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zur Jubiläumsfeier der Universität nach München kommen und insbesondere bei dem Festzuge und dem Fackelzuge anwesend sein wird. Das Festcomite hat den größte« Theil seiner mannigfachen und schwierigen Geschäfte vollendet. Alle An­zeichen lassen erkennen, daß sich die Huldigung, welche der Alma mater zur Er­innerung an eine 600jährige Vergangenheit dargebracht werden soll, zu einer äußerst großartigen gestaltet. Der österreichische Botschafter, Graf Beust, ist aus London vorgestern in München eingetroffen, hat aber folgenden Tags schon seine Reise gegen Linz zu fortgesetzt. Die Berathung und Feststellung der sämmtlichen LanvrathSabschiede seitens der betheiligten Staatsministerien ist beendet und steht deren Veröffentlichung für die nächsten Tage zu erwarten. Durch die Abschiede und beziehungsweise die Kreisbudgets werden auch die vom Landtag für die Gehaltsaufbesserung der Lehrer in den Volksschulen bewilligten Mittel flüssig, so daß die Auszahlung derselben an die Betheiligten alsbald wirb erfolgen können.

Das bischöfliche Ordinariat in Speyer hatgegen den Erzbischof von Utrecht und seine Sacrilegien" einen Protest veröffentlicht, welcher die Gläubigen der Dtöcese aufklärt, damit siedie richtige Stellung solchen Ereignissen gegenüber einnehmen." Der Protest erzählt im Eingänge die Geschichte per Entstehung des unheilvollen" Jansenismus, einerförmlich und unwidersprechlich häretischen Secte", und fährt dann fort:

Wenn demnach ein Bischof dieser Secte es unternimmt, in einem Bisthum, welches mit dem rechtmäßigen Oberhirten der katholischen Kirche in Gemeinschaft steht, bischöfliche Verrichtungen vorzunehmen, so maßt er sich eine Befugniß an, welche ihm keineswegs zusteht. Wenn er mit den Altkatholiken vorgeblich die Satzungen des heil. Concils von Trient anerkennt, so muß er wissen, baß jeder Bischof, welcher in fremder Diöcese ohne ausdrückliche Erlaubniß des Diöcesan- bischofs Pontisicalsunctionen ausübt, in die Kirchenstrafe der Suspension von der Ausübung dieser Functionen verfällt. Er vollbringt zwar am Altar und in der Auflegung der Hände die heil. Geheimnisse; aber er thut es unerlaubter Weise und mit sakrilegischer Schuld. Ausgeschieden durch den großen Kirchenbann von der Lebensgemeinschaft unserer heiligen Kirche, erbaut er nicht auf dem Fundament der Apostel, sondern er reißt nieder; nicht gesendet und bevollmächtigt von dem obersten Hirten, dem Nachfolger des Apostelsürsten, dringt er als unbefugter Fremd- ling in die Heerde ein unv schädigt, so viel an ihm ist, die Einheit der Kirche, um welche der Herr am Vorabend seines bittern Leidens in seinem hoyenpriester- lichen Gebet so innig seinen himmlischen Vater angefleht hat. Er ist gerichtet durch das Wort desselben Herrn und Heilandes:Wer nicht sammelt mit mir, der zerstreut."

München, 31. Juli. Nach telegraphischer Nachricht aus Rom ist die Präconisatton des Abtes Haneberg als Bischof von Speyer im letzten Const- storium vollzogen worden.

München, 31. Juli. Der König hat anläßlich des Jubiläums aus den Mitteln der CabinetScasse ein Stipendium von 10,000 Gulden für Studirende der Geschichte oder zum Zwecke einer wissenschaftlichen Reise gestiftet. Dem Rector der Universität, Professor von Döllinger, lst das Großkomtharkreuz des Kroncn-Ordens, dem Prorector Giefebrecht der Titel eines Geheimraths, den Professoren Prandl, Roth, Brinz, Helferich unv Hecker der Kronenorden, den Professoren Schmid, Doit, Müller und Radekofer der Michaelsorben ver­liehen worden.

Aus Elsaß-Lothringen. Von Metz wird gemeldet, daß in Lothringen auch viele Nlchtsolbaten, d. h. viele von den jungen Leuten zurückkehren, welche, um sich der Militärpflicht zu entziehen, nach Frankreich gegangen waren. Reifliche Ueberlegung, daß eS doch besser sei, drei Jahre die Pickelhaube zu tragen, als für immer Haus unv Hof zu vermissen, hat diese Umkehr bewerkstelligt. So waren aus einem einzigen Dorfe 13 junge Leute fort und jetzt sind sie alle wieder da.

Wie dieZeitung f. Lothr." erfährt, wird Prinz Friedrich Karl als In­spekteur der 3. Armeeabtheilung bei Gelegenheit der diesjährigen Herbstmanöver der in Elsaß-Lothringen garnisonirenden Truppen eine Jnspicirung derselben vor­nehmen. Dem Vernehmen nach dürfte derselbe Ende August und Anfang Sep­tember in Elsaß-Lothringen verweilen. Auch in dem in Metz garnisonirenden 45. preußischen Infanterieregiment sind kürzlich zwei junge Lothringer, der eine als einjähriger, der andere als dreijähriger Freiwilliger eingetreten.

