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von Pfand-
PretS vterteljährtg 1 fl. 12 fr. «tt Bringerlohn. Durch di« Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr.
Gießener Anzeiger.
Erscheint täglich, mit Aufnahme Sonntags.
Expedition: Canzletberg, Ltt. B. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kießen.
Mr. 257, Freitag M 1. November 1672.
Amtl icher T heil.
m . „ . .... m , ließen am 26. Sctober 1872.
Betreffend: Unterricht für Bauhandwerker.
Das G r s y h e r r s g l i ch e K r e i s a m l G i e tz e n
an die Gro^herxoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
T r Sie wollen dafür besorgt sein, daß die nachstehende Bekanntmachung zur Kenntniß derjenigen in Ihren Gemeinden befindlichen Bauhandwerker ae- langt, bezüglich welcher angenommen werden kann, daß sie die fragliche Schule besuchen werden.
In Verhinderung des Kreisraths:
S p a m e r, Kreisassessor.
Winterbaufchule des Localgewerbvereins in Darmstadt.
. 5®C3in“ des Unterrichts am l. ©ecem6et L Js. Dauer 3 Monate. Unterrichtszeit täglich von 8-12 und 1 5 Uhr. mit Ausnahme der Sonntaae
und Samstag-Nachmittage. — Unterrichtsfächer: Bauzeichnen, Freihandzeichnen, darstellende Geometrie, Bauconstructionslehre, Rechnen, Geometrie Anfcrtiauna von Bauvoranschlägen, Materialienkunde, gewerbliche Buchführung und Mechanik. ' 1 » »
Das Schulgeld beträgt im Ganzen 18 fl. und wird bei Beginn des Curses vorausbezahlt. Anmeldungen wolle man baldigst an das Bureau des
Landesgewerbvereins, Rheinstraße Nr. 14 m Darmstadt", richten. 9
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Betreffend: Die Wiener Weltausstellung im Jahre 1873.
Gießen, am 31. October 1872.
Das Großherzo gliche Kreis amt Gießen
an die GroßherzagUchen Bürgermeijlereien des Kreises.
den Lcmdwirthen Ihrer Gemeinden mög-
Wiener Weltausstellurix! im Jahre 1873
Die Großh. Centralstelle für die Landwirthfchaft beabsichtigt bei der Wiener Weltausstellung im Jahre 1873 eine Collectivausstelluna der land- wirthschaftlichen Producte des Großherzogthums zu veranstalten und soll hierbei jeder Kreis mit seinen landwirthschaftlichen Producten möglichst vollständig vertreten sein; jedoch sollen hierbei nur diejenigen Erzeugnisse berücksichtigt werden, deren Production von einiger Erheblichkeit ist, außerdem aber solche welche erst neu eingeführt sind unb weiterer Verbreitung würdig erachtet werden. Ausgeschlossen sind alle Gegenstände, welche den, Verderb ausgesetzt sind woaeaen insbesondere sämmtliche Körnerfrüchte des Kreises vertreten sein sollten. 1 ' a
Innerhalb der Gesammtansstellung werden die einzelnen Aussteller besonders benannt und gelten als die eigentlichen Aussteller. Kosten irgend welcker Art erwachsen für die Letzteren nicht. ö '
U-ber die Art und Weise der Ausstellung sind Vorschriften ertheilt, von welchen Diejenigen, welche für den hiesigen Kreis und zur «eit noch Interesse haben, hier auszugsweise mitgethellt werden und welche wir zu beachten bitten. ° ’*
Ausstellungsgegenstände werden vorzugsweise sein:
1) Getreide, in den verschiedenen im Kreise vertretenen Arten. (Korn, Waizen, Gerste, Hafer.) Hiervon die Körner wohlgereinigt, reichlich ic 3 Liter in leinenen, gut gebundenen Säckchen, oder starker Papierverpackung. v
2) Hülsenfrüchte des Feldbaues, insbes. also Erb,en, Linsen, Sommerwicken, Feldbohnen, in den verschiedenen Arten Hiervon a) die Körner wie bei 1, ü je 3 Liter, . y
b) die Schoten in ca. 50 sorgfältig ausgewählten, den durchschnittlichen Character der Sorte entsprechenden Exemplaren.
3) Futterpflanzen, namentlich die verschiedenen im Kreise gebaut werdenden Kleearten. Hiervon die Samen wie bei 1 ü je t Liter
) «el- und Gespinnstpflanzen. (Sommer- und Wintersamen, Kohlreps, Flachs -c.) Hiervon die Samen wie oben ä je 2 Liter
5) _et jedem einzelnen Ausstellungsgegenstand ist der Name und Wohnort des Züchters anzugeben.
