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Spanien.
Madrid, 13. April. Be: Siguenza wurde wiederholt versucht, die Schienen der Eifenvavn auszureiß n, glücklicherweise ohne Erfolg. — Der Kriegsminister hat einen Einberufungsbefehl an alle beurlaubten Unteroffiziere und Soldaten er- lassen.
England.
London, 15. April. Die Correfpondenz der Regierung mit Spanien, be« treffend Die „Internationale" , ist nunmehr veröffentlicht. Der Minister Deblar forderte am 9. Februar Lord Granville auf, an einer Eonvention gegen die Inter« -nationale, an welcher sich ave Staaten beseitigen sollten, mitzuwirken. Gran Ville lehnte dies unterm 8. März ab, indem er hervorhob, daß die „Jnternatio« nale" die Gesetze Englands nicht verletzt habe.
LocnlrNotizen.
Gießen, 15. April. Di« heutige Öffentliche Prüfung der 4. Mädchenklasse des Herrn Felsing, welcher bestumvhnen ich Gelegenheit genommen habe, hat einen so wohlihuenden Eindruck auf mich gemacht, daß cs mich drängt, hierüber einige Worte der Anerkennung öffentlich auSrusprechen _ , „
Nicht nur die Fe'rtigkeit der etwa 7—8jährigen Mädchen im Lesen, Schreiben und Rechnen war eS, die in hohem Grad befriedigen mußte, und zwar um so mehr, als sich dieselbe keineswegs auf einige Kinder der ersten Bänke, wie man eS so oft in Prüfungen erlebt, beschränkte, sondern, mit äußerst geringen Ausnahmen, auf die ganze Klasse erstreckte, - fast noch angenehmer berührten: die Aufmerksamkeit, die aus allen Antworten hervorleuchtende Freude der Kinder am Lernen und Wissen, deren gesittetes Wesen und unverkennbare Liebe zu ihrem Lehrer.
In der That entfaltete auch Herr Felsing, insbesondere bei der Prüfung im Anschauungsunterricht, eine Lehrmethode, Lehrbegabung und eine so warme und lebendige Hingabe an die Sache und seine Schülerinnen, wie sie einestheilS nur als Frucht vieljähriger gründlicher pädagogischer Bestrebungen und Erfahrungen, voller Vertiefung in das KindeSleben sich ergeben, anderentheils nur einem Manne innewohnen kann, welchen, Zoll für Zoll, eine hohe Berufs- freudigkcit erfüllt.
Um d.e schwere Ausgabe eines solches Lehrers richtig zu würdigen, braucht man sich nur wenige Augenblicke die großen Anstrengungen zu vergegenwärtigen, welche die Beibringung deS ersten Wissens erfordert.
Wir wünschen dem verdienstlichen Wirken deS Herrn Felsing und überhaupt der höheren Töchterschule, die sich einer vortrefflichen Organisation und Leitung zu erfreuen scheint, die volle Anerkennung aller unserer Mitbürger. II . ..
Gießen, 15. April. Fräulein Schubert, welche sich durch ihre ausgezeichneten Leistungen schnell die Gunst deS hiesigen Publikums erworben, hat am nächsten Mittwoch ihr AbschiedS- benefiz. Wir bedauern, daß diese Künstlerin so schnell unS wieder »trläfit. wünschen ihr aber daS beste Glück in ihr neues Engagement, wenn wir nicht irren, nach Dresden. Als AbschiedSrolle hat Fräulein Schubert die Lady Milfort in „Kabale und Liebe" gewählt. Wenn wir von den übrigen Leistungen der Benefiziauti» auf diese Darstellung schließen sollen, so steht uns ein wirklicher Kunstgenuß bevor. Fräulein -Schubert hat außerdem feine Kosten gescheut, um die Vorst, llung zu einer durchaus mustergittigen zu machen, und hat deßhalb zwei Gäste kommen lassen als Repräsentanten deS Präsidenten und deS alten Miller. Wir hoffen, daß unsere Mitbürger den Bemühungen der Fräulein Schubert Rechnung tragen und die Vorstellung recht zahlreich be, suchen werden, um auch dem materiellen Interesse der Künstlerin Anerkennung zu zollen.
Börsenberichte.
