ichmer Anzeiger
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen
Freitag den 9. August
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Berlin, 6. August.
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tßretS vreneljährifl 1 st- 12 h- mit Brtngerlobn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 kr.
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Tiefe steht.
Nachdem der Wagen mit Futter beladen war, trat Nikolaus Mütter II. den Rückweg an. Auf demselben stürzte das Fuhrwerk in einen mit Wasser angefüllten tiefen Graben, wobei Nikolaus Müller II. feinen Tod fand, die beiden Kinder aber, deren älteres sich an einen Weidenbaum fcstklammerte und gleichzeitig das jüngere über dem Wasser hielt, in die äußerte Lebensgefahr geriethen.
Der Rheinmüller Friedrich Roth von Gernsheim, welcher im Begriff war, in einem Nachen nach seiner Rheinmühle zu fahren, bemerkte die Lage der Kinder, sprang alsbald aus dem Nachen und schwamm auf die Stelle zu, an der sich die Kinder befanden. Es gelang ihm, dieselben zu erfassen und unter großer An- strengung und mit Beihülfe seines Mühlburschen in Sicherheit zu bringen.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Friedrich Roth von Gernsheim für diese menschenfreundlich von ihm mit Muth und eigener Lebensgefahr auegefühne That das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Rettung von Menschenleben" Bllergnäotgst zu verleihen geruht.
3. Oeffrntliche Anerkennung einer edlen That. Am 11. Juni l. I. fuhr Philipp Glock von Erfelden mit einem kleebeladenen Wagen, auf welchen mehrere Kinder saßen, auf der längst des Rheindammes hinziehenven Staatsstraße nach Erfelden zurück. An dem sogenannten Poppenheimer Loch, einem stehenden Gewässer neben der Chaussee, stürzte der Wagen durch Scheuwerden des Pferdes Die Straßenböschung hinab und fiel in Folge dessen das auf dem Wagen befindliche 7jährige Söhnchen der Maria Müller zu Erfelden, Heinrich, tn das erwähnte, sehr tiefe Wasser. Das Kind kämpfte bereits mit dem Ertrinken, als auf den Hülseruf des gleichfalls durch Wasser bedrohten Philipp Glock der in der Nahe arbeitende Johannes Ehrenfels III., Sohn des OrttbürgerS Philipp Ehreufels III. zu Erfelden, herbei eilte, in das Wasser sprang, auf das Kind zuschwamm, es erfaßte und glücklich lebend an das Ufer brachte.
Seine Königliche Hoheit der Großherzog haben dem Johannes Ehrenfels III von Erfelden für diese menschenfreundliche, von ihm mit Muth und eigener. Lebensgefahr ausgeführte That, neben einer Geldprämie, das allgemeine Ehren- zeichen mit der Inschrift: „Für Rettung von Menschenleben" Aüergnädigst zu
Erscheint täglich, mit &u8* nähme Sonntags.
Expedition: Canzleiberg, Lit. B. Nr. 1.
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verleihen geruht.
Bekanntmachung, die Bestätigung von Stiftungen und Vermächtnissen
betreffend.
5. Ermächtigungen zur Annahme und zum Tragen fremder Orden.
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6. Dienstnachrichten. Seine Königlich« Hoheit der Grohherzog haben allergnädigst geruht: nm 19. Juli Vem Pfarramt- - Canbibaten Carl Wilhelm Sehrt aus Schönberg, im Kreise Bensheim, bi« zweite lutherische Psarrstelle zu
Groß-Umstadt zu übertragen.
