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Preis vierteljährig 1 fl. 12 fr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 27 fr.

Gießener Anzeiger.

Erscheint täglich, mit Aus­nahme Sonntags.

Expedition: Canzleiberg Lit. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kietzen.

Nr. 6

Samstag den 6. Januar

n Vf werden noch fortwährend sowohl bei der Expedition, Canzleiberg

Bestellungen aus den Wletzenel ^lnzelger Expeditionen und den Land-Postboten entgegen genommen.

1872.

B. 1, als auch bei allen Post-

Abonnenten, welche den Anzeiger bei der Erpedition abhoien lassen, erhalten denselben pro k. Quartal zu 1 fl.

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Amtlicher

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,. Vagabunden.

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2225 Personen.

Zusammen

NB.

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5 hiesige, 79 Fremde.

6 hiesige, 275 Fremde, meist Handwerksburschen u.

Großherzogliche Polizei - Verwaltung. Nover.

Körperverletzung .

Beschädigung fremden Eigenthums und unbefugten Löschens der Straßenlaternen

Diebstahls.............

Betrugs, Unterschlagung und Fälschung Bettelns..............

Landstreicherei......

widerrechtlichen Eindringens in fremde Gebäude versuchter Nothzucht...........

Verletzung der Schamhaftigkeit gewerbsmäßiger Unzucht...........

Vollerer..............

Übertretung der Feierabendstunde Ruhestörung.............

Störung der Sonntagsfeier Concubinats.............

Hazardspiels Thierquälerei unterlassener Fremden-Anmeldung.....

unterlassener Reinigung der Straßen, Verunreinigung und Versperrung der schnellen Fahrens und Werfens .........

Vergehen gegen die Feuerordnung und verbotenen Schießens Uebertretung der Bauordnung . - - .....

unterlassener Fleischbeschau und Hetzen des Schlachtviehes .... Verkaufs verdorbener Lebensmittel.........

zu leicht gebackenen Brodes..........

Führung falschen Maaßes Uebertretung der Marktordnung unerlaubten Gewerbebetriebs unterlassener Verwahrung bissiger Hunde Hundesteuer - Defraudation..........

Octroi - Defraudation

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Bekanntmachung.

Die im Jahr 1871 in der Stadt Gießen angezeigten Verbrechen und Vergehen betreffend

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Nachstehende Uebersicht wird hiermit veröffentlicht: , . ... ,,

Die Lokal-Polizei der Stadt Gießen hat im Jahr 1871 zur Bestrafung angezeigt, beziehungsweise verhaftet und ermittelt:

Die auf Requisition der Gerichte vorgenommenen Verhaftungen sind hierunter nicht begriffen. Gießen, den 2. Januar 1872.

Wegen Verbreitung falscher Münzen . -

Widersetzung und Verletzung der Amts- und Dienstehre

Per­sonen.

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Politi scher Theiß.

Rumänische Eisenbahnen.

Empfindung, daß der Boden unter den Füßen zu bersten drohe.

Nun, Ungarn würde

Inzwischen hat, wie telegraphisch berichtet wird, die rumänische Kammer sich

das gemeint sei, darüber gab eine gleichzeitige Depesche des rumänischen Agenten in Konstantinopel, Herrn Strat, Ausschlüsse, die an Deutlichkeit nichts zu wün­schen übrig ließen. Dieselbe beschwor das rumänische Gouvernement, die Sache ja sehr ernst zu nehmen, da er mit Bestimmtheit zu versichern in der Loge sei daß die Eventualität einer europäischen Conferenz, resp. die Besetzung Rumäniens durch türkische Truppen in bestimmte Aussicht genommen sei.

Nicht genug an dem, so hatte die Pforte auch die Vertreter der anderen Mächte von ihrem Schritte verständigt und hatten die Agenten Oesterreichs und Rußlands die Ermächtigung seitens ihrer Cobinrte erhalten, denselben durch ihre eindringlichen Vorstellungen zu unterstützen, ein Auftrag, den sowohl Baron Schlechte als Baron Offenburg in der wohlwollendsten Weise zwar, aber mit allem Ernste

und Nachdrucke vollzogen.

