ist rtne ÄtdbfU ohne Gleichen. Die Quellen sind in dem Taaebuche ausdrücklich arnannt' es sind die „Momoiros do la Congrögalion do 1» Mission, Tom VI.*, rin 180?> erschienene«, aber durch den Einstuft rer Jesuiten wtedrr aus dem Buchhandel entferntes Buch. Was diese Memoiren erzählen, stützt sich aus echte *21 (teil welche im päpstlichen Archiv, des Vaticana vorhanden sind. Im vorigen Jahrhundert lieh sie ein Papst aus dem Archiv der Propaganda dorthin bringen, um sie einer möglichen Vernichtung durch die an der Propaganda wirkenden Irsuiten zu entziehen. Sie wurden von einem früheren Sekretär der Propaganda, Cardinal Passtonei, 17G1 62 in Venedig herauSgeben. Und als die Uon- aunalion der Mission die „MomvircS" herausgab, lieft sie durch den damaligen Präseeten der vatikanischen Archive, den deutschen V. Theiner, jenen Druck mit den Originalen vergleichen. Theiner bestätigte die Echtheit der darin mitgetheillen Dvcumrnte. Ebenso wurde damals durch die Originaldokumente der ganze Inhalt der 1734 und 1735 zu Pa.i« erschienenen „AnecdolOS Nur fötal do la roligion dann la Chino“ (7 VoIh 12.) als echt erwiesen.
Die „Wes.-Zig." bemerkt bei einer eingehenden Besprechung der Schrift:
Prvfeffor Friedrich darf dem V. (Soweit gewitz die Frage entgegenhalten: Wenn ein Eardtnal au« den Acten der Propaganda (ober de« vaticanischen Archiv«) und ebenso eine Missionscongregation die Verbrechen Ihrer Gesellschaft vor aller Welt constatiren dürfen: warum soll ich es nicht auch thun dürfen V Friedrich weift, daft die Gesellschaft Jesu die Gewohnheit hat, wa« für sie nicht ehrenvoll ist, und er deshalb aus den echtesten Quellen diefe meist in Europa bekannten, nun fast verschollenen Thatsachrn hervorgeholt. Hoffentlich hat diese Vertheidigung seine» Tagebuch« auch den Vorthctl, daft sic die Erzähler der an- geblichen Groftthaten der Jesuiten in Ehiua und ihrer auhcrordentlichen Erfolg'- vorsichtiger macht. Schon 1716 läftt die Propaganda in Nom erklären, daft den Berichten der Iusuiten nicht zu trauen sei. „Nach ihrer Gewohnheit ^reiben tlf(f Väter niemals an die Eongregatton, ohne von Tausenden von Personen zu sprechen, welche sic bekehrt hätten: daher darf man dem, was sie sagen, nur geringen Glauben beimrffen." Und nach den von Friedrich aus den Mömoiros IV., 304 311 betgebrachten Zeugnisse scheint doch nur zu gewift, daft dir schon malenden „Actos do Fokin“ und die „Lotiros ödifiantes ol ouriousos“ der Jesuiten langes Gewebe von Fügen und Betrügereien sind, voll Erfindungen, um die Einfältigen und Unwiffenden zu täuschen."
München, 2. Aug. Universitäts-Jubiläum. Der gestern Abend trotz des starken Regen« stattgefundene Fackelzug war aufterordentlich grvftartig. Eine un- gthcurc Menschenmenge wogte in den Straften. Von einem Fenster der Refldenz sah der König, von tausendstimmigen Hochs begrüftt, dem Fackelzugc zu.
Oesterreich.
Prllst, 29. Juli. Zur gerichtlichen Verhandlung in Sachen des Pater« Gabriel gegen die Deutsche Volkszeitung dahier sind Elcrikcr und die Obmänner aller Katholikenvrreine nach Prag berufen; nach der erhofften Verurthetlung des Revacteurs Dr. Hrvliczka soll in der katholischen Neffource rin Festabend abgehalten werden. Gleichzeitig will man die Wahl der Deputationen vornehmen, die mit Petitionen an da« kaiserliche Hosiager abgrhen sollen.
