Es ist, als wenn
geeichte zu drücken.
Es
Das in Bucharest erscheinende Blatt „Poporul" läßt sich über den „Wahrspruch" der Geschworenen von Buzeu, von denen nur drei lesen und schreiben onnten, und über den Protest des diplomatischen Corps vernehmen, wie folgt:
Ist die Jury zu tadeln, daß sie die Christen freigesprochen hat? Ist eS denn nicht wahr, baß der Angriff von Seiten der Juden ausging? Ist es nicht wahr, daß die in Ismail begangene That kein einfacher Diebstahl, sondern eine revelhafte Entheiligung der christlichen Religion tst? Warum werden also die Herren Consuln so ungehalten? Das Volk von Ismail hat in „gerechter sittlicher Empörung gehandelt", als es gegen die Juden einschritt. Wir geben unsere volle Zustimmung zu dem Verdikte der Jury zu Buzeu. Wir wollen damit der Rebellion, der Barbarei und den religiösen Verfolgungen durchaus nicht das Wort sprechen. (!) Gibt es eine größere Rebellion, als die herrschende Religion zu ent- heiligen? Gibt cs eine größere Barbarei, eine größere religiöse Verfolgung, als Der ismailer Diebstahl? Kein Christ hat noch eine Synagoge so geschändet. Die religiöse Verfolgung geht also von den Juden aus!
Uebrigens läßt sich „Poporul" herbei, zuzugestehen, daß die Schwurgerichts- Institution ihre Fehler habe, da sie bet Verurtheilung gemeiner Verbrechen „zu nachsichtig" sei, und hält eine Reorganisation derselben für zeitgemäß. Außer der in deutscher Sprache zu Bucharest erscheinenden „Rumänischen Post" , welche das ganze Gaukelspiel gebührend gebrandmarkt hat, hat nur noch ein rumänisches Blatt, Die „Presse", sich offen gegen „die schlechte That der Geschworenen" ausgesprochen; alle übrigen sind so schamlos, zu erklären, daß „den verfluchten Juden" Recht 1 geschehen ist.
Frachtbriefe für die Main-Weser-, Cöln-Mindener und Oberhessische Eisenbahn, sowie sammtliche zollamtlichen Formulare, sind zu haben bei W. Klee, am Markt.
Börsenberichte.
Frankfurt a. M., 8. Mai. Ohne bestimmter präcifirte Gründe als schlechte auswärtig« Notirungen trat gestern Abend eine weitere Abwärtsbewegung ein, welche für einzelne Specula- tionSeffecten gleich mehrere Gulden betrug. Heute Mittag hatte sich darin noch nichts geändert, im Gegenthcil machte sich Tendenz zu noch weiterem Sinken bemerkbar. Und das alles warum? Bestimmte Gründe lassen sich, tute gesagt, nicht angeben; man muß nach wie vor die allgemeine Lage dafür verantwortlich machen, welche sich so gestaltet hat, daß, sobald für irgend ein Effect sich Käufer zeigen, von anderer Seite gleich anö Nealistren gegangen wird und daß wo Verkäufer stärker sich zeigen, die Käufer mißtrauisch zurückhalten. So kommt natürlich kein oder nur sehr wenig Geschäft zu Stande und diese Leblosigkeit des Verkehrs schadet natürlich zunächst den Coursen. Namentlich die internationalen SpeculationSwerthe müssen dies in erster Linie empfinden und Eredttactien wurden heute bei 3393/4—340, Staatsbahn bei 369, Lombarden bei 2033/< bis 204, Nationalbank bei 855 gehandelt. Die übrigen Werthe konnten sich natürlich der allgemeinen Deprimirung auch nicht entziehen und so verzeichneten heute selbst die in den letzten Tagen so feste Silberrente eine kleine Einbuße wie ihre Schwester Papierrente. Bahnen, Banken größtentheilö offerirt, ohne Abnehmer. Prioritäten relativ fest, aber auch still. Von Loosen waren österreichische 1860er und Raab-Grazer mehrfach gefragt, ebenso Köln-Mindener. Mehr Geschäft als sonst machte sich heute in amerikanischen 1881er Staatenbonds geltend, welche ziemlich stark für Private gekauft wurden, was auch von Central-Pacific-BondS gilt. Im Uebrigen war aber auch das transatlantische Gebiet flau.
Türkei.
