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Frankreich.

Paris. Man liest imSiecle: Da die Untersuchung des Prozesses Bazaine

von Tag zu Tag größere Dimensionen annimmt, so scheint die Verhandlung über

Rumänien

Nach 46iägiger Haft ist der Mann der

Türkei.

Raaufa. 1. Dct. Hier eingegüngene Nachrichten melden einen Zusammen-

" 1 - mi ...... -1K tnnksi o* All!

augenblicklich verloren gehe, werbe durch den innigen Anschluß an Deutschland ersetzt. Die Theilnahme der Nation und die Fürsorge der Behörden werden wettkifernd arbeiten, daß die Abneigung Elsaß - Lothringens auch innerlich sich mehr vollziehe und die Bevölkerung mit Freude und Stolz das Bewußtsein erlange, in volle Lebensgemeinschaft mit dem deutschen Reiche zurückgekehrt zu sein. DieProv.-Corr." theilt ferner mit, daß Fürst Bismarck die letzte Rück- äuherung des Bischofs von Erauland vom 20. September am 23. mit der Be­nachrichtigung erwiderte, daß er, da der Marienburger Jubelfeier-Zwischenfall bereits der Vergangenheit angehöre, eine weitere unmittelbare Betheiligung an den Verhandlungen mit dem Bischöfe sich versagen müsse und den ganzen durch den Zw'ichenfall veranlaßten Briefwechsel dem Cultusmrnister überwiesen habe.

Osnabrück, 2. Oct. Zu dem hier stattfindenden Prot.stantentage sind äußerst zahle.»che Delegirte aus allen Theilen Deutschlands sowie Vertreter aus Holland und Oesterreich eingetrossen. In der gestrigen Sitzung des engeren Ausschusses, welcher aus Bluntschli (Heidelberg), Schwarz (Gotha), Schiffmann (Stettin), Lammers und Manshot (Bremen), Ohly (Darmstadt) rcr besteht, wurde beschlossen, den Sitz der Vereinsleitung in Heidelberg zu belassen. i: |e WH,

gewählt wurde in den Ausschuß der Reichstagsabgeordnete Meyer (Thorn). Die Du, verstehst Du, haben uns gebalgt und darauf

Vermischtes.

Siegen. Ein schauerliches Familiendrama hat sich kürzlich in unserer Stadt ab- aespielt, dessen TitelEin Todtschlag um ein Bohnengericht" lauten könnte. Haupt- acteur ist ein Hüttenarbeiter, der an einem Sonntag Mittag, wohl nach genossenem Nrübschnaps", nach Hause kam und die ihm von seinem Weibe vorgesetzten Bohnen nicht nach Geschmack, weil mit Kartoffeln zusammengekocht fand. Ein Wortwechsel entspann sich, den der schlagende Gründe liebende Unhold dadurch abkurzte, daß er der armen Frau, der Mutter seiner Kinder, von denen das kleinste noch Säugling ist, mit einem'schweren genagelten Stiefel einen so mächtigen Schlag auf den Hinterkopf ver­setzte, daß sie zu Boden sank. Unbekümmert darum, ging er, um auwsarts zu essen, während die mitleidigen Hausleute zum Arzt schickten. Seine Kunst erwies sich als ohnmächtig: Die Aermste war schon anderen Morgens eine Leiche, deren Obductwn einen Schädelbruch constatirte. Der Mann hat bet seiner Nachhausekunft keinerlei 'Reue über seine bestialische Handlung gezeigt, sich vielmehr noch fortgesetzt in Aeußerungcn vollendeter Rohheit ergangen. Er sitzt letzt hinter Schloß und Riegel und wird seinen feinen Gaumen wohl für lange Zeit anzusammengekochte" Gerichte zu gewöhnen haben. Die beiden Eheleute waren hier zugezogen und keine Stadt-Siegener.

