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von Frankfurt a. 311.

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mit jeder Post

befördere ich, die meiner Annoncen-Expedition zur Vermittlung aufgegebenen Inserate, ohne Anrechnung von Provision oder & Porto, zu den Original-Zeitungspreisen an die, für die ver­

schiedenen Zwecke

bestgeeigneten Zeitungen

Ides In- und Auslandes.

Meine Provision beziehe ich als officieller Agent von den betreffenden Zeitungen.

Rudolph Rosse,

Annoncen - Expedition

45 Zeil, JiranKfurt a. M. $«[ 45.

Berlin, Wien, Nürnberg, München, Hamburg, Zürich, Straßburg, BreSlau, Halle a. d. S , Leipzig, Stuttgart, Praa.

Alleinige Inseraten - Pacht:

Fliegende Blatter",Kladderadatsch",Figaro."

DecretS einer Anzahl von Individuen, welche wegen Theilnahme am Carlisten- Aufstande verurtheilt worden waren, vollständige Straflofigkeit gewährt-

England.

London, 10. Bug. Zn der gestrigen Parlaments-Sitzung kam ein Vorfall zur Sprache, der wohl in keiner anderen Armee als der englischen möglich wäre. Zwei Corporale von der Marine - Infanterie sind wegen Insubordination streng bestraft worden, weil sie trotz dem Verbote ihres Obersten öffentlich und in Uniform als Straßenprediger ausgetreten sind. Es scheint, daß diese Liebhaberei, den Missionar zu spielen, unter den englischen Soldaten nicht selten ist, denn es waren in demselben Regimente noch drei andere solcher Prediger, welche aber auf den Befehl dcs Obersten ihre MisstonSthätigkeit einstellten. Der Oberst halte ihnen indessen erlaubt, in der Schenkstnbe der Caserne zu predigen, und sie ausgefordert, ihre frommen Anstrengungen besonders gegen die Trunksucht ihrer Camcradcn zu richten.

Rußland.

Vom 1. Januar 1873 an wird das Salzmonopol in Rußland aufgehört haben zu existircn; die Erzeugung des Salzes wird der Privatindustrie überlassen bleiben, der Verkauf desselben wird ohne jede Controle und amtliche Preisbestim­mung dem freien Handel anheimgegeben werden. Die eigentliche Veranlassung liegt allerdings in den bet der Verwaltung des Monopols entdeckten außerordent­lich großen, sich auf mehrere Millionen berechnenden Unterschleifen.

Petersburg, 11. August. Der Flügeladjutant des Kaisers, Fürst Dolgoroukyi, begiebt sich nach Belgrad, um dem Fürsten Milan von Serbien anläßlich seiner Großjährigkeit die Glückwünsche des Kaisers Alexander zu überbringen.

Amerika.

Newyork, 9. Aug. Es wird hteher gemeldet, daß der König von Spanien das Dccret unterzeichnet habe, welches die stufenweise Befreiung der Sclaven von Cuda und von Portorico ausspricht.

Newyork, 10. Aug. Der Präsident der Republik Peru, Balta, ist von Gutierrez, der an der Spitz? der Revolution stand, ermordet worden. Der Mörder rief sich selbst zum Diktator aus, wurde aber vom Pöbel ergriffen und an einem Laternenpfahl aufgehängt.

Local-Notiz.

Gießen, 14. August. Gestern Nachmittag gerieth auf dem Bahnhof der Köln-Gießener Bahn ein Arbeiter voa, Braunsteinbergwerk zwischen die Puffer eine- Zuge- und tourbt zer­quetscht. Der Unglückliche, welcher alsbald tobt war, hinterläßt eine Fran und zwei Kinder. Von verschiedener Seite wird bei uns Klage geführt, daß man in der B a h n hof« - N est a ur a t i o n Morgens früh keinen Kaffee bekommt. Abgesehen davon, daß es doch sehr am Platze wäre, dem Reisenden Publikum in dieser Hinsicht entgegenzukommen, ist e- auch, so viel un« bekannt, in dem Vertrage de« Pächter« der Restauration gewahrt, daß derselbe Nacht« und Morgen« früh Kaffee zu Händen hat. Es scheint aber hier ein große« Stück Bequemlichkeit obzuwalten und der Grund­satz auch in dieser Restauration zu herrschen: das Publikum ist wegen meiner da und nicht vice versa. Ferner wird sich über die exorbitant hohen Preise beschwert. Während man bei Kühne'« Zeiten für die Tasse Kaffee 6 Kreuzer zahlte, muß man jetzt, wie die« neulich bei Gelegenheit der Rückkehr der Bonner Turngäste der Fall war, 3 und 4 Silbergroschen zahlen; ebenso mit den sonstigen Nahrungsmitteln. Eine Abhütfe seitens der Directton wäre wohl am Platze.

Beschlüsse

Grünberger Straße an den Gemeinberath gewendet und um Ueberlassung derselben für bauliche Zwecke nachgesucht; dieser bat aber nach Antrag des Ausschusses die Eintbeilung der Wiese zu zwei Bauplätzen und den Verkauf durch öffentliche Versteigerung beschlossen.

