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Buchtest, 2. März. Die Kammer nahm das Gesetz an, durch welches die Ismail zum Freihafen erklärt wird.

Amerika.

gestellt worden sind.

Köln, 2. April. Die clerikale Partei hat heute Abend unter dem Vorsitze des Herrn Fr. Bandri, des Präsidenten der Mamzer Katbolikenverfammluna, elN^

England.

London, 3. April. In der Nähe von Huddersfield fand gestern ein Eifen- bahn-Zufammenstoß statt, wobei viele Verletzungen zu beklagen sind.

Manchester, 2. April. Es hat hier ein großer Aufzug ter konservativen Körperschaften zu Ehren DiSraelt's stattgefunden, wobei dem letzteren 124 Adressen conservativer Vereine in Lancashire überreicht wurden mit dem Wunsche, daß man ihn bald an der Spitze der Regierung sehen möge.

Griechenland.

Athen, 2. April. Prinz Friedrich Karl ist hier eingetroffen.

Rumänien.

Der Kronprinz wird heute Abend hier zurückerwartet.

Stuttgart, 2. April. Abgeordnetenkammer. Vicepräsident Sick spricht ehrende Worte zum Gedächtniß des Ministers v. Scheurlen. Die Kammer erhebt sich. Dieselbe beschließt, Vie Regierung um die Erwägung zu bitten, ob nicht der Turnunterricht in den Volksschulen unter Beachtung der besonderen Verhält­nisse der einzelnen Gemeinden obligatorisch einzuführen sei.

Schweiz.

Bern, 3. April. Der VerwaltungSraty der Gottharb'oahn wählte den Direktor der Eentralbahn, Sulger, zum Mitglieds der Verwaltung, und zum Oberingenieur den Oberbaurath Gerwig in Karlsruhe mit einem Iahresgehalt von 40,000 Francs und einer Gratification von 100,000 Francs nach Vollen­dung des Buhnbaues, sowie einer Berechtigung auf Pension im Falle einer Schädigung während der Bauzeit.

Frankreich.

Paris, 1. April. Die Corr. Havas theilt mit:Man sprach in den letzten Tagen viel von Vorfällen, die sich in Lyon ereignet hätten und welche eine ge­wisse Erbitterung der Bevölkerung beweisen würden. DaS Wahre daran ist, daß zwei Jägerosfiziere öffentlich insultirt wurden, falsch aber ist, daß General Bour­baki die Beleidiger vor ein Kriegsgericht gestellt hat; sie wurden vor die Zucht- polizci verwiesen. Täglich gehen zahlreiche Gefangenentransporte von Versailles nach Brest ab, wo man Anstalten zu deren baldiger Weiterbeförderung trifft. Im Augenblicke rüstet man ein Schiff aus, das in acht Tagen etwa 272 Sträflinge nach Neu-Caledonien bringen wird. Die Individuen jedoch, welche abgehen wer­den, sind noch nicht näher bezeichnet.

Pans, 2. April. Die Drpesche aus Versailles vom 31. März, wonach Graf WeSdehlen im Namen der deutschen Negierung in einer Note an den Grasen Remusat das Bebauern über die Hinausschiebung der Abstimmung über den Post- vertrag ausgedrückt hätte, ist erfunden. Dir deutsche Negierung hat weder eine Note geschrieben, noch einen Auftrag ertheilt, noch ein Bedauern ausgesprochen. Die Sache reductrt sich auf ein einfaches Privatschreiben, welches mit der Anfrage, ob der Postvertrag vor dem 1. Mat zur Abstimmung kommen könne, an Remusat gerichtet wurde, welch letzterer in günstigem Sinne antwortete. Dieser Schritt hatte von keiner Seite einen osficiellen Character.

Paris, 2. April. In dem Prozeß Trochu- hat die Jury dahin erkannt, baß keine Verleumdung, sondern nur eine gröbliche Beleidigung des Generals Trochu vorliege. Die angektagten Villemessant und Vitu wurden demgemäß zu einem Monat Gefängniß und 3000 Francs Geldbuße verurtheilt.

Italien.

Rom, 31. März. Herr v. Trauttmansdorff, österreichischer Gesandter beim Vatikan, wird nächstens sein Abberusungsschreiben einreichen. Er soll durch einen anderen Gesandten ersetzt werden. DaS Gerücht von einer bevorstehenden Wieder- anknüpfung der osficiellen Beziehungen zwischen dem Vatikan und Rußland wird als grundlos bezeichnet.

