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Rußland in seinen Angelegenheiten und in der Beurteilung dessen, was ihm
Kirche!"
Abt Mertl von Sanct Stephan in Augsburg hat fromme, ganz selbstständig sei. Wir lassen uns in unseren Ansichten vom russischen
begleitet sein würden.
gen dem
B. L.", die Desertionen Gelegenheit ist günstig,
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nung, daß sie uns selbst Nachtheil bringen, indem sie unsere Produktivität lahm legen.
die HoffNUNg aus , Vu|) vu muui ^umiv»u|ivm *»•
in beiden Häusern des Reichsrathes und der Regierung die Arbeiten der diesmaligen Session von einem gedeihlichen, segensreichen Erfolge für das Vaterland
der Nähe des Vatikans ausstellen, sind die gegenwärtigen Bewohner desselben in Besorgniß wegen unangenehmer Ueberraschungen, welche ihnen ungebetene Gäste bereiten könnten. Man hat es, um einer solchen Eventualität möglichst vorzubeugen, für das Beste gehalten, die am leichtesten zugängliche Stelle durch eine neue Mauer zu schuhen. Dieselbe wird von der sogenannten Bastion der Schweizer an längs der Straße S. Pellegrino laufen und bis über die Porta Angelika hinauSreichend, die Ostseite des Belvedere einsriedigen. Mehrere Hundert Arbeiter haben bereits die Erdarbeiten in Angriff genommen. — Vom 1. Januar ab wird das Arsenal von Genua, bisher der KrigSmarine zugehörig, Eigenthum der Stadt sein.
Rom, 2. Jan. Der Papst ist von einem leichten Unwohlsein, welches ihn in den letzten Tagen befallen hatte, vollständig wieder hergestellt. — Heute findet beim Minister des Aeußern ein Diner zu Ehren der Mitglieder der Telegraphen- Conferenz statt. Dieselben besuchen morgen Neapel, wo ihnen die Municipalität einen glänzenden Empfang bereitet.
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Amerika.
Newyork. Die große Jury hat 15 Anklagepunkte gegen Tweed und eben so viele gegen Connolly festgestellt. Sie beziehen sich alle auf einzelne Criminal- verbrechen, die mit dem Tammany-Schwindel zusammenhängen. Connolly ist noch immer in Hast, da er keine Bürgen aufzutreiben vermag; Tweed dagegen, der gleichfalls schon auf dem Wege zum Gefängniß war, wurde kraft der Bestimmungen des habeas corpus sofort vor den Richter Barnard gestellt und von diesem gegen Bürgschaft auf freien Fuß gesetzt.
in die Freihäfen des Jlhmus von Panama einlaufen, mit Certificaten von einem columbischen Konsul versehen sein.
London, 3. Januar. Die erwartete Aufhebung des englischen Gesandt- schaftsposteaS in München ist nunmehr erfolgt. Der seitherige englische Geschäftsträger am Stuttgarter Hofe, Morier, wurde zum Geschäftsträger in München, Der seitherige englische Botschaftssekretär Petre in Berlin zum Geschäftsträger in Stuttgart ernrnnt.
Interesse leiten, sind aber keineswegs die wüthenden Deutschenfreffer, als welche uns die deutschen Zeitungen darstellen." Darauf erwiderte der Prinz:
Ich verstehe Sie. In diesem Sinne würde ich an Ihrer Stelle der en- ragirteste Russe sein. Was Deutschland betrifft, so wissen Sie selbst — Sie lebten ja in Deutschland — , daß die Deutschen ein friedliebendes Volk sind. Gott sei Dank, eS ist uns gelungen, große Siege zu erringen; wir wünschen aber nichts als den Frieden. Die deutsche Cultur hat, wie ich glaube, in der That einige Vorzüge vor der französischen, der in Rußland der Vorrang eingeräumt wurde, und es wäre wünfchenswerth, daß die Russen sich mit der deutschen Bildung näher
England.
