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bevorstehenden Entrevue bestätigt und werden verschiedene Thatsachen als Beweis hierfür mitgetheilt. Wir übergehen diese theils schon bekannten, theils lediglich auf vaguen Gerüchten beruhenden Facta, da wir nicht glauben, baß die der Zusammenkunft zu Grunde liegenden friedlichen An- und Absichten noch erst durch irgend etwas documentirt zu werben brauchen. Die Frage ist nur, Vie weit es bei derselben gelingen wird, für die wieberstreitendcn Interessen, die sich zwischen Rußland und Oesterreich bezüglich ihrer Beziehungen zum Orient in einer näheren oder fernerrn Zukunft Herausstellen werden, eine friedliche Schlichtung und Vermittlung anzubahnen. Von thatsächlichem Gewinn für eine längere Dauer des Friedens ist es aber immerhin schon, daß die beiden früher so stark entfremdeten Mächte ihre Beziehungen in Zukunft nur noch von den wirklichen Interessen Der Gegenwart und nicht mehr von den Einflüssen einer trennenden Vergangenheit bestimmen lassen wollen. Von großem Gewinn ist ferner, daß dieser Ausgleich in Bezug auf die Vergangenheit erzielt wordcn ist, ehe Frank­reich, dessen Bestrebungen nicht auf eine möglichst gute Ordnung der noch fällig werden Verwickelungen, sondern auf einen Umsturz des jetzt Geordneten gerichtet sind, sein bereits angekündigtes Vorhaben, wieder mehr activ in die europäische Action tinzulreun, hat zur Ausführung bringen können.

Italien.

Nom. Die Wahlen in Rom sind, wie aus der Zusammensetzung der Wahlburcaux schon zu entnehmen war, liberal im entschiedensten Sinne des Wortes ausgefallen, und die Eclericalen haben somit tm Mittelpunkte ihrer Macht eine Ni Verlage erlitten, die um so bedeutungsvoller ist, als von ihrer Seite Alles aufgeboten war, den von ihnen freiwillig aufgenommenen Kampf auf dem Gebiet der Wahlen erfolgreich durchzusetzen. Eine, selbstverständlich vor Beginn der Wahlen abgesaßte, römische Correspondenz derDaily News" lenkt bereits Die Aufmerksamkeit auf die Niederlage, welche die clericale Partei bei den Wahlen, die in verschiedenen Theilen Italiens stattfanden, erlitten hat.Ueberall ent- sprachen bie Clericalcn ben an sie gerichteten Appell deS Papstes und gaben in Masse ihre Stimmen ab, aber trotz alledem wachten sie wiederholt ausfindig, daß bas Princip Der Freiheit in Den Ital'cnern stärker ist, als sie zu glauben geneigt waren. In Rom stoßen Die klerikalen auf große Schwierigkeiten, einflußreiche Persönlichkeiten als Canbidaten zu gewinnen. Die Liberalen andererseits einigen sich zu Dem Behufe, um Canbibatenlisten aufzustellen, die auf allgemeine Annahme von Seite ihrer Partei rechnen Dürfen."

Rom, 7. Aug. DasUnrvers" meldet aus Rom unterm 5. Aug.: Der Papst befindet sich ausnehmend wohl und gibt Audienzen wie gewöhnlich. Gestern empfing er Drei deutsche Katholiken, von denen einer ihm 100,000 Fr. von Der Breslauer Diöccse, der zweite 35,000 Fr. von der Trierer und Der dritte 40,000 Francs von der Diöcese von Westfalen brachte. Pius sagte ihnen, daß er einen Brief des Cardinals Hohenlohe empfangen habe, welcher melde, daß derselbe gegen Ende September nach Rom zurückkchren werbe. Der Papst habe auf jenen Brief geantwortet, daß er sich freuen würbe, ihn in Rom wiederzusehen.

