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Spitzerer ist daher in Eivilstcherheitshaft genommen und Nacht- 1 Uhr in das

Male wieder geöffnet."

Türkei.

btger aus

Schweiz.

Die Bewegung gegen das UnsehlbarkeitS - Dogma nimmt in neuerer Zeit, besonders in der Schweiz, größere Dimensionen an. So beschloß jetzt der Ge- meinderoth der Stadt Olten die Einberufung einer außerordentlichen Generalver- ammlung, um gegen das Dogma der Unfehlbarkeit öffentlichen Protest einzu- egen und die Regierung des Eantons Solothurn zu energischen Maßregeln gegen den Clerus aufzufordern, sowie um ihre Zustimmung zu der Haltung der Ge- meinden Starrkirch und Dulliken in Sachen des altkatholischen Pfarrers Gschwind auözusprechen.

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vtlprozeß - Ordnung vom Bezirksgerichte HerrfchaflSgelusten frvhnt, natürlich mit der löblichen Absicht, alle diese Fürsten

Belgien.

Brüssel, 13. Rovbr. Nach demEtoile" tritt der Kricgsminister, General Guillaume, ab, weil die Negierung beschlossen hat, den augenblicklichen Stand der Militarfragc aufrecht zu erhaltrn.

Frankreich.

Paris, 7. Novbr. Aus Reims wild derTimes" tklegraphirt:Die Räumung der Stadt durch die Deutschen ist ohne alle Schwierigkeiten verlaufen. Die Deutschen marschirten in Gegenwart des Unter-Pläfecten und des französi­schen Intendanten ab. Den Mobilgendarmen wurde von den Einwohnern ein herrlicher Empfang bereitet. Der Eapitän der Pompiers, welcher vom Ratdhause Besitz nahm, rief:Dive la France!" und der Maire, welcher seit zwei Tagen im Amte ist, rief:Bive la Röpublique!" Der Jubel unter der Bevölkerung war groß und von früher Morgenstunde an prangte die Stadt im Festtagsge- wände. Die öffentlichen Gebäude und die Häuser sind mit Fahnen geschmückt, und das junge Volk sährt mit Wagen umher und führt ebenfalls Fahnen spa­zieren. Eine Menge Leute singt die Mars illaise mit Instrumentalmusik vor dem Rathhause. Die Stadt ist zum Tyeil beleuchtet und das Theater zum ersten

Das ofsicielle Blatt enthält ferner die Verkündigung der am 4. Novbr. mit Deutschland abgeschlossenen Uebereinkunst: Die Unterzeichneten, im Namen lhrer resp. Regierungen handelnd, haben in gemeinschaftlicher Übereinstimmung Vas, was folgt, abgemacht und erklärt: Die Ausfertigung der Acte des Civil- stanveö, welche von den französischen Behörden verlangt und in Elsaß-Lothringen abgegeben werden, oder welche von den elsaß-lothringer Behörden verlangt und m Frankreich abgegeben werden, sind in Zukunft von jedem Stempel befreit. Das vorliegende Abkommen wird für eine Periode von fünf Jahren vom heutigen Tage an abgeschlossen, aber es wird von Rechtswegen erneuert und fortdauernd beobacZet werden, wenn eine der beiden Mächte nicht drei Monate vor dem Ab­laufen des Termines eine entgegengesetzte Absicht kundgegeben hat.

Doppelt ausgefertigt zu Paris am 4. November 1872.

m Remusat. * Arnim.

Versailles, 11. Novbr. Nationalversammlung. Präsident Grövy legt das an ihn gerichtete Schreiben des Prinzen Napoleon vor. Wolonskt stellt oen Antrag, daß für die Elsaß-Lothringer eine Summe bewilligt werde, welche der für die von der Invasion betroffenen Departements votirten gleichkomme. Mor­gen wird die Versammlung die M tglieder des Präsioial-Büreaus wählen. Ge- ruchtwcise verlautet, daß Ehangarnier morgen über die Rundreise Gambetta'S lnterpelllren werbe.

Die Zustände im Orient fangen nachgerade an, unerquicklich zu werden. Der gegenwärtige Sultan beschäftigt sich mehr mit den Zerslrcuungen de- Se- raitS, als mit den Staatsgeschäften, die er mehr oder weniger seinen Ministern überlaßt, die wiederum sich den verderblichen Einfluß von Favoritinnen und Eu- nuchen gefallen lassen müssen. Ist es da wohl ein Wunder, daß die mächtigen Vasallen, der Khedlve von Egppten, die Fürsten von Serbien, von Rumänien, 'Itonlenegro rc. die Oberhoheit des Sultans allmälig abzuschütteln trachten? Wahrend die vorige Regierung in Bezug auf Vasallenstaat n und namentlich gegenüber den sichtbaren LoSreißungSabsichten des Dicekönigs von Egypten, die Zügel straffer anzog, konnte jetzt derselbe Vicekönig mit einem höheren Tribut denn^GclV, ungeheuer viel Gelb kosten die Launen des Sultans die fast völlige «selbständigkui sich erkaufen. Daß der Fürst von Serbien mit seiner ^kuptschrna, die eine Art von Volksvertretung darstellt, und der Fürst der fch*war- zen Berge und der edle Karl von Hohenzollcrn mit seinen halbcivilisirten Bojaren sich den Teufel um die .ürkische Regierung und ihre Befehle ober Wünsche schee- ren, ist bekannt. Natürlich werben alle diese Vasallen in ihrem Ringen nach Deibständigkeit von Rußlands D.plomatcn aufgimuntert und, wenn cs einmal schief geht, auch unterstützt. Auch die Jntriguen der anderen Mächte spielen je