Frankfurt a. M., 15. April. Tros flüssigerem Geldstand und überwundener Prolonga-! iionSschwierigkciten verharrte auch die heutige Börse wieder in flauer Stimmung, namentlich ver-1
Ianlaßt durch schlechte Wiener und Berliner Notirungen. In Wien ist die Baisse so zu sagen chronisch geworden und dürfte eS noch einige Zeit dauern, bis von dort wieder bessere Notirungen kommen, während Berlin etwas vertrauensvoller in die nächste Zukunft sieht. Dort möchte man gerne haussiren, doch fehlt die Courage und so erwartet man die Hilfe eines Mächtigeren, welcher Niemand anders ist als daS Hau- Rothschild. Dieses braucht nämlich, wie man in Berlin und theilweise auch hier calculirt, für das neue russische Anlehen Hausse, und weil eS sie braucht, wird eS dieselbe auch machen. DaS ist jedoch eine grundfalsche Calculation, denn erfahrungsmäßig verschmäht Rothschild solche Manöver secundärer Häuser. ES ist dies aber ein Zeichen, wie sehr die Speculanten in Verlegenheit sind, wie sie sich aus der Patsche, in welche sie ihre Habsucht hineingcführt, wieder herausarbeiten können, und da sie eS eben selbst nicht können, so sehen sie sich natürlich nach Hilfe um. Um so Wohler ist eS den eigentlichen VoursierS, welche auf rein speculativem Gebiet auch heute wieder eine nette Ernte machten. StaatSbahnen gingen bis 3961/z, C'editactirn bis 3511/2 und Nationalbankactien bis 873 herunter. Nur Lombarden hielten sich ziemlich gut bei 21(H/2. In lebhafterer Frage war auch Silberrente, die bei fehlendem Material mit 633/e bezahlt wurde. Auf allen anderen Gebieten des CourSzettelS sah es dagegen flau aus-, doch halten sich Course im Ganzen ziemlich gut, da dem Mangel an Kauflust ein eben solcher Mangel an Verkäufen gegenüber stand. Die neue Bayerische Wechslerbank notirte heute 1091/2 und Oesterreichijch-deutsche 124i/2. Von den Actien der heute zur Subscription aufgelegten Austro-Jtalienischen Bank ging Einiges zu 557 um. Bahnen nur in geringen Beträgen umgefetzt. Elisabeth notirte 202Galizische 270’/2. Loose waren zwar in einigen Sorten, wie Ungarn und Oldenburger, im Umsatz, doch war der Verkehr im Ganzen kaum nennenswerth. Amerikaner sämmtlich flau, auf das bis jetzt noch unbeglaubigte Gerücht hin, daß sich das Genfer Schiedsgericht wegen der Alabamafrage aufgelöst habe.
Bfirgennftchrichten.
15. April 1872.
Preuss. 41/3 O/o Oblig. — Frankf. 3V»% Obi. 873/4 Nass. 41/2 0/0 Obi. 991/2
Kurhess. 4% „ 94 Gr. Hess. 5<V0 Obi. 1033/4
Bayer. 50/0 „ lOM/g
n 41/2 0/0 1jährige 993/4 „ 4% 1jährige 951/2
Würtemb. 4.1/2% Obi. 99%
Baden 4i/n0/0 Obi. c. E. L. 100>/8
Oesterr. Silberrente 63i/2
„ Papierrente 58
Spanier, neuest. 3% 29%
Amorik. Bonds 1881r 1005/g
„ „ 1882r 96
„ „ 1885r 971/3
, w 1887r 975/g
Actien.
Frankf. Bank ld3‘/2
Frankf. Vereins-Rasse 137
Darmst. Bankaot. 4771/3
Wien Bankaotien 872
Oest. Oreditact. 354
Galizien —
Actien«
50/o östr. F. St. E. B. 398i/z Lombard. Bahn 2111/2 Ludwigsh.-Bexbaoh 2031/2
Maxbahn 1461/4 Bayer. Ostbahn 148% Rhein-Nahebahn-Aot. — Hess. Ludwigsb.-Act. — Oberhessen „ 86
Prioritäten. ~
3% öster. Stsb.-Prior. 59y2 3% öst. s. Lombard 503/4 3% Livomeser 4O</4
50/o Tosoaner 621/4
5% Elisabeth.-Prior. 84
do. n. Emiss. 823/4
Anlehenslooee.