Rom, 7. August. Der Papst hat einer Meldung derganfulla" zufolge, den französischen Finanzminister Goulard wegen des Resultats, welches die französische Anleihe gehabt, in einer besonderen Zuschrift förmlich beglückwünscht und Frankreich glücklich gepriesen, welches diesen Erfolg erlangt habe, während Goulard Minister war. Den größten Theil dieses Erfolges, so fügt die Fansulla" hinzu, schreibt der^Papst Dem'UmfiönDe zu, baß Goulard es seiner Zeit abgelehnt, Frankreich in Rom bei einer Macht zu vertreten, welche dort wider­rechtlich eingedrungcn fei.

Local-Notiz.

Gießen, 12. August. Seitens der Schuhmachermeister geht uns eine Erwiderung auf. unsere Locainotiz vom vorigen Samstag zu, worin gesagt ist, daß eS den Meistern nicht an Courage fchle, sondern daß eS eben in der Natur der heutigen Verhältnisse liege, daß die Ar­beiten einer Preissteigerung bedürfen, weil Rohmaterial und alles sonstige zum Geschäft Gehörige in die Höhe gestiegen fei. Gleichzeitig bemerken die Meister, daß «S gerade bei den Schuhmachern sehr in Mode sei, lange Zeit zu pumpen, und daß gerade die kleineren Meister nicht in der Lage seien, eben längere Zett, wo möglich Jahre lang, zu credttiren. Schließlich erklären die Meister, daß sie mit einer Preisautbcsserung ihrer Ai beiter wohl einverstanden feien und dieselbe» ihnen gern bewilligen, wenn sie selbst vom Publikum in dieser Weise anerkannt würden. Zum Schluß theilen sie uns noch mit, daß in nächster Nummer dieses BlatteS ein Preis-Courant der Schuhwaaren erscheinen wird.

Außer Cours gesetztes Papiergeld.

Anhalt-Bernburger Kassenscheine s Thlr. 1, 5 und 25 von 1850, 1852, 1856 und 1859.

Anhalt-Köthen'sche Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 1. Juni 1848.

Anhalt-Köthen-Bernburger Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 2. März 1848.

Anhalt-Köthen Bernburger Gisenbahnscheine ä Thlr. 1, 5 und 25.

Anhalt-Dessauer Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 1. August 1849 und ä Thlr. 10 vom 1. October 1855.

Anhalt-Dessauer Landesbanknoten ä Thlr. 1 und 5 vom 2. Januar 1847.

Bautzener slausitzer landstänoischej Banknoten ä Thlr. 5 von 1850.,

Bayerische Hypotheken- und Wechselbanknoten ä st. 10 von 1859, 1850.

Braunschweigische Bank- und DarlehenSbankscheme ä Thlr. 1, 5 und 20 von 1842.

Braunschweigische Banknoten ä Thlr. 10 Gold vom I. Juni 1856.

Breslauer städtische Banknoten ä Thlr. 1, 5, 25 und 50 vom 10. Juni 1848.

Dänische 5-ReichSbankthalerzettel älterer Emission von 1835, und auf einer Seite blau bedruckt.

Gothassche Kassenscheine s Thlr. 1 und 5 vom 30. September 1848.

Holsteinische Kassenanweisungen von 1854.

Kurhessische Leih- und Commerzbanknoten.

Leipziger Banknoten, alle vor dem 2. November 1851 erschienenen.

Oesterreichische Banknoten, auf Cor.ventionSmünze lautend und die in österretch. Währ, i st. 10 vom 1. Januar 1858, s fl. 100 vom 1. März 1858.

Polnische Bankscheine grüne ä 1 Rubel, weiße und rothe ä 3 Silberrubel.

Posener Provinzialbanknoten vom 1. December 1857.

Potsdamer Stadtscheine ä Thlr. 1 vom 8. September 1849.

Reuß ältere Linie Kassenauweifungen ä Thlr. 1 vom 15. Mai 1858.

Reuß jüngere Linie Kassenanweisungen ä Thlr. 1 vom 29. März 1849.