Aus Moskau wird folgende komische Gerichtsscene berichtet, welche wohl am geeignetsten sein dürfte, dm Eharacter der niederen Volksschichten und ihre Gemüthlichkeit selbst bis in daS Recht hinein zu kennzeichnen. Eben zieht der Richter daS Gesicht in Falten, um über eine ernste Sache nachzudenken, als einige Droschkenkutscher den Saal betreten. Erster Kutscher: Ew. Wohlgeboren, wir kommen zu Ihnen. - Richter: WaS wünscht Ihr? - Zweiter Kutscher: Wir eben?' Nun, wir haben gar nichts nöthig; wir, stehst Du, verstehst Du, find hergekommen... Richter: Ich sehe wohl, daß Ihr hergekommm seid, allein waS wünscht Ihr? Erster Kutscher: !i?M,'i9lbec wir wollen ja aar nichts. Nun siehst Du, verstehst Du, wir haben uns ein wenig ge- ^cu* bnlat. Richter: Und was weiter? Zweiter Kutscher: Nun gar nichts weiter. Wir, siehst - - -- - ' - - 1,1 -------c . Richter: Nun, darauf? Zweiter Kut

einstweilen nocy ver Vtaak und nicyr Die y?c|tu|q>afi zur -öivuini, «luvtuncii, Im Juli d. I. wurde bekanntlich der Administrator der fch Universitäten u. f. w. sorgt, so hat er einstweilen auch noch Vie Verflichtung, für Post" gerichtlich verhaftet, weil dieses Blatt Mittheilung von einem Eisenbahn- die Kirche zu sorgen. Deshalb, so sehr wir entscheidende Lösung der kirch- scandal gemacht hatte, in welchem ein Unterpräfect die handelnde und hinterdrein ltchen Fragen verlangen, wir können letztere uns nicht getrennt denken von der auch die leidende Person gewesen war. Nach 46lägiger Haft ist der Mann der wissenschaftlichen und künstlerischen Frage. Wenn irgendwo, so wäre auf diesem Presse endlich wieder auf freien Fuß gesetzt worden, weil die Staatsanwaltschast Gebiete völlig unrichtig daS alte Heflodische Paradoxon: Die Hälfte ist mehr als ven Fall zu einer Anklage nicht angethan fand. Der Scandal war nämlich das Ganze. Thatsache; der Herr Unterpräfect hatte auf zwei reisende Damen mit dem Revolver

Berlin, 1. October. Es ist bekannt, daß in Japan eine nicht geringe geschossen und, weil er sich die Waffen auszuliefern geweigert, sestgenommen und Zahl industrieller Erzeugnisse in einer weit vollkommeneren Weise dargestcllk wird, gebunden nach Braila geschafft werden müssen.

als dies in Europa der Fall ist. Es gehören hierher u. A. Lackarbeiten, Emaille/ Papier- und Metallarbeiten. Das Verfahren der Herstellung ist ein den Japanesen durchaus eigenthümliches, es sind aber zuverlässige und eingehende für den dies- ----- ,o u , rtllf

(eiligen Gewerbsstand zu verwerthende Nachrichten über die Methoden der An- stoß zwischen Türken und Montenegrinern unweit Lipova-Kolaschmg, wobei eS aus serttgung und die dabei zur Anwendung gelangenden Hilfsmittel nicht zu uns beiden Seiten viele Tovte und Verwundete gegeben hat.

gelangt. Der Handelsminister hat neuerdings in einem Rundschreiben an die 21 fielt*

Handelskommc.n seine Bereitwilligkeit ausgesprochen, darüber an Ort und Stelle Alexandria wird derMalta Tim-«» m ihrem dortigen Correspon.

Studien machen zu lassen, und da« Resultat danach zur öffentlichen Kenntnch zu g c Sef<j)Tieben:Es wird seltsam erscheinen, daß wir un« wegen

dringen. Die Handelskammern werden ersucht, st» gutachtlich j» äußern, ob ,m * über Ereignisse, die an unserer Ge.nze stattfinden, gänzlich auf da«

Interesse der vaterländischen Gewerbthatigkei, auf eine nähere Kenn,n,ß der in . "^n was uns von Europa mitgetheilt nmo. und doch ist solche«

Japan gebräuchlich-» Technik einzelner Industriezweige, und welcher besonderer i»» » " " was wir von dem Streite zwischen Aegypten