Konstantinopel, 4. Mai. Ein Correspondent der „A. Z." sieht sehr düster in die Zukunft des osmanischen Reiche. Er meint, daß sich aus Anlaß der beabsichtigten Aenderung der Thronfolgeordnung eine Katastrophe vorbereitet. Alles, was auf irgend eine Weife mit der Dynastie in Verbindung steht, theile sich naturgemäß in zwei Parteien. „Hie Welf! Hie Waiblingen!" „Hie Murad Efendi! Hie Jussuf Efendi!" Für Murad Efendi spreche das bisher in Geltung bestehende Erbrecht in der Dynastie, vermöge dessen eben Sultan Abdul Aziz seinem Bruder auf den Thron folgte, und Alles, was man bisher über Murad Efendi erfahren, scheine danach angethan zu sein, in ihm den künftigen-Retter des Reiches zu sehen. T)U Art und Weise der Erziehung dagegen, welche dem Prinzen Jussuf Jzzeddin ertheilt wird, lasse für die Zukunft des Reiches das Schlimmste fürchten. Dabei sei es ein öffentliches Geheimnlß, daß der Sultan zeitweise an Geistesstörung leidet, so daß die Eunuchen- und HaremSwirthschaft ungehindert walten könne.' Andererseits habe der Großvezier sich durch sein rücksichtsloses massenhaftes Absetzen von Beamten eine Unzahl von Feinden gemacht, die gewiß nicht alle sich mit geduldiger Resignation dem Factum unterwerfen, wodurch eben der Großvezier genöthigt sei, alle seine Energie aufzuwenden, um sich auf seinem Posten zu erhalten. Der Correspondent schließt mit den Worten: „Daß eine Aenderung der Thronfolge nicht so glatt ablaufen wird, begreift hier Jedermann; es macht sich im Publikum bereits die Furcht vor einer Revolution bemerklich, und man ist nicht ohne Besorgniß vor einer Wiederholung der Auftritte von Dschedda und Damaskus."
Konstantinopel, 7. Mai. Türkische Truppen haben von Sana, einer befestigten Stadt Arabiens, Besitz ergriffen.
Konstantinopel, 7. Mai. Die Königin von Württemberg ist hier einge- troffen und im russischen BotschaftShotcl abgestiegen. Der Sultan stattete ihr so- fort einen Besuch ab.
gona ist geschlagen worden. — Der Gouverneur von Pamplona meldet, Don Carlos sei, nur von einem Geistlichen begleitet, nach Frankreich entkommen.
England.
London, 8. Mai. Die Kaiserin Augusta besuchte gestern den Columbia- Fischmarkt, woselbst sie vom Lord Mayor und dessen Gemahlin empfangen wurde, sodann das Thomas-Hospital und andere Sehenswürdigkeiten und wohnte Nachmittags dem Gesellschaftsempfang im königlichen Schlosse an. Ihre Majestäten kehren heute nach Windsor zurück. Der Herzog von Broglie hat gestern der Königin sein AbberufungSfchrelben überreicht.
Bombay, 8. Mai. Man schätzt die Zahl der durch die Ueberschwemmun- gen von Vellore Umgekommenen auf 1000; 12,000 Personen sind obdachlos, 3000 aller Mittel entblößt. 40 Reservoire sind geborsten.
Rumänien.
Pans, 8. Mai. Der Einfluß des radikalen Elements auf die Regierung und besonders auf die militärischen Kreise zeigt sich neuerdings immer unverschleierter in den Maßregeln gegen die Capitulanten. Die Sprache der Blätter, von den DebatS bis zum Siecle und von ihm bis zum Radikal herab, wird mit jedem Tage schärfer und drohender und verräth die Absicht, auf die Beschlüsse der Kriegs- Gambetta aus allen Ecken und Enden
spräche, und die große Nation ist nur zu geneigt, diesen Anklagen auf Verrath ein williges Ohr zu leihen; denn: „Es will der See sein Opfer haben." Und wie diese Ankläger schon deutlich genug zu verstehen geben: Bazaine's Verurteilung ist eine Ehrensache oder, wie man sich hier ausdrückt, ist „die Ehre der Armee".
Beendigung der Reichstagssesston einen meyrmonangen uhu v fein Körperzustand dringend der Ruhe bedarf. .
Die Pariser Blätter bringen ein Telegramm aus Rom vom 5., wonach das .Journal von Rom" meldet, der Papst habe Anfangs die Ernennung des Cardinal Hohenlohe zum Vertreter des Deutschen Reichs acceptirt, aber auf d,e Borstelluna der Jesuiten, die hierin mit den Ultramontaneu Frankreichs ubere n° stimmten, und im Widerspruch mit den Rathschlägen des Cardinals Antonelli, feine
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füflt aber hinzu, daß der Papst noch keinen definitiven Beschluß gefaßt habe^ jedoch ist dieser Auffassung nach dm in Berlin eingeiroffmm Telegrammen schwerlich noch btiju Von einer in diesem Jahre bevorstehenden Monarchen- .usamm-nlunf. b.rlchlet der Karlsbader „Sprudel" in solgend.r bestimmter W-l e- Der Kaiser von Deutschland begibt sich Ende Mai zur Kur nach Nach Beendigung derselben wird sich der Kaiser, wie alljährlich, nach Gastein begeben, und bei dieser Gelegenheit wird, wie wir von unterrichteter Seite erfahren, nicht nur eine Zusammenlunst mit dem Kaiser von Oesterreich stattsinden, sondern auch der König von Italien dürfte, der von dem Erzherzog Johann überbrachten Einladung des diesseitigen Hofes folgend, zu dieser Zeit dem Kaiser Franz Joseph seinen" Besuch machen, und werden in den kaiserlichen Jagdgehegen zu Ehren der hohen Gäste grob- Jagden und andere Feste abgehalten werden."
