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Schweiz
Agenten in Civil von dem Gefängnrß, wo er nach seiner Ankunft in Versailles
gegen bas Dogma der Unfehlbarkeit und um die Canton-egielung zu Solothurn zu energischen Maßregeln gegen die Klerisei aufzufordern, sowie der Haltung der Gemeinden Starrkirch und Dulliken tn Sachen de- Pfarrer- Gschwind zuzustimmen.
Sperrung der Grenze kann hier helfen, und wir können nur abermal- einen Mahnruf an die Regierung richten, in dieser Weise »orzugehen. Wie die „Nut. Ztg." hört, hat nun auch die Regierung tn Frankfurt a. O-, dem Vorgänge von Marienwerder folgend, tn Driesen für die auf der Netze und in Lanosberg a. W. für die die auf der Warthe ostwärts herkommenden Schiffer und Flößer Revision-- stationen errichtet, an welchen die letzteren sich durch Att ste oder Untersuchung durch einen S-zt darüber au-weisen müssen, daß sie und ihre Mannschaft von der
Die Lvcomotive erfaßte den Wagen, auf welchem eine Frau mit zwei Kindern sah, zerschmetterte den Hinteren Tyril dessrlben vollständig, brachte der Frau furchtbare Schävelverletzuogen bei und riß einem Kinde beide Beine ab, während der vordere Theil dcS Wagen-, auf dem der Kutscher mit dem anderen Kinde saß, ganz unversehrt blieb. Dar entsetzliche Ereigniß soll ourch Unachtsamkeit Des stellvertretenden Bahnwartü (der angestellte Bahnwart selbst war an jenem Tage beurlaubt), der die Barriere nicht geschloffen, Herbeigeführt worden ein. Wenn übrigen- der Unglücksmensch von Stellvertreter nicht kopflos gewesen wäre, so hätte der Zusammenstoß noch im letzten Augenblicke verhindert werden können. Als nämlich der Führer der Chaise, Herr Ziegler Kehrt von Zbetzheim, d-e offene Bariiere noch schnell pasfiren wollte, sprang der stellvertretende Bahnwa t hinzu, sperrte die Passage auf der anderen Seite und zwang Herrn Kehrt zur Umkehr, die sich natürlich auf dem Bahnkörper nicht schnell genug vornehmen ließ. Da brauste denn der Zug heran und zertrümmerte den Hintertheil des Wagens. Düne die Kopflosigkeit des Bahnwart- hätte derselbe leicht den Bahnkörper noch passiren können.
na» dem GkfLngniß zurückgibracht und wird heute «bmd nach dem Fort Marti». be-R6 zurückgchen.
Cholera nicht inficirt sind. Man erwartet, daß die Regierungen in Potsdam und Stettin, sowie die zu Bromberg und Danzig diesem Beispiele für ihre Flußgebiete folgen werden.
Posen, 7. Novbr. Erzbischof Ledochwoski hat dem Geistlichen Glabisz, welcher an dem Gymnasium in Wongrowitz den katholischen Religionsunterricht ertheilt, besohlen, der Anordnung der Regierung, seine Predigten in deutscher Sprache zu halten, nicht nachzukommen.
Dresden, 8. Rovbr. Nach dem „Dre-d. Journ.» empfing da- sächsische Königspaar heute von 9 dis 2 Uhr zur Beglückwünschung di- fremden und fach, fischen Militär-Deputationen, ertheilte dem Grafen Beost und dem französischen Botschafter zu Berlin, Henn Gontaut-Biron, besondere Audienzen, nahm die Glucka ünfche de- diplomatischen CorpS, sowie der besondtren Abgesandten meh. rerer Fürsten entgegen und nahm von zahlreichen Deputationen der LandeSräthe Ehrengaben an. Der König erthetlte mehrfache Gnadenbezeigungen rc. Der KriegSminist'k v. Fabrice wurde zum Gmeral der Cavallerte ernannt, dem frühe- ren Kriegsministcr v. Rabenhorst der Charakter als General der Infanterie ver.
liehen. Nachmittags 3 Uhr traf die Königin-Wittwe Elisabeth von Preußen, die Zwillings-Schwester der Königin von Sachsen, ein. Die Stadt ist festlich geschmückt und beflaggt.
