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Deutschland ganz ander«. Immer wurde jahrau- jahrein in jeder evangelischen Gemeinde vaS Lied gesungen:Erhalt' un-. Herr, bet deinem Wort, und steur deS Papst« und Türken Mord." Und die tSreianiffe lieferten fast alljährlich den praktischen Commentar zu dieser Gleichstellung der zwei großen Feinde der Christen. Eben halte wieder in Ungarn eine blutige, zehn Jahre an­dauernde Verfolgung der Protestanten stattgefunden. Was Ludwig XIV. in Frankreich an den Reformirten verübt, war ohnehin weltbekannt, und so fehlte e« den Predigern nie an Veranlassung ihre Gemeinden zur Fürbitte für die Glaubensgenossen, die durch die antichristliche Tyrannei schwer bedrängt seien, aufzufordern. Bei der dadurch erzeugten Volksstimmung durften theologische Unionsbestrebungen nicht einmal zu den Ohren deS Volks dringen, sie mußten vielmehr sorgfältig geheim gehalten werden. Leibnitz ist zwar keineswegs heimlich Katholik gewesen, wie man eine Zeit lang aus seiner etwa vor 50 Jahren aufgefundenen und gedruckten Schrift, dem sogenannten Systema Iheoiogicum, schließen zu dürfen wähnte. Diese Schrift sollte nur zeigen, waö ein denkender Mann, wenn er sich ganz auf den katholischen Standpunkt versetzt, zu Gunsten der streitigen katholischen Dogmen etwa sagen konnte. Aber Leibnitz gehörte andererseits auch wieder dem protestantischen Bekenntniß, an welchem er vieles mißbilligte, nicht an. (St selbst hat an seinen hohen Gönner und Freund, den Landgrafen Ernst von Hessen, geschrieben: wenn er tn der katholischen Kirche geboren wäre, dann würde er nie auS ihr ausgetreten sein; aber eintreten in dieselbe könnte er auch nickt, solange sie gewisse Lehren in ungemilderter Schroffh.it zu bekennen auferlege. Nach der Ansicht von Leibnitz sollte ober alles, was sich als eine schon in der alten Kirche der ersten Jahrhunderte allgemein geglaubte Lehre erweise, das sollte auch von protestan­tischer Seite zugestanden werden, und in der That hotte schon Molanus in diesen Verhandlungen so viel Anstöße in seinen Ausführungen zu heben gehabt, daß Bossuet meinte: wenn auch die übrigen Theologen diesen Ausführungen und Darstellungen beistimmten, dann eine Veremigung von Katholiken'und Protestanten fast schon vollbracht sei. Aber nun glaubten die beiden Männer, Leibnitz und Molanus, darauf bestehen zu müssen, daß das tridentinische Concil in seiner Menge von Anathemen suSpendirt, und daß die Streitfragen erst auf einem neuen gemeinschaftlichen Concil von Katholiken und Protestanten geprüft und verglichen werden müßten. Dabei berief sich Leibnitz auf das Zugeständniß, welches ehedem auf der Versammlung zu Lasel den Hussiten ge­macht worden sei. Noch treffender wäre für ihn das Beispiel des Concil« von Florenz gewesen, wo man ohne Rücksicht auf die vorauSgegangenen Entscheidungen eines andcrn Concils, der Synode zu Lyon von 1274, den Morgenländern, den Griechen, zu Gefallen alle Unterscheidungs­punkte noch einmal erwogen und gemeinschaftlich ausgeglichen, also wirklick schon einmal die Be­schlüsse eines allgemeinen Concils suSpendirt hatte. Allein Bossuet meinte diese Forderung schlechterdings nicht zugestehen zu können. Daran scheiterte zuletzt alles.