Oesterreich.

Klagenfurt, 26. Juli. Die Jesuiten unterhandeln durch einen Zwischen­händler über Den Ankauf zweier Häuser in Bleiberg. In St. Andrä sind neuer­dings aus Deutschland ausgewiesene Jesuiten eingetroffen. Die Gemeindever­tretungen von Weitenberg und St. Thomas bei Freudenberg petitioniren gegen die Einwanderung der staatsfeindlichen Jesuiten.

Schweiz.

Bern, 29. Juli. Der Staatsrath von Genf ersucht den BundeSrath, von dem päpstlichen Nuntius in Luzern Aufklärung über ein angebliches päpstliches Breve, betreffend die Errichtung eines Bisthum» in Genf mit Mermillod als Bischof, zu verlangen. Der BundeSrath bezeichnete Max Wirth, Direktor des eidgenössischen statistischen Bureaus, und den RegierungSrath Bodenheimer, Präsident der schweizerischen Gesellschaft in Bern, als Abgeordnete zum statistischen Congreß in Petersburg. In Folge von Ueberschwemmung ist der Personen- und Güter­verkehr aus der Mont-Ceni-bahn eingestellt worden.

Belgien.

Brüssel, 30. Juli. Heute Nachmittag 4 Uhr ist die Königin glücklich von einer Prinzessin entbunden worden.

Frankreich.

Paris, 27. Juki. In Bezug aus die Andeutung, daß Ausländer die Ar- beiterunruhcn in den nördlichen Grubendistricten schürten, meldetEcho du Nord": Ein aus Chicago eingetroffener ehemaliger belgischer Grubenarbeiter wurde ver­haftet; ausländische Agenten durchziehen die Grubendistricte, und ihr Hauptzweck ist, die französischen Grubenarbeiter zu veranlassen, nach Amerika auszuwandern, wo amerikanische Spekulanten gute Arbeiter suchen. Im Jahre 1869 war in MonS bei der Bewegung auch des Pudels Kern eine Auswanderung nach den Vereinigten Staaten, wohin damals über 1000 Arbeiter verlockt wurden, von denen drei Viertel wieder zurückkehrten und sehr enttäuscht waren.

Paris, 29. Juli. Die Nachrichten aus den nördlichen Departements sind

fortwährend beruhigend. Die radikalen Blätter, welche anfangs in Betreff deS Briefes des Herrn ThierS an den Präfecten von Arras eine gewisse Zurückhaltung beobachtet hatten, verbergen nicht länger ihren Aerger Über das kräftige Einschreiten des Gouvernements. Sie geben dem Präsidenten in fast drohender Weife zu ver­stehen, daß sie Act von seinem Briefe genommen haben und wenig fehlt daran, die bewaffnete Macht beschuldigen, die Conflicte provocirt zu haben. Daß die Ruhestörungen von der belgischen Sektion der Internationale angezettelt wurden, unterliegt keinem Zweifel. In Boulogne-sur-wer wurden Briefe aus London saisirt, welche ein Helles Licht aus die jüngsten Umtriebe der Internationale werfen sollen.

Versailles, 30. Juli. Der Finanzminister, Herr v. Goulard, machte um 4 Uhr Nachmittags Der Nationalversammlung die Mittheilung, daß das Resultat der Subskription auf die neue Anleihe die Summe 4iy2 Milliarden ergebe, die Resultate einiger Zeichnungsstellen, welche noch nicht bekannt seien, un­gerechnet.

Versailles, 30. Juli. Nationalversammlung. Finanzminister Goulard legt einen Gesetzentwurf vor, betreffend die Monopolistrung des Handels mit Zünd­hölzern. Die Versammlung beschließt Dringlichkeit und sofortige Berathung. Der Finanzminister berichtete sodann über das bereits gemeldete Zeichnungsresultat und fügte hinzu: Das Vertrauen Der europäischen Capitalisten ruhe auf der Redlichkeit, Der Loyalität und unvergleichlichen Zahlungsfähigkeit Frankreichs. Die harte Lehre, welche letzteres erhalten habe, fei kein Zeichen seines Falles, ondern habe zur Buße seiner Fehler gedient. Angesichts eines solches Ereignisses ühle er das Bedürfniß zum Danke gegen Gott, welcher in einer Ernte voll Ueberfluß das kostbarste GnaDenpfand ertheilt habe. Das Verdienst der Wieder­erhebung Frankreichs gebühre der konservativen Republik, welcher das Ja- und Ausland ein Zeichen des unumwundensten Vertrauens gegeben habe. Trotz unserer Jrrthümer und UnglückSfälle zweifelt die Welt nicht an uns, nicht an Der von Der Vorsehung uns vorbehaltenen Bestimmung. Zweifeln wir nicht an uns selbst! Seien wir einig, weise, geduldig!

Italien.

Nom, 29. Juli. Dem Vernehmen nach steht die Veröffentlichung einer Encyclica bevor, worin die katholischen Armenier im Orient von Der Kirche für getrennt erklärt und mit Der großen Exkommunikation belegt werden.