Aus Baden schreibt man der „D. A. B-", M b'e seit einiger Zeit so »ahlreich vorkommendcn Pensionirungen badischer Offiziere, und zwar solcher, die noch keineswegs in pensionsfähigem Alter stehen, „einigermaßen befremde''. General v. Werder halte sehr strenge Jnspeclionen ab.
Straßburg, 6. Mai. Nachträglich erfährt die „Elbs. Ztg.', daß die von der Frkf Pr." und auch von anderen Blättern gebrachte Nachricht bezüglich einer Schlägerei, welche am Abend des 1. Mai in der Taverne Alsacienne stattfand, nicht ganz tontet ist. Deutsche Studenten haben daran in keiner Weise Th-il genommen. Im Lauf- de« Abends waren zwar einige Eorpsstudenten heremge. kommen, hatten aber, nachdem die französischen Anwesenden gepfiffen, das Local wieder veriaffen. Als später zwei Schutzleute das Local betraten, wurden diese auch durch fürchterliches Pfeifen und Schreien empfangen und erftreckle sich dieses auch später auf die anwesenden zehn Militärs. Nachdem diese lange ruhig auS- aehalten, riß einem Ulanen die Geduld, er gab dem Hauptschreier eine kernige deutsche Ohrfeige und war dies das Signal zum Kampf. Gläser und Stuhle flogen, doch war die Vertheidigung seitens der Elsässer eine äußerst geringe. Innerhalb dreier Minuten war der Saal, besonders als die zehn Soldaten schließlich von der Waffe Gebrauch machten, von den Hunderten tapferer Schreier geräumt. Gerade nach Beendigung des Kampfes rückte das requirirte Militär heran und sperrte für die Nacht das Local und die Straße.
Frankreich.
Petris, 8. Mai. Nationalversammlung. Chanzy verlangt, daß der gestern eingebrachte Entwurf (bezüglich der Zusammensetzung der Kriegsgerichte) an die Commission verwiesen werde, welche den Vorschlag Bamberger's zu prüfen hat. Er sagt, die Commission habe mit schmerzlicher Erregung gehört, daß bei den Motiven auf den Bries Bazaine's Rücksicht genommen sei. Die Worte Chanzy's finden lebhaften Beifall und die Verweisung an die Commission wird mit Ein- fttmmigkeit beschlossen. Der „Courrier de France" bringt Soloenbcd über vle Ve- schiüff- ".<> n..»criuchungvraryes der Eapltulatton von Metz: In Erwägung, da Bazaine durch seine Schuld eine Armee von 150,000 Mann verloren hat, daß er ebenso durch sein Verschulden den Fall von Metz zu verantworten hat; in Erwägung, daß er gegen alle Regeln der Ehre gefehlt hat, ist die Commission der Ansicht, daß derselbe vor ein Kriegsgericht zu stellen ist.
Paris, 8. Mai. National-Versammlung. Der Kriegs-Minister reicht einen Entwurf ein, betreffend die Bildung des KrtegSratheS, der über Bazaine richten soll. Die Dringlichkeit desselben wird angenommen. Rouher verlangt, die Regierung zu tnterpelliren über die Maßregeln, welche sie gegen die vom Commission«- bericht als Betrüger bezeichneten Individuen zu ergreifen gedenke. Der Kriegs- Minister sagt, daß die Interpellation nach zwei Wochen zur Verhandlung kommen könne.
Heute greift der Radikal nun schon über Bazaine hinaus und fragt, warum man nicht den Hauptschuldigen in Anklagestand versetze, den Mann von Sedan? Hier ein Pröbchen dieser Sprache: „Es ist", fährt der Radikal fort, „nicht genug, ihn (Napoleon III.) theoretisch für die Unglücksfälle, welche Frankreich betroffen haben, verantwortlich zu machen. Die unparteiische Gerechtigkeit, sagt man, ereilt alle Schuldigen. Es liegt wenig daran, ob man ihn als Souverain oder als General verurtheilt. Eine Kugel durch den Kopf ist alles, was wir für ihn verlangen; das Warum ist uns gleichgültig. Es ist Zeit, daß die Negierung endlich aus dieser unbegreiflichen Apathie in den Capitulations - Angelegenheiten heraustrete. Frankreich hat moralisch und physisch nöthig, diejenigen zu kennen, die ihm gedient, und jene, welche es verrathen haben. Man spricht uns von Gesetz und Gerechtigkeit. Möchte man doch diese schönen Theorieen auch auf andere als die Anhänger der Commune anwenden! Empfindsame Seelen können sich übrigens beruhigen. Sollte Bazaine verurtheilt werden, so ist ja die Gnaden-Commission da, um ihm das Leben zu retten."
Spanien.
Madrid, 8. Mai. Nach officiellen Nachrichten befindet sich keine Carlistenbande mehr in der Provinz Guipuzcoa. Recondo ist bei Segura vollständig ge- schlagen worden und mit 300 Mann nach Navarra gegangen; der Nest der Bande hat sich in der Provinz Alava verzogen. 429 Insurgenten haben in Navarra wieder ihre Unterwerfung angeboten, der Rest löst sich auf. Eine kleine Bande
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