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vlrrtt'ljähntz 1 fl- i2 b:. «it 'SThr^ttfovn. Durch die Pr-st biogen vierteljährig

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Erscheint täglich, mit 'Ave nähme Sonntags.

Expedition: Lanzleiberg.

Bit. ». Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen.

Kr. LSI. Mittwoch dm 11. Tcccmber 1872.

Pviitifcher L H e i l»

Deutschland.

Darmstadt, 8. December. D'.e Nachrichten über die Wahlwännerwahlen, die freilich ^rötzlentheils noch zurückstehen, lösten noch keinerlei Schluß über den AuSfull der Landtagswotlen zu. Nur scheint der von Len Ullrawontan^n bestrittene Lnndb z'rk Lingen mit großer Mühe für die liberale Sache gttoonn n zu sein, auch der Bezirk Oberingelheim, der durch Zuthttlung vieler katholischen Orte sehr gefährdet wrr, dürfte der Fortschrittspartei gehören. Die übrigen Mitthmlungen aus Rheinbestcn beschränken sich auf einzelne Kantone orte und gewähren keinen sicheren Anhalt; WormS ist wahrscheinlich in Folge langer Schwankungen der Nationalen übrr die Candidatcnfrage an einen s. g. D-mocratrn völlig unerwartet verloren gegangen; Herr Edinger ist übrigens em freisinniger Munn, der in den zu erwartenden Gesetzgibuugsftagen mit der Fortschrittspartei gehen wird. Aus der Provinz Starkenburg lauten die Mttlhettungrn mit Ausnahme rein katholischer Orte, wie Seligenstadt, Ber «heim, Gernsheiw, wo ein an Um Resultat n cht zu erwarten war sowohl von der Bergstraße wie aus dem Ovenwalde des jetzt richt günstig, gestatten aber keinen sicheren Schluß; nur dürfte beii Bezirk Lampertheim für die FortschntlSpartei gewonnen, der Landbczirk Darmstadt für dieselbe verloren fein. Auch Höchst wird voraussichtlich m t großer Major tat liberal wählen. Zn dem Bez rke Fürth, Erdach und wie wir neuerdings hören auch im Bezirke Beerfelden streiten sich mehrere CandtUtten. Die spärlichen Nachrichten au- Oberhessen versprech n immerhin em besseres Er- gebniß als seither angenommen wurde. Bis diese Zellen in Druck gehen, wird es in vielen Bezirken klarer stehen. Die gestrige Urwähleroersammlnng hiesiger Stadt war nur von etwa dreihundert Urwählern besucht, die hiesige Bürgerschaft scheint anzunehwen, daß das Eompromiß si? aller Anstreng' nzcn ubrrhcbe; es de de« lebhaft zu beklagen sein, da die Gegner au- der Schwäche der Wahl- beihcilrgung neue Kräfte schöpfen. Das Präsidium führte Hr. Franz Wcber von hier, die Hauptreden, zur Rechtfk.ttigi ng de- Ccmpromissk«, hielt Hr. Bankdirector Bopp. Die Gerfamm'ung gc-nehmigte das Eompromiß und Vie Wahlmännerlistk. S'.örnngcn, welche zugereiste S^cini.Demokraten versuchten, wurden durch Abg. M tz unv Hrn. Bopp enrgisch zurückgkwiefen. Da die Geduld der «nmefnivri. unter dem bodenlos wirren Redeschwall jrner Herren worunter ein kaum 20jährigeS Bürschchen, da- schon rrcht nelte Commune-Angewöhnungen durchblicken (ifjj bald ermüdete, so wurde die Debatte unv Versammlung früher al» beaksichtigt geschlossen. Die ltberaien Parteien werden sich künftig bester vorsehrn müssen, um Nicht social-democrat scheu Ungezogenheiten wie unsere G.sinnungSgrnosten in Offenbach ousgrsetzt zu sein. (D- Pr)

Darmstadt, 10. Decbr. Die Bttbeiligung an den Wahlen ist bis jetzt sehr unbereukuo. Gestern wurden nur 366 Stimmen abgegeben.