Berlin, 10. Novbr. Die Corresp. Stern schreibt:Nach jetzt getroffenen Bestimmungen bleiben in den neuen Abelsdiplomen fort: 1) die Begründung, weßhalb der Abel verliehen worden; 2) die in den früheren Diplomen enthaltene Berechtigung, sich in allen ehrlichen und adeligen Sachen, in Schlachten, Gcsech- ten, Stürmen, Kämpfen, Turniren, Gestechen, Gezeltaufschlagen, Petschaften, Gemälden, Begräbnissen, Reben u. s. w.von" nennen und schreiben zu dürfen; 3) die Stelle, wo Kinder wieder in den Adel eintrcten können, nachdem derselbe dem Vater wegen Wahl eines mit der Standesehre unvereinbaren Berufes ab­erkannt worden war; 4) der Befehl an alle Unterthanen, Behörden rc., den Geadeltenvon" zu nennen."

Berlin, 13. Novbr. Die Negierung beabsichtigt die alsbaldige Erwerbung der Main-Weserbahn zum ausschließlichen Eigenthum Preußens.

Dresden, 9. Novbr. Ihre Majestäten der König und die Königin haben aus Anlaß Allerhöchstihres VermählungS - Jubiläums eine Stiftung errichtet zu Gunsten hülfsbebürftigcr unb würdiger Ehepaare, welche 50 Jahre ehelich ver­bunden gewesen sind, und zu diesem Behufe ein Capital von 10,000 Thalern auö ihrem Privatvermögen überwiesen, dessen Zinsen zu solchen Unterstützungen verwendet werben sollen, bei deren Verleihung auf die Verschiedenheit des Stan­des, der Religion ober Confesston keine Rücksicht zu nehmen ist. (Dr. I.)

Dresden, 11. Novbr. Das deutsche Kaiserpaar und der Kronprinz reisten um 61/2 Uhr mit Extrazug über Nöberau ab. Die Kaiserin geht mit einem Sxtrazug über Leipzig nach Coblenz. Die Königin - Wittwe von Sachsen, die königlichen Prinzen unv Prinzessinnen und andere Fürsten geleiteten die kaiser- lichen Herrschaften nach dem Bahnhöfe, wo der preußische Gesandte, die Gene­räle, hohe Beamte und ein zahlreiches Publikum auwcsenv waren, welches die Majestäten mit Hochrufen lebhaft begrüßte. Vor dem Diner empstngen die kai­serlichen Herrschaften nochmals die sächsischen Minister, den Oberbürgermeister und die Stadtverorbneten-Dorsteher. Rach einem Wiener Telegramm desDresb. Journ." hat die Regierung den Stadthalter Graf v. Taafc beauftragt, von dem Tyrolcr Landtage energisch zu verlangen, den Rector Ullmann zuzulassen und in

ju nehmen. Im Falle der Landtag die Zulassung desselben ablehnea sollte, ist die Schließung des Landtags wahrscheinlich. Eine Auflösung wird nicht beab­sichtigt, weil dieselbe voraussichtlich nutzlos wäre.

Dresden, 12. Novbr., Abends 7y4 llhr. Ein soeben beendeter imposan­ter Fackelzug, welcher von der Stadt, unter Teilnahme der Künstlerschaft, der Vereine, Gewerkschaftrn, Gymnasien und Schulen dargcbracht wurde, sowie eine glänzende Illumination der Stadt, beschlossen würdig die Dermählungs-Feierlich- kciten. Nach demDreöb. Journ." sprach das deutsche Kaiseroaar vor seiner

Paris, 10. Novbr. Das ofsicielle Blatt enthält folgende Note: Da die Regierung Ihrer Maj. der Königin von England und die Sr. Maj. des KönigS von Portugal seit mehreren Jahren wegen gewisser an der Ostküste Afrikas fiele- gknen Territorien in Streit liegen, so sind sie überein gekommen, zu einem Schiedsrichter ihre Zuflucht zu nehmen, und haben am 25. September d^ I- »n Lissabon beschlossen, den Herrn Präsidenten der französischen Republik als -schieds­richter zu wählen. Der Minister des Aeußern hat den Ministern Englands und Portugals, welche ihm den Wunsch der beiden Mächte Übermacht haben, zu wissen iu entsprechen wünscht, die hohe Mission angenommkn hat, über den Streit zu entscheiden, zu dessen endgültigen, Richter, gegen dessen Spruch keine Berufung eingelegt werden kann, sie ihn haben ernennen wollen.