Nun ist allerdings zu sagen, daß die grüßten Schwierigkeiten, die nicht wegzuräumenden Steine des Anstoßes bei allen diesen Verhandlungen im Grunde gar nicht zur Sprache kamen, oder höchstens nur gelegentlich angedeutet wurden. Derselbe Theologe Molanus, der sich in den Glaubenslehren so versöhnlich, fast katholisch gesinnt zeigte, äußerte nachher gegen andere Theo logen: Der Widerruf deS EdictS von Nantes, bekanntlich der Anfang der Unterdrückung und Ver­folgung der französischen Protestanten unter Ludwig XIV., sowie die Thatsacke, daß selbst der beste unter den Päpsten, nämlich Jnnocenz XI., daS förmlich gutgeheißen hat, find Dinge, welche mich in der Absonderung der evangelischen Lehre von der päpstlichen mehr bestärkt und bekräftigt haben, als die Leciüre aller evangelischen Streitschriften, die jemals in meine Hände kamen. Das wollte, so einleuchtend es'jedem denk.nden Menschen erscheinen mußte, selbst Bossuet durchaus nicht sehen, daß eine Kirche, für welche Gewissenszwang und blutige Ausrottung aller Anders­gläubigen Princip und Regel sein soll, nur Haß und Abscheu Hervorrufen kann. Hier aber will ich doch, da selbst ein Papst wie Jnnocenz XI. gerade in diesem Punkte sich so schwach oder so verblendet erwiesen hat, darauf Hinweisen, daß eS wenigstens einen Papst gegeben hat, der hier die Wahrheit erkannte. Es war daS Clemens XIV., freilick derselbe Papst, der hekannilich den Jesuitenorden aufgehoben hat. In den Schriften dieses Papst.S, die sehr wenig bekannt geworden find, habe ich folgende Aeußerung gefunden:Weich' glücklichen Umschwung würde man gesehen haben, wenn man, statt die Irrgläubigen zu verfolgen, ste mit aller möglichen Zärtlichkeit ge­beten und beschworen hätte, fick nicht vom Mittelpunkte der Einheit zu entfernen, wenn man ihre Zweifel mit Güte aufgeklärt, ihre Einwürfe mit Geduld angehört, überhaupt so mit ihnen geredet hätte, wie die Religion selbst rebet. ohne Bitterkeit und ohne Hochmuth." Ich weiß freilich nicht, ob Ganganelli oder Clemens XIV., als er die« schrieb, sich erinnerte, daß er mit diesen Worten eine lange Reibe seiner Vorgänger, und darunter den canonifirten PiuS V., ver- urtheilte. Noch anderes stand feindlich und drohend bei diesen Friedensverhandlungen im Hinter­grund und legte sich wie ein finsterer Schatten auf jeden Keim einer Fr'eder.Shoffnung. Vor allem die Vorstellung von der schrankenlosen Macht deS PapstthumS, welcher gegenüber jeder Versuch, fie in den apokalyptischen Schriften, in Glaubens-Erpofitioneu gemildert oder erträglich erscheinen zu lassen, wie z. B. Bossuet versucht hat und vor ihm Verron, zuletzt doch illusorisch werden mußte. ES gab wobl niemals einen Protestanten, der daS Papstthum günstiger beurteilt hätte, als gerade Leibnitz. Er wünschte die weltliche Herrschaft der Päpste noch erweitert, aus­gedehnt aus ganz Italien, damit die Päpste um so besser als europäische Schiedsrichter Erobe­rungskriege zu verhindern, Frieden zu stiften im Stande wären. Allein eine despotische, schranken­lose Gewalt, wie fie die Jesuiten und alle Romanisten dem römischen Hofe zuerkannten, hielt auch er, rote er es kräftig gesagt hat, für ebenso unerträglich al« allgemein schädlich. Sodann war es'ein stehender Vorwurf und Einwand, daß gar