Berlin 2. April. Bei der Militärverwaltung werden die Arbeiten, um die durch den Krieg beschädigten resp. unbrauchbar gewordenen Armatur- u. s. w. Gegenstände zu ersetzen, mit aller Energie betrieben, so daß mit dem Beginn des ueuen Quartals Alle- voraussichtlich wieder vervollständigt sein wird. Dasselbe geschieht auch mit den zu den TrainS der einzelnen Truppenthnle gehörigen Fuhr- werköutenstlien, welche bekanntlich in neuerer Zeit erheblich vermehrt worden sind. Die neuen Fuhrwerke, welche für die einzelnen Jnfantertereglmenter angesirtigt werden, müssen von den Fabrikanten bis spätestens den 15. Apnl bet den Train- depotS, welche mit Ausführung der Arbeiten beauftragt sind, aogelnsert werden. __ Wie wir Horen, werden auch die leichten Feldbrückentrains, welche sich bei jedem Armeecorps bisher befandtn, nunmehr in Wegfall kommen, und um das ganze Pontonwffen zu vereinfachen, mit den Pontontrains verbunden werden.

9 4 Den Hinterbliebenen Familien im Kriege verstorbener Mtlitarperfonen darf nach dem Geldverpflegungsreglement im Kriege eine einmalige Gnadenunterstutzung gewährt werden. Die qu. Unterstützung wird bei Offizieren, Aerzten und Beamten in Höhe des zuletzt bezogenen Monatsgehalts gewährt, bei den Mtlttarpersonen vom Feldwebel abwärts wird dieselbe nach der Charge des Verstorbenen bemessen und beträgt für die Hinterbliebenen von Feldwebeln rc. 13 Thlr. 15 Sgr von Sergeanten, Vicefeldwebeln 8 Thlr. 15 Sgr., von Unteroffizieren 5 Thlr. 15 Sgr-, von Gefreiten 4 Thlr., von Spielleuten, Gemeinen rc. 3 Thlr. Unter Familie des Verstorbenen sind nach den Festsetzungen des gedachten Reglements feine Wittwe, Kinder und Enkelkinder zu verstehen. Wenn der Verstorbene unoer heirathet gewesen ist, so können im Falle der Bedürftigkeit auch die Eltern, Ge- schroister, Kinder und Pflegekinder das gedachte Gnadengehalt gezahlt erhalten. Bezügliche Anträge sind an die Provinzialintendanturen zu richten und ist den­selben der Todtenschein und eine Bescheinigung über das Verwandtschastsverhaltnih beizuschließen. Das KriegSministerium hat äußerem Vernehmen nach genehmigt, daß die Gnadenunterstützungen auch dann zur Zahlung angewiesen werden dürfen, wenn aus Unkenntniß der Bestimmungen die bezüglichen Anträge nicht rechtzeitig

Versammlung abgehalten, in welcher beschlossen wurde, eine Petition gegen die Petitionen um Austreibung der Jesuiten an den Reichstag zu richten. Neben­sächlich wurde über die schlechte Presse losgezogen, wobei namentlich auch die Kölnische Zeitung" schlecht wegkam.

Karlsruhe, 3. April. Der Kronprinz des deutschen Reichs ist heute Nacht um 1 Uhr hier angekommen und hat sich heute Vormittag mit seinem von Darm­stadt kommenden Sohne, dem Prinzen Wilhelm, nach Baden-Baden begeben.

Berlin, 30. März. Im Anschluß an die jüngst gemachten Mittheilungen bezüglich der Schritte, welche in der Angelegenheit der Exkommunikationen von ' Seiten der Regierung geschehen sind, können wir heute Weiteres berichten. Der ' Kultusminister ist, wie uns gemeldet wird, keineswegs gesonnen, die Nichtbeachtung, , welche ver Bischof von Ermeland der bekannten Aufforderung zur Zurücknahme der Ercommunicationen entg^genstellt, sich gefallen zu lassen. Es ist deshalb ' neuerdings die Aufforderung in noch nachdrücklicherer Form wiederholt worden; ' sollte derselben auch jetzt nicht entsprochen werben, so werden die bereits in Aus- sicht genommenen Maßreg ln auf dem Fuße folgen. Auch mit der bekannten aus- weichenden Antwort des Erzbischofs von Köln hat sich der Cultusmimster keines- . Wegs zufrieden gegeben. Auch an diesen ist eine zweite Aufforderung ergangen. 1 Er habe die gegen die Bonner Professoren gerichtete Excommunication ihres offent- sichen Characters zu entkleiden versucht, nunmehr habe er jedoch zu erklären, welche Wirkungen mit der von ihm gewählten privaten Form der Excommunication ver­bunden seien. Von der noch nicht cingetroffenen Antwort werden die weiteren Schritte der Regierung abhängig fein.

Berlin 31. März. Herr Emil Westerwelle ersucht dieGermania , mit- zutheilcn, daß er sofort nach Zusammentritt dcS Reichstages eine Petition an denselben zu richten gedenkt, worin er einen Zusatz-Paragraphen zum Strafgesetz- buch beantragen wird. Pctent wünscht, daß durch diesen Zusatz-Paragraphen die Lücke in der Gesetzgebung ausgesüllt werbe, Der zufolge bis jetzt unschuldige Unter- suchungSgesangene "keinen Ersatz an verlorenem Gut und gekränkter Ehre zu be- anspruchen in Der Lage waren. .