London, 3. Januar, Vormittags. Die türkische R gierung hat der hiess- angezrigt, daß die Passage durch die Dardanellen und den Bosporus seit 13. December frei ist. — Nach der „London Gazette" müssen Schiffe, welche
Local-Notizen.
Gießen, 4. Januar. Ein bitt lebender Rentner vermißte Ende December, als er die Coupons abschneiden wollte, zwei Obligationen, jede zu 500 Francs. Die Polizei, die unterdessen ermittelt, daß die Frau eines hiesigen Bürgers beide Obligationen entwendet und dieselben zu Frankfurt verkauft hat, hat dieselbe gestern verhaftet.
Frankreich.
Paris, 1. Jan. Die Pariser haben im Ganzen genommen das neue Jahr ziemlich heiter angetreten. Die ganze Nacht über herrschte auf den Hauptstraßen und den Boulevards das regste Leben, und wenn es auch nicht so flott zuging, wie in früheren Jahren, so wurde doch sehr viel gezecht und auch ziemlich viel verkauft. Besonders lebhaft ging es auf den großen Boulevards zu, wo seit Weihnachten eine Art von Jahrmarkt abgehalten wird. Die Menge war dort bis gegen 3 Uhr Morgens ziemlich zahlreich, wie denn auch alle Kaffee», Bier- und Weinhäuser überfüllt waren. In diesen ging es recht lustig zu, doch sprach man auch viel von dem vergangenen Jahre, der Belagerung, dem „Heldenmuth" der Pariser, der „Unfähigkeit Trochu'S" , der Septembermänner rc. und drückte allgemein den Wunsch nach baldiger Revanche aus. lieber die „Prussiens" wurde viel geschimpft, und auch einige Deutsche, welche sich unter die Menge und in die Wirthshäuser gewagt, wurden mit schnöden Redensarten behandelt, zu unliebsamen Scenen kam es jedoch nicht, wie denn auch die Stimmung des Publikums trotz der Gespräche über die Vergangenheit keine schlimme war. Das Gefühl, welches vorherrschte, war das des „Stolzes", da sie sich erinnerten, mit welchem „Stoicismus" sie die Strapazen der Belagerung vor einem Jahre ertragen, und es verhinderte keineswegs, daß man sich ganz gut und sogar auf sehr ausgelassene Weise amusirte. Auch ging der Deutschenhaß nicht so weit, daß man nicht „Sauerkraut" in Masse aß und Bier in ungeheuren Quantitäten vertilgte, besonders in der „Brafferie Keller", was sich um so komischer machte, als diese, obgleich sie früher sehr stark von den Deutschen besucht wurde, heute der Hauptsttz der Anti- Deutschen ist, und es für die, welche als „Germanen" bekannt sind, nicht gut ist, sich dort blicken zu lassen.
Paris, 4. Jan. Noch dem „Journal osficiel" sind vom 25. bis 31. Dec. 440 Freilassungen gefangener Insurgenten erfolgt. Die Gesammtzahl der Frei- lassungen beträgt bis jetzt 11,720. — Dasselbe Blatt meldet, daß die russische Botschaft das Gerücht dementirt habe, Rußland beabsichtige, französische Offiziere zum Eintritt in die russische Armee zuzulassen.
Italien.
Rom, 29. December. Die Offiziere des aufgelösten päpstlichen Truppencorps waren durch ein Circular des Generals Kanzler eingeladen, vorgestern eine Stunde vor Mittag im schwarzen Frack und weißer Cravatte zur Feier des Namenstages Sr. Heiligkeit im Conststorialsaale zu sein. Der Papst erschien eine Stunde später und hörte die vom Kanzler vorgetragene Huldigungs-Adresse mit vieler Ge- nugthuung. Auch einige fremde Offiziere waren bei dem Gratulationsacte gegenwärtig. Später empfing er die bei ihm accreditirten fremden Minister oder viel* mehr die sie vertretenden Subalternen. Der Papst war zu ermüdet, auch die Collegien der Prälaten (Sagra Rota, Segnatura, Kammercleriker, Consistorial- Advocaten, apostolische Protonotarien rc.) an seinem Namenstage bei sich zu sehen, doch durfte sie Cardinal Sacconi gestern zu ihm führen.