Werth zu legen sei, zugleich auch eine geeignete theoretisch und prak .sch befähigt. " Reute.'« Telegramm - C^pan, und den

Persönlichkeit, welche auf Kosten de« Handelsministeriums zwei Jahre in Japan «ns wöchentlich einmal via Lrindist zugehen, zu verdanken. Die

ihren Aufenthalt zu nehmen geneigt wäre, in Vorschlag zu bringen. »eaieruna des Khedive bat wahrscheinlich ihre guten Gründe, warum sie in der

Berlin, 2. Oct. Die Zahl der bei dem jetzigen Quartalwechsel umge. c(® |0 große Verschwiegenheit beobachtet, und wir müssen daher auf weitere zogenen WohnungSinha er wird von maßgebender Seite auf 22-2o,000 tf«a«,t. ® 7 warten, ehe wir wissen, ob Abpsstnien wirklich invadirt,

Der Umzug erfolgte in größter Ordnung. Die Baracken wurden dis auf ^d erobert, oder im friedlichen G-nusse seiner Unabhängigkeit gelassen

wenige, weiche bi« jum 7. d. Frist "hielten, von den Bewohnern derselben selbst ^ll. Die KricgSgerüchtc werden inzwischen sehr ungünstig von den Ein-

Lothringens ein Ende gemacht sei und alle Ungewißheit über den Geltungsbereich der deutschln Gesetze und die Dauer und Festigkeit der deutschen Herrschaft auf­hören müsse. Das neue durch den Friedensvertrag völkerrechtlich zurückgegebene Reichsland werde durch das Ausscheiden der zu Frankreich haltenden Einwohner in vollstem Sinne deutsches Land sein. WaS an wirthschaftlichen Hülssquellen

Und fängst es nun im Kleinen an." vvu ..................., ,v .......................

Aber wir denken von den leitenden Staatsmännern Deutschlands zu hoch, ccn 3citpunft hinaus verschoben werden zu müssen, welchen man früher dafür in- um ihnen nur dies Wirkenim Kleinen" zuzutrauen. Fürst Bismarck vor allen gefaßt hatte. So hatte man davon gesprochen, daß der Marschall im No- Dingen schien uns immer mit Altvater Göthe die Aehnlichkeit zu haben, daß auch ocmücr Vür Kriegsgericht erscheinen würde, heute scheint eS, daß dies nicht er gernaus ganzem Holze" schneide unddas Leimen" nicht liebe. Freilich, vor December oder gar erst im Januar der Fall sein wird. Was den Ge- die Schwierigkeiten sind nicht zu unterschätzen, die sich solcher völligen Losung ent- sundheitSzustand des Marschalls betrifft, so ist es schwer, genaue Auskunft darüber gegenstellen, und es dürfte nicht rathsam sein, die Errungenschaft der großen fran; geßEn Cfl ^er Marschall nicht eigentlich krank, aber häufigen Unpäßlichkeiten zösischen Revolution, die Eivilverfaffung des CleruS, wieder aufzugeben. Aller- unjeröOr|tn jst, was übrigens feinen GemüthSzustand zur Genüge erklärt, dings sind die Zeiten, Dank den Pioniren des Geistes, wohl vorüber, in denen f

eine Kirche, ganz auf sich gestellt, zu einer den Staat überragenden Macht sich ^Ngluitv.

erheben könnte; aber trotzdem dürfte die Kirche auch heute noch es vielleicht vor- London, 2. Oct. Der Rücktritt Hatherley's und die Ernennung Palmer*- ziehen, vom Staate ganz getrennt und auf früherer Basis reconstruirt zu werden. Lordkanzler wird officiell bestätigt. DerTimes" wird aus Konstantinopel

Andererseits müßte dann freilich erst die Frage principtell entschieden werden, ob oom 30. v. M. gemeldet: 3000 Montenegriner griffen am 27. September das der Staat als solcher überhaupt für die religiösen Bedürfnisse seiner Untertanen Erfische Dorf Rolaschini an und löDteten 18 Muselmänner. Die Pforte ver- zu sorgen habe. Untrennbar für jeden konsequenten Denker ist aber von dieser iangt telegraphisch von dem Fürsten von Montenegro die Bestrafung der Schuldigen Frage die andere: ob der Staat als solcher für die künstlerischen und Wissenschaft- (g^ie die Vorkehrung von Maßregeln, welche geeignet wären, die Wrever- lichen Bedürfnisse seiner Angehörigen zu sorgen habe. Hat man heutzutage dem holung des Angriffs zu verhindern, widrigenfalls die türkischen Truppen Vorgehen Staate die Gesellschaft gegenübergestellt, als eine den Staat ergänzende, ja, fast würden.