Manches, was sich auf dem Papier gut und unverfänglich ausnehme, in der Wirklichkeit, in der practiscken Anwendung, im Volksleben eine ganz andere und häufig ganz anstößige Gestalt annehme. Dieses Gefühl sprach sich schon leb­haft aus, als in dem ganzen protestantischen Europa von allen Seiten Widerspruch erhoben wurde gegen die Erpofitionen BossuctS. Auch Molanus, der versöhnlichste der Theologen, ver. schwieg eS nicht: In der Lehre, sagt er, sei daS Papstthum nicht so schlimm als im Leben; im CultuS, wie er besonders in katholischen Ländern, Italien, Spanien, Süddeutschland, wahrgenom­men habe, da sei der Gottesdienst dermaßen verderbt, daß ein denkender, mit der evangelischen Lehre bekannter Mensck die päpstliche Religion, wie er sich auSd'ückt, für eine bloße Politische Erfindung zur Unterjockung der Menschen hallen mußte, lieber diesen Punkt nun befand man fich in völliger Rathlofigkeit, und diese kam zu Tage, wenn man, im Hinblick auf eine Vereini­gung, erwog, wie auch nur die ärgsten Auswüchse eines rohen und unsittlichen Aberglaubens auf eine den Protestanten nur einigermaßen genügende Weise beseitigt werden könnten. Besonder« waren eS die geistlichen Orden, die durch Aufmunterung dieses Volksaberglaubens, indem fie ge. winnsüchtig das Volk dadurch auszubeuteu suchten, Aergerniß gaben, und bei jedem Gedanken an eine kirchliche Wiedervereinigung so abschreckend wirkten, daß die katholischen Theologen im Grunde sich hier nicht zu helfen wußten; kenn diese Orden waren so unabhängig und ihre finanziellen Bedürfnisse so überwältigend, daß Niemand ein wirksames Mittel, wie sie gezügelt werden könnten, anzugeben wußte. Leibnitz sagt einmal: daS sei immer die große Frage, wieweit eS denn zulässig wäre, daS öffentliche Verderbniß zu dissimuliren, besonders wenn eS aussieht, als ob in den Schritten, die man thut [er meint die Schritte der Erneuerung ober zur Vereinigung^,, eine stlll- schweigenbe Billigung solcher Corruption liege. Man sieht auS ber ganzen Literatur unb bem Schriftenwechsel bei Gelegenheit biefer Verhandlung, daß über diesen Punkt keiner der katholischen Wortführer oder Theologen etwas die Protestanten irgend befriedigendes zu sagen wußte. Der Verfasser einer LebenSgesckickte BoffuetS, Cardinal Poffet, weiß sich nun nicht zu erklären, durch welches Derhängniß, wie er sagt, diese hoffnungsreichen und schon so weit geführten EinigungS- bemühungen doch so ganz spurlos im Sande verlaufen seien; er meint: die Einmischung LeibnitzenS, welcher die Theologen eingefchüchtert, habe alles verdorben. Das ist, wie man jetzt sieht, nachdem erst in jüngst.r Zeit viele damals verfaßte Schriften von Leibnitz veröffentlicht worden sind, ganz grundlos; vielmehr würde Leibnitz noch eher mehr zugcstanden haben als die Theologen. Der wahre Grund lag eben anderswo. Mit einer Kirche, in welcher das Bekenntniß des Lebens, deS Handelns, deS Zulassens so weit verschieden ist von dem Bekenntnisse des Wortes, der Lehre, kann man eben nickt werter als zu bloßen th-oretischen Verhandlungen kommen. Bossuet selbst wollte da« nun freilich nicht einsehen. So oft ihm ein arger Mißbrauch in der katholiscken Kirche vor­gehalten wurde, wies er mit siegreicher Miene hin auf die Glaubenslehre, in welcher davon nichts