_ , . , b,n y,_ Unterstützung der Reich-regierung München verfügte Prüfung der tSeschaft.vcehaltniffe der Spitzeder schen Dachauer

R'S'fun» t<n, Ultras "»-» - W-setzliche Regelung de« Der- Bank ergab äußerst mang.lhast geführte Bucher, die größte Unordnung in der

K.aatt« und der KUch" - Freie Entnncktung der inneren Der- ganj.n GeschäftSgebahrung und eine jw-ifeU-!- bedeutende U-berfchu dung. Sri. hältniffes de« Staate« und der K ch Selbüitändtakeit der Gemeinden. Spitz-der ist daher in Livilficherhettshast genommen und Nacht« 1 Uhr in da« haltniffe de« Staate« durch s^ststL dig bezeichnet, Gc.ichtSgesängniß abgeführt worden. Di- Haft dürfte sich in eine Sriminalhast

Ein Prvg.am«, »Äch- dies. Gegenstand- a « tu mit allen umwandeln, da all. Anh°lt«pun,.e für einen betrügerischen Bankerott vorliegen,

ü erlänL Sun Lnern Lande«, -Ine Partei besteh' W Die Aufregung im Publikum ist groß, die Ruh. ind.ß b,-her nirgend« gestört nicht mehr, a>« da« ganze Land über diese Punkte einverstanden ist. Höchst aus. «orden.

fallend ist e« de«H.Ub, wenn da« Wahl-Somit- zu Frankfurt die Landtag«w°hl,n allein in die Hand zu nehmen sich bemüht. Sachliche Grunde für diese Centralisalion der Wahlen liegen nicht vor, wohl aber kann dieselbe, wie die Dinge liegen, großen Schaden bringen. Der Landtag wird, abgesehen von den l in Um Frankfurter Programm bezeichneten allgemeinen Gegenständen, sich wesentlich mit inneren Bcdürfniff.n de« Lande« zu beschäftigen haben. In dieser Beziehung aber bedarf e« solcher Volk-virtr.ter, welche von den Zuständen der einielncn Lande«theile nähere Kenntniß haben, und für die besonderen Interessen ihrer Wahlkreise bedacht sind. E« liegt in der Natur der Sache, und d>« Ersahrung bat c« gezeigt, daß au« Wahlen, welche nach der Schablone einer destlmmten Par.7 vollzogen werden, Landtag.' h-rvorg.hen, die für besondere Lande-.h-ile kein Herz unv kein Verständniß haben, und tn welchen die si fi. vertrete!- b s Volks als gedrillte Soldaten der Partei blindlings ihren Führern zu folge gewohnt, ja durch besondere Zusage auf selbstständige Thattgkeit zu verzichteu gezwungen sind. Es beweist deshalb kein Verstanvnlß von dem Geiste unv»dm Werthe einer Gesetzgebung, welche aus allen LandrStheilen Vertreter deö Volk^ an die Seite der Regierung beruft, die Wahl dieser Vertreter unter den Einfluß ei nreiner Parteiführer zu stellen. Es vertragt sich nicht nut der Wurde der Wähler, auf ihre eigne Einsicht, und auf wichtige politische Rechte zu Gunsten eine« Parteiführers Verzicht zu leisten. Eine Partei, welche sich die ,/liberale nennt, sollte kein derartiges Ansinnen an Wähler stellen, welche den politischen Kinderschuhen entwachsen, ihre Angelegenheiten selbst zu besorgen befahigi und entschlossen sind. Die in Gießen von dem Wahlcomite für die Provinz Oberhessen ausgesprochenen Grundsätze beweisen ein weit richtigeres Verständnis von den Pflichten eine« Wahlcomites und von dem« was bei den Wahlen zu um bevorstehenden Landtage noth thut. Dieses Wahlcomite weist insbesondere au die Wahrung der Interessen unv Bedürfnisse der Provinz Obcrheffen hin, ohne daß damit die Pflichten gegen das Land und das Reich geringer gemacht werden füllen. Es maßt sich nicht an, den Rechten der Wähler irgendwie vorzugrelfen, es irmutbigt dieselben vielmehr, für die einzelnen Wahlkreise ihre Canvivaten selbst zu bezeichnen, und erklärt sich nur bereit, den Wünschen der Wähler untn- stützend zur Seite zu stehen. Das allein scheint unS da« Richtige zu treffen. An den Wählern der Provinz wird es nun sein, sich darüber zu entscheiden, ob sie als freie Männer, wie man in Gießm wünscht, oder auf das Commando eines einzelnen Mannes, der gleichsam eine Nedenregierung in Darmstadt etablht hat, an die Wahlurne herantreten wollen. ,

Darmstadt, 12. Novbr. Das heute ausgegebene Großh. RegierUiigSblatt

Nr. 49 $ kliN^Ntt^Abg-mon-ttn

zur zweiten Kammer der Stände des bevorstehenden Landtags betr. 3. Bekannt» machung desselben Ministeriums, die Eintheilung der evangelischen Dekanate, ins­besondere die Einweisung der neuernannten Dekane in ihre Dienftverrichtun- gen betr.