Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen
Nr. 62
Dienstag nen 12. März
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Die „Posener Zeitung" schreibt unterm 7. d. Mts. Folgendes: „Zur Zeit
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Brüssel, 11. März, monceau in contumaciam hauS.
Belgien.
Das Gefchwornengericht verurthetlte Langrand-Du- wegen fraudulösen Banke,ott zu 10 Jahren Zucht-
PretS vierteljährig t fl. 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 kr.
bauwefen im Ressort ter Ministerien des Innern, der Justiz und der Finanzen mit zusammen 62,262 fl. gewehrt. Für Hofbe-uwesen bewilligte man für Rtparo- turcn 21,000 fl. und für größere Arbeiten 1) om f ~ ui ' '
Thurm 5000 fl., 2) am Schlosse zu Friedberg 6500 fl., wahrend die glforberten Summen für Arbeiten in den großh-rzogl. Palais zu Frankfurt o. M. und Mainz abgelehnt wurden. Für das Camerolbauwesen und Forstbauwesen werden 40,000 fl. der Regierung zur Verfügung gestellt. Als Kosten der Unterhaltung der Staats- und Provinztalstroßen verwilligte man 382,720 fl. einschließlich der Gehalte der Aufseher, und nahm den Antrag der Abgeord. Curtmann und Keil von Melbach
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München, 6. März. Im ?erticn«foto!cg ter huflgku Unit>er|ttät für da« berorstehkadk Sommersimister hat au» §)rcfiffor t. TcDinger wieder Vorlesungen -ngekündigt, und zwar: „über die Gesüüchlc der neuesten Zelt mit besund,ree Rück- sicht auf tie religiös«n Derhälln sse".
München, 10. März. Gutem Vernehmen noch verlieh der König von dem ihm zur Versügung glst.llten Theile tcS Dotaticnssondö je 100 000 Thlr. an E'^ -'iminister Prankh und an die cowmandirenden Generale v. d. Tann und
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der Haussuchungen im Kozmian'schen Institut gelangte das Gerücht zu uns, die Polizei habe unter den Schriftstücken des Prälaten Briefe von dem Abgeordneten Windthorst gesunden, welche politische Beziehungen zwischen der Centrumspartei und den Posener Ultramontanen documentiren. Da uns dies Gerücht nicht ganz zuverlässig erschien, erwähnten wir cs nicht, nach der gestrigen Rede des Fürsten Bismarck, welcher allerdings nur von „einem hervorragenden Mttglicde" des Cen- trums spricht und den Namen verschweigt, dürfen wir an der Richtigkeit der That- sache wohl nicht mehr zweifeln."
Berlin, 11. März. Die Abgeordnetenkammer berieth in ihrer heutigen Sitzung den Gesetzentwurf, betreffend den EigenthumSerwerb und die dingliche Belastung von Grundstücken, Bergwerken und selbstständigen Gerechtigkeiten. Fast
Erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags.
Expedition: Canzletberg, Bit. B. Nr. 1.
an: „die Regierung zu ersuchen, durch genaue Untersuchung ermitteln zu lassen, welche Vicinalstraßen sich durch große Frequenz auSzeichnen, und den betreffenden Gemeinden Subventionen zu Theil werden zu lassen". Für Territorial-, Fluß, und Dammbau bewilligte die Kammer 100,000 fl., für Unterhaltung dec Blöcken zu Mainz, Oppenheim, Worms, Gernsheim und Kostheim 72,000 fl. Ale Kosten dcr Münze werden 3906 fl., der Aufstellung definitiver Kataster 24,000 fl., der Bohrveriuche zur Auffindung von Salzquellen und nützlichen Fossilien 500 fl., der Collegienhäuser 8502 fl. gewahrt. Die bewilligte Aversionalvergütung für dienst- l che Sendungen der Behörden innerhalb Oberheffen und dieser an die Behörden Starkenburgs und Rheinhessens beträgt 14,000 fl., die für Transitporto dienstlicher Sendungen von und nach Wimpfen 28 fl. Man bewilligte endlich 2500 fl. als Gedaliscrhöhungen der 10 Dienstältesten Revisoren.