Rom, 30. December. Seitdem die Italiener keine Wachtposten mehr in
da die nahe Schweiz den Flüchtigen Sicherheit gewährt.
Oesterreich.
Der Kaiser empfing den Präsidenten und die Vicepräsi-
Rußland.
Petersburg, 1. Jan. W e bereits erwähnt, hat Prinz Friedrich Karl von Preußen bei seinem Aufenthalte in Moskau am 17. December auch das von Leontjew und Katkow gegrünöefc Nikolaus ■ Lyceum besucht. Was er dabei mit dem Haupt-Redacteur der „Moskauer Zeitung" gesprochen, wird von der „Nuss. Welt" folgender Maßen angegeben: Katkow sagte zu ihm: „Wir wünschen, daß
Handelsberichte.
Darmstadt, 3. Januar. In der 36. Verloosung der Großherzoglich Hessischen Fünfzig- Gulden-Loose sind weiter herausgekommen: Nr. 26,4,62 mit 5000 fl., Nr. 53,973, 94,977 mit je 1000 fl., Nr. 26,425, 40.219, 50,203, 56,486, 56,937, 73 265, 91,468, 105,906, 109,048, 120,422 mit je 400 si.
Darmstadt, 4. Januar. In der heute fortgesetzten 36. Verloosung der Großherzoglich Hessischen Fünfzig-Gulden-Loose sind weiter herausgekommen: Nr. 36,168 mit 1000 si., Nr. 33,117, 34,940, 48,573, 51,883, 112,872 mit je 400 si.
ischof fort, auch manche« Gute erreicht, manches Schlimme verhütet. Noch am 15. Juli sendete die internationale (Minoritäts-) Versammlung eine Deputation an den Papst ab, worunter auch ich mich befunden habe. Der Papst nahm und sehr freundlich und gnädig auf und fragte, was wir denn eigentlich geändert wünschten. Wir baten um Einfügung der Worte: „gemäß der katholischen Tra- bitten und mit Zustimmung der G-sammtkirche oder der Bischöfe". Der Papst sagte, er hab, das Schema noch nicht gesehen, und fragte, wie viele Non placet sich dann in Placet verwandeln würden? „Wir und die uns gesendet haben, antwortete die Deputation, würden dann zustimmen." — „Wie viel sind es?" fragte der Papst. — „Achtzig", war die Antwort. — „Aber, entgegnete Pius, es stimmten ja 88 mit Non placet. Wenn wir etwa 100 zusawmenbringen Würden, könnte man auf die Aenderung eingehen!!!" Voll der besten Hoffnungen, sagte der Erzbischof, gingen wir von dannen. Allein des andern Tages hat die Jesuitenpartei des ConcilS, darunter der Thronumstoßer Senestrey von Regens- bürg, den Papst bearbeitet. Einen Taz später war wiederum Cardinal Rauscher beim Papste, um ihm den Dank der Minorität auszusprechen, und setzte bei dieser Gelegenheit die Consequenzen der Formel der Majorität auseinander. Aber der Papst war jetzt schon anderer Meinung. „Zu spät, erwiderte Plus, die öffentliche Sitzung ist schon anberaumt." Dann erzählte der Erzbischof noch von der Br- rathung der Minorität, ob man an der feierlichen Sitzung sich betheiligen solle oder nicht. Nur zwanzig waren dafür. Hierauf wendete sich der Erzbischof an die. einzelnen Professoren, und Abt Haneberg meinte, ihm sei die persönliche Jn- fallibilität im Schlußsätze doch zu stark. Der Erzbischof erwiderte: Eine persön- liche Unfehlbarkeit sei gar nicht definlrt worden. Zum Schlüsse der Aufwartung wendete sich der Erzbischof an Döllinger mit den Worten: „Wollen wir auf's Neue für die heilige Kirche zu arbeiten anfangen?" Da fuhr Döllinger scharf heraus: „Ja, für die alte Kirche!" Mit Mühe unterdrückte der Erzbischof seinen Zorn und sagte: „Es gibt nur eine Kirche, keine neue und keine alte." Da warf Döllinger die Worte dazwischen: „Man hat eine neue gemacht!" Der Bischof versuchte nun zu erklären, daß es in der Kirche und in den Lehren immer Veränderungen gegeben habe. „Unvergeßlich (schließt Friedrich) wird mir die Haltung Döllinger's und Hanebergs bleiben. Man sah Thränen in den Augen des Erzbischofs. Der Riß war geschehen. In dieser dramatisch bewegten Scene liegt dec Keim zur Begründung der in München geschaffenen „altkatholifchen"
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Wien, 2. Jan. ....
