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OretS vtriteljährrg 1 fl. 12 k. jeitt Ttttngerlohn. Durch di» Pok Lyogen vierteljLhrifl 1 fL 39 fr.

Gießener Anzeiger.

Erscheint täglich, mtt Aus­nahme Sonntags.

Expedition: Eanzletberg, Ltt. v. Rr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen.

Mr. 238

Donnerstag -w 10. Oktober

G eßen, am 5. Dctobrr 1872.

Betreffend: Rechenschaftsberichte der Wiesenvorstände für 1872.

E»

Bestellungen auf den Gießener Anzeiger WS -« «

^Aboimenten^^wi'lche den Anzeiger bei der Expedition abholen laffeit, erhalten denselben für das IV. Quartal zu 1 fl.

Da« Großherjogliche Kreisamt Gießen

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

einzusend?n'' Wiesenvorständen für das Jahr 1S72 zu erstattenden Rechenschaftsberichte baldigst an uns

___ v. Röder.

benachrichtigt worden, daß vom 1. November ab die französischen StaatSangehöri- gen nur dann in die deutschen Reichsprovinzen zugelaffen werden, wenn sie sich im Besitze eines giltigen und mit dem Visum einer zuständigen deutschen Behörde versehenen Passes befinden. Vielleicht wird diese Notification auf das Verhalten üer fwnjölWn Regierung in der Patzfrage einigen Eindruck machen.

m X Königsberg, 8. Oktober. Nach einer hier klngegangenen telegraphischen Nachricht hat der der hiesigen Nhederei angehörige DampferSaladin" im Sunde einen schwedischen Schooner übersegelt. Don der Mannschaft des Letzteren sollen nur 3 Personen gerettet sein.

Aus Bayern, 6. Oktober. DieDonauzeitung" zieht als Summa ihrer politifchen Abrechnung über die jüngste Ministerkrists Folgendes:Wenn der Stein in Bayern nochmal zum Rollen kommen soll, so wird nicht zuerst das Ministerium res Aeußern vom Blitze getroffen werden, sondern in Bayreuth wird ein großer Neubau einfallen, der Gärtnerplatz in München wird veröden und das Wittrls- bacher Palais wird sich beleben." Die MünchenerN. N." bemerken dazu: jn verständliches Deutsch übersetzt, heißt dies nichts Anderes als: Wenn es noch einmal in Bayern zu einer Krisis kommt, dann handelt es sich nicht mehr um einen erledigten Ministerposten, sondern um einen erledigten Königsthron; dann wird die f. Nrgicrung einen neuen König, das Wittclsbacher Palais aber einen neuen König Ludwig'S I. im Ruhestand sehen; dann werden nicht mehr der Oper Paläste gebaut und dem Volke nicht länger der Tempel der heiteren Muse erhalten, sondern cs werben dem Ultramontanitmus neue Herve geschaffen, von denen aus er die Keime seines unheilvollen Wirkens verbreiten kann. Wir wissen nicht, in welcher Weise diese Hoffnung verwirklicht werden soll, aber daß sie so leicht verhüllt und erkinnbar, ja als offenbare Drohung ausgesprochen wird, zeigt, daß die ultramontane Partei die Zeit ihrer Erfüllung für sehr nahegcrückt hält.

Aus Bayern, 6. Oct. Die sonst so dicht geschlossenen Reihen der Ultra­montanen scheinen sich nachgerade zu lichten. Den Anstoß zu diesem ZersetzungS- Prozeß hat der über alles Maß und Ziel gehende Cynismus der ulkramontaneu Münchener Presse und die Wildheit der von dieser geleiteten Bauernagitation ge­geben. Wtr haben neulich gehört, baß der Bischof von Eichstädt seinem Cterus die Agitation untersagt hat, dann hat der Bischof von Passau den Pfarrer Mahr oon Ebermannstadt desavouirt, und nun erscheint seit Kurzem ein neu gegründetes Blatt unter dem TitelPassauer Tagblatt", eine Schöpfung des Bischofs Heinrich zur Bekämpfung der extremen Ultramontanen vom Schlage desDolksboten", des Vaterland" u. dergl. DiesesTagblatt" hat eine Reihe von Artikeln begonnen welche sich gegen die sogen. Bauernvereine in sehr entschiedener Weise aussprechen, und deren Autorschaft dem Herrn Bischof von Passau selber zugeschrieben wird. Der Grundgedanke dieser Artikel ist: die Verderblichkeit politischer Agitation unter