Mainz, 7. März. In der Weinsteuerfrage haben, wie von gut unterrichteter Seite milgetheilt wird, fämmtliche Handelskammern des Landes, wie auch die in Obcrh'ssin bestehenden Handelsvereine, sich für die Aufhebung dieser Steuer bei der Regierung verwendet, unter der durch das Erbieten der Betreffenden übrigens beretls zutreffend gewordenen Voraussetzung freilich, daß ferner und bis zur Zeit, wo die gänzliche Abschaffung auch der neuen Form der Steuer möglich fei, die Einnahme dem Staate erhalten bleibe. Die hier und da aufgetauchte Vergleichung dieser Steuer mit der Bier- und Salzsteuer u. s. w. ist zwar insoweit gerechtfertigt, als die indirecte Besteuerung von Lebensmitteln überhaupt verwerf- lich ist, spricht aber für die Aufhebung der Weinsteuer um so entschiedener deswegen , weil beim Salz und Bler die Steuer im Productionsstadium angelegt wird und bann das Product frei im Verkehr circuliren kann, während der Wein
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Deutschland.
Darmstadt, 8. März. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer wur- den die Besoldungen der Beamten bei den Hauptsteuerämtern, bei den Ntbenzoll- ämtein 1. Klasse und 2. Klaffe, bei den Salzsteuerämtern, bei ter Hauptstempel- Verwaltung, für die Hypothekenbewahrer in Rheinhessen, für die OrkStinnehmerei. beamten und für die Brückenzollbeamten ohne Debatte bewilligt. Die Kammer stellte an die Regierung das Ersuchen, die Ueberfahrten zu Gernsheim, Oppenheim und Kostheim baltthunlichst zu verpachten, und verwilligte die Zulage für den Brücktngtldrrheber zu WormS nur auf die Dauer der Dienstzeist des gegenwärtigen Inhabers. Die Besoldungen des Aufsichtspersonals werben bewilligt, dagegen die Regierung ersucht, dasselbe möglichst zu vermindern, wogegen der Präsident des Finanzministeriums, v. Biegeleben, erklärt, daß im Gegeniheil eine Vermeh- rung desselben wahrscheinlich ber Einführung des neuen Bierstcuergefetzes nörhig sein würde. Für Erhebungskosten ter OttSeinnehmer, Brückenzollbeamten, Stempel- papi'raustheiler und Obereinnehmer in Rheinhessen wurden 72,555 fl. gewährt, für Kanzleikostkn, Fabrikation des Stempelpapiers rc. 32,737 fl., als Besoldungen der Kreisbaumeister 30.250 fl. gewährt. Den Kreisbauauffehern werben an Be- soldungen für die 1. Klasse 800 fl., für die 2. Klasse 700 fl. und für die 3. Klasse 600 fl. verwilligt und die von der Regierung geforderten Summen für Central-
Regierung sich einverstanden erklärt, angenommen. Nach der Annahme des §. 39 wurde die Fortsetzung der Debatte auf morgen vertagt.
Eisenach, 10. März. Der vom Verein der Stuttgarter Buchdrvckereiblfltzer Unberufene allgemeine deutsche Buckdruckertag hat gestern und heute hier stattge- habt; vertreten waren ungefähr 550 Bl-chbruckereun. Die sammtlich mit Einstimmigkeit gefaßten Beschlüsse lauten dahin: Allgemeiner Beitritt zum deutschen Buckdrnckerverein, Errichtung einer Vertrauenscommission zur Schlichtung von Streitfällen zwischen Prineipalen und Gehülfen im Falle des Mißlingens der AuSgleichsversuche und Stnkemachens Seitens der Gehülfen, Schließung der Vereins- officinen für die sinkenden Gehülfen, Herstellung eines Normaltarifs und einer gleichlautenden Druckerei-Ordnung, endlich Errichtung einer Cintral-Untnstirtzungs-
Stuttgart, 11. März. Der Schwäbische Merkur" enthält ein Privattelegramm aus Genua, wonach Mazz-ni gestern, Sonntag, Nachmittag, zu Pisa gestorben ist. 1
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Kaiserslautern, 10. März. Heute hat hierstlbst eine große Versammlung pfälzischer Altkattzoliten siattgehabt, bei welcher 3000 Personen beiderlei Geschlechts anwesend waren. Huber aus München und RtinkenS aus Breslau hielten mii enthusiastischem Bei füll aufgenomm.ne Reden. Viele neue Einzcichnungen fanden statt. Die Vnsammlung beschloß die Beschickung des Altkatholiken-Congresseö in Bonn.
