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Rockymountains sind eine vergleichsweise cultwirte Region gegenüber den Einöden und sterilen Ebenen bezw- Eisflächen, durch welche man die canadische Ueberlandbahn zu führen unternimmt. Aber je mehr man diese in der Mitte liegenden Schwierigkeiten erkennt, desto leichter ermißt man auch, wie groß der Werth einer Verbindung mit dem fernsten Nordwesten mit Britisch-Columbien, Washington, Oregon u-s.w. sein müsse. , Man kommt logischerweise zu dem Schluß, daß die Ergebnisse, als der Schifffahrt, detz ‘ Handels, des Ackerbaues und der Metallgewinnung in diesem vielverkannten Nordwesten 1 hoch bedeutend genug sein müssen, um das Minus der Einnahmen auszugleichen, auf das die Bahnunternehmung in den nnwirthlichen Mittel-Theilen ihrer Linie für Jahrzehnte wenigstens sich wird gefaßt machen müssen. Und dieser Schluß ist kein falscher, der Nordwesten Amerikas ist in der That ungemein reich an wohlbegründeten Ans- i sichten auf die blühendste Zukunft. Eine energische Handhabung der amtlichen und ' nichtamtlichen Einrichtungen für die öffentliche Sicherheit (Polizei- und Vigilanz-Comt- tes) hat den öffentlichen Zuständen Californiens, Oregons und Washington-Terretorys einen weit höheren Grad von Annehmlichkeit verliehen als die östlichen und centralen Theile der Union von sich rühmen können, besonders Oregon bietet in dieser Hinsicht dem an Ordnung und Sicherheit gewöhnten Europäer eine ruhige Heimstätte. Der Zeitpunkt rückt immer näher heran, da die Verbindung der California-Oregon und der Oregon - Californiabahn, sowie der Ausbau des westlichen Theils der Northern Pacific R. R. Oregon mit Kalifornien einerseits, mit den Häfen des Pugetsunds anderseits, sowie seiner einzelnen Tbeile unter einander zu einem großen Verkehrssystem verbunden wird, dessen Mittelpunkt die reichgesegneten Ackerbaustädte dieses schönen Landes, die Ufergefitde des WUametteflusses bilden werden. Daß aber diesem zukunftsreichen Productions- und Verkehrssystem auch die Verbindung mit dem britischen Gebiet nicht mangele, dafür sorgt nun die Eingangs erwähnte columbisch-canadische Ueberlandbahn, deren Hauptwerk sein wird die Kultur nicht blos von Osten, sondern auch von den, durch asiatische und andere Handelsbeziehungen zu reicher Blüthe bestimmten Nordweststaaten Amerikas nach dem Innern zu sichren. Wer also die verschiedenen Theile Amerikas richtig classificiren will, der muß den jungen, reichbegünstigten Nordwester über den schon ausgebeuteten Osten, über die sterilen Eentral-Theile und besonders über den ungesunden Süden stellen.
Papiere erfuhren kleine Preisaufbefferuug, die sich auch zu behaupten wußten, da das Geschäft im Allgemeinen einen recht festen Eharacter trug. Staatsbahn 4153/4, in starkem Umsatz. Lombarden 216>/2, ebenfalls lebhaft. Creditactien 349. Bankactien, für welche sich mehrfach Nachfrage bemerkbar machte, 872. Auch österreichische Bahnen besserten ihre Conrse, namentlich alte, wie Elisabeth, Galizier und Nordwest, sowie Buschterader, van deutschen Linien hessische Ludwigsbahn gefragt. Banken dagegen stagnirten. Englische Wechslerbank war beachtet und mit 78V2 bezahlt. Loose theilweise besser, namentlich 60er und Raab Grazer. Auf dem Anlagemarkt zwar relativ still aber fest: Silberrente 62V2, Spanier 323/,§, 1871er Russen preishaltend. Prioritäten bepauptet und fortwährend theils in kleineren, theils in größeren Pasten für Private gekauft, z. B. heute wieder 50/0 Lombarden, Elbthal, Ungarisch-Galizische und etwas Ebenste- Ischl; auch Staatsbahn - Prioritäten nicht unbeliebt. Von Amerikanern waren nur Staaten- Bondö im Verkehr: 1882er 9Ö7,16, 1881er 1001/2. Prioritäten dagegen total umsatzlos.
Vermischtes.