Vinz, 29. Juli. Heute Nacht wurde von einem klericalen Pöbelhaufen ein ttftrntqt vsisi..her^.,Tychter Anna versucht. Die Frauen
Al« sich mehr Pöbel angesammelt hatte, wurde den Frauen mit dem Einschlagen der Thür und mit dem Todtschlagen gedroht. Anna Dunzingrr gelang es, zu flüchten und Polizei zu requirtren. Wettere Angriffe befürchtend, übersiedelten die vetden Frauen noch tu der Nacht, unter polizeilicher Bedeckung, in das Gasthaus „Zur Stadt Frankfurt."
Graz, 26. Juli. Der bekannte Professor der clafsifchen Philologie an unserer Universität Dr. Schenkt hat einen Nus an die Gtraftburger, der Professor de« römischen Nccht« Dr. Demeli u« einen Ruf an die Universität von Gieften erhalten. Demeliu« wird jedenfalls annehmen, bei Schenk! ist die« noch unbe- stimmt. Heute fand hier da« Feichenbegängnift de« im besten Manne-alter ver- ftorbtnen Direktor« der steiermärkischen Fände«,rrenanstalt, Universttät-profeffor« Dr. Ezermak, statt. Der Gestorbene war einer der hervorragendsten Irrenärzte Oesterreich«. — Man wird sich des Aufsehens erinnern, welche« seiner Zeit die Ermordung de« liberalen Bürgermeistcr« von Stainz durch einen angeblichen Re- ltgtonsfanatiker machte. Da« Drama hat gestern seinen Abschluft dadurch gefun- den, daft da« htestge Fandc«gericht dir Untersuchung wider den Mörder cinstellte, weil sowohl die Grazer Aerzte al« die medtctntsche Fakultät in Wien erklärt hatten, daft Puchc« völlig wahnsinnig sei. Da« Gutachten der medtcinischrn Fakultät in Wien schlieftt mit den Worten: „Der Fall des Mörder« Puches muft als ein mähre« Musterbild von Vrrsolgung-wahn auf religiöser Bast« angesehen und erklärt werden, und dessen Entwickelung au- dem inneren Seelenleben heraus ist von hohem Interesse." Der unglückliche Mensch wird nun dem Irrenhaus übergeben werden.
Belgien.
Briisstl, 31. Juli. An verschiedenen Orten, namentlich in Antwerpen, Mecheln und Namur, sind die letzten Munikipalwahlen, welche zu Gunsten der Liberalen ausgefallen waren, von den Gegnern in ihrer Gültigkeit angefochten worden, und e« wurden deshalb Untersuchungen angeftellt. Die permanente Deputation des Provinzialeathrs hat jedoch die Wahlen von Antwerpen und Mechel« für gültig erklärt. Die Frage wegen der Wahl in Namur ist noch nicht entschieden.
Briissel, 2. Aug. Ein gestern in Turnhout und auf dem Eampine an«' gebrochener Weberstrike ist gleich so gewaltsam ausgetreten, daft die Grnsd'armeric Feuer gab und mehrere Menschen schwer verwundete. Dle Unruhen dauern noch fort.
tlTiMifrdcb.