D, unterzeichnete, in der letzten Generalversammlung des landw. Bezirksvcreins Gießen ernannte Commission wendet sich nun an alle Landwirthc des Kreise-., :otote an die Herren Vorstände der landwirthschaftlichen Kränzchen mit dem Ersuchen, sich für eine möglichst vollständige Beschickung der Ausstellung bemühen zu wollen. a
Di. .'Meldungen der auszustellenden Gegenstände bitten wir thunlicbst sofort, spätestens aber bis zum 20» Novbr l 3 an einen der Unter;eickn<-en zu adressircn. Die Ausstellungsgegenstände selbst sind längstens bis zum S. December l. I. unter der Adresse des' Mitunterzeichner.. -ßh. Kreisassessors Gros bei hiesigem Kreisamtsbüreau, oder auch bei einem der übrigen Unterzeichneten abruliefern.
Gießen, den 31. October 1872. 01
Brennemann, Georgi, Gros, Krebs,
Pächter in Winnerod. Oeconom in Gießen- Kreisassessor in Gießen. Gutsverwalter zu Neuhof.
Wir machen Sie auf die nachfolgende Bekanntmachung mit der Empfehlung aufmerksam, derselben unter lichste Verbreitung zu geben und sich selbst für lebhafte Betheiligung bei der fraglichen Ausstellung zu bemühen.
v. Röder.
Ultramontane Restanrationspolitlk.
Man hat in den ultramontanen Bestrebungen zwei Seiten zu unterscheiden, die kirchenpolitische und die rein politische. Der UltramontaniSmus will nicht nur in den einzelnen Staaten die Grundsätze der Bonifacischen Dulle Unam sanctam verwirklichen und der Kirche die Macht vindiciren, die Grenzen ihrer Competenz nach eigenem Belieben festzustellen, sondern er ist zugleich darauf bedacht, die weltliche Macht des Papstes wieder herzustellen.
Der Papst ist nach der ultramontanen Ansicht kraft seines geistlichen Amtes der oberste Lehnsherr, der Schiedsrichter der ganzen Christenheit; er ist aber zugleich als Beherrscher des Kirchenstaates weltlicher Souverän im engeren Sinne des Wortes. Die weltliche Souveränetät ist der archimedische Punkt, dessen er bedarf, um festen Fuß in dem Weltgetriebe zu fassen, der erste Punkt, dtsserr er bedarf, um die Welt aus ihren Angeln zu heben und seine weltumfassenden, theo- kratischen Ansprüche zu verwirklichen.
Es ergiebt sich daraus, daß diese beiden Seiten der hochkirchlichen Be- ßrebungen in einem engen, unzertrennlichen Zusammenhänge stehen. Die weltliche Souveränetät gilt als die Grundlage und Voraussetzung der geistlichen Universal
herrschaft. Das Pri'sterkönigthum würde nach der thcokratischen Ansicht in der Luft schweben, wenn es sich nicht auf em wirkliches, weltliches, politisches Könia- thum stützte.
In der Kirchenpolitik ist die Curie schon seit dem Wiener Congreß in die Wege der mittelalterlichen Päpste eingelenkt, anfangs unter der Hand und mit äußerster Vorsicht, begünstigt von der romantisch-reactionären Strömung der Zeit, die in dem Papst den Hort der sittlichen und politischen Weliordnung sah; allmälig immer offener und herausfordernder. Die Abneigung aller Regierungen vor kirchlichen Handeln spielte der von dem wieder erstandenen JesuitiSmuS geleiteten Curie einen leichten Sieg nach dcm andern in die Hände.
Mit gleicher Geschicklichkeit, wie die reaktionäre Strömung, die unmittelbar nach den napoleonischen Kriegen die Oberhand gewonnen hatte, verstand es die Curie, die revolutionäre Strömung der vierziger Jahren für ihre Zwecke auSzu- beuten. Ihr Princip der Trennung der Kirche vom Staat fiel genau mit den radikalen Schlagwörtern zusammen. Da sie aber zugleich in den konservativen Preisen die Meinung zu erwecken wußte, daß die Kirche ihre Selbstständigkeit stets .nur im konservativen Sinne zur Ausrechteihaltung der Ordnung und zur Bekämpfung ider Revolution anwcnden werde, so ließen auch die Regierungen sich den Grund.