15) Aus Anlaß eines an das deutsche Volk erlassenen Aufrufs wegen Einsetzung eines Nationalfesttags, in Folge der errungenen Siege in der Jahren 1870 und 1871, hat der Gemeinderath in Uebereinstimmung mit anderen Städten beschlossen, hierfür den Tag, an welchem der Friede geschlossen wurde, vorzuschlagen, aber auch den 2. September seiner Wichtigkeit wegen als Erinnerungstag für die Jugend in der Weise zu bestimmen, daß an demselben den Schülern die Bedeutung desselben erklärt und dann für diesen Tag das seither übliche Jugendfest bestimmt und abgehalten werde.

Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 13. August. Die Gewißheit, daß die Welt gestern nicht untergina gab bet Börse so frohen Muth, daß sie in ihrem Hauffelauf um weitere Procente vorsprana unö dle Eourse derart in die Höhe trieb, daß den Interessenten das Herz im Leibe freudig hüpfte In der That drehte sich auch heute wieder das Hauptgeschäft um die Banken, hinter denen die andern Effecten mehr oder weniger zurücktreten mußten, obwohl sie im übrigen auch von der hoch- grhenden Stimmung profitirten. Wie gestern waren es auch heute wieder österrelchische National­bank und Darmstädter, die hinsichtlich der Größe de« Umsätze« wie Steigerung des CourseS an der Spitze standen, ebenso ProvinzialdiSconto und Frankfurter Bankverein/ Oesterreichisch-deutsche stieg um 1 Procent, Deutsche Effectenbank beliebt und ebenfalls 1 Procent höher. Alte und junge Meininger, Deutsche Handelsgesellschaft, Deutsche Vereinsbank, Brüsseler, Rheinische Credlt Württembergische Vereinsbank, sämmtlich steigend. Von Bahnen waren Elisabeth beliebt und fest, Buschterader gefragt und 1 fl. höher. Oberheffen circa 1/2 Procent besser und gesucht. In Prioritäten fand guter Umsatz bei festen Coursen statt Von internationalen SpeculattonSwerthen verkehrten sehr lebhafte Ereditactien und Lombarden, letztere steigend, während Staatsbahn ver­nachlässigt blieben. Oesterreische Renten besserten sich heute wieder, nachdem bekannt geworden daß sich die Staatseinnahmen Oesterreichs fürs erste Halbjahr sehr gut gestaltet haben. Fran^ züsische Anleihe still, Türken gleichfalls, Russen beliebt. Süddeutsche Fonds rar. 1860er Loose etwas höher, Raab-Grazer Loose offerirt. Geld für ProlougationSzwecke zu 5 Procent.

Bfirsennachrlchtea.

13. August 1872.

PreuBS. 41/3% Oblig. 103i/8 Frankf. 31/2% Obi. 87 y8 Nass. 41/3% Obi. 991/z Kurhess. 4% 94Vg Gr. Liess,. 5% Obi. 1023/8

40/0 983/4

« » 3Va% 93

Bayer. 5% 100%

41/2 v/g 1jährige 1003/4

; 4O/o 1jährige 94</2 Würtemb. V/2% Obi. 993/4 Baden 41/2% Obi. 0. E. L. 993/4 Oesterr. Silberrente 66

Papierrente 61 Spanier, neuest. 3% 29 Amerik. Bonds 1881r 995/8

n 1882r 963/tz

1885r 973/a

» n 1887r 97%

Aetien.

Frankf. Bank 142

Frankf. Vereins-Kasse 154

Darmst. Bankact. 519

Wien Bankactien 934

Oest. Oreditact. 365 i/z Galizien 2611/2

Aetieah.

5O/o östr. F. 8t. E. B. 360 Lombard. Bahn 2251/2

Ludwigsh.-Büxbaoh 2001/2 Maxbabn 147

Bayer. Ostbahn 138 Rhein-Nahebahn-Act. Hess. Ludwigs b.-Aot. 1811/2 Oberhessen 831/4

Prioritäten.

30/o oster. Stsb.-Prior. 59 3% öst. s. Lombard 513/4 3O/o Livorneser 39 50/g Tuscaner 62i/g 50/0 Elisabeth.-Prior. do. n. Emiss. 851/4

AnleiaeeiNrloose.

Darmstädter fl.50Loose 195 n n 25

Kurh. 40 Thir. Loose 71 Nassau 25 fl. 451/2 Braunschweiger 213 */i 3% Oldenburg, ä 40Thlr. * 3 *91/4 4O/o bayr. Präm.-AnL 1133/6 4% badische Loose 111 Badische fl. 35 Loose 731/4 Oeatr. fl. 250 v. 1854 85 V2 1858r Prioritätslooee 2081/2 1860r Loose 9 41/4 1864r » 161

Wechsel Amsterdam k. S. 98i/2

Augsburg k. S. 993/4

Berlin k. 8. 104Vg

Bremen k. 8. 175i/a

Brüssel k. 8. 93Vs

Hamburg k. 8. 873/8

Leipzig k. 8. 105

London k. 8. 1181/3

Lyon k. 8.