Neu-Isenburg, 8. December. Der Wahlkampf hat h«cr dm höchsten Grad von Aufregung erreicht. Bei einer vorgestern stattgehabten Wahlv.rsammlunu gerilthrn Vie Parteien von dem Wort- zum Handgefecht; die Wlethschaftslocalttäten des Herrn B. wurden verwüstet, es fttlen Schüsse, wobei ein Soldat, der blank gezogen Hahn soll, einen Streifschuß erhielt. Zur Wi derherstellung drr Ordnung wurde Hültt au« Offenbach requfmt. (?) (D- ^r )

Frankfurt, io. Decbr. IMer die Wahl - Exceffe im benachbart n Neu. Isenburg U-ntt dreMain - Zeitung" näheren Beicht, in welchem es u. A. heißt:D e Wahl war zu unseren (der Fortschrittspartei) Gunsten auspefallen, obgleich die Gegner alle Mittel in Anwendung g.bracht hatten, um den Sieg zu err ngen. Aber die Sache erhielt noch ein furchtbares Nachspiel. Während näm­lich die meisten unserer GcsinnungSgenossen imSchützenhof" versammelt waren, um sich des errungenen Wahlsieges zu freuen, verübten unsere Gegner, um sich für hre Nüderlage zu rächen, ein Attentat gegen unseren Gesinnungsgenossen, Gastwirth Bandon, einen unserer angesehensten Mitbürger, und sein Eigentbum, indem sie nicht bloß das letztere demolirten und auf alle mögliche Art ze störten, sonde n auch die Person Bondon'S angriffen, und zwar so gefährlich, daß dieser, nachdem er einige Nothschüsse blind abgesiuert, sich schließlich genöthlgt sah, scharf zu schießen. Ern, wie man sagt, ohne Urlaub hierher g-kommener Soldat, ter den Sieg mitseiern helfen wollte, wurde tövilich verwundet. Außer Wir'h Bon- Von sind roch mehrere Personen verletzt und die an und in der Bondon'schen Wirth chaft hervorgebrackte Störung furchtbar. Bereits ist das Gericht von Off ndach hier angekommen, um den Tbatbestand aukzunehmen. Mehrere Ver­

eine moralische Pflicht des Staate- und im national-oconomifchen Interesse gebo­ten sei, wie groß auch die augenblicklichen Opfer sich gehalten§cn. Der In­terpellant richNt an die Regierung die Frage:Welche Maßnahmen beabsich­tigt di-s lbe zur Herstellung ein'« wirksamen Schutze« der bedrohten Küstengegen- d n? E« ist fraglich, ob die Regierung schon hinreichend insormirt sein wird, um bereits in dem Umfange, wie es die Interpellationen verlangen, Auskunft erstgenannte InterpellationEntschädigung" stattUnterstützung" fordert.) Dies aber hört man mit Bestimmthe.t, daß die Regierung die Herstellung eint« aus­gedehnten Küstenschutzes zum Gegenstände sorgfältigster Erwägung gemacht hat. Dem deutschen Hulssverein für den Nothstund an der Ostsceküste unter dem Pro- t-ctorat de« Kronprinzen sind seit ter kurzen Zeit seine« Bestehen« bereit« 68 693 Thlr. zugcfloffen. Der Vorstand de« deutschen HülsSverein« verwendet die Gaben genau nach der B stimmung der Geber, sofern solche ipttiell gemacht werden. Der deutsche Fischereiverein hat seine Sammlungen dem HülsSverein überwiesen, welcher in dessen Auftrage so b-n die Summe von 1800 Thalern nach Eckernförde zur nothtüistigkn Neubcschaffung der Geräthschasten der dort ver­unglückten Fischer übermittelt hat.