Wie von Hildesheim berichtet wird, kam zu einem Schlächter der Stadt ein Bauer auö dem benachbarten A., um ein „Bißchen Mettwurst" zu kaufen. Auf die Frage: Wie viel? holte der Bauer ein Buch zur Vergleichung der neuen Maße und Gewichte aus der Tasche, blätterte eine Zeitlang barm herum und verlangte „2 Kilometer von der da, welche vor dem Fenster hängt". Fürwahr ein nettes „Bißchen", ein Ende von 2 Kilometern oder 2862 Fuß! E^ würde dies ein Gewicht von rund 60 Centnern betragen, zu dessen Fortschaffung zwei starke Pferde erforderlich wären und welches einen Werth von ca. 2000 Thlr. repräsentirte. Würde der Mann jeden Morgen zum Frühstück ein Neuloth (50 Gramm) essen, so mußte er noch 164 Jahre 4 Monat und 20 Tage am Leben bleiben, um da6 „Bißchen Wurst" verzehren iti können.
Paris, 8. Febr. Gestern starb die dickste Frau von Paris. Es war eine Schweinemetzgerin der Rue aur Ours, Namens Geniot. Dieselbe wog 514 Pfund. Seit zehn Jahren hatte sie ihr Comptoir nur verlassen, um sich schlafen zu legen. Einst war Frau Geniot aber schlank und sehr schön; 1848 hatte sie sogar die .Göttin der Freiheit" vorgeftellt. Man war genöthigt, einen ganz besonderen Sarg für sie zu machen; derselbe war über V/z Meter breit.
Börsenberichte.
Preuss, 4l/2o/o Oblig. 103y2 Frankf. 3^/2% Obi. 89
Nass. 41/2 0/q Obi. 99-/2
Kurheas. 4% „ 93y4 Gr. Hess. 5«/g Obi. 102</2
» n 4O/o „ 973/4
» , 31/2% n 92
Bayer. 5% „ 100
r, 41/2 % tiährige 100
„ 4O/o 1jährige 951/2 Würtemb. 4-‘/2% Obi. 9978 Bader 41/2% Obi. 0. E. L. 99?/g Oesterr. Silberrente 625/8
„ Papierrente 543/4 Amerik. Bonds 1881r 1001/g
* „ 1882r 95'/2
„ , 1885r 957/e
„ n 1887r 963/4
Spanier, neuest. 3% 311/4
Aetlen.
Frankf. Bank 141
Frankf. Vereins-Kasse 129
Bvrseimachrichten.
12. Februar 1872.
ActttoM.
5% östr. F. St. E. B. 4157/e Lombard. Bahn 2163/< Ludwigsh.-Bttxbaeh 204
Maxbahn 149
Bayer. Ostbahn 1543/^ Rhein-Nahebahn-Aot. —
Hess. Ludwigsb.-Act. 189
Oberhessen „ 857/e
Prioritäten.
3% öster. Stsb.-Prior. 597/a
3% öst. s. Lombard 853/4
3% Livorneser 38%
5% Toscaner 607/g
5% Elisabeth.-Prior. — do. II. Emiss. 821/2
AnleEiensloose.
Kurh. 40 Thlr. Loose 701/4
Nassau 25 fl. 46Vs
4% bayr. Präm.-AnL 116
Ansbacher 7 fl. 13
U eehsei.
Amsterdam
k.
s.
99
Augsburg
k.
8.
993/4
Berlin
k.
8.
105
Bremen
k.
8.
957/r
Brüssel
k.
8.
93V4
Hamburg
k.
8.
877/ft
Leipzig
k.
8.
1047/«
London
k.
8.
1181/4
Lyon
k.
8.
923/4
Paris
k.
8.
923/4
Wien
k.
8. 1031/s
ditto
m.
8.
—
ditto
1.
8.
—
Dis conto
4%
Geldsorten. fl. kr.
Pr. Friedrdor 9 57—58
Pistolen . . 9 39—41 „ doppelte 9 39—41
Holl. fl. 10 St. 9 53—55
40/0 badische Loose 114 Badische fl. 35 Loose 7O’/2
30/0 Oldenburg, ä 40Thlr. 39 Oestr. fl. 250 v. 1854 83 1858r PrioritätsJoose 194
Ducaten . . 5 31—33 20 Frankenst. 9 19i/2—20y2 Engi. Sover. 11 46 —48 Ross. Imper. 9 40—42 DoUar in Gold 2 24-25
Darmst. Bankact. 474
Wien Bankactien 873
Galizien 27O3/4
Oest. Creditact. 3493/4
1860r Loose 90 V8
1864r „ 150
Braunschweiger 207/8
Stadt Florenz 83
Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie sämmtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei >W. Klee, am Markt.