Darmstadt. 6. August. Die den Ständen zur Berathung unterbreite e Vorlage w>g°n Erhöhung der Minimalgehalte der Geglichen wird unjwer >lhaf, im Schober Kamme/ eine sehr iebhaste Erörterung über das Verha,nch er katholischen Kirche zum Staat Hervorrufen. E« werden hlerbeiDmg-zur Sprache gebrachr werden, die sowohl hier tote zu Mainz in unem ßefl)lne" Paläste se«r unangenehm berühren müssen. Die Pfeile de« AntzriffS w-,d-n sich invessen nicht allein gegen di- Uebc.gr, ff- des Ultramon an.smu«, sond- n auch gegen oie lulherisch-n PatronatSher.en richten und h'-.bei manche 4
»«ottfu Schaven enthüllen. B'Nmh-t- Kenner I-S Ka">n.°ns n gechcmüthigenl durch ihren kampssüchtigen und störrischen Sinn aber bekannter, Geist-
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Darmstadt, 7. August. In Ausführung des Gesetzes vom 25. Nov. 1871 hat die Regierung den Ständen eine Vereinbarung in Bezug auf die Verwendung der von den FeuerversicherungS'Anstolten für gemeinnützige Zwecke zu entrichtenden Gelder in Vorschlag gebracht. Hierin wird zunächst bestimmt: „Die Beiträge, welche im Großherzogthum zum Geschäftsbetrieb zugelsffenen Mobiliar-Feuer- verstcherungs-Anstalten nach dem Gesetze vom 25. Nor. 1871 jährlich mit zwei Procent ihrer Brutto-Prämien-Einnahme für die von ihnen im Großherzogthum übernommenen Versicherungen der großherzoglichen Regierung zur Verwendung für öffentliche unv gemeinnützige Zwecke zur freien Disposition zu stellen haben, werden der Haupistaatscassc zur Vereinnahmung überwiesen. Außerdem wird der Regierung diejenige Summe, um welche diese Beiträge und die Zinsen der von Dem Ministerium des Innern in dem Fond für öffentliche und gemeinnützige Zwecke angelegten Capitalien zusammen weniger als 16,000 fl. jährlich betragen, aus der Hauptstaatscaffe zur Verwendung für gemeinnützige Zwecke zur Verfügung gestellt." Weiter soll der „Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke" wie seither von der Hauptstaatscaffe als besonderer Fonds, worüber Rechenschaft abzulegen ist, nach der Weisung des Ministeriums des Innern ver- waltet werden, letzteres jetoch berechtigt sein, bis zum Betrag von 5000 fl. in der Art zu verfügen, daß deren Verwrndung im Ganzen, aber nicht in ihren einzelnen Bestandtheilen nachgcwicsen zu werden braucht. (Fr. I.)
Berlin, 6. August. Zur Geschichte der französischen Anleihe macht ein hiesiges Localblatt die interessante Mittheilung, daß die Firmen Blrichröder und die Diöconto-Gesellschaft vor dem SubscriptionS-Termine ein gedrucktes Rundschreiben versandten, in welchem die Auspicien der Anleihe bengalisch beleuchtet und die Adressaten zu lebhaftester Betheiligung erinnert wurden. Gleichzeitig mit diesem Rundschreiben ging aber gewissen Personen noch besonders ein rother Zettel zu, welcher die Ueberschrist „vertraulich" trug und die bedeutungsvollen Worte ent- hielt: „Auf den auf Ihre Zeichnung entfallenden Betrag werden wir Ihnen i/8 Procent sergüligen." Za bei den genannten Firmen 3i/2 Milliarden geze chnet wenden und ähnliche Vortheile auch wohl anderen Zeichnern bewilligt worben sein werden, so löst sich das „Wunder", von welchem der französische Fiuayzminister so emphatisch gesprochen, in sehr erklärlicher Weise auf.
Berlin, 6. Aug. Der „Kreuzzeitung" zufolge hat am 3. und 4. d. M. eine Conferenz von vorzugsweise Kirchenrechtskundigen unter dem Vorsitze des CultusministerS hier stattgefunben. Nach allen bisher in die Oeffentlichkeit ge* drungenen Mittheilungen über den Stand der kirchlichen Frage Dürfte der Be- raihungsgegenstand dieser Conferenz überwiegend negativer Natur gewesen sein. Es gilt nämlich für ausgemacht, daß der Kaiser die ihm in Homburg vom Minister Falk unterbreiteten Vorschläge des StaatsministenuwS nicht sanctionirt hat. Unter diesen Umständen dürfte die Unproductivität der Reichs-, bczw. preußischen Staatsregierung in Bezug auf die weltbewegende staatlich-kirchliche Frage constatirt fein. „Beata sterilis, quae non parit“, sagt der Papst.
