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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen
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Montag i)eii 14. Octoder
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ließen, am 10. Klober 1872
Betreffend.' Die Einrichtung des Thierspitals an der Großh. Veterinäranstalt in Gießen.
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" ' r/7 T/ ir. T < ^yrere ge^cyeyen unentgelvttcy. Nur die Baarauslaaen, wie z. B. für Arrnei unk •
Mden berechnet. Doch steht es den Thlerbesttzern auch fr«, das vorgeschriebene Futter in Nainr zu liefern. Die Behandlung der kranken Tb-ere 1 V dflug unter Assistenz des Herrn Th.erarzt Frank, welcher im Thier'spita/ Wohnung ha?, nm'luleder Zeit' Ä < fo
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Eine Denkschrift des deutschen Episcopats.
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kreiS vierteljährig 1 fl. 12 kr. mit Brtngerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 kr.
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ttn Kriegs-Manifest betrachtet werden kann, mittels dessen der Kampf: Macht gegen Macht ausgenommen und ihn fortzusetzen angekündtgt wird. Ob eine solche stolze Position dem EpiScopat zum Frommen gereichen wird, muß der Erfolg lehren; jedenfalls hat die Wahl derselben zur Klärung der Situation beigetragen und der Kampf wird nicht mehr nach seinen vereinzelten Akten, sondern nach feiner vollen Tragweite beurthetlt werden müssen.
Die Denkschrift versucht es freilich, da-Ultheil zu verwirren, indem sie dem Kampfe eine Tendenz unterschiebt, die ihn als einen religiösen, d. h. als einen Kamps gegen das Christenthum stempeln soll; aber diese Unterstellung kann nun noch wenig verfangen, nachdem der Syllabus und die Encyklika, welchen Kundgebungen jetzt durch das Vaticanum eine die Christen bindende Gewalt gegeben worden ist, der gesammten modernen Entwickelung den Krieg erklärt haben, um dem Staat die Möglichkeit zu nehmen, seinen eigenen Gesetzen nach zu leben und die ihm zugewiesenen Zwecke zu verfolgen.
Es ist unmöglich, den Staat, als in Auflehnung gegen das Christenthum
Besorgniß des Gegentheils.
• Die letztere ist leider wahr geworden.
Die Bischöfe haben sich über einer erst den Staats - Regierungen und auch der Oeffentlichkeit übergebene Denkschrift vereinigt, welcke nicht anders
Mit großer Spannung ist von allen Seiten dem Ergebniß der Fuldaer Bifchofs-Conferenz entgegen gescheh worden, bald in der Hoffnung, daß an dem Grabe des heiligen Bonifactus das Friedensbedürfniß sich in der Auffindung Mittel zu seiner Wiedtrherstellung geltend gemacht haben würde, bald in
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begriffen, von jener Seite so anzuklagen, welche für sich allein ein oberstes Gefev und Richteramt in Anspruch nimmt. Die Unterstellung aber compromittirt fl.) ftlber, indem sie sich auf eine faktische Unwahrheit stützt, welche gleich an die Spitze der Denkschrift gestellt wird. Es heißt daselbst: „Uebcr die deutschen Bischöfe, wie über die Katholikin überhaupt sind die gegenwärtigen Wirren plötzlich gegen Erwarten hireinglbrochen, und wir beklagen es auf's Tiefste, daß ein Kampf heraufbcfchworen worden ist, welcher so leicht hätte vermieden werden können!"
„Plötzlich gegen Erwarten!"
Man hat mehrfach die Kundgebungen des deutschen Episcopats vor und nach dem vaticanischen Concil varallelisirt und deren Widersprüche constatirt.
Die Bischöfe brauchen darum nicht in Verlegenheit zu kommen; sie haben den individuellen Widerspruch unter den Ausspruch des Concils gebeugt, und was auch immer vorher ihre Avffcffung war, so haben sie jetzt nur die Conseauenren ihrer Unterwerfung zu ziehen.
Aber die Thatsachen, welche sie selber durch ihre früheren Kundgcbunaen constatirt haben, können ihnen nicht aus dem Gedächtniß gekommen sein, und wenn sich Vie Bischöfe nicht darauf besinnen wollen, was von weltlicher Seite seit dem Versuch des Fürsten Hohenlohe, die katholischen Machte zu einer gemeinsamen Stellungnahme zu verpflichten, geschehen ist, um die Definirung des Unfehlbarkeit^ dogmas zu verhindern, so können sie doch nicht vergessen hab. n, was sie selber in öffentlichen Kundgebungen und Privataudienzen gethan haben, uw einen Act unmöglich zu machen, von welchem sie vorhersagten, baß er zur Quelle schwerer Verwickelungen zwischen Staat und Kirche werden würde.