Ave diese Umstände verfehlten ihren Eindruck nicht. Togs darauf gab der Ministerpräsident als Antwort auf eine, wie cs scheint, bestellte Interpellation die Erklärung ab: das Ministerium muffe aus der Annahme des von der Majorität der Commission vorgelegten Projectes eine Cabinetsfrage machen und sich vorbe- holten, eventuell entweder zu demissionircn oder die Kammer aufzulösen. 910(11 Anzeichen nach ist letztere Maßregel in erster Linie in'S Auge gefaßt, nur bleibt l(6 eine offene Frage, ob das Auflösungsdecrct noch die Unterschrift des CabrnetS

Man schreibt derKöln. Ztg." aus Bllcharest vom 27. December:

In den letzten Stunden hat sich der Stand der Eisenbahnsrage sehr zu Gunsten einer ruhigen und billigen Lösung derselben geändert. Noch vor wenigen Tagen standen die Chancen sehr schlimm, und selbst die Regierung schien in'S Schwanken zu gerathen, wenigstens erklärte sie, aus der Annahme des Bleich- röder'schen Projektes keine Cabinetsfrage zu machen, wodurch die Zuversicht der Rothen nicht wenig gehoben und ihrer Agitation neue Nahrung geboten wurde. Welche Zille diese Blwegung verfolgte, darüber durfte sich Fürst Karl keinen Illusionen hingeben. Das Schicksal Kusa's war auch ihm zugedacht. In einer Privatversammlung von Abgeordneten der Oppositionspartei wurde diese Eventua­lität ganz rückhaltlos ventilirt, und ein Deputirter erklärte sogar, aus dem Munde eines Ministers die Aeußerung vernommen zu haben, die Regierung sei gesoßt daraus, daß im Falle der Verwerfung des Eisenbahnprojectes Fürst Karl abreifen und Btbesco zum Fürsten der Walachei ausgerufcn würde; jo, es war sogar die Rede davon, Catargiu zum Regenten der Moldau einzusetzen, und es sanden sich Stimmen, die wissen wollten, es geschehe dies nicht ganz ohne sein Vorwissen. t v v

Leute wie Eogolnitscheano, Jean Ghika, C. A. Rosetti u. A., die es fühlen, doßlxg eine offene Frage, ob das Buflösungsdecret noch .

sie unter dem Fürsten Karl keine Aussicht auf Erfüllung ihrer ehrgeizigen Ab- Catargiu trogen würde, oder ob cs der Fürst nicht vorzichen durfte, diesem Mt- sichten haben, entwickelten eine außerordentliche Rührigkeit; kurz, man hatte die nisterium ein aus verläßlicheren Männern, wie Epureano und Demeter Ohika, gebildetes zu substituircn. Indessen mehrt sich die Hoffnung, daß -es dazu nicht Die Vorst-Vung-n der Macht- haben die unruhig,» Köpf- roch

Zur guten Stunde für alte Freunde dir Ordnung trat ein- Windung turch^kommrn werd-. --- -, ... . - . . .. ,

äußere Einwirkung .in. Am 23. wurde di- Kammer zu -tn-r g-h-tme» Sitzung stutzig gkmacht. Freilich ermüdet auw die Umsturzpart- nicht, so d dutfrt h°ut- rinb-rufen, um vom R-gi-rungstisch- au» -ine wichtig- Mittheilung entgegen zu gerate C. A. Rosetti, der die Redactton de« »Romanul,, M

mhm-n. Der Minist-rprafid-ut eröffnete den V->saww-l,en, er hab- soeben vom mit ter Nachricht, daß die Jncorporirung Rumäniens n Ungarn eine Sache s-I, Gioßvezir eine Note eihatten, worin dersilbc in aller-ntschied-nst-r Weise mahnt, di- in Eastetn mit dem Fürsten Bismarck abgemacht wurde. Nu». Unaa-n wurde die Eisenbahnsrage im Sinne der Gerechtigkeit zum Austrage zu bringen, falls sich für^dieses^Geschenk bedanken.^ -

Rumänien nicht die ernstesten Complicationen gewärtigen wolle. In welchem Sinne