Paris k. 8. 93Vg

Wien k. 8. 1065/8

ditto m. 8. 1065/g

ditto 1. 8. 1061/3

Diskonto 4 0/0

Geldsorten. fl. kr.

Pr. Friedrdor 9 5859 Pistolen . . 9 4148 r, doppelte 9 4143

Holl. fl. 10 8t. 9 5355 Ducaten . . 5 3436 20 Frankenst. 9 211/3221/2 Engi. Sover. 11 4951 Russ. Imper. 9 4345 Dollar in Gold 2 2526

au» der Sitzung des Gemeinveraths vom 8. August 1872.

Anwesend: der Großh. Bürgermeister Vogt, die Gemeindrathsmitglieder Felsing, Honstein, Heß, Körber, Löber, Nagel, Pietsch, Ricker, Silbereisen, Rosenberg und Wallenfels.

1. Das Gesuch des Joh. Fischer dahier, um käufliche Ueberlassung eines Stücks städtischen Grund an der Wieseck wurde dem Bauausschuß zur Aeußerung überwiesen.

2) Der Erlös bei der am 15. April d. I. im District Faulerboden abgehaltenen Holzversteigerung war 15b fl. 39 kr. unter dem Tarifpreis geblieben und nachdem die Großh. Oberförsterei Gießen sich dahin geäußert, daß mit Rücksicht auf die Qualität des verwertheten Holzes bei einer nochmaligen Versteigerung ein höherer Erlös nicht erzielt werde, ertheilte der Gemeinderath seine Zustimmung zur Genehmigung der Versteigerung.

3) Bei der Heute auf Grund des Schuldentilgungsplans vorgenommenen Ver- loosung der für 1872 zur Rückzahlung bestimmten Obligationen auf Inhaber wurden folgende Nummern gezogen, nämlich:

vom 40/gtigen Anlehen:

Lit. B. Nr. 2. Lit. C- Nr. 9, 59, 63, 66 und 74;

vom 3V?/otigen Anlehen:

Lit. A. Nr. 103, 113, 116 und 159, Lit. B- Nr. 16, 56, 88, 113 und 197 und Lit. D- Nr. 66 und 107.

4) Die Voranschläge der hiesigen evang. Kirche, sowie des Armen- und Plockischen Stiftfonds wurden zur Prüfung und Antragstellung dem Finanzausschuß des Gemeinde­raths überwiesen.

5) Durch die vom Gemeinderath bereits beschlossene Gradelegung des Wieseck- flusses wird ein Theil der auf der rechten Seite desselben liegenden Wiesen der Stadt durchschnitten und mit den fiscalischen Wiesen auf der anderen Seite vereinigt. Als Preis für Ueberlassung dieses Wiesentheils an den Großh. Cameralfiscus wurde

1 fl. 40 fr. pro lUKlafter bestimmt.

6) Auf einen Bericht des Stadtbaumeisters beschließt der Gemeinderath nach dem Antrag des Bauausschusses, die Arbeiten an dem Brunnen auf dem Fried­hof fortzusetzen.

7) Heinrich Karl Vogt und Heinrich Schnell, welche ihre am Marktplatz ge­legenen Häuser niederlegen und neu aufbauen wollen, sind bei der Stadt um Ueber­lassung eines kleinen Theils vom städtischen Gelände in der Schulstraße eingekommen. Auf dieses Gesuch wurde Beschlußfassung bis zur nächsten Sitzung ausgesetzt, bis wohin Vermessung und Absteckung durch den Stadtbaumeister vorzunehmen sei.

8) Auf ein Gesuch des Ludwig Kauf um Ueberlassung der städtischen Wiese am Gänsacker neben der Fulda'schen Besitzung aus der Hand als Bauplatz wurde beschlossen, dieselbe mittelst öffentlicher Versteigerung zum Verkauf zu bringen.

9) Der Gemeinderath beschloß auf das Gesuch der Bewohner des Reichcnsandes um Eröffnung der Straße nach dem Bahnhof, denselben zu antworten, daß die Auf­nahme dieser Straße in den neuen Bauplan geschehen solle.

10) Der Gemeinderath beschloß nach vorgenommener Prüfung der verschiedenen Offerten die Anschaffung des Wasserzubringers aus der Fabrik von Beduwo in Aachen.

11) Der mit F. Heß abgeschlossene Accord wegen Reinigung der Aborte des Schulhouses im ehemals Oswald's Garten für jährlich 15 fl. erhielt die Zustimmung des Gemeinderaths.

12) Die von Wagner Ludwig Geißler aus Staufenberg nachgesuchte Ausnahme als Bürger von Gießen wurde beschlossen.

13) ES wurde beschlossen, die an den Petrt'schen Häusern auf der Neuen Anlage mit 40' Breite vorgesehene Verbindungsstraße von der Wieseck ab auf 50 Fuß Breite fortzusetzen.

14) L. und A. Petri dahier hatten sich wegen der städtischen Wiese rechts der

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