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Deutschherren zukommt. Er hat sich also durch diese That schamlos den Reihev Derer zugesellt, welche durch das göttliche Wort verdammt werden:Sie haben

im D-er Wahlkreise des Borssder ComitatS während der Wahlbewegung 2200 Gönczer Faß alfo in runder Zahl nicht weniger als dreitausend Eimer Wein. ® ö

regiert, und es geschah nicht durch mich. Sie haben sich zu Fürsten gemacht und ich habe nichts davon gewußt." Wenn die Könige Europas, fügt der Univers hinzu, damals auf den Papst gehört hätten, so gäbe cs heute kein Preußen, da sie aber sein Wort verachteten, der König von Frankreich noch mehr als die anderen, so müssen wir heute bezahlen. Zur Bekräftigung seiner Behauptung, daß der RäumungSvertrag Frankreichs Lage in Wirklichkeit erschwere, nicht erleichtere, läßt er sich die kleine Lüge nicht verdrießen:Die meisten deutschen Zeitungen erkennen dies an." Freilich ist er nicht im Stande, eine Stimme dafür anführen zu können, aber bas macht nichts.

Paris, 8. Juli. Der Text des Anlehens-Gesetzentwurfes lautet: Artikel 1. Der Flnanzminister wird ermächtige, in das große Buch diejenige Summe in sünfprocentiger Rente eintragen zu lassen, welche nöthig ist, um ein Capital von 3 Milliarden Francs zu ergeben. Art. 2. Der Finanzminister wird dieser Summe diejenige hinzusügen, welche nöthig ist, um zur Zahlung der in den Jahren 1872 und 1873 fälligen Zinsenrückstände im Stande zu sein und die sonstigen Kosten, wie für Wechseldiscont, Transport, Negocirungen, decken zu können. Art. 3. Um endlich zu dem festgesetzten Zahlungstermin die Zahlung der an Deutschland annoch schuldigen 3 Milliarden zu sichern und somit die Räumung des besetzten Gebietes zu beschleunigen, wird der Finanzminister ermächtigt, mit der Bank von Frankreich und anderen Finanzgesellschaften besondere Conventionen zu dem Zwecke abzuschließen, um die aus der Anleihe zu erzielenden Mittel rascher dis­ponibel zu machen und damit Zahlungen noch vor den Verfallsterminen leisten zu können.

Italien.

Nom, 10. Juli. DieOpinione" erklärt wiederholt, daß Italien zu den Vorschlägen bezüglich des Conclaves nicht die Initiative ergriffen habe. Die amtliche Zeitung veröffentlicht ein Rundschreiben des Ministerpräsidenten an die Präfecten, in welchem diese aufgefordert werden, Angesichts des Entschlusses der Thcilnahme an den Wahlen Seitens der klerikalen Partei, welche mit antinationalen und freiheitsmörderischen Ideen in den Kampf eintrete, auf eine Wahlbetheiligung aller freien Bürger hinzuwirken, nicht etwa, um den Feinden der Einheit und Freiheit Italiens den Sieg streitig zu machen, den sie nie erringen würden, sondern zum Beweise, daß die ungeheuere Majorität bereit sei, das Recht der Nation zu vertheidigen und die Bemühungen der Partei zu Schanden zu machen, welche unter dem Vorwande der Religion die weltliche Gewalt wieder erobern möchte, die sie zum allgemeinen Heile für immer verloren haben.

Amerika.

Newyork, 9. Juli. Ein amerikanischer Kreuzer nahm ein kubanisches Kaperschiff in den kubanischen Gewässern. Die Regierung hat die Festhaltung des Schiffes in Newyork behufs einer Untersuchung angeordnet.

Vermischtes.

Nicht uninteressant wäre ein Ausweis über die bei den gegenwärtigen Wahlen in Ungarn consumtrten Quantitäten von Wein. So vertilgten die nur zu einer Partei gehörigen Paloczer

Börsenberichte.

