der evangelischen Gemeinde zu Gießen.
Am 10. November.
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Die bezüglichen Bedingungen liegen auf dem Geschäftszimmer des unterzeichneten Garnison-Lazareths, woselbst auch die Submission abgehalten werden wird, zur Ein-
5142) Steinkohlen, Braunkohlen vom Hessenbrücker Hammer, Buchen- und Tannenholz in jedem Quantum, frei ans Haus sicht offen." ' " geliefert, Steinkohlen können zu jeder
Gießen, den 8. November 1872. Zeit vom Lagerplatz am Bahnhof geladen
fc, Großh. Garnison-Lazareth-Commission. werden bei V
G o t t e S d i e n st.
1 Morgens: Pfarr-Assistent Walz (Feier des heiligen Abendmahls.)
] Nachmittags: Milprediger Lips.
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 10. bis 15. November 1872 besorgt Pfarrer Dr. Seel.
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Bekanntmachung.
5203) Mittwoch den 13. d. Mts., Vormittags 10 Uhr,
soll die Lieferung der Metzger- und Bäcker- waaren für das hiesige Garnisonlazareth pro 1. Januar bis ultimo December 1873 im öffentlichen Submissronswege vergeben
Rußland.
Odessa, 6. Novbr. Bbrnvs. Der Kaiser, der Großfürst Thronfolger und dessen Gemahlin sind heute aus Livavta hier eiagetroffen. Der Kaiser tritt «och heute Abend die Rückreise nach Petersburg an.
Berfteiqerunaen.
5214) Die im Gießener Stadtwald, Schutzbezirk Fernewald, aufgearbeiteten 167 Laste altes Gras sollen als Streumaterial
Mittwoch den 13. November d. I.,
Vormittags 11 Uhr, im Rathhaubsaale dahier versteigert werden. Gießen, den 9. November 1872. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.
Vogt.
Auszug aus den Kirchenbüchern der Stadt Gießen. Evangelische Gemeinde.
Kopulirte.
Den 3. November. Johann Friedrich Karl Schwan, Bürger und Schuhmachermeister dahier, ein Wittwer; und Marie Luise Susanne Elisabeth Johanna Bertha Christiane Koch, des hiesigen Bürgers und Kaufmanns, Karl Wilhelm Koch, ehellche^Tocht^er^oo^E,er. Paul Albert Julius Hanke, Lademeister an der Cöln- Gießener Bahn dahier, aus Reichenbach in Schlesien, des Oekonomen in dem dasigen Seminare, Karl Hanke, ehelicher Sohn; und Friederike Natalie Hoope aus Posen, des verstorbenen Wegegeld-Erhebers daselbst, Karl Wilhelm Hoppe, eheliche Tochter.
Getaufte.
Local-Notizen.
Gießen 9. November. Ihre Majestät die deutsche Kaiserin sind gestern aus dem Wege von Eobknz nach Dresden mit Grtrazug über die vberhessische Bahnstrecke Gießen - Gelnhausen gesahrem^^ waren sichtlich überrascht über den ihr in Gießen und auf den übrigen
oberhesfischen Stationen zu Tbeil gewordenen Empfang und sprachen sich schließlich sehr befriedigt über die angenehme und ruhige Fahrt sowohl, als darüber aus, daß die schöne Provinz sich nunmehr der Segnungen einer Eisenbahn zu erfreuen habe.
Gießen, 9. November. Von verschiedenen Seiten wurde sich schon öfters über das Treiben auf hiesigem Bahnhof, namentlich in dem Wartesaal 3. Klaffe beschwert. Es wurden Frauen und Müvchen namentlich zur Nachtszeit auf die unverschämteste Weise ataquirt und belästigt. So erst wieder vergangene Nacht ein Mädchen, welches von (3) hiesigen Bummlern nut Gemeinheiten tractirt wurde und nur durch die Intervention ein.S Polizeidieners sich Ruhe verschaffte. Die frechen Burschen sind uns wohlbekannt und werden wir bei künftiger Gelegenheit keinen Anstand nehmen, diese Namen zu nennen. Der Direktion möchten wir den Rath erthcilen, ihre Beamten dahin zu instruiren: Jeden, der nichts im Wartesaal verloren hat, und namentlich deS Nachts, htnauSzuweisen; auf diese Weise wird die Direction sich und dem reffenden Publikum einen Dienst erweisen.