^llri«, 3t. Juli. „Frankreich richtet sich wiederaus durch seinen Eredit!" änftrrt da« Organ des Herrn Thier«, Fe Bien Publik, heute in fortgesetzter gksteigcrt.r SelbstverhrrrUchung. „Diese Negierung und dieser Staatsmann (Thiers) haben Pfänder der Weisheit, Redlichkeit und Festigkeit genug gegeben, damit Frankreich« Eredit seine glänzendste und ehrenvollste Bestätigung erhielt ... Erblicken wir übrigen« tu diesem Erfolge den Beweis, daft Europa Vertrauen zu unsrrer Weisheit hat, und verdoppeln wir diese Weisheit. . . . Ahmen wir in unserem Benehmen, in unserer Haltung die Klugheit der Negierung de« Herrn Thier«,
de« Herrn de Goulard nach, die nicht« dem Zufalle überlassen wollten.... Seien wir klug." Diesen Selbstverherrlichungen gegenüber äuherte schon gestern ironisch oa« Untver«: „Wir sind da« Volk de« Herrn Thier«!" und die Union wiederholt diesen Spott heute, während da« Union« heute entwickelt: „Der Erfolg der Anleihe ist zu kolossal, zu maftlo«, al« daft derselbe nicht über den Grund der Dinge Zweifel erwecken sollte. E« geht offenbar mit diesen 42 Milliarden nicht mit rechten Dingen zu. Eine minder hohe Summe würde einen weit ernsteren, solideren Eindruck machen; da« hätte der Anleihe einen echteren, patriotischeren Stempel ausge- drückt. E« geht au« diesen kolossalen Summen hervor: ersten«, daft die grofte Mehrzahl der Zeichnungen nicht ernst gemeint ist, zweiten«, daft die Spekulation in der ganzen Angelegenheit dominirt, dritten«, daft den groftrn Ereditanstalten und Spekulanten und ausländischen Banquier« besondere Begünstigungen ertheilt wurden.... Man wollte eine prächtige Zeichnung haben, aber man schoft über da« Ziel hinaus. Da« erlangte Ergebnis zeigt bei den Financier« Agiotagrprojecte, welche die Elasflficirung erschweren werden und in nicht zu ferner Zeit unseren Eredit drücken können. Die Lage wäre weit sicherer, wenn bloß vier oder fünf Milliarden gezeichnet worden waren.. . - Aber e« genügt dem Herrn Thier« nicht, da« zur Befreiung nothige Geld zu finden, er wollte eine Subskription, deren Gesammtsumme den Glanz der famosen Finanz - Plebißkite dr« Kaiserthum« in Lchaticn stellen sollte. Diese Genugthuung hat er in einer Weise erlangt, welche beoeuklich erscheint."... Das Journal bc« Debat« schmeichelt dem französischen Volke mit der Artigkeit: ,,E« ist da« besondere Verdienst Frankreich«, niemals an feinem Glücke zu verzweifeln; es hat jetzt ein Resultat, daft Alle« übersteigt. Wenn Frankreich sich im Erfolge anmafteud zeigt, im Unglück ist c« ruhig und unerschrocken."
Italien.
Nom, 30. Juli. Bet dem Eonsistorium, zu welchem der Jesuiten General Pater Bcckx die Oberen de« Orden« nach Rom berufen hat, soll e« sich, den Ital. Nachr. zufolge, unter Anderem darum handeln, den Namen und die Ordenstracht der aus Preuften verwiesenen Jesuiten zu ändern und so viele al« möglich in andere dort geduldete Orden cintreten zu lassen.
Florenz, 30. Juli. Da« Gchird-gcricht zur Beilegung der Differenzen zwischen Tun,« und der italienischen Agricultur-Gesellschaft hat gestern eine Sitzung abgehalten und sich dann bi« zum Monat September vertagt.
England.
London, 2. Aug. Die Edinburger Universität hat dem Professor Dr. v-. Döllinger in München den Doktorgrad verliehen. — Ein Telegramm au« Ha- vauua meldet, daft die Truppen der Republik Salvador Omoa in Honduras be- sttzt haben. Man fürchtet eine Plünderung, weshalb der französische und der englische Eonsul Kriegsschiffe kommen lassen, um ihre Landsleute zu schützen.
Rußland.
WarschllN, 27. Juli. Die russischen Blätter widmen dem unlängst erschie. tunen ersten Bande de« Werkes de« preuftischen groften Gcneralstabe« ein ganz besondere« Interesse, und indem sie varau« längere oder kürzere Auszüge bringen, empfrhlen sic den russischen Offizieren dringend da« Studium de« Werk/«. Die
a. w..»< O o" «‘»ml von der B sprechung de« Werke« Veranlassung, ihr altes Thema von der Unvcrmeidlichkett des «rrlegc» zwtschru Rutz- land und Deutschland wieder aufzunchmen, wobei sie die Hoffnung ausspricht, daft Nutzland bei Zeiten au« allen Kräften dahin streben werde, alle Ehancen eine« glücktichen Erfolges für sich zu gewinnen, die hauptsächlich auf der schnellen Tran«, portirung und Eoncentrirung grÖfterer Truppenmaffcn und auf eben so schnellen wie vorsichtigen Operationen beruhen. — Heute beginnen vor dem Eriminalgcricht in Wilna die Verhandlungen gegen den Mörder de« Prälaten Tupalski, bei welchen wegen der skandalösen Enthüllungen, die der Mörder über da« unsittliche Leben und Treiben de« Ermordeten gemacht hat, die Oeffcntlichkeit ausgeschlossen ist. Die Untersuchung hat herausgestellt, daft da« Hauptmotiv de« scheuftlichen Morde« die Eifersucht war, die in dem Mörder durch da« Liebesverhältnift, da« der Prälat Tupalski mit seiner Braut unterhielt, geweckt wurde.
