NamSzanowski eine bestimmte Erklärung abzugeben.
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Oesterreich
o-k / r an e r 6 ,OilDern Clc genialen Reformen Stein'-. !Es ist zum Theil (ein Werk, Daß der Enthüllung (eines Denkmals ein Kronprinz
zur Befestigung drs Piebestals gelten, auf welches die Verhältnisse Herrn Thiers, als den nothwendigen Mann der Situation, erhoben haben.
Deutschland.
Berlin, 9. Juli. Gegen die auch von der „Prov.-Corr." gegebene Versicherung, daß Deutschland finanziell die entfernteren Zahlungstermine der fran- zösischen Kriegekosten-Entschävigung ruhig hätte abwarten können, wendet sich der Corr. v. u. f. D. mit folgenden Einwürfen: „Deutschland braucht die halbe Milliarde, welche jetzt in einigen Wochen eingehen soll, ganz nothwendig. Man hat bisher auch im Reichskanzler-Amte die Milliarden für eine unerschöpfliche Quelle gehalten, und der Reichstag hat kein Bedenken getragen, eine Anweisung nach der anderen auf die Milliarden gut zu heißen. Nun haben sich aber die wirklichen Kriegskosten und insbesondere der Retablissementskosten als so überaus beträchtlich herausgkstellt, daß die bisher von Frankreich gezahlten 2 Milliarden nicht entfernt ausreichen, um auch nut die im Jahre 1872 fällig werdenden Beträge der auf die französische Kriegsentschädigung angewiesenen Kosten decken zu können. Nicht nur, daß von den 2 Milliarden kein Silbergroschen übrig ist, um die Kriegsanleihe von 1870 im Betrage von 113 Millionen Thalern zurück- zahlen zu können, der davon noch erübrigende Rest genügt nicht einmal, um die 1872 noch fällig werdenden Retadlissementskosten zu decken. Ohne die neue halbe Milliarde hätte Norddeutschland jetzt neue Anleihen zu der noch restirenden Kriegs- anleihe aufnehmen müssen, um bis zu dem ursprünglich stipulirten Zahlungstermine die auf die Kriegsentschädigung bereits angewiesenen Ausgaben vollständig decken zu können. Immerhin deutet unsere Concession, wonach schon unmittelbar nach Zahlung dieser halben Milliarde zwei Departements geräumt werden, darauf hin, von welcher Bedeutung für unsere Finanzlage gerade die alsbaldige Zahlung dieser ersten halben Milliarde ist."
Berlin, 9. Juli. Der Papst hat schon wieder einmal seinem Rededrange genügt. Nach der „Sp. Zig." war es diesmal eine am 3. Juli ertheilte Ant- wort auf die von fäwmtlichen in Rom bestehenden auswärtigen Collegien dargebrachte Gratulation. Aus dem neuesten päpstlichen Redeerguß, den der Wiener „Dolksfreund" veröffentlicht, wollen wir nur die auf Deutschland bezüglichen Worte anführen. Nachdem der heil. Vater die gewohnte Zuversicht ausgesprochen, daß die Kirche endlich doch triumphiren werde, sagte er:
Empfehlt dem Himmel Euren Papst, ewpf.hlt ihm Euer Vaterland, empfehlt ihm Deutschland, von dem ich neulich sprach und heute nicht mehr sprechen will, weil die Menschen eS übelnehmen. Aber der Unwille ist überflüssig, weil ich stets dasselbe sagen und wied-rholen werde zu jedem Unwilligen. Ich spreche auch nicht von Frankreich, nicht von England, noch von den anderen Ländern, denen Ihr angehört. Ich will beten für Alle, beten für die Protestanten darin, damit sie sich bekehren, für die sündhaften Katholiken, auf daß sie sich bessern, und für Alle die des Gebetes bedürftig sind.
Berlin, 10. Juli. Der „Reichsanzeiger" publicirt das Gesetz, betreffend die Ausschließung des Jesuitenordens vom deutschen Reich, ferner die Ausführungsverordnung, wonach den Jesuiten die Ausübung jeder Ordensthätigkeit, namentlich in der Kirche und Schule, sowie die Abhaltung von Missionen versagt wird. Die Auflösung der OrdenSntederlassungen binnen sechs Monaten wird angeordnet. Sonstige Anordnungen werden der Landespolizei überwiesen.
