I
s
B&
Am
Spa
und
i
&
mer
Wien, 30. Dkcember.
den Reichsrath zu
I
sie an den hoyen Steuern,
i
*1
Grazer Tagespost Schreiben, welches
ihre und
■
I
veröffentlicht ein im Markte Uebelbach aufgegebenes den dortigen Liberalen „mit Erschlagen droht, wer! theuern Volksschulen und schlechten Zeiten Schuld
Wi Bat Oes
0» zvtt
Drui
Ps!
Oesterreich.
Die „Politik" schlägt vor, auch vierbeinige Abgeberusen. Die Gesellschaft werde dann ganz unter
Fr Fi
Da Wit Gal Oee
ordnete in sich sein!
Die anonymes
deren Gefühle herzlicher Dankbarkeit auszudrücken, denn sie war eben so tief gerührt wie die Königin bei der großen und allgemeinen Kundgebung der Loyalität
Sympathie.
Die Königin kann nicht schließen, ohne ihre Hoffnung auszusprechen, daß getreuen Unterthanen mit ihren Gebeten zu Gott für die völlige Genesung Kräftigung ihres theuren Sohnes sortfabren werden.
London, 31. December. Der „Ooserver", welcher in seiner heutigen Num- die Bismarck'sche Note vom 7. ds. bespricht, bezeichnet dieselbe als ein Mei-
MN bereit
z»r511 halten Mil syreä! stücke und - bitfit einen licher'
Adresse zu votiren. schließlich spricht der Aufruf die Hoffnung auS, daß der Clerus auch in Zukunft in dem bisherigen Sinne wirken werd,.
Linz, 29. December. Die „Tagespost" melket: „Die hiesige Staatsanwaltschaft tztt wegen des bekannten Verbrechens im Beichtstuhl gegen den Carmeliter Pater Gabriel die Untersuchung eingeleitet."
Innsbruck, 27. December. Die Marianische Jesuiten - Congregation am hiesigen Gymnasium wurde aufgehoben; darob großes Zetergeschrei der Ultramontanen. Die „Tyroler Stimmen" stellen deßwegen Petitionen in Aussicht.
(Pr.)
29; bizn mH einst Einr Einn bekar geme nacht Arra
Ei
ftdit uinn einer • ,'ihch Stab'
V
Ci
gefaßt ist.
Berlin, 2. Jan. Der Kaiser hat den Grafen v. Roon auf dessen Wunsch der Functionen als Marineminister entbunden und dabei in wärmsten Worten des Dankes die Bereitwilligkeit anerkannt, womit der Minister in einem langen Zeitraum sich der mühevollen Verwaltung der Marine unterzogen habe, welch' letztere unter des Grafen Leitung in so erfreulicher Weise in ihrer Entwicklung fortge- schritten sei. Zum Marineminister ist General v. Stosch ernannt. Das Marineministerium wird, wie die „Kreuzzeitung" erfährt, direet unter dem Reichskanzler stehen und eine dem Reichskanzlrramte coordinirte Stellung erhalten.
Bonn, 30. December. Friedrich Diez, der Nestor der romanischen Philo- logie, begeht heute sein 50jährigeS Doctorjubiläum. Am 15. März 1794 zu Gießen geboren, bezog er 1811 die Universität seiner Vaterstadt und rückte 1813 als freiwilliger Jäger mit ins Feld aus. Nach dem Friedensschlüsse zu den Studien zurückgekehrt, widmete er sich von 1816 an vorzugsweise den neueren Sprachen. Nachdem er zwei Jahre, 1819 und 1820, in Holland zugcbracht, ging er wieder nach Gießen, erwarb am 30. December 1821 dort den Doktorgrad und habilitirte sich sodann als Docent an der hiesigen Universität, der er, 1823 zum außerordentlichen und 1830 zum ordentlichen Professor ernannt, stetig treu geblieben ist. — Von der Landesuniversität Gießen wurde ihm aus Anlaß seines Jubiläums sein Diplom neu ausgefertigt. D. R.
München, 31. December. Die Frage wegen der Zuständigkeiten der beiden nach Rom verlegten bayerischen Gesandtschaften am italienischen Hofe und bei dem päpstlichen Stuhle ist mit königlicher Genehmigung in der Weise geregelt worden daß der ersteren im Besonderen der Schutz der sich in Italien aufhaltenden Bayern, sowie das gesammte Notariats- und Paßwesen, ingleichen der geschäftliche Verkehr mit den in Italien bestehenden deutschen Consulaten zugewiesen worben ist.