Kurh. 40 Thlr. Loose — Nassau 25 fl. 431/3 Braunschweiger 21
3% Oldenburg, ä 40Thlr. 39 */2 4% bayr. Präm.-Anl. 1131/2 Ansbacher 7 fl. —
40/0 badische Loose III1/3 Badische fl. 35 Loose 691/3 Oestr. fl. 250 v. 1854 — 1858r Prioritätsloose — 1860r Loose 911/4 1864r „ —
Stadt Flurent —
Weetieel«
Amsterdam
k.
8.
98 Vr 993'4
Augsburg
k.
S.
Berlin
k.
8.
1047g
Bremen
k.
8.
96V4
Brüssel
k.
8.
93'/2
Hamburg
L
8.
87«/2
Leipzig
k.
8.
105
London
k.
8.
118‘/4
Lyon
k.
8.
Paris
k.
8.
933/s
Wien
k.
8.
1057a
ditto
m.
8.
1O578
ditto
1.
8.
1053/4
Dia conto
4%
tteRdeortCö.
fl. kr.
Pr. Friedrdor 9 58—59 Pistolen . . 9 40—42 n doppelte 9 40—42
Holl. fl. 108t. 9 53—55 Ducaten . . 5 33—35 20 Frankenst. 9 21i/2—22‘/2 Engi. Sover. 11 47—49 Russ. Lnper. 9 40—42 Dollar In Gold 2 251/2—261/,
Allgemeiner Anzeiger
Besondere Bekanntmachungen.
E d i c t a l l a d u n g.
1889) Nachdem Großherzogliches Hofgericht der Provinz Oberhessen über das Vermögen des Ludwig W e h r u m von Albach den förmlichen Concurs erkannt hat, werden alle Diejenigen, welche Forderungen ober sonstige Ansprüche an denselben zu bilden haben, aufgefordert, solche im Termin Dienstag den 11. Juni d- I., Vormittags 9 Uhr,
dahier anzumelden und mit etwaigen Vorzugsrechten zu begründen, widrigenfalls stillschweigender Ausschluß von der Masse erfolgen wird- In diesem Termine soll zugleich ein Arrangement versucht und in dessen Entstehung zur Wahl eines Gläubiger-Ausschusses und Masseeurators geschritten werden. Die du ch gehörig Bevollmächtigte nicht vertretenen Gläubiger werden deßhalb insoweit als den Beschlüssen der Mehrheit der erscheinenden Gläubiger beitretend angesehen werden.
Gießen, den 9. April 1872.
Großherzogliches Landgericht Gießen.
Bötticher, A. Bramm, Lanorichter. Landger.»Assessor.
Oeffeatliche Bekanntmachung.
1888 Kaspar W ehr um von Albach ist wegen Verstandesschwäche unter Curatel gestellt worden. Es wird dies mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß alle mit deinselben von heute an abgeschlossen werdenden Verträge nichtig sind und daß demselben in der Person des Johannes Langsdorf von Albach ein Curator bei- gegeben worden ist. der allein rechtsverbia- dende Verträge für seinen Curanoen ab schließen kann. Zugleich werden alle Diejenigen, welche Forderungen an Kaspar Weh rum zu bilden haben, aufgefordert, solche sogewitz binnen drei Wochen dahier anzumelden, als sie sonst bei der Neguli- rung des Vermögens keine Berücksichtigung finden werden.
Gießen, den 9 April 1872
Großherzogliches Landgericht Gießen Bötticher, A- Bramm, Landrichter- Landger.-Asfessor.
Versteigerungen.
1848) Donnerstag den 18. und Freitag den 19. April d. I., jedesmal von Nachmittags 1 Uhr an, sollen in dem Hause des Herrn Georg Lony aus dem Neuenweg;
Tische, Stühle, Schränke, Commoden, Bettladen, Bettwerk, Weißzeug, Kleidungsstücke, Haus- und Küchengeräthe aller Art
meistbietend versteigert werden.
Gießen, den 13. April 1872.
In Auftrag: Semmler, Ortsgerichtsmann.
Holzvcrsteigerung bei der Stadt Ullendorf a. d. Lda.