Die italienische Regierung scheint gegenüber Der klerikalen Bewegung Den eingenommenen Stanopunkt energisch wahren und an die Regelung De- Der- hälimffes zwischen Staat und Kirche ungesäumt die letzte Hand anlegen zu wollen, wozu sie nebenbei bemerkt durch Den Ausfall Der Municipalwahlen, welche trotz Der gewaltigen Agitation Der Klerikalen, für das liberale Princip entschieden günstig genannt werden muß, sich stark crmuthigt fühlen Dürfte. Auf Diese Absicht, ein energisches Vorgehen einhalten zu wollen, Deutet auch ein Artikel der mini­steriellenOpinione" hin, welche die Ueberschrist bringtDie Rechte des Staates" und unter Anderem Folgendes sagt:Es ist selbstverständlich, daß es in einem Staate verschiedene Parteien giebt, und Daß dieselben mitunter sehr häufig mit einander kämpfen; daß die großen politischen volkswirthschaftlichen und socialen Fragen, welche da- Innere der mooernen Staaten bewegen, nicht in einer so überzeugenden Weise gelöst werden können, daß derselben die Zustimmung aller Intelligenzen gesichert wäre. Es werden jederzeit große Verschiedenheiten sowohl in Der Art Der Auffassung derselben als in den Ansichten über Deren Lösung bestehen. Daher Der Nutzen eingehender, gelehrter und freisinniger Erörterungen, in Denen jede Meinung Das Recht hat, hervorzutreten, jeDer Gedanke das Recht, verlautbar zu werden.

Wenn die Clericalen in Diese Erörterungen eingetreten wären, um ihr Programm auScinanderzusetzen, um ein Gesetz zu verteidigen unD ein andere- zu bekämpfen, wer würde Dem widersprochen haben? Sie wären in ihrem Rechte gewesen, und den Liberalen mußte e- sogar lieb sein, eine Partei sich gegenüber zu haben, die von anderen Ideen geleitet und anderen Zielen zustrebend, ihnen Den Vortheil verschaffte, Die Erörterungen zu vertiefen und Die Gefahr von Spaltungen im Schooße Der eigenen Partei zu verringern. Aber ein Grundsatz mußte unter allen Umständen unangetastet bleiben, da- Princip des Staate- selbst. Alle Gesetzesvorschläge könnten erörtert werden, Die politische Tendenz de- Ministertums, sein Programm unD seine Handlungen dürfen bekämpft werden; aber keine Regierung kann zugeftehen, daß auf Den Ruin des Gebäudes hin- gearbeitet werde, zu dessen Aufrechterhaltung sie berufen ist. Man Darf Alle- fagen, so lange man die Grundlagen des Staates respectirt. Sobald jedoch eine Partei oder eine Gesellschaft es für ihre Pflicht hält, das Princip des Staate- selbst zu leugnen, befindet sich die Regierung im Angesichte eines Feindes, Der sich selbst außerhalb des gemeinsamen Rechtes gestellt hat. Keine Regierung darf es gestatten, Daß irgend eine Gesellschaft gegen den Staat protestirt, indem sie Theorien aufstellt, welche da-Land aus den Fugen reißen und dessen Einrichtungen zu Grunde richten. Man sagt zwar, eine Regierung sei stark genug, um sich über Die Ansprüche und Umtriebe Derartiger Fraktionen nicht den Kopf zerbrechen zu müssen. Aber wir würden im Gegentheil in nicht geringer Verlegenheit sein, zu sagen, ob es ein Zeichen von Stärke oder nicht vielmehr von Schwäche ist, wenn eine Regierung Alles gewähren ließe."

Im Vatican scheint man immer noch nicht eine klare Vorstellung von Der Lage, in welcher man sich befindet, zu haben. Nachdem Der Papst sich schon Die meisten Staaten Europas, Die Türken mit einbegriffen, zu Feinden gemacht hat, will cr sich auch mit England brouiÜiren. Er muß sich nämlich auch in Die Angelegenheit de- Richter- Keogh mischen, indem er Die Prälaten Irlands und England- auffordert, in Hirtenbriefen gegen Den Beschluß zu protestiren, welcher Diejenigen Clericalen, welche gelegentlich Der Wahl in Galway ihre Autorität gemißbraucht oder da- Gesetz verletzt haben, Der Verfolgung au-setzt. Natürlich erhielt die politisch-religiöse Bewegung in Irland, welche sich schon abzuschwächen begann, durch solche päpstlichen Instructionen neue Nahrung. Man wird in Den Gesetzen England- wohl Waffen genug finden, um die Folgen solcher Aufhetzereien unschädlich zu machen.

Spanien.

Madrid, 25. Juli. Das neue Manifest Don Carlos* wird vomUniverS" veröffentlicht. Dasselbe lautet:

Catalonier, Arragonier, Seiender! Am 2. Mai erließ ich von Dera au- voll Glaubens an die Größe Der Sache, welche Gott im meine Hände gelegt h-u, einen Ruf an alle Spanier. Was damals nur eine Hoffnung war, wird bald