Rostocker Banknoten vom 1. Juli 1850.

Eachsen-Weimar-Kaffenanweisungen v Thlr. 1 und 5 von 1847.

Schleswig-Holsteinische Kassenscheine Thlr. 1 [2'/2 M.j vom 31. Juli 1848.

Cchwa-zdurg-Rudolstädter Kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 von 1848.

Echwarzburg-Sondershausener Kassenscheine ä Thlr. 1, 5 und 10 vom 11 März 1854, vom 20. December 1856 und vom 25. October 1859.

Württembergische 2-, 10- und 35-Guldenscheine von 1849 und 1850.

Vorläufig noch eingelöst werden an den betreffenden Hauptkaffen:

Bautzener landftändische Banknoten ä Thlr. 5 ohne Datum, ä Thlr. 10 von tool.

Chemnitzer Stadtscheine ä Thlr. 1 von 1848 und ohne Datum.

Großherzoglich Hessische Grundrentenscheiae ä fl. 1, 5, 10, 35 un> 70.

Kurhessische Kassenscheine 6 Thlr. 1, 5 und 20.

Magdeburger Privatbanknoten ä Thlr. 10, 20, 50 und 100 vom 30. Juni 1856.

Nassauer Landesbanknoten und LandeScreditkaffenscheine.

Oesterreichische Banknoten in österreichischer Währung u fl. 1 vom 1. Januar 1858 und ä fl. 5 vom 1. Mai 1859.

Preußische Banknoten s Thlr. 25 und 50 von 1846.

Preußische Kassenanweisungen ä Thlr. 1 und 5 vom 2. Januar 1835 und Preußische DarlehenS-- kassenscheine ä Thlr. 1 und 5 vom 15. April 1848.

Sächsische skünigl.j KaffenbilletS von 1840, 1843, 1846, 1848 und 1855.

Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 9. August. Die Physiognomie der Börse ist fortgesetzt eine freundliche, das Geschäft lebhaft und die Preise hoch. Tie Gewißheit, daß die Londoner Bank trotz der be­deutenden Summen, welche sie an Deutschland abfübrte, ihren Diöcont doch nicht erhöhte, sowie die schwächere Mindereinnahme der österreichischen Staatsbahn wirken auf das SpeculationSgebiet günstig ein und veranlaßten eine abermalige Steigerung der StaatSbahnactien, die eigentlich gestern Abend schon ftattsand und heute nur feftgehalten wurde. Da auch Lombarden einen besseren WochenauSweiS schickten, so konnte eS nickt ausbleiben, daß die Speculation auch ihrer sich be­mächtigte und sie bei sehr bedeutenden Umsätzen bis nahezu 223 trieb. Credttactien büßten an Umfang deS Geschäfts ein, nicht aber im Preise, der sich fest hielt. Große Kauflust bekundet sich fortwährend für österreichische Nationalbank, die heute mit 912 bezahlt wurden. Darmstädter verkehrten ein paar Gulden niederer, durch RealisationSverkäufe gedrückt, während Frankfurter Bankverein bis 148'/r stieg. Deutsche Gffectenbank 1303,4 bei gutem Umsatz. Die übrigen Banken fest, wenn auch nicht so lebhaft, wie vorgestern und gestern noch. Die Tendenz für die­selben ist noch immer nach vorwärts gerichtet. Dao Animo für Staatsbahnen und Lombarden wirkte auch günstig auf die anderen älteren österreichischen Bahnen ein, von denen Elisabeth bei 2691/2 und Galizier für SpeculationSzwecke stark gekauft wurden. Nordwest ging bei 2331/, in Posten um. Jüngere Bahnen traten mehr in den Hintergrund. Deutsche Bahnen weniger in Umsatz, aber preishaltend. Gotthardbahn wurde in Pöstchen zu 108Vz gekauft. Deutsche Con­tinentalbaugesellschaft gesucht und höher. Für Prioritäten lagen heute verschiedene nicht unbe­deutende Kaufaufträge vor, in Folge deren der Verkehr in dieser Effectengattung eine lebhaftere Färbung annahm. Sehr beliebt waren Clbthalprioriläten. Französische und österreichische Renten verkehrten etwas schwach bei reagirenden Coursen. 1872er Russen gefragt, 9procentige Türken bei 977/h im Umlauf. Süddeutsche Fonds fest und rar. Auf dem Loosenmarkt macht sich wieder mehr Nachfrage für österreichische Staatsloose bemerklich, namentlich 1860er und 1864er. Ma, drider waren zu 16 zu haben. Wir machen betreffs dieser Loose auf die Bekanntmachung der Deutschen Vereinsbank in den heutigen Frankfurter Blättern aufmerksam.

