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Wchemr Anzeiger.

DreiS vierteljährig 1 fl. 12 ft.

mir Bringerlohn. Durch die

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Erscheint täglich, mit ÄuK ; nähme Sonntags.

Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr.

Hr.

!- Wahi Ölungen

Expedition: Canzleiberg Ltt. B. Nr. 1.

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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen.

eistns,

Ida.

Frankfurt.

bei Karte.

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Sit. 109. Frritag atu 10. Mai 1872.

Amtlicher TSeiS.

Betreff end: Feuervisitations-Protocolle von 1872.

- . » < Gießen^ am 7. Mai 1872.

Das Groß!)erzogt,che Kreissmt Gießen

an die Großherzoglrchcn Bürgermeistereien zu Albach, Annerod, Bersrod, Beuern, Burkhardsfelden, Garbenteich, Groß-Linden Holzheim, Lollar, Mainzlar, Ruttershausen, Treis a. d. Lda. und Wieseck.

.. .. ®ir alsbaldige Rücksendung der Ihnen mit Verfügung vom 16., bezw. 28. März l. I., zugegangenen Protocolle über

die diesiahrige Feuerstattenbesichtigung mit Bescheinigung über den Vollzug der betreffenden Verfügung.

In Verhinderung des Kreisraths: Kekulä, Kreisassessor.

Politischer

Theiß.

Deutschland.

Darmstadt, 6. Mai. Es werden gegenwärtig falsche österreichische Gulden­stücke in den Verkehr gebracht, die sich durch schlechten Klang und schwache Prä- gung kenntlich machen.

Darmstadt, 7. Mai. Das Großherzogliche Regierungsblatt Nr. 24 enthält:

1) Bekanntmachung Großh. Ministeriums der Justiz, die Bestätigung einer Stiftung betreffend.

2) Bekanntmachung Großh. Commission für Postangelegenheiten, die der­malen bestehenden Bestimmungen über Portosreiheiten, welche auf Vereinbarungen mit außerdeutschen Regierungen oder Postverwaltungen beruhen, betreffend.

3) Ucbersicht der für das Jahr 1872 genehmigten Umlagen zur Bestreitung von Communalbedürfni'ssen in den Gemeinden des Kreises Dieburg.

4) Ukbersicht der für das Jahr 1872 genehmigten Umlagen zur von Communalbedürfni'ssen in den Gemeinden des Kreises Neustadt.

5) Ueberflcht der für das Jahr 1872 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Ccmmunalbedürfniffe in den Gemeinden des Kreises Mainz.

6) Uebersicht der für das Jahr 1872 genehmigten Umlagen zur Bestreitung der Communalbedürfniffe in den Gemeinden des Kreises Alsfeld.

7) Ordensverleihungen.

8) Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen eines fremden Ordens,

9) Ertheilung eines Erfindungspatents.

10) Dienfinachrichten. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben ollcrgnädigst geruht: am 13. April dem Unterrechner Philipp Fink zu Salz­hausen die Stelle des Unterrechner« auf dem Dorheimer und Melbacher Braun­kohlenbergwerke unter Verleihung des AmtstitelsBergkassier"; am 18. April dem evang. Pfarrer zu Nieder-Weisel, im Dekanate Butzbach, Wilhelm Kayser, die evang. Pfarrstelle zu Flonheim, im Dekanate Alzey; den in den Ruhe- stand versetzten DistrictSeinnehmer Christoph Kraft zu reoctiviren und demselben die DistrictSeinnehmerei Oppenheim und am 19. April dem Echulamtsaspiranten Johannes Nehcr aus Unter-Hambach, im Kreise Heppenheim, die zweite katholische Schulstelle zu Ober-Erlenbach, im Kreise Vilbel, zu übertragen; an demselben Tage dem Geometer 3. Klosse Karl Ludwig Lautz aus Groß-Umstadt für den Kreis Dieburg, und dem Hermann Helferich aus Bredeukirchen für den Kreis Bensheim das Patent als Geometer der 1. Klasse zu ertheilen; am 20. April dem Schulamts-Aspiranten Friedrich Mörschel aus Büdesheim, im Kreise Vilbel, die 1. evang. Schulstelle daselbst zu übertragen; am 24. April den Reserve­gefreiten Franz Adam Witt von Semd zum Saalwärter zu ernennen.

11) Dienstenthebung. Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht: am 11. April l. I. den Großh. Consul Johann Wilhelm Honß in Algier unter Bezeugung der vollen Zufriedenheit mit den von ihm ge­leisteten Diensten seiner seitherigen Stellung zu entheben.

12) Concurrenzcröffnungen. Erledigt sind: die evang. Pfarrstelle zu Kirch­berg, im Dekanate Gießen, mit einem jährlichen Gehalte von 1750 fl. nebst freier Wohnung und Bezug der zu 192 fl. veranschlagten Aecidenzien; die 2. evang. Schulstelle zu Wallenrod, im Kreise Lauterbach, mit einem jährlichen Gehalt von 300 fl. 30 fr; die evang. Schulstelle zu Appenrod, im Kreise Alsfeld, mit einem jährlichen Gehalt von 300 fl.

Mainz, 5. Mai. Gestern hat der hiesige Gemeinderath durch Mehrheits­beschluß das directe, active und passive Wahlrecht für alle Ortsbürger angenommen. Armenunterstützung und Steuerrückstaud von mehr als einem Jahre lassen das Wahlrecht ruhen.