Frankfurt a. M., 10. Juli. Die gestrige Flauheit fand heute ihre Fortsetzung. Zwar waren die Speculationöeffecten anfänglich in etwas lebhafterer Bewegung, bald aber ließ selbe auf matte auswärtige namentlich Berliner Notirungen wieder nach und die alte Lethargie war wieder da. Nur Lombarden wußten sich auf 219i/63/s gut zu behaupten, ohne daß es indeß zu größeren Umsätzen kam. Ereditactien, welche gestern Abend auf 3441/2 gesunken waren, erholten

*???*£ 6llS ,345' LtoaLn6fr b" der sonstigen Beliebtheit dieses Effects nichts heißen will. Staatsbahn welchen bis 3531/2, da die Angebote hierin noch fortdauern und Käufer umsomehr mangeln als man vom morgigen Wochenausweis auch nichts Gutes erwartet. Oesterreichi'sche ^.^^"albank war zu 890 offerirt, konnte aber zu diesem CourS nicht angebracht werden. Oester- relchfche Bahnen verkehrten nur in beschränkten Grenzen und bei weichender Tendenz. Selbst die auf die Einführung in Berlin hin getriebenen Franz Zvseph-Acticn, welche gestern Abend 233V, not.rt waren gingen auf 2313/4 retour. Elisabeth belebt und ziemlich fest. Nordwest offerirt

* Sorten ohne Leben. Dagegen wurde in Prioritäten Manches abgeschlossen, jedoch auch bet billigeren Preisen. Da- Bankgebiet zeigte sich gleichfalls wieder von der allgemeinen Flauheit stark beeinflußt und waren namentlich auswärtige junge Banken offerirt, wie Brüsseler 9airoCt<t>enCr Unlonbank, welche die gehoffte irarmeÄufnahme hier nicht finden'

291. Darmstadter und Memmger eine Kleinigkeit billiger. Hiefige Institute fest. Von Staats- papleren wurde österreichische Silberrente bet 64u/16 aus dem Markt genommen. Spaniergingen V \UXtL WurttemberLi che Fonds am Platz. Loose g.eschäftslos durch die Bank. Amerikaner Staatenbondö theilweise offenrt. Prioritäten anhaltend flau. Das Privatpublikum will einmal nichts mehr von selben und die Speculation hält erst recht die Finger davon.

BSrseHDachrichtefi.

10. Juli 1872.

Preuss. 4i/z 0/0 Oblig. 103 Va Frankf. 31/2% Obi. 88i/g

Nass. 4i/3% Obi. 993/4 Kurhess. 4% 941/4

Gr. Hess. 5% Obi. 101

» » 40/o n 98i/2

» n 31/jO/o , 921/4

Bayer. 5% 1003/8

» 4 Vs 0/0 1jährige

40/0 1jährige 951/4

Wärtemb. 4V2 % Obi. 995/s

Baden 41/2% Obl.o. E. L. 100

Oesterr. Silberrente 643/4

Papierrente 58 i/a Spanier, neuest. 3% 293/8 Amerik. Bonds 1881r 997/8 1882r 961/8

r n 1885r 971/4

_j>__n_ _1887r 977/g

Aetien.

Frankf. Bank 1417/g

Frankf. Vereins-Kasse 141

Darmst. Bankact. 4801/2 Wien Bankactien 894

Oest. Creditaot. 3451/2 Galizien 257

5% öetr. F. St. E. B. 355 Lombard. Bahn 2191/2 Ludwigah.-Bexbach 202 Maxbahn

Bayer. Ostbahn 136 Rhein-Nahebahn-Act. 45 V2

Hess. Ludwigsb.-Aot. 1771/4

Oberhessen 827/8

Priorlt&teis.

Amsterdam k. 8. 981/3

Augsburg k. 8. 993/4

Berlin k. S. 1047/8

Bremen k. S.

Brüssel k. 8. 93%

Hamburg fc. 8. 873/g

Leipzig k. 8. 105

London k. 8. ll8Vs

Lyon k. 8.