Türkei.
AiOHft(UItillO|)CL 1 August. Midhat Pascha wurde an Stelle Mahmud« zum Grvftvezicr ernannt. Da« ganze Eabinet wird umgestaltkt. Die Namen der neuen Minister find indeft vfficiell noch nicht bekannt. — Der Vicekönig von Aegypten machte dem Sultan 50,000 Martrni-Henrv Gewehre zum Geschenk.
Literarische-.
Bet der Neichlraltigkeit und Gedicgenl»eit jeder einzelnen Nummer, wie die ^Modenwelt" sie bietet, rann bieftti ausgezeichnete, und so äugerft billige Blatt nicht ßcniiß empfohlen werden, denn eß leistet sowohl in Handarbeiten, wie in Toilette Bor- zilglicheür die colDritten Modenlnpfet sind dazu reizende Genrebilder, auvgefrlhrt von wirklichen Künstlerinnen. — Für jeden Einzelnen ist in diesem Mufterblaite rrach allen Seiten bin gesorgt, den eirrsachsten, wie ben bedeutendsten Toilette Ansprachen genügt. Namentlich weist dasselbe sich, feinem Prineip stets eingedenk, von allen Extravaganzen fern zn halten, ein Vorzug, der bei der lleberschwenglichkeit bet bestehenben Mode nicht zu mrierschästen fein dürfte. Bon besondereur Werth auch sind die frerrndltchen Winke, welche die Modenwelt gtebt, nm auch mit geringen Mitteln der Alles beherrschenden Mode gerecht werden zu können.
Abonnement« (zum Preise von 45 Kr ,h. pro Quartal, resp. 1 Fl. 30 Kr. rh. mit vierteljährlich neun grasten colDritten Modenkupfern) werden jederzeit bei allen Buchhaudlr.ngen nnb Postämtern angenommen.
Frischt> äckkr zu G i r ft t n.
Sonntag den 4. August. August Noll ans bet MäuSbutg, Ehristian Noll öllittwe in bei Neustadt nnb Font« Keil in den Neuenbäuen
Äird)Hd)c üiqeiße
b c r eva >1 grItschkII Gemeinde z u G t e ß e II.
G o t t e « d i e n st.
) Morgen«: Pfarrer Dr. Seel
Am 4. August (Vorstellung beö Pfarr«Assistenten Walz)
1 Nachmittags: Pfarrer Landmann.
Die Psarrgeschäftc für die Woche vom 4. bi« 10. August 1872 besorgt
Pfarrer Dr. Seel
flflr 0«* (ihr III ff
Olflkrü" ßpriid,1,1
Dt pkinrich^ Sohn,
D< dn Sohn $)' Adam 6t
Dr
dt» 5. Zu!
Dri 11. Jnknlt Karl Mar!
Dei Tochter, V Dei Hciiilich C Dei Weser-Äah 30. Juni.
De Hoffmann,
Dei Wilhelm 91 Der Mi gcboi De Thekla, ftt1 De Sohn, Dl
GliftW 3*$
D< 23. Zull.
Ätsolld
3576) $ können bl 15. Slngnf Mittwoch Geiicht^gs be^ahtl hui
Lieh, 29
^593) Mon
\M in be JooHuf1 M beö n geh
Vovhg, »len
^^fibietenb sieben, b
SJcrf ,362t) D es,;» Dii Ort u„bf ‘ywutit.
b( ®rt>&bct,o
Mttag
El