Aus der bayerischen Rhempsalz, 7. Novbr. In der Gegend von Rohr- bach bei Landau ereignete sich am Sonntag ein bedauerlicher Etsenbahnunfall. Der um 3 Uhr 44 Min. von Weißenburg auf der Station Rohrbach eintreffende Zug stieß kurz vor der Station auf ein Fuhrwerk, das eben den Bahnkörper, welcher an jener Stelle von der Chaussee durchschnitten wird, pasfiren wollte.
(Komische Selbstmordscene.) Ein Pariser Blatt verbürgt die Thatsächlichkeiten der folgenden drauischen Geschichte: Kürzlich, schreibt dasselbe, hat hier ein Doppel-Selbstmord mit sehr merkwürdigen Nebenumständen stattgesunden. Wenn wir sagen, „hat stattgesunden", sind wir eigentlich im Jrrthume ... wir wollen nicht oorgreifen. Zwei Eheleute, die ihre Zärtlichkeiten mit einem Besenstiele auszutauschen pflegten, wohnten seit Kurzem in der Rue Bleue. Zum großen Verdruß der Nachbarn brachte jeder neue Tag einen Zank und Streit. Zu derselben Zeit, nach einer sehr heftigen Scene beschloß das Ehepaar D, gemeinschaftlich seinem Leben und damit jedem weiteren Hader für immer ein Ende zu machen. Sie kamen nach langem Hin- und Herreden überein, daß am Abende Punkt 9 Uhr Herr D. sich im Spcisesaale eine Kugel durch den Kopf
jagen werde, während genau zur selben Minute Madame sich aus dem Küchenfinster der im dritten Stockwerke gelegenen Wohnung auf das Granitpflaster des Hofes zu stürzen hätte. Langsam und still wie noch nie vergingen die Stunden des Tages. Beide waren vollauf mit ihren Gedanken beschäftigt. Kein Sterbenswörtchen kam über ihre Lippen. Um halb 9 Uhr trennten sie sich, nachdem sie ein letztes Adieu, einen letzten Kuß getauscht hatten. Er zog sich in den Speisesaal zurück, sie suchte d.e Küche auf. Die halbe Stunde, l utlos und schrecklich, schien kein Ende nehmen zu wollen. Langsam und vorsichtig lud Hr. D. seine große Pistole. Endlich tönten von der nahen Kirche neun dumpfe Schläge herüber. Im nächsten Augenblicke vernahm er einen durchdringenden Schrei und darauf das Geräusch eines auf das Pflaster fallenden Körpers. Rasch griff er zur Pistole und feuerte sie — in die Luft ab. Die Nachbarn, welche auf den Schuß in die Wohnung gedrungen waren, fanden Herrn D. bleich, mit verstörtem Antlitz. „Mein Gott," rief er, „wenn Sie wußten! ..." — „Was ist denn los?" fragten die Nachbarn. — „Meine Frau hat sich soeben zum Küchenfenster hin- ausgestürzt! Ich wollte diesen furchtbaren Verlust nicht überleben.... weihe mich auch tobten, aber in ber Verwirrung, ber Aufregung .... ging der Schuß fehl!" sprach's und fiel erschöpft auf einen Sessel. Die entsetzten Nachbarn eilten in die Küche und fanden daselbst Madame D. — srilch und gesund, denn sie hatte es voigezogen, statt sich selbst, eine Matratze zum Fenster hinauszuwerfen. Sprachlos standen eine Weile Mann und Weib einander gegenüber, dann fielen sie sich in die Arme und schwuren sich, die Comödie nie mehr zu wiederholen.
Krankreich.
Paris, 6. Novbr. Heute Morgen fand im Krankenhause zu Versailles, in welchem sich Mille. Renaut befindet, die Heirath Rochesort's Statt. Der Maire von Versailles, Herr Rameau, vollzog dieselbe. Rochefort hatte sich dazu verstanden, daß seine Ehe auch kirchlich eingesegnet werde. Der Abbs Follet, der bekanntlich Gefängnißgeiftlicher in Versailles ist, soll ihn dazu bestimmt haben. Es war der Deputirtc Adam, der von der Regierung diese Gunst für Rochefort erhielt. Er hatte sich au Frau Thier- gewandt und diese die Sache in die Hand genommen, da es sich um einen frommen Zweck handle. Die beiden Kinder von Rochefort waren bei ber Ceremonie nicht anwesend. Das eine ist ein junge- Mädchen von 17 Zähren und da- andere ein lljähnger Knabe, den Adam zu fich genommen hat. Rochefort, der, als er nach Versailles kam, erfuhr, daß Fräulein Renaut nur noch einige Tage, vielleicht nur noch einige Stunden zu leben habe, weinte bittttlich. Er ist sehr gealtert. Er wurde um 9y2 Uhr vom
Vermischtes.