Fulda, 9. Juli. Es liegt in der Absicht der königlichen Regierung zu Kassel, die Mitglieder des hiesigen Benediktiner-NonnenklosterS, sowie des englischen Fräulein-JnstitutS von der UnterrichtSertheilung in den beiden städtischen Mädchen- schulen zu entbinden. Der hiesige Stadtmagistrat ist bereits aufgesordert worden, über etwa entgegenstehenve Bedenken Bericht zu erstatten.
Coblenz, 9. Juli. In der heutigen Sitzung des königlichen Landgerichts ward das Unheil gegen Caplan Beinrothaus Boppard in zweiter Instanz gesprochen. Dasselbe lautete unter Verwerfung der Appellation auf Aufrechthaltung des i Urtheils erster Instanz und Tragung der Kosten. I
Ems, 11. Juli. Der Minister des Innern geht morgen nach Elberfeld- i Barmen.
Nassau, 9. Juli, Nachmittags. Vor den zur Enthüllungsfeier des Stein- Denkmals versammelten Festgästen hielt der Gesandte der nordamerikanischen Union, Bancrost, eine Ansprache, in welcher er seines Aufenthaltes bei dem Frei- ' 4errn von Stein gedachte und hervorhob, wie Stein den ersten Gedanken zur -Einheit des Reiche- entzündet, und wie die Zeit diesen Funken zur Hellen Flamme /entwickelt habe.
Nassau, 9. Juli, Nachmittags. Zur Enlhüllungsseier des Stein-D-nkmal« versamwilttn sich Borwittags 11 Udr die Festgäfi- im Schlosse der Gräfin von KielwannSegge, der ehemaligen Wohnung des Freiherrn von Stein. Um 11V Uhr trafen Ihre Majestät die Kaiserin und Se. kaiserl. Hoheit der Kronprinz ein, welche sich, ohne Ems zu berühren, direct bierber begeben hatten. Se Maj der Kaiser traf bald darauf per Wagen von Ems hier ein. Di- hoben Gäste wurden Namen« des Centralcomite« durch den Präsidenten Dr. Simfon in einer Ansprache begrüßt. Um 12'/, Uhr setzte sich der F-stzug von St-in's Wohnhaus, nach dem Denkmal in Bewegung. Die EnthüllungSfcier nahm um 1 Uhr ihren Anfang und wurde durch einen Marsch aus Händels „Judas MaccabäuS" ein- geleitet. Nach Abfingung einer Festhpmne, vorgetragen von dem hiesigen Männer- gesangverem, übergab der Vorsitzende de« Centralcomite«, Appeüationsgericht«. prafident Dr. Simfon, mit einer kurzen Ansprache da» Denkmal an den Berwal- tungsausschuß de« communalständischen Verbände« de» Regierungsbezirks Wies- baden. Es fiel alsdann die Hülle de« Denkmal«. Nachdem darauf von den Schulkindern der hiesigen Gemeinde ein Feflgesang vorge,ragen war, hielt Penk. Dr. v. Spbel die Festrede. Die Abfingung der Nationalhymne, in welcher alle Anwesenden einstimmtcn, schloß die Feier.
Langenschwalbach. 10. Juli. Nachmittag« 5 Uh. traf der deutsche Kron- Prinz zum Besuche der Kronprinzessin von Italien hier ein und reiste am Abend wieder ab.