Tübingen, 2. Jan. Der Professor der Chemie Hoppe-Skyler hat einen Ruf nach Siraßburg angenommen. Mit anderen hiesigen Professoren sind wegen Uebersiedelung dorthin Unterhandlungen im Gange.
seien."
Wien, 2. Jan. Ein Telegramm der „Neuen freien Presse" meldet au» Constantrnopel: Der Sultan empfing den bisherigen österreichisch ungarischen Botschafter, Baron v. Prokesch, in langer Abschiedsaudienz, unterhielt sich mit ihm aus's herzlichste und überreichte ihm persönlich den Osmanteorden mit Bril' lauten.
Prag, 28. December. Wie die Bohemia meldet, befindet sich unter den Vorlagen des Justiz-Ministers eine Novelle zum Strafgesetze, gegen den Mißbrauch der Kanzel zu nationaler und politischer Agitation gerichtet. Die Vorlage ist analog Der vom deutschen Reichstage angenommenen Bestimmung. Sämmtliche czechische Blätter greifen die Polen wegen ihres Eintrittes in den Rcichsrath heftig an.
Graz, 28. December. Der Clerus von Graz und Umgebung veröffentlicht heute einen Aufruf an den gelammten Diöcefan-CleruS, worin er denselben, anläßlich der Angriffe, welche in der Affaire Hangi gegen Den Bischof Zwerger und den CleruS gerichtet wurden, auffordert, sich an das Wort Jesu: „Herr, vergib ihnen, denn ste wissen nicht, was sie thun" , zu halten, sich treu um den Ober-
Vermischtes.
Eine WeihnachtSbescheerung ganz eigener Art geht jetzt den Landwehrmännern und Reservisten, resp. deren Faniilien zu, die einen um so unangenehmeren Eindruck verursacht, als gerade in diesen Tagen die verheißenen Eisernen Kreuze erwartet werden. Man wird stch gewiß nach einer an dieser Stelle vvr Kurzem gebrachten Verfügung erinnern, dahin gehend, daß die Transportkosten für die von den Schlachtfeldern geholten Verwundeten und Gefallenen von den Familien derselben nachträglich erhoben werden sollten. Die kaiserliche Eentraltelegraphenstation ist diesem Beispiele gefolgt und erhebt gegenwärtig den Betrag der ausnahmsweise bei schweren Krankheils- und Sterbefällen aus dem Felde beförderten Pc-vatoepeschen, wobei Manchem, wir wir aus erster Quelle erfahren, eine Ueberraschung von 10 und 15 Thalern bevorsteht.
Aus Juden bürg vom 30. v. M. wird folgender schaurige Vorfall gemeldet. Gestern war daS Haus des Herrn Anton Vogl jun. in Obdach der Schauplatz eines grauenerregenden Dramas. Die Kuchenmagd des genannten Anton Vogl, Magdalena Schönhard, hat, von religiösem Wahnsinn ergriffen, sich dem Feuertode geweiht. Nachdem sie den Backofen gehörig geheizt, und bei brennender Wachskerze, wie bi(6 aus den Ucberresten der Kerze und dem vorgefundenen Rosenkranz ersichtlich wurde, ihr Gebet verrichtet hat, kroch sie in den Ofen, legte sich auf den brennenden Holzstoß und verbrannte. Die Hausgen ssen, welche gekommen waren, um zu sehen, wie weit d-ö Brodbacken gediehen sei, fanden zu ihrem Entsetzen im Ofen die verkohlten Ueberrefte der Magd. Die Unglückliche hatte in letzter Zeit sehr häufig gebeichtet und am letzten Sonntag auf Wunsch ibreS Beichtvaters eine Generalbeichte abgelegt und trug von diesem Momente ab einen krankhaften Trübsinn zur Schau. Auf Befragen über den Grund ihrer Verstimmung gab sie die Antwort, daß sie stets den Tod vor Augen habe. Am Tage vor ibrem Selbstmorde übergab sie einer ihrer Mitmägde einige Guldenstücke mit dem Bedeuten, für dieses Geld nach ihrem Tode Seelenmessen lesen zu lassen. In den ersten Morgenstunden des nächsten TageS, dem ihres Todes, trug sie mit ihrem Dienstherrn den Backtrog in die Küche, worauf stch der Herr wieder entfernter, daS wahnsinnige Weib führte nun ihr Vorhaben aus. Ihren Bekannten hatte sie schon zu wiederholten Malen von einer Pfarrerköchtn erzählt, die fick zur Sühnung ihrer Sünden im Backofen verbrannt habe, worauf aus demselben eine weiße Taube gegen den Himmel geflogen sei.