Berlin, 9. D cbr. Sitz', ng de« Herrenhauses. Fürst Putbus fragt an, ob die Regierung Grundsätze für die Entschädigung der Heimgesuchten on der Ostsee, lüste festgeflellt habe, und bedauert die Verzögerung der Staat-hülfe Angesicht« der glänzenden Finanzlage. Der Minister des Innern erwidert: Die Interpellation s'i nach seintr Erilärung im Abgecrdnetenhaufe überraschend; die Regierung h be Unterstützungen ertheilk, wo Hülse nöthig gewesen, noch allen Berichten fet allen aug nblicklicken Bedürfnissen völlig abgeholfen. Er wiederhole, daß der Staat überall eintrete, wo der Schaden nicht dauernd reparirt werden könne. Die Regierung verfahre hie bet noch Grundsätzen analog dem früheren Nothstande, der Schaten fJ momentan nicht übersehbar. Fürst Putdu« bedauert, daß der Minister de« Innern nicht selbst an Ort und Stelle gereist sei, und findet die vom Staate gewährte Hulse unzureichend. Hierauf erklärt dir Minister de« In­nern, daß die Regierung« - Präsidenten völl'g e.uSreichenv berichteten, überdies v« möge er nickt eimufcbtn, was seine Reise, wo seine Anwesenheit bei der Be- tatbung d r KieiSorvnung nöthig gewesen, gei.Utzr O- »- «* Debatte erklärt der Finanzminister: Ein wiris^me.'l« Einschreiten der Regierung setze eine vollständige Kenntnrß dc« Thatbcstandes voraus, für die Linderung des avgenblrcklichen Nothstande« habe die Regierung gesorgt, noch im Lause der Session werde die Regierung weitere Mitt l fordern. Preußen sei nie in der Loge gewesen, so umfassnd zu helfen, wie jetzt, aber da« Maß der Hülse hänge von der Ermittelung de« BedürsnissS für die Einzelnen wie für die Gesammtheit ab. Krassow dankt für die verheißene Regierungf-Vo läge und wünscht Beschl u- n gung der Hulse, um den moralischen Mutb der Beschädigten aufzurichten. ES folgt eine Interpellation Krassow'S über die Maßregeln, welche dte Regierung für den wirksamen Schutz der Küsten der b drohten Gegenden betroffen habe. Der HondelSmintster antwort t darauf mit der Versicherung, daß zu dem gedach­ten Zwecke dre umfaffendstkn Anordnungen getroffen seien und die augenblicklich erforderliche Hülfe geleisttt wäre. Bestimmte Versprechungen gegenwärtig zu machen, sei bei der Sachlage unmöglich. Es folgt die Schlußberathung über eie K-eisorknungS-Vorloge. Kroch er unv Myci lek- gegen, Münster für die Vor­lage. Der Minister de« Innern tritt nochmals auf« Entschiedenste für dieselbe ein, hebt deren ächt preußischen Charakter hervor und trift einen Rückblick auf seine zehnjährige VerwaltungSthätigkeit, in welcher da« Ministerium mit conser- vativen Grundsätzen an seine Ausgabe getreten sei und doch von den Zettverhält­nissen gekorderte liberale Vorlagen gemocht habe, H'S schließlich der liberale Bau, das deutsche Rc ch, entstanden sei.Eine liberale Vorlage sollen Sie jetzt vott- ren, welche die confrvativen Prtr.c'pien nicht vcr! tzt. Gott hittt seine schützende Hand über Dei tsckland, Gott wird auch diese Sache schützen." (Lcbhafi.r Bei- soll.) Das Haus nimmt den Schluß der Debatte an und beschließt namentliche en-bloe-Abstimmung, wo^ei die Kreisordnung mit 116 gegen 91 Stimmen definitiv angenommen wird. Die Gesetzesvorlagen bezüglich per A.-fh bung der Rttractsreckte in der Provinz Hannover und betreffs des bei* rathsfä'bigtn Alters werden gleichfalls in Schlußberathung angenommen.

Karlsruhe, io. Dcbr. Die Genesung des Kronprinzen de« deutschen Reiches »st lototit vorgeschritten, daß er gestern mit sehr gutem Erfolge eine Aus­fahrt unternehmen konnte.

Berlin, 8. D cbr.

finb »»genommen.- ( eoRnt e w| Mclsungcn, 10. D«br H°vt. Nach, ist .In sta.f.r Brand -u-g,brachen

Beriiu. d. y.cDr. ja ttr 1 B b u-brr 20 'v.vauce sind in Asche gelegt; da« F^uer dauert fort.

der Trauung einer ganzen Anzahl Brauten von dem Küster dte Kranz vg n famau*» fint

nommen worden, weil ihre Tugend verdächtigt worden war. >

Pofen. 9. Decbr. Die königliche Staatsregierung hat von gestern ab

- lR . h,örl^mU8;"rr,niaquk'flntrli,^f ^t«»'ll°t,°nen auf da.^die tom Staate r.ffarti.endm katholischen Kttch-N hier und 'n der P.ovin, gc-

*cr[1"' 8; .®.cb»t>i, .In, nnm VI Didfcu« and schloff n. um den b-kannlen Ausregrng«gott-«dienst, welcher in Posen d-m siißesten

Sturmfliuh Unglück bejuglich, resch enen. D JL »6<t D-rdeisiung^Hee,-» Jesu gewe.bt wird, zu verhindern. Die katholischen R-dgion.lehrer und

^b"off'N fragt an:Hat die^ ko igliche g g . ... ( Ct0' Directoren von kathvlijchen Lehranstalten wurden vom Provinzial - Schulsollegium

de« Minister- c.« Innern im »dgeoidn-tenhause schoni o«, Hir, enbo.se« de« Bischof« L,d°»°««ki verantwortlich »er-

nach denen de. Staat diejenigen zu .n.schaoig.nI gedenkt J «J«« » ^ 8 ^holischen Religion-l.li.er Schroder am Posener Seminar

fluth vom 13. v. Mts. beschädigt worden fin , ß. b J t j rc mo, ist Vie DiSvlinaruntersuchung wegen eigenmächtigen Vorgehen« bei der Vorlesung «i« . o^'b « Hi" nb"f,« elngel. t.t worden. In polnischen «rees.n herrscht groß. Bestür-

geben "zu khnn-n (und jkdenf-ll- ist e« wohl 2 Beg.iff-v.rwech-lung, wenn di.'zung und Aufregung Uder da« energische Borgehen der königlichen Regierung.