Germania" von Anfang an in solchen Händen gewesen war. vqiunuigt: WachSthum unseres Unternehmens hat mit der Zeit nur ei e Vergrößerung des Grund- und Betriebskapitals erforderlich gemacht, und so ist aus Der alten Ge­sellschaft e,ne neue entstanden. UebrigenS sind auch unsere neuen Aktionäre Ultramontane von reinstem Schrot und Korn. An der Spitze der Gesellschaft steht nach wie vor der Landtags- und Reichstags-Abgeordnete von Kehler, und auch die Redaktion derGermania" ist dieselbe geblieben."

Berlin, 8. Oktober. Welchen Umfang die Temporaliensperre annimmt, darüber giebt cs allmältg Licht, wie dieErml. Volsbl." melden. Die Regierungs- Hauptkasse zu Königsberg hat der BiSthumskaffe zu Frauenburg pro 4. Quartal Die Raten für dies Domkapitel (die Vicarien einbegriffen) mit 3018 Tblr. 23 Sgr. 5 Pf. und für die Kathedralkirche mit 381 Thlr. 26 Sgr. 8 Pf., zusammen 3500 Thlr. 20 Sgr. 1 Pf. gezahlt, dagegen auf höh-re Anweisung die Zahlungen für den bischöflichen Stuhl sistirt und die betreffende Gcneralauittung! im Betrage von zusammen 4651 Thlr. 12 Sgr. 9 Pf. zurückgesch'ckt. Zn letzterer Summe sind einbegriffen das persönliche Gehalt des Bischofs im Betrage von 2250 Thlr., die Gehälter der Räthe des GcneralvicariateS und sämmtlicher bischöflicher Beamten, ferner die Positionen für den Emeriten- und Demeriten- Fonvs, wie auch für den sogenannten Assistenz-FondS, und endlich auch die Quote für den Bau - Fonds der bischöflichen Amtswohnung! Ein späterer Erlaß des Oberpräsidenten an das Domkapitel macht die Zahlung der Beamtengehälter ab­hängig von der direkten Einsendung der betreffenden Quittungen an die oberste Provinzialbehörde; indessen hatte vor Eingang desselben bereits der Bischof für die Befriedigung seiner Beamten Sorge getragen. Weitere Mitteilungen zur Sache erachten wir noch für verfrüht.

Einen wohlthuer.ven Gegensatz zu Den boshaften und hämischen Aeußerungcn der französischen Blätter über Die Nationalitätsrechte in Elsaß Lothringen bilden die Urtheile, welche wir über dieselbe Angelegenheit in der englischen Presse be- gegnen. Ganz besonders zeichnet sich aber die sehr gelesene WochenschriftSaturvey Review" aus. Indem dasselbe herrorhebt, daß Sympathien für Frankreich nicht ' gegen das Gewicht der Thatsachen und der practischen Nothwenbigkeiten blind machen Dürfen, weint es:Die Option ist eine natürliche und unvermciDliche Folge Der Annexion von Elsaß - Lothringen mit Deutschland, und es ist gewiß, i Daß kle Frage eine solche ist, über welche Deutsche allein zu urtheilen berechtigt sind. Die Franzosen gingen in den Krieg und zogen den Kürzern, und sie muffen I ermarten, die Folgen außerordentlich unangenehm zu finden. Jahre um Jahre; jdjrieen sie nach Dem Rhein, und sie hiben kein Recht, sich zu beklagen, daß Die , Deutschen mit der Erinnerung an frühere Invasionen, um ihre Besorgnisse zu i beschleunigen, beschlossen, sich in jeDer möglichen Weise zu schützen. Es würde i Wahnsinn ihrerseits gewesen sein, die Provinzen zu nehmen, falls sie nicht beab-

Deutschland. l^!/8tcn' dieselben zu behalten, und um sie zu- bebalten, ist es nothwcndrg, deren

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Berlin, 7. October. DieGermania" schreibt- SerfäiLne^ Släiter ranPPtotn arUIe4,t 3U er!,alen- 2n Folge d-ff-n hat sich

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