Eine große Weihnachtsfreude wurde einem Troppauer Einwohner zu Theil. Derselbe war an einem Sachsen-Meininger LooS betheiligt, welches vor einigen Tagen mit — acht Gulden ge-
30 lasse! itrtfi ach Eol gesil mor irrth Aa XNj forb Ans Üb» fif •ffl Ist Ei 3ei
Pre Fra Naa Km Gr.
Frankreich.
Versailles, 1- Jan. Die „Agence HavaS" meldet: Der Präsioent der Republik empfing heute das diplomatische Corps, welches letztere vollzählig erschienen war. Eine Rede hielt Der PräsiDent der Republik nicht. Graf Arnim, welcher als Botschafter Deutschlands noch nicht bei der französischen Negierung accreditirt worden ist, war bei dem Empfange nicht zugegen.
Charleville, 29. December. In Folge des in der Nacht vom Sonntag auf den Montag in der französischen Markedenterbaracke an zwei bayerischen Sol- oaten verübten Mordanfalls, wobei Der eine töotlich, Der andere schwer verwundet wurde, ist eine strenge Untersuchung eingeleitet. Der Zapfenstreich wird nunmehr um 7 Uhr statt um 9 Uhr abgehalten. In Den bisherigen Verhältnissen zu Den französischen Behörden und Einwohnern ist keine VeränDerung eingetreten. — Die von Pariser Journalen verbreitete Nachricht, französische Notabeln seien als Geißeln weggeführt worden, ist unbegründet.
England.
London, 30. December. Der Minister des Innern bringt auf Befehl der Königin folgendes Schreiben zur öffentlichen Kenntniß:
Schieß Windsor, 26. Dec. Die Königin wünscht sehr, ihre tiefe Anerkennung der rührenden Sympathie auszusprechen, welche das ganze Volk bei Gelegenheit Der besorguißerregenden Krankheit ihres theuren Sohnes, Des Prinzen von Wales, gezeigt hat. Das allgemeine Gefühl, welches ihr Volk währenD Dieser schmerzlichen, furchtbaren Tage kundgab, und die Sympathie, welche es ihr selbst und ihrer geliebten Tochter, der Prinzessin von Wales, bewies, so wie Die allgemeine FreuDe bei Der Besse, rung des Prinzen von Wales haben einen tiefen unD dauernden Eindruck auf ihr Herz gemacht, welcher nie verwischt werden wird. Es war ihr freilich nichts Neues; Denn die Königin hatte Dieselbe Sympathie erfahren, als geraDe vor zehn Jahren eine ähnliche Krankheit Die Stütze ihres Lebens, den besten, weisesten und gütigsten Gatten von ihrer Seite riß.
Die Königin wünscht zu gleicher Zeit im Namen der Prinzessin von Wales
rurückgekehrt sind, schildern die Zustände für Deutsche in Paris als geradezu un- Hirten Zwerger zu scharen und demselben eine ErgebenheltS- und Vertrauenserträglich. Kein französischer Handwerksmeister darf es wagen, deutsche Arbeiter fnr.At der Aufruf b.e iWn..™ ^6
in seine Werkstatt aufzunehmen. Rohe Beschimpfungen der letzteren durch die ( Franzosen sind an Der Tagesordnung und den Deutschen tritt bei jeder Gelegenheit die lächerliche Drohung entgegen, daß die Franzosen in längstens zwei Jahren | in Berlin einzieheu würden. Die deutschen Arbeiter berichten gleichzeitig über Die • trotz alledem erstaunlich große Anzahl von Deutschen, welche sich noch in Paris befinden und zum Theil nicht einmal von ihrer früheren Verherrlichung französischer Zustände zurückgekommen sein sollen.
Berlin, 29. December. Nachdem die Ernennung des Grafen Harry D'Arnim zum Botschafter des deutschen Reiches in Paris erfolgt ist, steht die Uebergabe der Creditive seitens des Botschafters in nächster Zeit zu erwarten, vielleicht noch vor dem feierlichen Neujahrsempfange in dem Palais Elysee. Das Schreiben des Kaisers an den Papst, welches die Abberufung des Gesandten von dem Ge- sandtschaftsposten bei dem heiligen Stuhl notificirt, ist bereits expedirt. Das Schreiben des Kaisers ist auch dieses Mal, dem bisherigen Gebrauch entsprechend, in lateinischer Sprache abgefaßt.