Berlin, 6. Aug. Die „National-Zeitung" meldet, daß zu den unter des Cultusministcrs Vorsitz stattgehavten kirchenrechtlichen Conferenzen der aus dem Streite Badens mit der Freiburger Curie bekannte Professor Dr. Friedberg zu Leipzig zugezogen war. — Die „Spener'fche Zeitung" zeigt an, daß Staats- Minister Delbruck's Rückkehr Mitte De« Monats bevorstehe.
Berlin, 6. Aug. Während nunmehr wie in Posen und Schlesien auch in Westfalen und in der Rheinprovinz die Ausführung des Reichsgesetzes wider den Jesuitenorden beginnt, bringt heute die „N. Allg. Z." eine allerdings auch für weitere Kreise bemerkenswcrthe Betrachtung aus der „Union liberale" von Verviers. Unter der Ueberschrist: „Einst und Jetzt" klagt das belgische Blatt:
Als vor fünfundzwanzig Jahren zwei hochwürdige Patres bescheiden und bemüthig in unserer Stadt ankamen, da bemächtigte sich der Bevölkerung eine große Aufregung. Es schien, als ob sich plötzlich auf das bis dahin so friedliche und durch Die zwischen allen Einwohnern bestehenden guten Beziehung so bemer- ...^ikenswerthe VervlelS eine Landplage yernieoergelaffen hätte. Jedermann behauptete, natürlich; daß düse Aera Der Rübe und des Stilllebens durch die Ankunft der scheinbar
Gefundene Gegen st an de:
Ein Zulegmesser, ein Felddienstzeichen pro 1870/71, ein alter Sack mit zwei Sicheln, 3 fl. 30 kr. in Silbergeld, ein Korkzieher, eine alte mit Eisen beschlagene Kiste und bine^d$ werben aufgefordert, sich binnen 3 Wochen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zurückgegeben oder sväter au Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden. „ „ _ _ „ „ . . „ x ,
P Gießen den 9. August 1872. Großherzoglrche Po lrz er-Verwaltung der Provmzralhauptstadt Greßen.
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nd Explosionsgefahr a ■ «, in Gießen. 9 1 Hofsmann 16, in Lich.
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1 Erzählung von & Tn Panther Europas aalzeichnung von Guidi ns. Pon Georg Hom dn Dorfkirchweih.
-man. Mit AbbildM: Nach dem OriginalbM für diellcberschwemwW reiherrn von Stein
s Schuldigen leiden zu lassen. — Am 21. August findet im Ritsert'schen Saale
Deuts(ylanV. ^dahier eine außerordentliche Versammlung des Landeslehrervereins statt, in
Darmstadt. Das Grsßb-rjvglich- Regierungsblatt Nr. 35 enthält: -welcher cas Een Ständen vorgelegte Gesetz in Betreff der Gehalte der Volk«.
1. Allerhöchste Sabine,sordre, die Organisation der Grossherzo glicheN|schullebrer debattirt wird. Man erwartet über 400 Lehrer. (.Fr. 3°urn.) Generäl-Adjutantur betr 7 Rnnnll 9inAführunä des GeskdeS vom 25. Nov. 1871
2. Oeffentliche Anerkennung einer edlen That. Am 22. Juni laufenden Jahres fuhr der Ackersmann Nicolaus Müller II. von Gernsheim in Begleitung seines 8jährigen Söhnchens Georg und seines Zi/zjährigen Töchterchens Katharina auf einem mit Pferden bespannten Wagen in der Absicht, Futter zu yolen, in den sogenannten Wörth, einem in der Gemarkung Gernsheim befindlichen, westlich vom Rhein begrenzten, mit Weidenbäumen und Gras bewachsenen District, welcher zur Zeit größten Theils unter Wasser von nicht unbeträchtlicher