* In Frankenstein in Schlesien gaben kürzlich sogenannte Kunstreiter ihre Vorstellungen, unter Anderem würbe ber Exkaiser Napoleon unb Lulu von zwei Clowns copirt, die sich ber besonderen Aufmerksamkeit eines Bäuerleins erfreuten. Endlich fragte dasselbe einen Nebenstehenden, wer denn die Beiden seien? Als ihm die Antwort wurde: Lulu und Napoleon, schlug er die Hände zusammen und sagte in weichherzigem Tone: Jesses, Jesses, ich buchte doch, der Napoleun hätte wos hinter sich gebracht, er ullte ja Geld tn England hon, und jetzt muß der orme Teifel seltanzen; ich muß ihm doch och etwas gähn, sprach's, zog fein Portemonnaie vulgo Taschentuch unb brückte Napoleun einen — Dreier in die Hand.
Amerika.
Den bis jetzt eingtlaufenen Berichten über den Ausfall der Präsidentenwahl in Amerika zufolge unterliegt es wohl kaum einem Zwiiftl, daß UlvffkS Grant oaS zwe te Mal zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt worden ist. Oie vollständigen Details ber Abstimmung liegen noch nicht vor, aber man glaubt, Oü6 fammtl chea Staaten die republikanischen Majoritäten hinter den Etwar- tungen nicht zurückgeblieben sind. Zn N w York selber, der V sie der Demokratie, hat Horace Greeley eme totale Niederlage erlitten, indem diese Haupstadt Grant eine Majorität von 25 OOO Stimmen gegeben. Selbst Louisiana, obwohl e- im allerletzten Moment der Opposition einen Hofinungschrn mer leuchen ließ, indem es dem ,,Staats.Ticktt" der liberal. republikanischer, Partei seine Stimme gab, hat sich bei der Präsidentenwahl für die Regierung entschieden.
Herr Hermann Kratz in Glauchau — ein geborner Geßener, Chcf der berühmten
-v"»»•" ......— ’— - —-r -.......-- — - ----.Firma Kratz und Durk in Glauchau, ist für seine großen Verdienste um die sächsische
untergebracht worden war, nach dem Krankenhause geführt; er wurde wtederlJndustrie vom Könige von Sachsen zum Commerzienrath ernannt worben
Koltern (Tirol), Unser sonst so ruhiges Dorf befindet sich seit einigen Tagen in großer Aufregung, die durch eine nichtswürdige That unseres Pfa-rers heroorgerufen wurde. Der katholische Pfarrer Miller lebte seit einigen Jahren mit «einer Wirthschafterin Therese Wendl in vertrautestem Verhältnisse, welches natürlich nicht ohne Folgen blieb. Wendl gebar nun vor acht Tagen Drillinge, bereit Dasein den Herrn Pfarrer höchst unangenehm berühren mußte, denn er beschloß, int Einverständnisse mit der Wirthschafterin, die Kinder bei Seite zu schaffen. Gesagt, gethan- Er preßte den armen Würmern mit einer Schnur die Kehle zusammen, so daß der Tod durch E-stickung eintreten muß e, unb grub sie Abends in einem Winkel seines Gartens ein. Das Verbrechen wäre gewiß noch heute unentdeckt, wenn man nicht durch Zufall darauf gekommen wäre. Der Bauerssohn Kuhring begab sich nämlich des andern Tages nach Verübung der grauenhaften That zum Pfarrer, um sich in einer Heirathsangelegenheit mit ihm zu besprechen. In seiner Begleitung befand sich ein Hund, der während Kühring beim Pfarrer weilte, im Garten herumlief. Als nun der Bauer fein Geschäft beendet hatte und sich entfernte, vermißte er feinen Hur d; er chrie und pfiff, doch der Hund kam immer nicht. Er ging in den Garten hinaus unb ah bort bett Hunb mit ben Pfoten in einem Winkel die Erde aufwühlen. Kühring rat näher unb bemerkte zu feinem Entsetzen, baß der Hund eine Kindesleiche zu Tage orderte. Kühring lief zum Gensdarmencommando und machte dort die Anzeige. Nach kurzer Zeit erschien eine Commission an Ort und Stelle und nahm eine Durchsuchung des Gartens vor, und bald fand sie auch die andern zwei Kinderleichen. Der Pfarrer und seine Wirthschafterin wurden verhaftet und dem Kteisgerichte emgeliefert.