OSrsettBachrlohteB.

9. August 1872.

Preuss. 4Va% Oblig. 103V8 Frankf. 3i/2% Obi. 873/s Nass. 4i/,o/g Obi. 991/2 Kurhess. 4% 94'/^ Gr. Hess. 50/0 Obi. 1023/8 » . 4% »SV,

» 3Vl% » 93

Bayer. 5% 1005/s

4V8o/o 1jährige IOOV2

40/g 1jährige 95

Würtemb. 4Vs % Obi. 997/6 Baden 41/3% Obi. c. E. L. 997/s Oesterr. Silberrente 661/8 Papierrente 6O/4

Spanier, neuest. 3% 2 91/3 Amerik. Bonds 1881r 995/8

1882r 961/2

w H 1885r 971/2

» n 1887r 971/4

Aetlen.

Frankf. Bank 1413/<

Frankf. Vereins-Kasoe 1485/s

Darmst. Bankaot. 5011/3

Wien Bankactien 914

Oest. Creditaot. 360

Galizien 2611/2

50/g östr. F. St. E. B. 3591/2 Lombard. Bahn 2221/2 Ludwigsh.-Bexbaeh 1991/2

Maxbahn 145

Bayer. Ostbahn 139 Rhein-Nahebahn-Aot. 471/4 Hess. Ludwigsb.-Aot. 181/4 Oberhessen 827/a

Prioritäten.

30/0 öster.Stsb.-Prior. 59 30/0 öst. s. Lombard 5-17/a 30/0 Livorneser 3 91/4 50/0 Toscaner 621/4 5% Elisabeth-Prior. 851/3 do. II. Emiss. 851/3_________

Anlehenaloose.

Darmstädter fl.50Loose 195 n 25 __

Kurh. 40 Thlr. Loose 71

Nassau 25 fl, 45 Va Braunschweiger 211/7 30/0 Oldenburg, ä 40Thlr. 39 40/g bayr. Pram.-Anl 1135/& 40/0 badische Loose 111/2 Badische fl. 35 Loose 711/2 Oestr. fl. 250 v. 1854 853/0 1858r Prioritätsinose 206

Weehisei« t

Amsterdam

k. 8. 981/z t

Augsborg

k.

8. 993/4 |

Berlin

k.

s. io47/8 ;

Bremen

k.

8. 1751/8 f

Brüssel

k.

8. 931/8

Hamburg

L

8. 87i/8

Leipzig

k.

8. 105

London

k.

8. 118^8 l

Lyon

k.

8. ?

Paris

k.

8. 933/8 *

Wien

k.

8. 1661/4 |

ditto

m.

8. - 2

ditto

1.

8. 106i/g t

Disconto 4 %

Geldflorten. i fl. kr.

Pr. Friedrdor 9 5859 Pistolen . . 9 4148

doppelte 9 4143 Holl. fl. 108t. 9 5355 Ducaten . . 5 3436 20 Frankens!. 9 2223 Engi. Sover. 11 4951 Busa. Imper. 9 4345 Dollar in Gold 2 24</t25Vti-

1860r Loose 9 41/4

1864? 159'/2

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Rudolph Mosse,

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