Frankfurt a. M., 12. Februar. Auf eine heute hier eingetroffene Depesche aus New- Dork, welche einen bezüglich d<r Alabamafrage sehr versöhnlichen Ton der amerikanischen Zeitungen constatirt, eröffnete die Börse bei besserer Stimmung, und Speculations- wie andere
Allgemeiner Anzeiger.
Besondere Bekanntmachung.
690) Jrn Firmen - Register des unterzeichneten Gerichts ist heute folgender Eintrag vollzogen worden:
Das unter der Firma: „Braubach & Kuhl" zu Heuchelheim bestandene Handelsgeschäft bat sich im Jahre 1871 aufgelöst und befindet sich in Liquidation.
Liquidator ist Moritz Kuhl von Butzbach. Gießen, den 8. Februar 1872.
Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Dr. Muhl, Stadtrichter.
Versteigerungen.
Pferdeversteigernng.
: 555) Mittwoch den 14. Februar I. I., Vormittags um 10 Uhr, wird in der Gendarmerie-Caserne zu Gießen ein ausrangirtes Dienstpferd gegen gleich baare Zahlung öffentlich versteigert- Gießen, den 5. Februar 1872.
i Großherzogliches Gendarmerie - Dioisions- Commando Oberhessen.
Supp, Nittnreister.
Holzverstei 'erunq im Gießener Stadtwalde.
681) Montag den 19. Februar 1872, von Vormittags 9 Uhr an, soll in dem Gießener Stadtwalde, District Manne, Abth. Waidinannslust und Wanne- nelb, nachoerzeichnetes Holz öffentlich verstei- 'gert werden, als:
I. Brennholz: . 27,5 R-Meter Buchen-Scheidholz,
4 „ Eichen- „
i 2 „ Aspen- „
11103,9 „ Buchen-Prügelholz,
126,9 „ Eichen-
4 „ Aspen-
88,6 „ Buchen-Stockholz,
73,7 „ Eichen-
8 „ Nadel- „
37,10 „ Buchen-Neisholz,
12,00 „ Eichen- „
12,70 „ - Nadel-
12,00 „ Dornen- „
II. Bau-, Werk- und Nutzholz:
86 Eichen-Stämme mit 10,89 Cub.-Meter, 2 Hainbuchen-Stämme mit 0,19 „ 1 Nadel-Siamm mit 0,48 Cub.-Meter, 551 Eichen-Stangen „ 33,51 „
114 Hainbuchcn-Stangcn mit 5,07 „
1 Nadel-Stange mit 0,08 Cubik-Meter.
Bemerkt wird, daß das Eichm-Stangen- holz für Wagner sich sehr gut eignet.
Die Zusammenkunft ist auf der Licher Chaussee, an der VII. Schneiße.
Gegen vorschriftsmäßige Bürgschaft wird Zahlungsfrist bis 1. Juli 1872 gestattet.
Die Großherzoglichen Bürgermeistereien der umliegenden Orte werden ersucht, dies in ihren Gemeinden bekannt machen zu lassen-
Gießen, den 12. Februar 1872.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _______________Vogt._____________
Erdabsuhr.
694) Donnerstag den 15. d. Mts-, Vormittags 9 Uhr,
soll auf der Frankfurter Straße — Abteilung Nr. 4 bis 11 — die Abfuhr von circa 35 Cub. -Klftrn. durch Regulirung der Banquetts erübrigten Erde in mehreren Abtheilungcn an den Wenigstnehmenden versteigert und hiermit bei Nr. 11 am Viaduct der Main - Weser - Bahn ider Anfang gemacht werden.
Gießen, den 13. Februar 1872.
Großherzogliches Kreisbauamt Gießen.
____________Holzapfel.___________
Holzversteigerung.
668) Donnerstag den 15. d. Mts., von Morgens 9 Uhr an,
sollen im hiesigen Gemeindewalde, District Hoherberg:
334 R.-Meter Buchen-Scheidholz,
6 „ Eichen- „
158 „ Buchen-Prügelholz,
4 „ Eichen-
166 „ Buchen-Stockholz,
20
Eichen- „
6 „
Nadel- „
5400 Wellen
Buchen-Neisholz,
200 „ Eichen- „
800 „ Nadel-
52 Stämme Eichen - Bauholz mit 22,40 Cubik-Meter,
39 Stämme Nadel-Bauholz mit 8,33 Cubik-Meter,
4 Stämme Buchen-Werkholz mit 3,33 Cubik-Meter,
55 Nadel-Stangen mit 3,56 Cubik-Meter versteigert werden.
Die Zusammenkunft ist zur bestimmten Stunde auf der sog. Schna.