Berlin, 6. Mai. DieNat.-Ztg." hat den Versuch gemacht, die diploma- tische Ehre des Fürsten Bismarck zu retten, welche nach überwiegender Auffassung durch die Ablehnung des Cardinals Hohenlohe als Botschafter einen Stoß erlitten hat.Der Fürst Bismarck wird den Verlauf dieses Impromptus kaum als eine Schlappe empfinden schreibt sie um so weniger, als der Reichskanzler gar

nicht die Absicht gehabt hat, durch Verhandlungen mit der Curie den principiellen Conflict mit der die katholische Kirche vertretenden ultramontanen Partei noch einmal hinauszuschieben." Ein bekannter Officiöser aber weiß selbst diese Krücke zurück, welche das wohlmeinende nationcrlliberale Blatt dem Fürsten Bismarck dar­bietet.Hätte der Reichskanzler so schreibt man derStraßb. Zeitung" diese Absicht gehabt, so würde er doch wohl nicht umhin können, die Ablehnung des Papstes als eine Schlappe zu empfinden^ Wenn aber, wie wir annehmen, die Bemerkungen terN. A. Z." der Auffassung des Reichskanzlers entsprechen, lo ist es nicht wahrscheinlich, daß Fürst Bismarck in Folge der Antwort Anto­nellas die jetzt bestehende interimistische Vertretung bei dem römischen Stuhl ein­ziehen und die Vertretung des deutschen Reiches bei der Curie dem Gesandten bei dem italienischen Hose Grafen Braffler de St. Simon übertragen werde; ein Schritt, der dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu dem römischen Stuhl gleichbedeutend sein würde; die Vertretung wird vorläufig bleiben, wie si- ist."

Berlin, 6. Mai. Don allen weiten wirv orssae^t, wiv

der Sache liegt, daß nach der staltgchabten päpstlichen Ablehnung des Cardinals Hohenlohe als deutschen Botschafters die Ernennung eines diesseitigen Gesandten beim heiligen Stuhle vorerst nicht zu erwarten ist, wenn auch ein Geschäftsträger wohl bleiben wird. Ein derartiges Verhältniß ist nicht ohne Präcedenz. Um die Zeit der Februar-Revolution hatte die Curie einen belgischen Gesandten nicht an­genommen, woraus selbst das katholische Belgien längere Zeit nur durch einen Geschäftsträger in Rom vertreten war. In der Zwischenzeit hatte nur einmal eine außerordentliche belgische Mission, mit welcher der Fürst v. Ligne betraut war, bei rem Papste in Gaeta stottgefundcn. Der zurückgewüsene Gesandte, Herr Declerc, war ein gläubiger Katholik, aber bei dem belgischen EpiScopat nicht be­liebt. Dies genügte, um ihn zurückweisen zu lassen. Cardinal Hohenlohe, der heute in längerer Audienz rom Kaiser empfangen wurde, hat ein ähnliches Schick­sal. Seine Stellung in Rom dürfte übugens in Folge des Vorganges etwas schwierig geworden sein. Das sehr energische Dementi, welches der Reichs- anzeiger heute Abend der Behauptung eines süddeutschen Blattes ertheilt, nach welcher das Berliner Cabinet in der Zworniker Angelegenheit für die Serben Partei genommen habe oder Partei nehmen wolle, kann nicht unbemerkt bleiben. Die entgegengesetzten Ausstreuungen aus Belgrad wollen ersichtlich Unfrieden zwi­schen Preußen und Oesterreich stiften. Die Angelegenheit liegt der Reichsregierung augenscheinlich fern. Die osficielle Erklärung des Reichsanzeigers in diesem Sinne beweist übrigens, daß die Sache noch nicht ganz erledigt ist, wie vor einigen Tagen in etwas verfrühter Weise hier und da gemeldet wurde. Man glaubt indessen bekanntlich nicht, daß daraus irgend eine ernstliche Schwierigkeit ent­stehen könnte.

Berlin, 7. Mai. Für diejenigen Invaliden aus dem Kriege 1870/71, welche nur als temporäre Invaliden erkannt sind und deren Pensionsbewilligung abläuft, ist ein von dem Departements-Erfatzgefchäft getrenntes Jnvalidenprüfungs- verfahren angeordnet; desgleichen für solche Mannschaften, die neue VersorgungS- anfprüche erheben, oder mit der ihnen gewordenen Entscheidung unzufrieden sind. Diesen Mannschaften darf nach einer seitens des Krieg-Ministeriums ergangenen Genehmigung, wenn sie nachweislich bedürftig sind, für die gemachte Reise Marsch- ic. Geld nach den Bestimmungen des Rekruten-, Reservisten- k. Verpflegungs- Reglements gezahlt werden. Gleichzeitig ist ferner genehmigt worden, daß die unvermeidlichen Kosten für die zum Zweck der Untersuchung der Invaliden her- gegebenen Locale und die etwaigen Ausgaben für Reinigung ic. derselben ange­wiesen werden dürfen, es ist jedoch in Verbindung mit den Civilbehörden aus die unentgeltliche Hergabe der nöthigen Untersuchungslocale hinzuwirken.

Saling's B. Bl." bringt folgende ihr alsverbürgt" mitgetheilte Nach- richt:Der Reichskanzler Fürst Bismarck hat von Sr. Majestät dem Kaiser einen siebenmonatigen Urlaub erbeten und erhalten. Der Reichskanzler begibt sich von hier nach Varzin und von dort nach dem Seebave Ohm bei Danzig." Diese Nachricht wird von derD. R.-C." insoweit bestätigt, daß der Reichskanzler nach

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