enthalten sei, unb boch hätte man gerade ihn selber als redendes Beisprel ber kirchlichen Ohnmacht anführen können. Gr fand sich damals in ber eigenen Kirche einer erst hunbert Jahre früher etwa ersonnenen Lehre gegenüber, welcke für bie religiöse Stellung eines jeben Christen von ent-

scheidenbcm Einfluß sein mußte, nämlich ber Leh e, baß bie bloße Furcht ohne Liebe Gotteö zum

Empfang ber Sündenvergebung hinreiche. Bossuet selbst hielt biese neue Lehre für einen höchst schädlichen, daS Christenthum in seinem innersten Wesen antastenben Jrrthum; er schrieb ein eigenes Werk barüber, aber mußte eS geschehen lassen, daß bet mächtigste unter ben geistlichen Orben, bet Jesuitenorden, mit W ssen unb Unterstützung beS rörn scken HofeS, biese Irrlehre in sein n Schutz nahm, und im Beichtstuhl in seiner eigenen Diöcese darnach verfuhr, und derselbe Bossuet fand cS ganz in der Ordnung daß man Jeden, der etwa daS Abendmahl unter beiden Gestalten hätte auStheilen wollen, aus der Kirckengemeinsckaft ohne Weiteres ausstoße und ercommnnicire. So verstehen eS selbst große Theologen, Mücken zu feigen und Kamele zu verschlucken, aber dloS um der Einigkeit und deS Gehorsams willen.

Seit jenem fruchtlosen Versuch von Bossuet, MolmnS unb Leibnitz ist weder in Deutsch­land noch irgend auderSwo etwas ähnliches unternommen worden. Man war eben gründlich ent--

muthigt unb abgefchreckt. Im 18. Jahrhundert ließ auf protestantischer Seite schon der allmäh­lich fich verbreitende Rationalismus keine Unionsgedanken mehr aufkommen, und auf katholischer Seite hatte man erst nach bet Aufhebung deS Jesuitenordens in Deutschland 1773 überhaupt an eine Wiederaufnahme jener früheren Bestrebungen denken können. Aber man hatte im eigenen Hause mit Reformversuchen zu viel zu Ihnn, unb die besten Männer im katholischen Deutschland meinten eben nur: in ein gereinigtes HauS solle man die herbeigesehnten Gäste einzuziehen ein, laben. In ber Gegenwart nun zeigen sich wohl Erscheinungen, welche entweder eine scheinbare oder eine wirkliche Verwandtschaft mit jenen Bestrebungen haben, denen ich durch diese Vorträge Eingang in die Gemüthec der gläubigen Christen zu verschaffen wünsche. Mancher möchte wohl bie eine Zeit lang so viel besprochene evangelische Allianz bahin rechnen, allein biese Verbinbung, von ber eS seit geraumer Zeit sehr stille geworben ist, hat fich darauf beschränkt, ein bloßes äußerliches Zusammenhalten, eine gemeinschaftliche Action aller protestantischen zum Schutz unb Trutz gegen bie alten Kirchen zu Stande zu bringen. Die bucch König Wilhelm III. von Preußen durckgeführte Union ber lutherischen unb ber >eformirten Kirche blieb bekanntlich nur ein Stück­werk, ja fie hat zu inneren Zerrüttungen in ber protestantischen Kirche geführt, beten (Snbe noch gar nicht abzusehen ist. unb einet bet namhaftesten protestantischen Theologen, KahniS in Leipzig, hat erst in diesem Jahre in einem neuen Buch erklärt:Der Tag, an welchem man mit ben lutherischen Landeskirchen Deutschlands, Rußlands unb ScanbinavienS bie Union einfuhren wollte, würde ber Anfang heilloser Zerwürfnisse sein, beren wahrscheinliches (Snbe bie Auflösung biefer Kirchen wäre. Die allgemeine Durchführung der Union, setzt er bei, ist eine Unmöglichkeit." Ich glaube, baS Princip, welches man bei biefer Vereinigung zweier Kirchen zu Grunde gelegt hat, bie verschiebenen Lehren unvermittelt unb unversöhnt neben einander bestehen zu lassen und dec eigenen Wahl eines jeden anheim zu geben, hat sich nicht bewährt. Vielleicht ließe fich eher die neugebilbete Genossenschaft ber Jrvingianet als ein im gewissen Sinne günstiges Symptom betrachten. Diese Genossenschaft zählt einige hochachtbare wahrhaft fromme unb mit bem kirch­lichen Alterthum wohlvertraute Männer zu ihren Lehrern. Bekanntlich auf protestantischem Boben erwachsen, gegrünbet von Männern, bie im protestantischen Bekenntniß erzogen waren, nähert fie fich in wesentlichen Stücken ben alten Kirchen, ber morgenländischen wie ber abendländisch- lateinischen, fiS erinnert stark an eine Erscheinung des zweiten Jahrhunderts, ben MontaniSmuö. Vielleicht gelingt es noch, manches, was innerhalb dieser Genossenschaft als zu phantastisch und dem altkirchlichen Bewußtsein geradezu widersprechend erscheint, abzustreifen, z. B. die Erneuerung deS Apostolats.