Groß-Buseck, am 10. Februar 1872;
Großherzogliche Bürgermeisterei Groß-Buseck.
Wagner.
' Holzversteigerung.
631) Donnerstag den 15. Februar l. I., von Morgens 9 Uhr an,
sollen im Gemeindewalde Hausen, Distric- ten Bekertswald und Bruch, nachverzeichnete Holzsortimente öffentlich meistbietend versteigert werden, als:
2 R.-Meter Buchen-Prügelholz,
1 „ „ Stockholz,
20 Wellen „ Reisholz,
6 R-Meter Nadel-Prügelholz,
21 „ „ Stockholz,
1300 Wellen „ Reisholz,
1 Nadel-Stamm von 17 Zentimeter Durchmesser und 14 Meter Länge, mit 0,32 Cubikmeter,
1612 Nadel-Stangen von 5 bis 14 Centi- meter Durchmesser und 7 bis 17 Meter Länge, mit 85,81 Cubikmeter.
Die Zusammenkunft ist auf dem Bruch, an der Stelle, wo der Weg von Hausen nach Annerod Über die Licher Straße kreuzt.
Hansen, am 7. Februar 1872.
Großherzogliche Bürgermeisterei Hausen. D ern.
Holzversteigerung.
682) In der Fürstl. Oberförsterei Lick, District Hard, soll nachoerzeichnetes Holz versteigert werden:
1) Montag den 19. Februar: Scheidh. Prügelt). Stockh. Reish.
Raummeter Wellen
Buchen 124 232 158 3050
Eichen 10 149 207 3750
Elsbeeren — 12
Nadelholz — — 106 2420
2) Dienstag den 20. Februar r
141 Eichen-Stämme von 15 bis 48 Cen- timeter Durchmesser und 3 bis 11 Meter Länge, mit 47,55 Cubik-Meter,
221 Kiefern- und Fichten-Stämme von 15 bis 49 (Zentimeter Durchmesser und 5 bis 20 Meter Länge, mit 165,65 Cubik-Meter,
2 Buchen-Stämme mit 1,86 Cubik-Meter und 47 Eichen-Stangen mit 3,66 Cubik-Meter Inhalt.
Zusammenkunft jedesmal Morgens prä- cis 9 Uhr auf dem Muschenheimer Weg, V< Stunde von Lieh.
Lich, am 10. Februar 1872.
Der Fürstliche Oberförster: Wimmenauer.
Jagdverpachtung.
252) Die am 11. Februar d. I. leihfällig werdende Wald- und Fcldjagd in der Gemarkung Mainzlar soll
Donnerstag den 15. Februar d. I., Nachmittags um 1 Uhr, auf hiesigem Rathhause auf 6 Jahre ander- weit verpachtet werden.
Mainzlar, am 16. Januar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Mainzlar.
Vogel.
Holzversteigerung.
615) Donnerstag den 15. Februar d. I., des Morgens um 9 Uhr anfangend, werden im Ruttershäuser Gemeindewalde, Districten Mausberg und Wehrholz, folgende Holzsortimente versteigert, als:
36 R.-Meter Buchen-Scheidholz,
36 „ Eichen- „
12 „ Nadel- „
22 „ Buchen-Prügelholz,
25 „ Eichen- „
8 „ Nadel-
20 „ Buchen-Stockholz,
28 „ Eichen- „
14 „ Nadel- „
2170 Wellen Buchen-, Eichen- u. Nadel- Neisholz,
29 Eichen-Bau- und Werkholz-Stämme von 24 bis 101 Centimeter Durchmesse und bis zu 16 Meter Länge,
36 Nadel-Stämme,
1 Birken-Stamm,
33 Nadel-Stangen.
Die Zusammentunft ist im Wehrholz und kommt sümmtliches Bauholz zuerst zur Versteigerung.
Ruttershausen, den 7. Februar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Ruttershausen.
K l i n k e l.
Jagdverpachtuug.
595) Dienstag den 20. Februar 1872, Nachmittags 1 Uhr,
soll auf dem hiesigen Rathhause die Jagd der Gemarkung Leihgestern, bestehend in circa 800 Morgen Wald und 2800 Morgen Feld, auf 6 Jahre verpachtet werden.
Leihgestern, am 6. Februar 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Leihgestern.
Heß.