Bem, 9. Novbr. Der Gemeinderath von Olten beschloß die Einberufung einer außetordentlichen Gemeinde-Versammlung behufs eines öffentlichen Protestes
Uzzgemerner Anzeiger.
Bekanntmachung.
6203) Mittwoch ben 13. b. Mts., Vormittags 10 Uhr,
soll die Lieferung der Metzger- unb Bäcker- öaaren für das hiesige Garnisonlazareth Pr<> 1. Januar bis ultimo December 1873 im öffentlichen Submissionswege vergeben Derben.
Die bezüglichen Bedingungen liegen auf dem Geschäftszimmer des unterzeichneten
Berftelgerungen.
5214) Die im Gießener Stadtwald, Schutzbezirk Fernewald, aufgearbeiteten 167 Lüste altes Gras sollen als Streumaterial Mittwoch ben 13. November d. I., Vormittags 11 Uhr,
im Nathhaussaale dahier versteigert werden. Gießen, den 9. November 1872.
Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Vogt.
bis zum 28. November d. I., Vormittags 10 Uhr, portofrei, versiegelt unb mit der Aufschrift: „Offerte zur Lieferung von Betriebs- unb Werkstätten-Materialien" an die unterzeichnete Direktion einzusenden. Die Lieferungsbedingungen können bei unserer Canzlei, Magazinsverwaltung dahier, sowie auf den Stationen: Grünberg, Alsfeld, Lauterbach und Nidda eingesehen, auch gegen eine Gebühr von 18 fr- von der Canzlei bezogen werden.
Gießen, den 8. Movember 1872.
Die Direction.
Oberhessische Eisenbahnen.
5233) Die Lieferung nachverzeichneter Betriebs- unb Werkstätten-Materalien, als:
Mühlen-Verkauf.
5234) Samstag des 23. b. M-,
Nachmittags 1 Uhr,
,, ____, soll bie bei Wetterfeld gelegene Sträuches-
soll im Wege öffentlicher Submission ver- Mühle nebst drea 2'/2 Morgen Gelände geben werden. in dem Gemeindehaus zu Wetterfeld, unter
Lieferungsangebote sind spätestens den bei ber Versteigerung bekannt gemacht
^Garnison-Lazareths, woselbst auch bie Sub- imisston abgehalten werden wirb, zur Einsicht offen.
Gießen, ben 8. November 1872.
I Großh. Garnifon-Lazareth-Commission.
Bohlen von Pappelholz, Dochtband, Filz, grauer unb weißer, Fruchtgummi, Hanf, Heede, Kupferoitriol, Lampen- cyltnder, Leinölfirniß, Menning, Petroleum, Plomdirkorbel, Putzbaum- wolle, Reiserbesen, Rothguß, Nüböl, rohes und rafftmrteS, Schmirgelleinwand, Talg, Unterlagsplatten, Vorhänge zu Wagenfenstern, Wafferjtanbs- gläfer, Zündhölzer, _
werdenden Bedingungen, auf freiwilliges Anstehen versteigert werden.
Wetterfeld, am 8. Noyernber 1872. Großherzogliches Odtzgdicht Wettecfeld. __________ Hossrn an n._____________
Donnerstag den 12. December d. I., Vormittags 11 Uhr, will die Gemeinde Treis a. d. Lda. das von demFiScus überlasfeneHaus, das sogenannte frühere Amthaus, auf den Abbruch auf dem diesigen Rathhause verkaufen. Das fragliche Haus kann zu jeder Zeit von den Kauflustigen eingesehen werden.
Trais a. d. Lda., ben 7. Nov. 1872. Großh. Bürgermeisterei Treis a. d. Lda.
5235) Berghöfe r.
Keiigedoteueö.
5136) Stearin- unb Paraffinlichter, ä 20 bis 28 fr. per Pirquet, empfiehlt
Carl Hoffman«.
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