3% oster. Stsb.-Prior. 591/2 3°/0 öst. s. Lombard 513/4 3% Livorneser 391/2 5% Toscaner 62

5% Eiisabeth.-Prfor. 85 do. II. Emiss. 841/4 inlebienalooflie.

Darmstädter fl.50Loose y> »25

Kurh. 40 Thlr. Loose 71 Nassau 25 fl. 451/4 Braunschweiger 211/4 3% Oldenburg, ä 40Thlr. 39 4o/o bayr. Präm.-Anl. 113 Vs 4% badische Loose 1141/4 Badische fl. 35 Loose 693/4 Oestr. fl. 250 v. 1854 85

Paris k. 8. 933/.

Wien k. 8. 1051/2

ditto m. 8. IO51/4

ditto i. 8. 1053/g

Disconto 4 0/0

ßleldeorteiB. fl. kr.

Pr.Friedrdor 9 58i/2 59V»

Pistolen . . 9 4143 n doppelte 9 4143

HoE. fl. 108t. 9 5355

Ducaten . . 5 3335 20 Frankens!. 9 221/2231/2 Engi. Sover. 11 49 51

« Kuss. Imper. 9 42 44 Dollar in Gold 2 251/226*/-

1858r Prioritätslooae

1860r Loose 9 43/8

1864r w 156

Besondere Bekanntmachungen. Bekanntmachung.

3209) Auf an uns ergangene Requisition fordern wir sämmtliche be­urlaubten in Gießen wohnenden Militärpersonen auf, innerhalb ad>t Tagen, Vom ersten Erscheinen dieser Bekanntmachung im Anzeiger an gerechnet, ihre Besißzeugnisse zur Kriegsdenkmünze für Combattanten pro 1870/71, sowie die Kriegsdenkmünzen für Richt-Combattanten pro 1870/71 bei dem Bezirks- feldwebel Hainbach dahier in Empfang zu nehmen.

Gießen, am 6. Juli 1872.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

________ Vogt._________________

Bekanntmachung.

3236) Wegen Chaussirung eines Theils des Glei- berger Wegs kann derselbe bis auf Weiteres nicht befahren werden.

Gießen, am 8. Juli 1872.

Großherzogliche Bürgermeisterei Greßen.

Vogt.

Bekanntmachung.

3270) Im Firmen - Register des unter­zeichneten Gerichts sind folgende Einträge vollzogen worden:

Am 29. Juni 1872:

1) Wilhelm Balser zu Gießen betreibt daselbst seit 1. November 1871 eine Glas- und Porzellan-Waaren-Hand­lung und hat seiner Ehefrau Sophie, gebornen F i l l m a n n, Procura ertheilt.

Am 8. Juli 1872:

2) Leopold Halber st adt von Münzen­berg, jetzt zu Gießen wohnhaft, betreibt ru Gießen seit 1. Januar l. I. unter der Firma:L. Halberstadt" eine Frucht- und Mehlhandlung.

Am 9. Juli 1872:

3) Franz Peppler zu Gießen ist ver­storben und sind seine Wittwe und Erben aus dem Handelsgeschäft unter der Firma:Franz Peppler & Comp." daselbst ausgetreten. Activen und Passiven dieser Gesellschaft sind vom 2. Januar l. I. an auf die zwei übrigen Geschäftstheilhaber, nämlich Carl Ludwig Peppler und Fer­

dinand Burk zu Gießen, welche das Handelsgeschäft unter der seitherigen Firma fortführen, übergegangen. Jeder von diesen ist nach wie vor befugt, die Gesellschaft zu vertreten.

Der Name des Franz Peppler wurde im Firmen-Register gelöscht.

Gießen, den 9. Juli 1872.

Großherzogliches Stadtgericht Gießen. Dr. Muhl, Stadtrichter.

Oeffentliche Ladung.