Berlin, 30. December. Am 2. Januar k. I. werden von allen Actren tue Dividendenicheine und Coupons losgetrennt, wodurch eine entsprechende Cours- änderung eintritt. Ausgenommen hiervon sind alle Jnterimsscheine, denen keine Dividendenscheine beigegeben sind und zu welchen auch die jungen Bankpapiere gehören (mit Ausnahme des Berliner Bankverein»). Ausgenommen sind ferner alle österreichischen Eisenbahnactien, sowie österreichischen Creditactien. Ferner tritt auf österreichische Creditactien wegen Der AbschlagSdividende, und auf diejenigen Papiere, deren Zinsen am 2. Januar in einer entwertheten Valuta zahlbar sind, u. A. für 1864er russische Prämienanleihe, eine veränderte Notirung ein. Bei Köln-Minden werden l*/2 Thaler wegen Der Zinsberechnung zu-, die Super- diviDende mit wahrscheinlich 5*/2 Thaler abgerechnet.
Berlin, 31. December. Die Danziger königliche Werft erhielt am Sonn- abend telegraphisch Die Weisung, S. M. Dampfaviso „Aldatroß" zu Dem für Die Uebungsfahrten auf Dem atlantischen Ocean bestimmten Geschwader stoßen zu lassen unD schleunigst nach Kiel zu dirigiren. Das Schiff war bereits seeklar und konnte sofort abgeschickt werden, Da die in Den letzten Tagen stattgefundenen Maschinen- proben Die Tüchtigkeit Der Dampfmaschine außer Zweifel stellten. In Der vorigen Woche wurDcn sämmtliche noch Daselbst vorhandenen glatten Geschützrohre ver- schiedenen Kalibers per Eisenbahn verladen, Da solche aus der Armirung Der Kriegsschiffe ausaeschieden und verkauft worDen sind.
Berlin, 1. Januar. Gelegentlich der jetzt angeregten Discussion über die Fortschritte Der deutschen Sprache im diplomatischen Verkehr verdient vielleicht Erwähnung, daß die hier Mitte December übergebene amerikanische Denkschrift über die St. Juan-Angelegenheit oder Den Canal von Haro in deutscher Sprache ab-
sterstück diplomatischer Strategie.
London, 1. Jan. Die „Times" äußert sich in einem Artikel, welcher eine Ueberstcht über die Verhältnisse der einzelnen Länder Europa's am Schlüsse des Jahres gibt, Dahin, daß das siegreiche Deutschland das einzige Land fei, in wel- chem Regierung und Volk vertrauensvoll Hand in Hand gehe. Während Frankreich durch feine Träume nach Rache nur zur Confolidation Deutschlands beitrage und am Abhange Der Anarchie zittere, suche DeutschlanD seine Sicherheit in Loyalität und Discipli». -
Local-Notizen.
Gießen, 3. Januar. Wie sehr der Unfug des Schießens in der Neujahrenacht zu verdammen ist, beweist eben wieder ein Fall, der ein Menschenleben kostete. In Heuchelbeim wurde einem jungen Manne von 16 Jahren die vordere Gesichtshälfte faü ganz abgeschvssen, und ist der Bedauernswerthe gestern seinen Leiden in hiesiger Klinik erlegen.—Wenn man bedenkt, mit welcher Unüberlegtheit, um nicht zu sagen Dummheit, die sogen. Kanonenschläge theilweise fabdeirt werden, so muß mar. staunen, daß in letzter Neujahrsnacht nicht mehr Unglücksfälle rorgefalle» sind. So wurde uns eine Hülse von starkem Zinkblech gezeigt, welche tüchtig verlöthet einen furchtbaren Knall durch die Sprengung der Blechhülse abgibt. Geht zufällig wahrend der Erplo. sion Jemand auf der Straße und gerath in die Nähe eines solchen Geschosses, so ist Gesundheit und Leben des Vorübergehenden auf dem Spiele. — In Lauback wurde ein Falschmünzer entdeckt und bereits in hiesiges Provinzial-Arresthaus geschlossen abgeführt.