Übertreffende Macht, so hat es auch nicht an Stimmen gefehlt, welche nicht dem Staate, sondern der Gesellschaft jene oben gedachte Pflicht zuschieben. Aber da einstweilen noch der Staat und nicht die Gesellschaft für Schulen, Akademien,

dem Protestantenverein die Kirchen in Osnabrück nicht geöffnet werden. Wahr- eigentlichen Verhandlungen begannen um 10 Uhr in der Katharinenkirche. Bluntschli lich, die Germania" hat nicht ganz Unrecht, wenn sie in ihrer neuesten Nummer führte das Präsidium und eröffnete die Sitzung durch eine ergreifende Rede. Der wieder daraus zurückkommt, daß sie schon früheractenmäßig nachgewiesen", der FestgotteSdienft fand unter lebhaftem Andrange in der großen Aula des Real- evangelische Oberkirchenrath stehe hinsichtlich der Frage der Stellung von Kirche fchulgebäudes statt. Pfarrer Schröder (Freirachdorf) hielt bet dem ersten, Heinrich zu Staat genau auf demselben Standpunkte wie der Bischof Krementz. So Lang (Zürich) bei dem zweiten Gottesdienst die Predigt.

reproducirt denn das ultramontane Organ auch mit sichtlicher Freude den Artikel Halle, 1. Oct. Der Kirchentag nahm in seiner heutigen Hauptversamm- der Köln. Volkszeitung", welche unter der Rubrikder evangelische Oberkirchen- lang eine Resolution an des Inhalts, daß die Kirche auf dem Boden der reforma- rath^in Berlin auf Seite des Bischofs Krementz" Wahrheiten sagt, die den davon torischen Bekenntaißschnsten stehe und Allen, welche sich den Inhalt dieser Glau- Getroffenen mehr Pein verursachen, als die Möglichkeit einer tüchtigen Wider- bensartikel noch nicht vollständig angeeignet hätten, die Hand biete. Die Kirche leauna bieten werden. solle als Organ der Selbstverwaltung erzeugen: neben dem Pfarramte stehende

In der That, wenn man unbefangenen Auges den Vorgängen hüben wie Laienälteste, die Kreissynode, b;e Provinzialsynode, die Landessynode nnd den

drüben zuschaut, kann man nur in einer völligen gesetzlichen Regelung eine einiger- Oberkirchenrath. Den Altkatholiken wird die Hoffnung der Verständigung aus

maßen befriedigende Lösung erwarten. Ob letztere nun durch die in Aussicht ge- Grund der reformatorischen Bekenntnißschriften und die Erwartung ihrer Theil-

stellte Berathung über ein Gesetz gegen den Mißbrauch der geistlichen Amtsgewalt nähme in dem Kampfe gegen die Jesuiten aufs Wärmste ausgedrückt.

oder durch die Erledigung der Petition der Altkatholiken zu ermöglichen fein Sckweil

werde, muß freilich erst die neu eröffnete LandtagSfesston beweisen, einstweilen aber ,

ist man zu begründeten Zweifeln berechtigt. Mit den kleinen Zügen von Kanzel- Bern, 1. Oct. Mermillod hat gegen ^" Beschlüsse des Genfer Staats­paragraphen, Jesuitengesetz, Temporaliensperre wird nicht mehr auszukommen sein, raths, betreffend feine Amtsentsetzung, als ungesetzlich protestirt und erklärt, nicht Wahrlich, es ist auch die traurigste Rolle, die man spielen kann, wenn man sich zu weichen.

als Motto auf fein ganzes Handeln das schneidige Wort gefallen lassen muß:

Du kannst im Großen nichts verrichten