Aus einer Mittheilung verGermania" ist zu schließen, daß der katholische Feldpropst NamSzanowöki sich weg«« deS Falles in Köln (Abhaltung des katho­lischen Militärgottesdienstes in der auch den Altkatholiken zur Mitbenutzung von der Militärbehörde eingeräumten PantaleonSktrche) um Verhaltungsmaßregeln nach Rom gewendet hat.

Berlin, 1. April. Der Kaiser ist von fernem letzten Unwohlsein völlig- ge- ncsen und unternimmt jetzt täglich in off nem Wagen Spazierfahrten an der Seite seiner Tochter, der Frau Großherzogin von Baben. Allen Staatsarbeiten widmet sich der Kaiser in vollstem Umfange nach wie vor, und soweit es btS jetzt bestimmt ist, wirb er am 8. April in Perfon den Reichstag eröffnen.

Berlin, 1. April. Fürst Bismarck ist nun voch, um bas Fest hier zu ver- leben, in Berlin eingetroffen und begeht heute seinen Geburtstag. Wie alljahr- lich sind dem gefeierten ^staatSmanne an diesem Tage und diesmal aus allen Gauen Deutschlands Glückwünsche zugegangen. Personen, die den Fürsten seit einigen Wochen nicht gesehen haben, versichern, daß ihn Der Landaufenthalt außer- ordentlich gekräftigt habe. Der Reichskanzler wirb nunmehr an der Fortführung Der Banvesrathsarbeiten persönlich Antheil nehmen.

Berlin 2. April. Wie in BunbeSrathSkreiscn verlautet, wird seitens der Regierungen 'in der bevorstehenden Session Dem Reichstag keine Vorlage gemacht werden, welche das deutsche Parlament veranlassen könnte, die kirchen-politlsche Frage zu biScutiren. Dagegen wird das Plenum nicht umhin können, sich etn- aehend mit Den zahlreichen in Aussicht gestellten Petitionen, namentlich von alt- katholischer Seite, gegen die Nieberlassungen des IssuitenordenS innerhalb des Deutschen Reiches zu befchäftigen. ..

Von Der schwedischen Regierung ist nunmehr, wie derN. St. Ztg. mit- aetheilt wird, Dir Betrag Der Forderung, welche Die Stadt Stettin an dieselbe hatte, durch Vermittelung des deutschen Gesandten in Stockholm, Baron v. Richt- Hosen, in einem Wechsel auf die norddeutsche Bank in Hamburg hier einge- gangen. Damit ist diese seit dem 17. Jahrhundert schwebende Angelegenheit end-

Washington, 2. April. Der Cabinetsrath besprach heute Granville's Ant- wort. Der Senat verwarf die Tarisbill.

Asien.

Dem Japan Herald zufolge wird nach Rückkehr der japanesischen Gesandt­schaft, die augenblicklich in den Der. Staaten ist und von dort nach Europa geht, der Mikado selbst den Ver. Staaten einen Besuch abstatten. Derselbe ist etwa 21 Jahre alt.__________________

Handelsberichte.

Karlsruhe. 27. Marr. Bei der heutigen Gewinnziehung der badischen 35.fl.-Loose fiel der Hauptgewinn von 35000 fl. auf Nr. 266383; - 10000 fl. fielen auf Nr. 116349; - 5000 fl. auf Nr. 220533 ; - je 2000 fl. fielen auf Nr. 57582, 2O72dO, 392O13, 31488, 57575 ; - je 1000 fl. fielen auf Nr. 326169, 277065, 211331, 266358, 271039, 171250, 31223, 363252, 21353, 275074, 260697, 29214.

Besondere Bekanntmachung. Edictalladung.

1635) Auf Antrag der Ehefrau des nach Amerika entwichenen HeinrichSchäferll- von Steinbach werden dessen Gläubiger auf Dienstag den 23. April L I , Vormittags 9 Uhr,

unter der Auflage, ihre Forderungen bezüg­lich Hauptgeld, Zinsen und Kosten genau anzugeben, zum Versuche eines Arrange­ments anher vorgeladen.

Gießen, den 30. März 1871.

Großberzoglichcs Landgericht Gießen. Bötticher, A. Bramm, Landrichter. Landger.-Assessor-

A N z e i g e t.

Versteigerungen.

Arbeitsversteigerung zu Klein- Linden.

1611) Freitag den 5. April 1872, Nachmittags um 5 Uhr, sdll auf hiesiger Bürgermeisterei nachstehende.

Bauarbeit durch öffentliche Versteigerung in Aecord gegeben werden, als:

Schreinerarbeit, veranschl- zu 30 fl. 48 rr.

Klein-Linden, den 1. April 1872.

Großherzogliche Bürgermeisterei Klein-Lindm-

I. A-:

Körner, Bezirksbauaufseher.