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Frischbäcker zu Gießen.
Sonntag den 10. November. Friedrich Zülch Wittwe auf dem Seltersweg, Karl Wallcnfels an der Wettergasse und Christian Jughardt in der Walllhorstraße.
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Herde und Defen in den verschiedensten Sorten, namentlich die sich so sehr bewährenden, in jeder Beziehung ausgezeichneten
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(4869) empfiehlt I. G. D. Bapst.
Vit ihr hatte, legitimiren. Nach der Hrirath wird Rochefort sofort nach feinem Gesängniß zurückgeführt werden.
Italien.
Katholische Gemeinde.
Stopulirte.
Den 15. October. Anton Düpmann, Bahnmeister bei der Cöln - Gießener Bahn, des verstorbenen Bürgers und Geschäftsmannes, Anton Düpmann zu Enniger, Kreis Böckum, ehelicher Sohn; und Margarethe Binnecker, des Bahnmeisters, Friedrich Binnecker dahier, eheliche Tochter
Getaufte.
Den 27. October. Dem Bürger zu Dehrn, preuß. Prov. Nassau, und Verwalter bei dem Ferni'schen Braunstein-Bergwerke dahier, Wilhelm Kilbtnger, ein Sohn, Heinrich, geboren den 30. September.
Den 3. November. Dem Großh. Professor, Dr Karl Friedrich Joseph Birnbaum, eine Tochter, Karoline Friederike Marie Therese, geboren den 16. October.
Den 5. November. Dem Bürger und Wirth, Karl Pipp, eine Tochter, Johanna Josephine, geboren den 11. October.
Beerdigte.
Den 13. Oclober Johann Heinz, Hautboist in dem Großh. II Jnf-Regiment Nr. 116 dahier, alt 31 I. 6 T., gestorben den 11. Oclober.
Den 16. October. Katharine Christiane Weiß aus Friedrichslohra, Kreis Nordhausen, alt 18 I-, gestorben den 14. October.
Den 3 November. Wilhelm Theodor Sto-.nmel, des Bremsers bei der Cöln-Gießener Bahn, Konrad Stommcl, ehelicher Sohn, alt 7 I. 7 M- 6 T-, gestorben den 2. November.
Den 5. November. Peter Bommel aus Aulenhausen, preuß. Provinz Nassau, alt 31 I., gestorben den 3. November.__
Den 3. November. Dem Bürger in Treis a. d. Lumda und Schäfer dahier, Johannes Lemp, ein Sohn, Wilhelm, geboren den 28. September.
Denselben. Dem Bürger in Mainzlar u:ib Weißbinder dahier, Gerhard Klingelhöffer, eine Tochter, Johanna Marie Karoline Elidabeth, geboren den 20. Sep.
Denselben. Dem Bürger in Klein-Reinheim und Glaser dahier, Ludwig Schmitt, ein Sohn, Ludwig Michael Joseph, geboren den 27. September.
Denselben. Dem Bürger in Gladenbach und Schneider dahter, Johann Joft Heck, eine Tochter, Johanne Luise Georgine, geboren den 26 September.
Denselben. Dem Bürger und Weißbindermeister, Ludwig Petri II., ein Sohn, Ludwig Theodor, geboren den 28. August.
Denselben. Dem Bürger und Schuhmachermeffter, Johannes Erb, eme Tochter, Friederike Marie Eleonore, geboren den 27. September.
Denselben. Dem Bürger und Kaufmann, Ferdinand Bapst, eme Tochter, Pauline Emilie Luise, geboren den 21. September.
D en 4. November. Ein unehelicher Sohn von auswärts, Justus, geboren den 14. October.
Den 6. November. Dem Bürger und Fabrikanten, Eduard Ottens, ein Sohn, Eduard Paul Adolf, geboren den 5. September.
Beerdigte.
Den 1. November. Henriette Wagner, des Bürgers zu Rödgen und Lackirers dahier, Christoph Wagner, eheliche Tochter, alt 4 I. 5 M- 28 T-, gestorben den 31. O^^Den 6. November- Johannes Pfeil aus Hermannstetn, alt 57 I., gestorben den 4. November. _
Den 7. November. Friedrich Otto, Kaufmann, des htesigen Bürgers und Locomotivführers an der Oberhessischen Bahn, Werner Otto, ehelicher Sohn, alt 20 I. 11 M- 10 T., gestorben den 6. November.