Wo Glaube und Liebe fich findet, da kann die Hoffnung als Dritte im Bunde nicht fehlen. Wer immer an Christus glaubt, wer fein Vaterland liebt, der kann fich der Erwartung nicht verwehren, daß eine nicht allzuferne Zukunft eine Kirche bringen werde, welche in ihrer gereinigten Gestalt als bie echte Nachfolgerin ber alten Kirche ber ersten unverdorbenen Jahrhunderte Raum und Anziehungskraft haben wird für die jetzt noch Geschiedenen eine Kirche, in welcher Frei­heit mit Ordnung, Zucht unb Sitte unb Glaubensreinheit mit Wissenschaft unb ungehemmter Forschung fich wirb vertragen können.

Wo ick meinen Blick hinrichte, im Leben unb in Büchern, überall in Deutschlanb unb in England besonders tritt mir diese Erwartung, diese Hoffnung, diese Sehnsucht entgegen. WaS ich weiter noch über diesen Gegenstand zu sagen habe, unb bie Darstellung ber gegenwärtigen religiösen Zustände, wie fie in England find, mit Bezug auf unsere Frage, da« verdate ich auf einen letzten Vortrag, ben ich in 14 Tagen, am Mittwoch ben 13. März, noch zu halten beab* sichtige. Den nächsten Vortrag wird am folgenden Mittwoch ein Anderer übernehmen, ein Freund."

Deutschland.

Darmstadt, 5. März. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer inter- pellirte der Abgeord. Dernburg die Regierung, ob sie gegen Schulbeawte und Vorstände, welche dem Reichsgesetz gegen den Kanzelmißbrauck öffentlich den Ge­horsam aussagten, einschreiten werde. Minister Bechtold erklärte, daß die Regie­rung dies Vorgehen mißbillige und geeignete Maßregeln ergreifen werde.

Berlin, 4. März. Wie diePos. Ztg." meldet, wird die Kozmian'sche Erziehungsanstalt nach einem Beschluß der königlichen Regierung in Posen mit Schluß des Semesters, also Ende dieses Monats, aufgelöst werden.

Berlin, 4. März. DerReichsanzeiger" enthält eine Verordnung bezüglich der Einberufung des BundcSraths auf den 13. März. Derselbe dringt ferner eine Zuschrift des Fürsten Bismarck, worin dieser erklärt, er habe bisher alle Zu- stimmungsadreffen zu der von der Regierung in Betreff des SchulaufstchtSgefetzeS befolgten Politik möglichst beantwortet, könne jedoch bei der erfreulichen Zunahme dieser Kundgebungen wegen seines Gesundheitszustandes und des Dranges der Dienstgeschäfte nicht jede besonders beantworten. Er dankt für das kundgegebene Vertrauen und versichert, er werde bemüht fein, sich das Vertrauen seiner Mit­bürger zu erhalten.