benten des Abgeordnetenhauses. Er gedachte in der Erwiderung auf ihre Anrede in anerkennender Weise der Schnelligkeit, mit welcher die Gesetzvorlage wegen provisorischer Forterhebung der Steuern ihre Erledigung gefunden habe, und sprach
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München, 4. Jan.
bie ihm angebotene Würde eines Bischofs von Speyer entschieden abgelehnt.
Konstanz, 2. Jan. In neuerer Zeit häufen sich, nach Angabe der „N. bei dem hiesigen Regimente in bedenklicher Weise. Die
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Börsenberichte.
Frankfurt a. M., 4. Januar. Börsenbericht. Die Hausse-Tendenz der Börse halt dauernd an und SpeculationS- wie Anlagepapiere setzten auch heute ihre steigende Bewegung fort. DaS Geschäft war von großer Ausdehnung. Für österreichische Bankactien ist auf die Nachricht hin, daß die Dividende für das 2. Semester 1871 mit 35 fl. firirt werde, erneuerte Kauflust erwacht und wurden dieselben heute bis 848 bezahlt.
Von Coupons war für amerikanische fl. 2. 23 kr., für Silberrente fl. 24. 22 fr. zu erzielen. __________________________________________________
Frankfurt a. M. Die Annonccn-Expedition von Rudolf Mosse in Frankfurt a. M. vermittelt auf dem erfahrungsgemäß erfolgreichsten Wege der Insertion auf das Zuverlässigste alle Arten Verkäufe und Verpachtungen von Gütern, Grundstücken, Fabriken, Gesuche und Offerten, Engagements rc ohne Provisionsantheil und unter alleiniger Anrechnung der Original-Jnsertionsgebühren.
bekannt machten. Wir haben einen großen Erfolg gehabt, aber auch in Rußland baß" bei einem harmonischen "Zusammenwirken der Majoritätlgeschehen Wunder. Sie vollbringen in einigen Jahren, waö andere Völker in ~ ~ " ' ' Jahrhunderten erreichten. Es ist mir bekannt, daß Sie die Reformen Ihres
Kaisers unterstützen. Deutschland wünscht den Frieden und die Freundschaft mit Rußland. Unsere Interessen collidiren in keiner Weise. Wenn in Deutschland eine gewisse Unzufriedenheit mit Rußland herrscht, so hat diese einzig in der zu strengen Abschließung seiner Gränzen und der übermäßigen Beengung des Handels durch die Strenge des Tarifs ihren Grund; was ist aber dagegen zu thun? Sich darüber zu beklagen, hat Niemand ein Recht. Was den Tarif betrifft, so waren wir niemals Fürsprecher der hohen Schutzzölle und sind im Gegentheil der Mei-