1898) Freitag den 19. April l. I, Vormittags 9 Uhr anfangend,
sollen im hiesigen Stadtwalde, Districten Homberg und Steinwald, nachverzeich- ncte Holzsortimente versteigert werden:
I. Brennholz r
139 N--Meter Buchen-Schcidholz,
7 „ Eichen-
4 „ Buchen-Prügelholz,
11 „ Nadel-
57 „ Buchen-Stockholz,
5 „ Eichen- w
8950 Wellen Buchen-Neisholz, 3900 „ Eichen- und Nadel-Neisholz
II. Bau-, Werk- und Nutzholz:
30 Eichen-Stämme von 18 bis 42 Centi- meter Durchmesser, 5 bis'13 Meter Länge und 0,25 bis 0,91 Kubikmeter, zusammen 11,17 Cubikmeter,
4 Buchen-Stämme von 38 bis 48 CenU- meter Durchmesser, 6 bis 9 Meter Länge und 0,87 bis 1,13 Cubikmeter,
93 Nadel-Stangen mit zusammen 2,17 Cubikmeter.
Die Zusammenkunft ist in oben genanntem Walddntrict Homberg oder auch bei der Kleinmühle.
Allendorf a. d. Lda., den 15. April 1872.
Großherzoglicke Bürgermeisterei Allendorf a. d. Lda-
Wagner-
Hslzvcrsteigernntt in der Hberförsterei Schiffenberg.
1900) Es sollen versteigert werdens
u
e
Stück von 53—71 Centm. Durchm . 3—4 Mir-»
Brauhof
Wellen 5800 3600 1750
R a 117 6j
Ebmtr-
4 Raummeter
Stück von 39—72 Centm- Durchm . 3—8 Mtr.
t e r 454 74
m m 172
32
.r Holzart
Buche
, Eiche
Nadelholz Eich N'Stammholz - . 4 Länge mit 3.81 Eichen-Nutz-Scheitholz Eichen-Stammholz — 12
I. Dienstag den 23. I. M.
In den Districten Brauhof, Brauhofsberg, Häuferseite und Häuserborn.
Scheitholz Prügelholz Stockholz Reisholz
Länge mit = 14.5 Cbmtr.
Fichten-Stangenholz 791 Stück von 3—7 Centm. Durchm , 3—8 Mir. ). Länge mit 4 8 Cbmtr.
Eiche.^Nutz-Scheitholz 40 Raummeter
und ' Brauhofsbcrg, I Häuserseite ) und \ Häuserborn,
Zusammenkunft und Beginn der Versteigerung Vormittags präcis 9 Nhr an dem Brauhofswerher
Das Holz in den Districten Brauhof und Brauhofsberg kommt sämmtlich zuerst zur Versteigerung; mit dem AuSgebot des Holzes in den Districten Häusersette und Häuserborn wird gegen 1 Uhr Nachmittags begonnen werden.
a) In
Holzart ti Buche
Eiche Erle Fichte
Erlen-Stammholz 2
----- 0.56 Cbmtr.. Bucheu-Stangenholz
Cbmtr., Nadel-Stangenholz
- 1.11 Cbmtr.
II. Mittwoch den 24. I. M.
den Districten Rchhecke und Nabcnpfuhl.
Scheitbolz Prügelbolz Stockholz Neisholz
Rau m m c t e r Wellen
2 44 20 2850
38 46 70 1100
— 4 6 50
- - - 7850
Stück von 24—30 Centm. Durchm., 3 und 6 Mtr. Länge mi
25 Stück,von 5 Centm. Durchm., 2 Mtr. Länge mit 0,10
76 Stück von 5—8 Centm. Durchm., 4—9 Mtr. Länge mit
b) In den Districten Töpferkante und Wttstekopf.
Nadel-Stammholz — 21 Stück von 15—69 Centm. Durchm-, 3—19 Mtr- Länge mit = 20.98 Cbmtr-,
Nadel-Stangenholz — 924 Stück von 5—14 Centm Durchm , 4—11 Mtr Länge mit — 2682 Cbmtr
Zusammenkunft und Beginn der Versteigerung Vormittags präcis 9 Uhr in dem Holzschlag Districts Rehhecke, aus der Nehhecken- Schneiße,
Das in den Districten Töpferkautc und Wüstekopf lagernde Stamm- und Stangenholz kommt Nachmittags zum Aus gebot und cs wird hierr.-it bald nach 12 Uhr, in der Nähe des Uebergangcs der Elsendahn über die Sandkauten- Schneiße, der Anfang gemacht werden
Gießen, am 15. April 1872. Großherzogliche Oberförsterei Schiffcnberg.
Georgi.