W"N>,8.Juli. Die hiesige „Deutsche Zeitung" widmet dem Siein-Denkmal das morgen in Nassau an der Lahn enthüllt wird, einen Artikel, der mit folgen, ben Worten schließt: „Deutschlands Mitbefreier! Deutschland- —ja wohl. Nicht blos für Preußen, für ganz Deutschland hat der Freiherr vom Stein gewirkt und gearbeitet. Was er an strebte, was ihm den Zorn und Undank Der Fürsten luioa mar hin leerer Traum; es ist zur Wirklichkeit geworden. Er wollte die Zurück- drangung und allmähliche Abschaffung Der deutschen Kleinstaaten, ein mächtiges, mit Oesterreich verbündetes Preußen, ein große-, geeinte-, kraftvolle- Deutschland
% T; ^ntwillen seichte und servile Höflinge ihn unter die Utopisten oermtefen, sind in Erfüllung gegangen, und auf deutschem Boden erhebt sich fein xtandbUd. E.n glücklicherer Erbe hat vollbracht, was Steinvorschwebte Bismarck ist ihm m vielen Stucken ebenbürtig, er hat die eiserne Willenskraft den durchdringenden Verstand, die unerschrockene Kühnheit mit ihm gemein, aber ihm fehlt der ideale Zug, der durch Stein's Wesen geht und sein Bild verklärend darchkringt. Stein .fi da« Piedestal. aus dem Bismarck und dfe heutig G ß Preußen« ruhen. Nick, die S^ege Friedrich'- des Großen baden dieses Land au den Weg zur deutschen Kaiserkrone geführt, so..dern Die genialen Reformen Stein'-.
Glogau, 6. Juli. General Graf v. d. Gröben, der seit 14 Tagen an- Üblich wegen Beleidigung des Generals v. Manteuffel auf hiesiger Festung sich befindet, ist begnadigt und angewiesen worden, das Commando der 5. Division (Frankfurt a. d. Oder) sofort wieder zu übernehmen. (Schl. Z.)
Jllllch, 7. Juli. Der mit der katholischen Militär-Seelsorge für die Garnison Jülich beauftragte Civil-Geißliche, Herr Caplan Grasekamp, wurde gestern durch den zeitigen Garnison-Aeltesten aufgefordert, über sein zukünftige- Verhalten gegenüber Dem vom preußischen Kriegsminister suspendirten Armeebischof ST? AIHO fC_*< 2______ - «. « ff-.' ,,
v 0 u—• Die Unterredung endigte damit, daß Amiöbucher und AmtSsiegcl gegen Quittung Den Militär-Behörden abgeliefert wurden.
Essen, 6. Juli. Als erfreuliche Thatsache theilt die „Ess. Ztg." mit, daß W auf allen Zechen hiesigen Revier- tagtäglich mehr und mehr Bergleute Die Arbeit wieder aufgenommen haben und unbehelligt nach alter Weise wieder anfahren.
Essen, 7. Juli. Die hiesigen Jesuiten rüsten sich zum Abzüge. Fünf da- von haben sich bereits Auslandspasse und zwar für Holland, England, Frankreich Spanien, Portugal und Nordamerika auest.llen lassen. Der Pater-Superior hat si6) mit einem Paffe für Dänemark und Nordamerika versehen.
Hannover, 7. Juli. Man schreibt der „We-srzeitrmg" von hier: In hiesigen L-chutzenkreifen herrscht nicht geringe Aufregung über da- agitatorische Vorgeben Der Partikularisten bezüglich de- bevorstehenden Bunds-schießen-. Bekannt- l-ch wurde dieses durch seine Vereinigung mit Dem städtischen Schützenfeste in eine gett)i(fe Aohangigkeit zu Dem lokalen Schützencollegium gesetzt. Letztere- constituirte sich als Fcstcomite und Decretirte Der deutschen Schützenordnung zuwider, dcß jeder Burger Hannovers als solcher zum Eintritt in Den deutschen Schützenbund be- rf$tigt set, wahrend statutenmäßig die Berechtigung durch die Mitgliedschaft eine- speziellen Schutzenverein- bedingt ist. Abgesehen von dem nationalen Freihand- schutzenverem wurzelt das hiesige Schützenwesen fast ausschließlich in Kreisen, in melden Der Partikulari-muö vorherrschen!) ist. Durch Die B.stallung eines Schützen- coueg'ums als Festcomite und durch dessen Decret Ist Der partikularistischen Partei von vornherein Das Übergewicht in der Leitung de- LundesschießenS gesichert und dieselbe hat die ihr dadurch bereitete günstige Lage auch nicht unbenutzt gelassen. Die hat, um einer Bestimmung der Statuten notdürftig zu genügen, einen „Hannoverschen Schützenverein-- ad hoc gebildet, durch diesen den Advocaten Ftscher H. (einen der hervorragendsten welfischen Agitatoren) als Delegirten in den Vorstand des deutschen Schützenbundes wählen lassen und gedenkt dann weiter denselben zum Vorsitzenden im Vorstande, mithin zum Präsidenten des Bunde-, zu erheben. *
München, 8. Juli. Endlich kam man auch in unserem Cultu-minifterium auf den Gedanken, daß das bayerische Gymnasialwesen doch nun schon lange genug Den «Dpott auswärtiger unD einheimischer Fachmänner ertragen hat, weil Dort bis in die letzten Tage noch an vielen Gymnasien Der Geschichtsunterricht confessionell getrennt er.'heilt wurde. Durch Rescript vom 29. v. M. wurden Die Kreisregierungen aufgefordert, diejenigen Männer in Vorschlag zu bringen, welche die nottzigen Eigenschaften zur Ertheilung eines konfessionslosen Geschichtsunterrichts besäßen. Mit Anfang des nächsten (im October beginnenden) Schuljahres soll an keiner Studirnanstalt Bayerns mehr Der Unterricht in Der Geschichte ein für Katholiken und Protestanten getrennter sein.