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Feilgeboteueö
Lckhrcr hinkender Bote, pro 1873, zu haben bei
H. Sonntag, Buchbinder, (5185) Kirchenplatz A- 24
5230) Dtehrere Wagen Pferdemtst zu verkaufen bei Friedr- Schwa ab.
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Wie sich die „Augsb. Postztg." aus Rom berichte» läßt, hat Cardinal Datrtti in den letzten Tagen das Decret der Canontsation des seligen Nikolaus von Flue veröffentlicht. Es ist kein Zufall, daß dieser Heiligsprechungsprozeß, der grade zwei Jahrhunderte gedauert hat und von der unersättlichen Congre- aation der Riten oft aufgegeben war, weil der arme Halbcanton Obwalden die theuren Prozeßkosten nicht zu erschwingen vermochte, in diesen Tagen und offenbar auf Grund de» „Armeurechts" beendigt wurde. Den Ultramontanen der Jnnerschweiz soll die päpstliche Gnade für ihr Wohlverhalte» sichtbar gemacht, dem Cierus ein neues Agitation-mittel an die Hand gegeben, die Schweiz mit allen möglichen Mitteln bearbeitet werden. Wlr werden kaum irre gehen, wenn wir die Hand des neuen schweizerischen Borromäus — aber nur im schlimmen Smne —, de- Herrn Mcrmilloo, hinter dieser Canonisation vermuthen. Diese wäre ein zweischneidiges Schwert, wenn da» tnnerschweizerische Volk sich noch de» Hauptverdienste- des neuen Heiligen, den separatistischen Trotz der Länder gebrochen zu haben, bewußt wäre. Die jesuitische Geschichtschreibung hat ihn i freilich in eine ganz andere Beleuchtung gestellt.
Rom. Die Provinzial-Deputation von Mantua hat an alle Deputationen vnd Gemeinden de- Königreichs einen Hülferuf gerichtet, worin sie sagt: „Der 23 Oktober ist der größte UnglückStag für unsere Provinz geworden. Fast zu aletcher Zeit durchbrachen der Po auf seinem rechten Ufer bei Ronchi unter Re- vere und bei Brede nahe S. Benedetto, der Oglio auf dem linken Ufer bei Cesol- und der Mtncio bei Mantua ihre Dämme, überschwemmten in 21 Gemein«
70 000 Hectaren de» fruchtbarsten Lande-, verbreiteten überall Schrecken und Elend.'und vertrieben über 92,000 Personen von ihrem Herde.
Rom, 4- November. Daß die päpstlichen Fanatiker jedesmal bei großen Unalückssällen albern, lieblos und hartherzig genug sind, dieselben als eine Strafe Gotte» über die sündige Welt wegen ihrer Vergehen am Kirchenstaate darzustellcn, ist bekannt. So hielten sie es bet den Ueberschwemmungen in Böhmen, fo bei den Ausbrüchen des Vesuvs, und so muß auch diesmal bet den entsetzlichen Ueberschwemmungen de- Po der Gott Jesu sich wieder in einen finstern alttesta. wentltchea Rachegott verwandeln lassen. Jeder öffentliche Unglücksfall erfüllt die Priester der civiltä cattolicä mit Freude. „Wir haben gesehen, schreibt das noble Blatt, wie Italien mit Unsittlichkeit, mit Schulden, Steuern und Papiergeld überschwemmt wurde, wir sahen eine Ueberschwemmung der Tiber unmittelbar nach der Occupatton Rom-, einen Ausbruch de» Vesuv»; aber der Zorn Gottes ist noch nicht gestillt, all' dies ist noch nicht die genügende Strafe für die Beraubung des Statthalters Christi. So muß auch die gegenwärtige Ueberschwemmung als rin Vorbote noch viel größerer bevorstehender Züchtigungen aufgefaßt werden. Es lst wahr, daß Gott versprach, die Menschen nicht mehr mit einer allgemeinen Ueberschwemmung zu strafen, aber Italien verpflichtete er sich nie vor der äußer- Pen Zerstörung zu bewahren." In der That, ein schöner Trost für die Unglück- ltchen, al» Sündenböcke des göttlichen Zornes zu dienen!