Oesterreich.

Wien, 2. März. Ein Erlaß des CultuS-MinisterS verordnet, daß fämmt- liche Acte der Altkatholikeu und die Handlungen ihrer Priester keine staatliche Gültigkeit haben sollen.

Frankreich.

Versailles, 5, März. Der Rücktritt Pouyer-Quertier'S steht seit gestern fest. Derselbe wird der Nationalversammlung heute seinen Austritt aus dem Ministerium zur Äenntniß bringen und zugleich Erklärungen über sein Verhalten geben.

Rouen, 4. März. In dem Prozeß Ianvier de la Motte haben die Ge­schworenen ihre Beratungen heute Abend um 6 Uhr beendet. Ihr Ausspruch lautete auf alle Fragen verneinend und wurden die vier Angeklagten rn Folge dessen in Freiheit gesetzt.

England.

London, 4. März. Unterhaus. Enfield erklärt auf die Interpellation Davonport's, daß Lord Lyons angewiesen worden sei, bei der französischen Re­gierung gegen die Verschiffung französischer Gefangener nach England energisch zu remonstriren.

Local-Notizen.

Gießen, 6. März. sNationaldenkmal auf dem Niederwald.) Freudiges nur vernimmt man aller Orten aus Deutschland über die allgemeine Betheiligung an dem National- denkmal auf dem Niederwald.

Das Volk in allen feinen Theilen fühlt, daß es fich hier nicht um äußeren Prunk, sondern um eine dem tiefinnersten Gefühl der dankbaren Nation entsprungene, von Vaterlandsliebe gefor­derte Widmung handelt, zu der beizutragen de« Patrioten erste Ehrenpflicht ist.

Auch auf dem Lande haben die Sammlungen bereits begonnen und, man darf eS getrost und zuversichtlich sagen, mit dem Erfolg, welchen man bei unserer opferwilligen ländlichen Be- joölferung zu erwarten berechtigt war.

Im Kreise Gießen nimmt einen hervorragenden Platz unter den Spendern dir Gemeinde ! Groß-Buseck ein, nickt sowohl durch die ie der Gaben andere begütertere Gemeinden ; mögen fie vielleicht in Reichlichkeit der Beiträge überragen wohl aber durch die rasche, rege Inangriffnahme der Sammlungen, verbunden milder allgemeinen Betbeiligung der Bewohner.

Kaum ist der Aufruf zu Sammlungen für jenen Zweck auf das Land hinauSgegangen jitnb schon sandle die Gern ind.' Groß-Buseck, zusammengetragen von 204 einzelnen Gaben, den !Betrag von 36 fl. als ihren ersten Beitrag bem Comite ein.

Mögen alle anderen Gemeinden, zunächst vor Allem diejenigen unseres Kreises, in gleich regem Eifer, in gleicher Gesinnung den wackeren Bewohnern von Groß-Buseck nachfolgen, mit

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Ä Gelöst nut 2,0ff Bei 415, 6rt6lta(tl< reichiscken.Rtnte", » Der amerif-inil^ ® ber ntugtgriWtn 4 werben, ein M i8. Zum Stlusse kc MsecsichcrunMell

Besondere B Oeffenilch 1116) Die Erben mn hiesigen Hut haben desien Ert wohlihat des Ino den hiernach alle' Louis Schild nen 3 Wochen, o sorderung in der gerechnet, ihre Fr ju machen, widrige lirung des Nach! würden.

Gießen, den 28. Grotzherzogllci Dr. Muhl Stadtrichte

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Der unbekannt ten wird hiermit < einsicht aut der j nrteu Gerichts e sie auf Scheidung nbobtn^abeunb N /ogecoiß 6inm lichung dieser Vers K'tung an gerecl Hann, als sonst s Vorbringens für c M Einreden aus ^gleich wird i Jen obiger Frist tzss rtzrr Jsä

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