München, 9. Juli. Die Münchener Universitätsfeier wäre bekanntlich bei- nahe Project geblieben. Ein erfinderischer Kopf fand noch in Der letzten Stunde den Ausweg: für 26,000 fl. Beitrag ließ sich der Senat zwei iniallibilistische Professoren octroyiren. Was diese Gattung werth ist, weiß man somit! Stück für Stück 13,000 fl. Jedoch: Der Appetit wächst mit Dem Essen. Die „Augsb. Poßztg." ist entsetzt Darüber, daß Dem Vernehmen nach Der akademische Senat Der Münchener Universität beschlossen hat, bei Der Jubiläumsfeier keinen katholi- fchen Gottesdienst abhalten zu lassen. Somit — ruft Die Postztg. — wirD die alte ehrwürdige Ludovica-Maximilianea an ihrem 400jährigen Jubiläum hinter der modernen protestantischen Berliner Universität zurückstehen, die Doch bei ihrem 50jährigen Jubiläum einen protestantischen Gottesdienst hatte. Die ganze Jubelfeier Der Münchener Universität wird demnach, wie es Weiterfehende schon längst vorhergesagt haben, nur eine großartige Demonstration für Den DöllingerianiSmuS roeroen. Und um Den Spcctakel zu vollenDen, wird der altkatholische liberale Münchener Magistrat am Freitag Den 2. August Der Universität ein Diner geben bet Dem Dann Die Herren Altkatholiken ihre treue Anhänglichkeit an Die alte christ- liebe Kirche, in welcher bekanntlich Das Fastengebot streng gehalten wurDe, besonders bekunden können. Daß es unter solchen Verhältnissen der theologischen Fa- cultat unmöglich ist, sich an Der Feier zu beteiligen, Dürfte auf Der Hand liegen unD auch von gewissen Herren, Denen Die katholisch-theologischt Facultät schon langst ein Dorn im Auge ist, beabsichtigt gewesen fein.
Aus der Pfalz, 7. Juli. Von LanDau ist, Dem „Pfälzer Kur." zufolge vorigen Samstag eine Compagnie Infanterie nach Lambrecht abgegangen. Es »ar nöthig, weil Der Sinke Der Tuchweber Dort eine bedenkliche Wendung genommen hatte. Die Lambrechter Tuchfabrikanten hatten in letzter Zeit eine An- jablJKeber aus Bischweiler kommen lassen, um durch diese Die DringenDsten Der behüten Arbeiten fertigen zu lassen, indem sie erklärten, sie feien außer Stande bei Den Preisen, zu welchen sie, geDrangt durch die Concurrenz württembergischer Fabriken, die Lieferungen übernommen hatten, die von den Lambrechter Str.kern geforderten höheren Löhne zu bewilligen. Die Striker, anfgestacheli namentlich durch Die Weiber, fingen Händel mit Den Elsässern an und wollten sie mit Gewalt unter Steinwürfen »erjagen. Als das Militär cinrückte, war sofort voll- ständige Ruhe hergestellt. — Das protestantische Presbyterium in Dürkheim bat Den Altkatholiken Die Mitbenutzung Der Burgkirche zugesagt.