Colmar, 4. März. Der Bezirkspräsident des OberelsaßlS hat an die Maires ein Circular erlassen, in welchem deren Mitwirkung zur Ausstellung eines Der- zetchNisslS aller Bauwerke und Kunsttenkmäler, die aus dem 16. Jahrhundert und früheren Zeiten herstammen, in Anspruch genommen wird. Auch bedeutendere Denkmäler aus späterer Zeit sollen Berücksichtigung finden- in so fern sich diesel- ben durch Kunstwerth und eigenthumliche Gestaltung auSzeichnen. Der Grund dieser Verfügung ist der Wille der Regierung, die vorhandenen Schätze zu erhalten und sie der historischen und kunsthistorischen Forschung zugänglich zu machen.
Oesterreich.
Wien, 7. März. Das „Tagblatt" schreibt: Am 20. Februar edirte Herr v. Stremayr den famosen Erlaß gegen die Altkatboliken, bald barauf erhält, wie wir dies in der gestrigen Wahlversammlung des Bezirks Wieden aus dem Munde des G.meinderathes Umlauft erfuhren, der niederösterreichische Landesschulrath vom Unterrichtsminister die Weisung, der vom fürsterzbischöflichen Consistorium gegen tie Anstellung israelitischer Lehrer an den Cornmunalvolksschulen erhobenen Be- schwerde Abhilfe zu verschaffen, und am 5. März erscheint der Cardinalsürst- erzbischof von Wien im Herrenhause, um bei der Abstimmung über das Noth- wablgefetz das Gewicht seiner Bundesgenossenschaft zu Gunsten des Ministeriums in die Wagschale der Entscheidung zu werfen, an demselben Tage, an welchem in Ried den Altkatholiken die Abhaltung des Gottesdienstes in dem zur Noihkirche umgewandelten Theatcrgebäude verboten wird. Zwischen der Regierung und den vom Cardinal Rauscher vertretenen dentalen Centralisten der katholischen Reichspartei bat sich augenscheinlich jene Annäherung vollzogen, oder ist im Vollzüge begriffen, deren Werden man versolgen könnte, wenn man der Haltung der Organe dieser Partei, Den „Volksfreund" an der Spitze, nur einige consequente Aufmerksamkeit widmete.
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Prag, 7. März. Das Abendblatt theilt aus einer czechisch geschriebenen Zuschrift eines katholischen Priesters Folgendes mit: „Wir geheimen VerfaffungS- freunde czechiicher Nationalität werden Dem Ministerium ein Hoch zurufen, wenn es gelingt, nicht bloß Die Nothwahlen, sondern die direkten Wahlen durchzuführen, dann werde der Kaiserthron vor gewissen Wühlereien geschützt, Bübereien mit kaiserlichen Rescripten, die jedem Anständigen das Blut in die Wangen treiben, werden für immer aufgehoben. Daß nicht andere katholische Priester und Männer offen auftreten, Daran sei Der Terrorismus von nationalen und klerikalen Organen unD Hetzern schuld, die sich wie Gassenjungen benehmen."
6. März. Das Podkaminier Mönchskloster wurde von Banditen überfallen und ausgeraubt,
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des französischen Botschafters Gontaud-Biron alle noch in deutschen Festungen ge- 'am UiauM .angenen Franzosen begnadigt.
c.as Dar Die ..Poiener Heituna" schreibt unterm 7. d. Mts. Kolaendes: .. >^ur .Reit
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» v btoid6; oon ter ^Uuer in Augenblick getroffen wird, wo er in Den Verkehr übergeht ff. unb keinerlei Hemmungen mehr unterworfen sein sollte. Für das hierdurch Der-
durchgehends werden Die vom Herrenhause an Dem Entwurf Der Regierung ge*| Pans, 7. März. Die Opinion Nationale schreibt: Die Kaiserin Eugenie
mochien Abänderungen gemäß Den Anträgen Der Commission verworfen und Der hat, wie man versickert, Herrn Zanvier De la Motte ein Telegramm übersandt, « Entwurf in Der Fassung der Regierung mit einzelnen Amendements, womit dieiin welchem sie ihn über seine Freisprechung beglückwünscht und die Freude be-
anlaßte Bezettelungs- und gehässige Conirolirungssystem hat sich bis jetzt keine Stimme weiter erhoben, und Regierung und Kammer in Darmstadt scheinen in der Uebkrzeugung von Der Nothwendigkelt Der Beseitigung dieser Maßregeln Über- einzuft'mmen. (,F. I.)
Berlin, 8. März. Wie wir aus Paris vom heutigen Tage telegraphisch erfahren, bat Der Deutsche Kaiser laut einem im „TempS" veröffentlichten Briese


