrunken gefunden wurde, obschon eine Mcdizinalcommission festgestellt hatte, daß man am Leichnam nichts bemerke, was auf eine gewaltsame, durch Schneidinstrumente verursachte Tödtung schließen ließe, so wollten sich die Griechen dennoch nicht dabei beruhigen. Die gräßliche, grauem hafte, den düstersten Geschichtsepochen entstammende Beschuldigung, einmal von den rohen fanatisirten Massen erfaßt und von ruchlosen Personen genährt uno gefördert, fachte die wilden Leidenschaften des Judenhasses zur Hellen Flamme an. Als versuchte Angriffe von den Juden selbst zurückgeschlagen wurden, erreichte die Tollwuth des Pöbels den höchsten Grad. Am ersten Maitag schien die öffentliche Sicherheit im Allgemeinen aufs äußerste gefährdet. Wie von einer dämonischen
baß wir bereit wären, während wir es nicht waren. Emile OUlvier mutz ein leichtes Herz" rechtfertigen, die Intendanten werden erzählen, warum sie uns Hungers sterben liessen. Diejenigen^ welche die Bertheedigung v°n Par. le te n
grüßt wurden. , -onfreid) ,ur Abmtheilung der stattgchabten Capitu-
geschwunden sind. «« »« b(|ri=in6en Cnmmandanten ausgesprochen,
F°ve ein Lob oder ein Tatze ' "Qd) abgeschlossener Kapitulation, das je nachdem derselbe, 8 . übergebenen Festung und Besatzung
Geschütz, Mum °ns- gemadjl,
vor der Ausl escrung an d. 8 * abgeschlossenen Capitulation grober ob derselbe, st» durch de, ««« «8 IW Besatzung
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diese so seit Jahrhunderten eingefuhrien und ausreLterhaltenen
ö>erfcCn,>Bari§ 13. Mai. Der Vertheidiger von Straßburg, General Uhrich, hat jetzt auch au den Präsidenten der Republik geschrieben, um vor ein Kriegsgericht
tftarte 12. Mai. Vorgestern ist in Bordeaux ein afrikanischer König ge* landet. Derselbe nennt sich Ranalalalulu und will Paris und London besuche«. Der Hauptzweck seiner Reise soll der sein, der englischen und franzosi chen Re* aierung Aufklärungen über die schlechte Behandlung zu geben, deren Opfer einige Missionäre in seinem Reiche waren. Der afrikanische König ist von einem zahl- reichen Gefolge begleitet. In demselben befindet sich sein erster Minister, ein Eunuch, um seine Frauen zu überwachen, mehrere Großwurdentrager und ein Koch , der zugleich Opferpriester ist. Wie es heißt, wird Ranalalalulu von Thiers emp.angen
binweafetzen zu können meint, ,onvern oifineu .
Heerführern und Commandanten beansprucht, und Deren Belobung ober Bestrafung i davon abhängig erkennt. Gewiß muß deshalb auch dies Derfahren als ein wahr* hast unerhörtes erachtet werden, und können Die zahlreichen, sranzosischerseitS wah renD des letzten Krieges stattgehabten Ueberschreitungen und Verletzungen der allgemeinen Rechtsanschauungen Dadurch noch als weit übertroffen angesehen toErt)Cn$cdin, 15. Mai. Die „Provinzialcorrespondenz", Die Differenz mit dem Bischof von Ermland besprechend, sagt: Der Bischof stelle die kirchliche Veror
Ur d.s Sirakaesetz und mache Den Geyorsam gegen vue vy» der
Auslegung der kirchlichen Satzungen abhängig. Die 'Staatsregierung weise unbedingt einen solchen mit Der Staatshoheit unverträglichen An pruch zuruck, Der auch mit dem Verfaffungsrechte und Dem bischöflichen EiDe in Widerspruch stehe. Der Bischof habe aber auch der aufgestellten grundsätzlichen Auffassung m seinem seitherigen Verhalten thatsächlich Folge gegeben, indem er, im Widerspruch mit Dem bürgerlichen Gesetz, Den großen Bann über preußische Staatsbürger ohne Genehmigung Der Staatsregierung öffentlich verkündigte a o
Die Den Excommunicirten hiermit zugefügte Beeinträchtigung ihrer bürgerlichen Ehre durch eine andere amtliche Kundgebung zu beseitigen. Die Regierung werde demzufolge dringend veranlaßt sein, die Souveränetätsrechte des Staates, falls deren ausdrückliche und thatsächliche Anerkennung vom Bischöfe ferner „versagt werden sollte, mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu wahren. Sie dürfe sich der Zustimmung und soweit erforderlich, Der bereitwilligen Mitwirkung des preußi* scheu und deutschen Volkes und seiner Vertreter versichert halten.
Berlin, 15. Mai. Der Reichstag hat ohne Debatte die Postvertrage mit Frankreich unD Spanien in Dritter Lesung angenommen. Derselbe trat sodann in die Debatte über Die die Jesuiten betreffenden Petitionen, zu welcher mehrere neue Anträge gestillt worden, ein. Nachdem Moufang für, Wagner, Fürst Hohen- lohe-SchillingSfürst, Windthorst (Berlin) gegen die Jesuiten gesprochen, wird die
MV H7us7.7w7"?m^tt°g7nach lawrb^^ütRmU°?35aU8f!fl!n6,108 «SwÄ wundern welcher di,' «-Mich- B«w°l.ung UN- g-.
ir LmÄ üb-'r werdensichzu verän.«°7.°n hab,'n über bie 500,000 fölann welch- sie nach ReckiSarundsätze einigen eben so blutigen als unsinnigen Ausfällen tzie Waffen strecken ließen. Gam- hrhunderten eingefuhrien uno au,rew,er,u,,c^« R chtsgru^ 8-» i feine Pläne enthüllen. Der Ingenieur Freprinet und der In- können meint, sondern osficiell sogar den^Brnchnjeut te a>£tIe« werden sich über ihre anmaßende Unwissenheit, die uns so viel Blut und Geld kostete, zn erklären haben. Wenn wir wirklich so »ersault sind, als man behauptet, so möge man doch gleich einen Strom durch diesen Augias- stall leiten, damit er allen Unrath Hinwegschwemme."
Brrsaillcs. 12. Mai. Beim Ministerium de- Ackerbaues und Handels laufen noch fortwährend schlimme Nachrichten ein. Die seit Ansang Mai fort- während strömenden Regengüsse bedrohen mehrere Departements mit Ueb-'flhwem- mnng. Nässe und Kälte gesährden die Anfang« vielversprechenden Saaten. In s"lds' z-iate verflossene Nacht Vas Thermometer nur zwei Grad Uber iJiuB. Nicht besser lauten die Berichte, welche dem Ministerium de« Innern zu- neben. Außer den in mehreren industriellen Städten bereit« bestehenden Arbeitseinstellungen treten Tag für Tag neue auf. So haben die Tischlergesellen von Louviers in dem Departement der Seine-Jnserieure Sinke gemacht. Die von Angouleme sind ihrem Beispiele gefolgt, und die von Montauban werden nicht lange auf sich warten lassen. Zu Tours haben die Fayence-Arbeiter ihre Arbeit
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