, Mit diesen Einrichtungen ist unsere Bekanntmachung vom 29. October 1868 in soweit aufgehoben, als von jetzt an Niemand mehr zur unentaeldlichen Behandlung kranker Thiere außerhalb des Thierspttals verpflichtet ist. 5 ** oucpen
Um unserer Anstalt eine recht häufige Benutzung von Seiten des thierbesitzenden Publikums zu sichern, werden wir gewiß Alles aufbieten nm die
Heilung der uns überbrachten kranken Thiere zu ermöglichen und glauben, daß deßhalb uns Patienten und andere Thiere gerne anvertraut werden. '
Die Direction der Großh. Veterinäranstalt in Gießen.
Prof. Dr. Hflug.
3n besonderen Fällen werden wir auch nicht ermangeln, den 2. Lehrer, Herrn Kreisthierarzt, vr. Winckler, beizuziehen.
Die Wartung und Pflege der Thiere ist dem Anstaltsdiener PH. Körber übertragen. 6
.... Rif, anderweitige Hulfeleistungen 'st dann noch ein Kandidat der Thierheilkunde in der Anstalt und hat auch der Lehrschmied Herr 3 Höst in nöthrgen Fallen bte oben Genannten zu unterstützen. ' ; 1 ; "i
4- Threrspltal steht auch eine gut eingerichtete Hufbeschlagwerkstätte in Verbindung, welche in nächster Zeit dem Publikum zur Benulluna ap-
öffnet werden wlrd, um darin Pferde und Rindvieh mit gesunden und kranken Hufen, beziebungswoiso Klauen, du-rch bui SttjifctymicD jperrn % L5 ö ß i beschlagen lassen zu können. Der Tag der Eröffnung der Beschlagwerkstärte wlrd besonders bekannt gegeben werden. b
n^re^UnfceU Prof. Dr. Pflug sind mit Ausnahme, der Feiertage in dem Thierspital Morgens von 9-10 Uhr und Mittags von 1 *—1^72 Uhr.
Erscheint täglich, mit nähme SonntagS.
Expedition: Canzletber p, Lit. v. Nr. 1.
Bestellungen auf den Gießener Anzeiger «• .»«* m .b«™
Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Expedition abholen lassen, erhalten denselben für das IV. Quartal zu 1 fl.
Beta n n t m a ch u n g.
V°m I- November au werden in dem neuerbautei, Thierspital dahier kranke Thiere, insbesondere Pferde ,u ieder Kett nnf™.™,™,,,, d°s°lbst, wie bisher kranke Thiere zur Untersuchung und Behandlung vorgeführt und zur Beobachtung und Untersuchung mif ©cft. unb aÄ Fchler cmgestellt werden. Behandlung der kranken Thiere, allenfalls, ae Operationen, wie » B Castration hX«.„X Untersuchung «"d-ndlich die Abwartung der Thiere gesLhen .mentge!dlich ^Nur 'die LaL" dann ,ede
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Nr- 31 des Reichs-GesetzblatteS, ausgegeben am 28. September 1872, enthält:
(Nr. 885.) Bekanntmachung des achten Verzeichnisses derjenigen höheren Lehranstalten, welche zur Ausstellung gültiger Zeugnisse über die miffrnfrfinftWrf!.- -um einjährig freiwilligen Militärdienst berechtigt sind. Vom 21. September 1872. \ ' »un.ger ^eugmpe uoer oie wlsienschaftUche Qualisikation
(Nr. 886.) Bekanntmachung, betreffend diejenigen Gymnasien, welche hinsichtlich ihrer vom Unterricht in der ariecbiscben Sorack? hicSnpnfirhm ... •
S 154 Nr. 2 C. der Militär-Ersatz-Jnstruction oom 26. März 1868 b-zelchn-t-n Lehranstalten gehören Vom 21 Septembkr IM dispcns.rten Schüler zu den im
_ „(Nr. 887.) Ermächtigung des Minister-Residenten des Deuttchen Reichs in den Vereinigten Staaten van Columbien zur Vornahme bürgerlich gültiger Ebeschlieüuna.n von Deutschen und zur Beurkundung von Geburten, Heirathen und Sterbefällen von Deutschen. 0 ' 0 ul0Cl ^yeflyuegungen
Gießen, den 9. October 1872. Großherzogliches K^reisamt Gießen.
v. Röder.
an die Grohhrrzoglichen Bürgkruieisterkirn des Kreises.
aebel, ^'tercssc der Ihren Gemeinden angehörigen Landwirthe empfehlen^ wir Ihnen der nachstehenden Bekanntmachung die thunlichste Verbreitung zu 8 v. R oder.
Nr. 24t 1.
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