3263) Da die Erben des Heinrich Michel, ledig, von Treis a. d. L., dessen Nachlaß nur unter der Rechtswohlfahrt des Inventars angetreten haben, so werden etwaige Gläubiger des Heinrich Michel aufgefordert, ihre Forderungen an denselben binnen vierzehn Tagen bei Meidung der Nichtberücksichtigung bei der Vermögens- regulirung anzuzeigen.

Gießen, am 3. Juli 1872.

Großherzogliches Landgericht Gießen.

Bötticher, Wiener, Landrichter. Landger.-Assessor.

Die Hast'fche Stiftung.

3280) Die diesjährigen Zinsen von der vorbemerkten Stiftung kommen am 28. Juli l. I zur Vertheilung.

Bewerber um dieselben haben sich bis zum 24- d. Mts. bei uns anzumelden.

Gießen, den 10. Juli 1872.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Vogt.

B e r st e i g e r u n g e n. Bekanntmachung.

3272) Das in der Gemarkung Dillenburg und Niederscheld des Dillkreises beleg ene Königliche Domänen - VorwerkFeldbach" mit einem Gesammtareale von 319 Morxen 24 Ruthen 49 Schuh Nassauischen Maßes, oder 79,811 H-ctar soll mit ben darauf befindlichen Gebäuden und einer damit verbundenen Gastwirthschaft für die Zett vom 1. Januar 1873 bis Johanni 1891 öffentlich meistbietend verpachtet werden

Dasselbe ist von der Stadt Dillenburg kaum eine Viertelstunde entfernt und mit dieser durch Chaussee verbunden. Den Licitations-Termin haben wir auf

Freitag den 9. August d. I., Vormittags 10 Uhr, m dem Renlamts-Locale in Dillenburg vor dem Herrn Domänen-Rentmeister Martin anberaumt und laden Pachtlustige zu demselben mit dem Bemerken ein, daß

1) neue Bieter nach 12 Uhr Mittags nicht mehr zugelassen werden,

2) das dem Angebote zu Grunde zu legende Pachtgeld Minimum auf 650Rtblr. festgesetzt worden ist, und

3) zur Uebernabme der Pachtung ein disponibles Vermögen von 8000 Rtblr. erforderlich ist

Ueber den Besitz des letzteren, sowie ihre Qualification als Landwirthe haben sich dte Btetungslustigen möglichst vor dem Termine spätestens aber in demselben unserem Commissarius gegenüber auszuweisen.

Dte Verpachtungsbedingungen und die Regeln der Licitation, sowie die Karten und das Vermessungsregister können, mit Ausnahme der Sonntage, jeder Zeit in dem Domänen-Rentamts-Locale in Dillenburg eingesehen werden. Auch sind wir bereit Abschriften des die specicllen Bedingungen enthaltenen Entwurfes zum Pachtvertrags sowie Exemplare der gedruckten allgemeinen Pachtbedtngungen gegen Erstattuna der Kopialien und Druckkosten zu ertheilen.

Wiesbaden, den 8. Juli 1872.

Königliche Regierung

_________Abtheilung für directe Steuern, Domänen und Forsten.

Gutsverpachtung.

3206) Das in der Gemarkung Schönborn, Königlichen Amts Diez, Kreis Unterlahn, gelegene Freiherrlich von Dungern'sche Hofgut Schauferts wird mit dem 22. Februar k. Js. leihfällig und soll

Donnerstag den 23. d. MtS., Vormittags 10 Uhr,

in loco Schauferts auf 12 Jahre anderweit verpachtet werden.

Das Gut besteht in geräumigen Wohn- und Oeconomiegebäuden, 2 Morgen 34 Nth. Garten nut) Hofraum, 31 Morgen 32 Rth. Wiesen und 180 Morgen 27 Rth. Ackerland; die Verpachtung sbedingungen liegen dahier sowie bei dem dermaligen Pächter, Herrn Unzicker zur Einsicht offen.

Schloß Dehrn bei Limburg a. d. Lahn, den 5. Juli 1872.

Die Rentei - Verwaltung.

Heinz.